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RETURN Magazin als PDF?

  • Nochmal: Wir werden keine PDF rausgeben. 100 Leute sind ehrlich, der 101. schickt die PDF an einen Kumpel weiter, der 102. lädt sie auf Google Drive hoch. Das spricht sich rum, nach 4 Ausgaben lesen 50% der Leser die RETURN, die kostenlos im Netz liegt. Die Verkaufszahlen gehen runter statt rauf.

    Verkauft ihr auch noch regelmäßig alte Ausgaben? Wenn nicht, wäre es ja evtl. ein Kompromiss, alte Ausgaben als PDF kaufbar zu machen und immer einen Zeitraum X abzuwarten, bis eine Ausgabe so alt ist, dass sie ebenfalls als PDF-Version angeboten wird.

    Ich bin auch großer Verfechter von DRM-freien digitalen Versionen. Jedoch ist es einfach Realität, dass drm-freie Versionen von Spielen dafür sorgen, dass viele Leute eben doch keine Spiele kaufen.

    Warum braucht man immer eigene Apps? Eine Progressive Web-App würde vollkommen ausreichen, alle Platformen unterstützen und auch weitgehend ein natives Feeling ermöglichen.

    Ich verstehe den App-Fetischismus nicht...

    Ich glaube nicht, dass "App-Fetischisten" reguläre Apps den progressiven Web-Apps vorziehen, ich glaube eher, dass sie die PWA lediglich nicht auf dem Schirm haben.


    Naja, dann müssten ja auch bei GoG nur 100 Leute ein Spiel kaufen und es tausende kostenlose zocken, die haben nämlich auch kein DRM.

    Wie viele Leute eine DRM-freie Version von Warez-Portalen ziehen, anstatt es bei GOG zu kaufen, wird wohl sehr stark vom Spiel abhängen. Da ist wohl keine Pauschalaussage zu treffen. Aber wer auf solchen Portalen unterwegs ist, sieht ja dennoch, dass populäre Spiele weitaus stärkere Zugriffszahlen haben als nur der einstellige Tausender-Bereich.

    Wenn jemand Langeweile hätte könnte er mit einem Dokumentenscanner, diese Gestelle mit der guten Digitalkamera oben rein gehängt, innerhalb von Minuten auch die Return scannen und in den Gully und die Börse werfen.

    Und bei Warez ist es eben oft eine Sache der Bequemlichkeit und der Motivation. Die Return wird als kleines deutsches Nischenheft einen relativ kleinen Leserkreis haben. So gut wie niemand würde solch einem Heft schaden wollen, in dem sie das Heft bei Warez-Portalen zur Verfügung stellen. Jedoch wird es welche geben, die aber von genau diesem Aufwand abgeschreckt sind. Denn ein PDF irgendwo hochzuladen oder genau diesen Aufwand zu betreiben sind halt ein riesengroßer Unterschied.


    Vor allem aber ist es je genau das, was sign-set geschrieben hat. Wenn es sie nur als Print gibt, dann gibt man die Print-Variante an den Kumpel weiter. Wenn man sie digital hat, schickt man die PDF rum. Der schickt sie wieder rum und dann wird es hochgeladen. Und das liegt halt am Aufwand.


    Alleine die Tatsache, dass es keine DIY-PDF-Varianten der Return bei Warez-Portalen gibt, zeigt doch schon, dass keiner den Aufwand betreiben will.

    Wer zahlen will wird auch zahlen und selbst wenn es deine Return auf der Börse gäbe würde ich sie weiterhin abonnieren, einfach weil ich die Zeitung schätze, sie weiter unterstützen will und weil ich will das es sie weiter geben wird. Und der Rest deiner Leserschaft denkt genauso.
    Und die Leute die sich die Zeitung dann ziehen würden wären entweder irgendwelche Freetards die eh nix kaufen oder vielleicht der kleine Hartzer der gerne kaufen würde aber nicht kann.

    Das würde ich nicht kategorisch abstreiten. Wenn jedoch die ökonomische Existenz des Heftes bedroht ist, falls diese Vermutung sich als falsch herausstellt, dann ist es meines Erachtens halt verständlich, dass man aus Betreibersicht zögerlicher agiert als aus Usersicht.

    Siehe nochmals CD Projekt RED mit GoG. Die gehen auch an den Freetards nicht kaputt. Eher andersrum, jede Schwarzkopie ist ein potentieller Kunde ala "Oh, doch Geil, ja dann kann man das auch kaufen".

    Es gibt ja inzwischen Studien, die belegen, dass Videospielpiraterie die Käufe weitaus weniger negativ beeinträchtigt, wie Publisher das gerne behaupten. Aber dass dadurch unterm Strich ein Positiveffekt entsteht, halte ich für fragwürdig.


    Und übrigens ist GOG keine Firma, die von Piraterie geschwächt wird. Egal wie viel passiert. GOG ist eine Gegenbewegung zu den DRM-Plattformen wie Steam. GOG wäre ohne DRM-Freiheit nie so groß geworden. Das heißt, selbst wenn auf jeden GOG-Käufer 10.000 Leute kämen, die das Spiel aus Warez-Portalen herunterladen, ist es für GOG immer noch besser als keine DRM-freie Version anzubieten, denn dann würde GOG gar nicht existieren.


    Oder anders gesagt: Die drm-freien Videospielvarianten, die von GOG auf Warez-Portale wandern sind in der Rechnung von GOG schon integriert, weil es DRM-frei ohne Warez-Abwanderung nicht geben kann. Die nimmt man hin. Der Schaden entsteht eher für Portale wie Steam und Co.

  • Wenn schon PDF Veröffentlichung, dann entweder vereinzelte Ausgaben in verminderter Qualität, oder die einzelne Abschnitte der jeweiligen Ausgaben veröffentlichen. Das könnte vielleicht für den Absatz förderlich sein. Ich bin aber kein Marketingexpert. :D

  • Naja, dann müssten ja auch bei GoG nur 100 Leute ein Spiel kaufen und es tausende kostenlose zocken, die haben nämlich auch kein DRM. Weil DRM nicht funktioniert.

    Ich denke nicht, dass man das so vergleichen kann. Bei GOG sind die Nutzerzahlen wesentlich höher, der Hersteller bekommt 70% vom Umsatz und bei modernen Spielen zieht ja auch die Bequemlichkeit für den Nutzer. Alles an einem Ort, die Updates kommen (wenn man will) automatisch. Man hat auch wirklich Vorteile davon, wenn man nicht kopiert.

    Unabhängig davon gibt es das bei modernen Spielen idr nicht, dass Hersteller Spiele ausschließlich auf GOG anbieten. Auf Steam läuft immer noch ein Vielfaches an Umsatz.

  • Ich glaube, GOG lässt durchaus bei den One-Click-Hostern fleißig löschen. Es ist jedenfalls auffällig, wie fix dort i.d.R. GOG-Installer verschwunden sind. Das weiß ich, weil ich mit GOGs Preispolitik oft nicht einverstanden bin.


    Ansonsten würde ich BastetFurry recht geben: Ich habe - wie heutzutage ja viele - einen Drucker mit Scanner zuhause. Wenn ich also wollte, könnte ich die Return ohne allzu großen Zeitaufwand regelmäßig ins Netz stellen. Vielleicht fliegen auch längst Return-Ausgaben im Netz rum; ich suche nicht danach.

  • Ansonsten würde ich BastetFurry recht geben: Ich habe - wie heutzutage ja viele - einen Drucker mit Scanner zuhause. Wenn ich also wollte, könnte ich die Return ohne allzu großen Zeitaufwand regelmäßig ins Netz stellen. Vielleicht fliegen auch längst Return-Ausgaben im Netz rum; ich suche nicht danach.

    Mal angeommen du brauchst 30 Sekunden pro Seite für das reine Scannen, umblättern und kurze Sichten, ob alles okay ist. Dann bist du bei nem Heft mit 100 Seiten schon bei 50 Minuten. Da sind noch keine Dinge wie Bildoptimierung, Speichergrößeoptimierung und vor allem Texterkennung gemacht. Dann bist du pro Heft natürlich ein gutes Stück länger als ne Stunde beschäftigt. Das ist alles zusätzlich zum Upload-Prozess. Das heißt bei der PDF hast du wenige Minuten und bei dem Selbst scannen halt die gleiche Zeit plus das digitalisieren.


    Wenn mein Kumpel ne Zeitschrift will, die ich digital und als Print-Version habe und ihm ist es egal, wie er sie bekommt. Dann würde ich ihm immer die PDF geben. Wenn ich die Zeitschrift nur als Print habe, würde ich ihm das Heft mitgeben. Ich würde mich keine Stunde hinstellen das zu digitaliseren. Für Fremde im Netz schon zweimal nicht.


    Von daher ist doch nicht das fehlende technische Gerät die Hürde. Sondern die mangelnde Bereitschaft das einfach so für Fremde aus dem Netz zu machen, ohne einen einen Benefit draus zu ziehen. Und im Verteilen von solchen Nischen-Dingen im Netz wird keiner durch Ref-Links bei One-Click-Hostern oder sonst was einen Benefit haben.

  • Warum braucht man immer eigene Apps?

    Braucht man gar nicht (immer). Es ging hier darum, wie man die Monetarisierung auch digital retten und gleichzeitig eine gute Lesbarkeit (z.B. auf kleinen Devices) erreichen kann. Und mit einer eigenen Kiosk/Reader-App (in Kombination mit flexiblen Layouts) wäre das möglich. Die müsste dann allerdings Multi-Plattform sein, sonst schadet sie der Verbreitung mehr als sie nützt. Aber trotzdem wäre so etwas ein Wagnis. Ich weiß auch nicht, ob so ein Schritt überhaupt nötig oder gewollt ist – vielleicht ist ja einfach alles gut, so wie es ist.

  • Retrofan


    Aber selbst da finde ich diese Variante echt suboptimal. Zwar bieten diese Apps zwar oft eine Möglichkeit der Monetarisierung und Lesbarkeit gut zu erreichen, dafür hapert es oft an anderen Stellen. Das Anbieten des eigenen Produkts in solchen Magazin-Apps mit Flat ist für die Anbieter nicht lohnenswert. Sich eine eigene Infrastruktur aufzubauen, wie es die meisten Zeitungen machen ist sehr aufwändig und oft sind diese Dienste auch nicht sehr nutzerfreundlich. Weswegen diese Zeitungen ja stets klagen, dass Online nicht viel dabei herumkommt. Kein Wunder. Niemand hat Bock, da für alles was er liest noch einmal eine neue App zu installieren, einen neuen Account zu machen und ein neues Abo abzuschließen.


    Von daher glaube ich nicht, dass man da ne Variante finden kann, wo Aufwand und Ertrag auf Produzentenseite sich für ein eher kleines Magazin lohnen. Auf User-Seite ist die bequeme Variante nur realistisch, wenn was gewählt wird, was für die Produzentenseite nicht ertragreich ist.


    Hinzu kommt, dass all diese Apps für das kurzfristige einmalige konsumieren zwar in Ordnung sein mögen, jedoch haben sie bei Dingen, die darüber hinaus gehen, viele Nachteile. Vor allem, wenn es um Archivierung/langfristige Verfügbarkeit und Nutzbarkeit für Analysen/wissenschaftliches Arbeiten geht.


    Zwar werden Dienste wie Kindle, Itunes... mittelfristig nicht abgeschaltet werden, aber für langfristig ist es dennoch keine gute Idee sich an die Verfügbarkeit eines proprietären Ökosystems zu binden. Das gilt für die Big Player. Bei kleinen Dienste kommen und gehen solche Services regelmäßig. Wenn ich mir jetzt 30 Ausgaben Return in einer App kaufe, wer garantiert mir dann, dass ich da in 5 Jahren noch drauf zugreifen kann? Niemand.


    Auch kann man solchen Diensten oft nicht arbeiten, weil die in der Nutzbarkeit sehr eingeschränkt sind. Ne True PDF bei der, die Texte auch Texte und keine Bilder sind, da kann ich Textsuchen machen und daher die Zeitschriften systematischen nach Inhalten durchsuchen.


    Das mag zwar alles für den Normalleser nicht von Relevanz sein, aber für die langfristige Erhaltung und für kulturhistorische Analysen sind das richtig relevante Faktoren.

  • Warum Digital? ..... Papier ist doch Retro :D

    Ja, hab auch schon darüber nachgedacht, wie lange es bereits Papier gibt und wie lange es das aller voraussicht (ich hoffe sehr, sehr lange) noch geben wird.


    Dagegen wird das kurze "Dasein" der .pdf Datei ein Kaninchenfurz sein, in dieser kurzlebigen Wegwerf- und Updategesellschaft. :X

  • Das Anbieten des eigenen Produkts in solchen Magazin-Apps mit Flat ist für die Anbieter nicht lohnenswert.

    Ich meinte keine 3rd-Party-Kiosk-Apps mit Flat-Abo, sondern eine eigene App mit eigenem Kiosk, damit 100% des Umsatzes beim Anbieter ankommt.


    Niemand hat Bock, da für alles was er liest noch einmal eine neue App zu installieren, einen neuen Account zu machen und ein neues Abo abzuschließen.

    Ich denke, bei uns als Publikum bleibt die Anzahl der Magazin-Apps recht übersichtlich. Außer natürlich bei mir – aber ich habe auch meistens 700 oder mehr Apps auf meinem Handy (und da käme es dann wiederum auf eine zusätzliche nicht an). ;)


    Wenn ich mir jetzt 30 Ausgaben Return in einer App kaufe, wer garantiert mir dann, dass ich da in 5 Jahren noch drauf zugreifen kann? Niemand.

    Ich gehe schon davon aus, dass die Magazine in die App heruntergeladen würden. Wenn sich also an deinem Handy oder Computer nichts großartig ändert, sollten sich die lange/"ewig" lokal lesen lassen – notfalls in einer VM.


    Auch kann man solchen Diensten oft nicht arbeiten, weil die in der Nutzbarkeit sehr eingeschränkt sind. Ne True PDF bei der, die Texte auch Texte und keine Bilder sind, da kann ich Textsuchen machen und daher die Zeitschriften systematischen nach Inhalten durchsuchen.

    Bei einer guten App (ich spreche nicht von 3rd-Party-Diensten) wäre die Nutzbarkeit nicht eingeschränkt, sondern erweitert. (Ausgaben-übergreifende) Volltextsuche, hunderte von Lesezeichen, C&P von kleineren Textstellen (inkl. angehängtem Quellen-Nachweis) usw. wären z.B. bei einem Printmagazin eher schwierig. Und ab und zu ein kleiner Video-Review wäre auch nicht zu verachten.


    Wie gesagt, ein zugänglicher Reader mit etwas Multimedia angereichert hätte schon seine Vorteile – der einzige Knackpunkt ist, die Geldverdienst-Möglichkeit zu erhalten. Denn die Return ist nun mal kein Hobby-Projekt und das ganze Ding muss finanziell am Laufen gehalten werden. Niemand hier will, dass Sign-Set Verluste schreibt und deswegen das Magazin einstellen muss.


    Das geringste Risiko ist immer noch, einfach bei Print zu bleiben und auf die paar PDF/ePub-only-Leser zu verzichten.

  • Ja, hab auch schon darüber nachgedacht, wie lange es bereits Papier gibt und wie lange es das aller voraussicht (ich hoffe sehr, sehr lange) noch geben wird.


    Dagegen wird das kurze "Dasein" der .pdf Datei ein Kaninchenfurz sein, in dieser kurzlebigen Wegwerf- und Updategesellschaft.

    Da hast du ja auch sehr ein Framing von PDF vs Print. Ich sehe da aber kein entweder oder. Man sollte das nicht gegeneinander ausspielen und es eher ergänzend beides verwenden, um die Vorteile beider Varianten nutzen zu können.


    Und in Dingen der langfristigen, nachhaltigen und günstigen Zugänglichkeit ist die Digitalisierung ein Segen. Das hat das komplette Archivwesen und die Forschung mit Dokumenten so stark revolutioniert, dass man das nicht genug positiv betonen kann.

    Ich meinte keine 3rd-Party-Kiosk-Apps mit Flat-Abo, sondern eine eigene App mit eigenem Kiosk, damit 100% des Umsatzes beim Anbieter ankommt.

    Ja ich weiß. Deswegen habe ich gesagt, dass aber auch diese Variante ja ebenfalls ihre Probleme hat. Nämlich, dass der Aufwand immens höher ist und daher die Rentabilität ebenfalls fraglich ist.

    Ich denke, bei uns als Publikum bleibt die Anzahl der Magazin-Apps recht übersichtlich. Außer natürlich bei mir – aber ich habe auch meistens 700 oder mehr Apps auf meinem Handy (und da käme es dann wiederum auf eine zusätzliche nicht an).

    Ja natürlich kann man sagen auf eine App mehr oder weniger kommt es nicht an. Aber im Endeffekt zeigt sich ja schon, dass es das eben doch macht. Das ist ja auch ein Grund, warum die Anbieter von Zeitschriften und Zeitungen auf solche Abo-Dienste setzen, weil es nicht lohnenswert ist ne eigene Lösung zu machen. Das liegt einerseits an den Kosten der Entwicklung als auch an der Bequemlichkeit der User.


    MediaMarkt und Saturn haben einen eBay-Shop. Dort verkaufen sie viele Produkte zum identischen Preis wie im eigenen Shop. Da aber bei eBay Gebühren anfallen, machen sie beim Verkauf über eBay ein Minus. Sie sind dennoch bei eBay, weil sie viele Nutzer sonst gar nicht erreichen. Ein Onlineshop wie Berrybase hat auch neben dem eigenen Shop einen Auftritt bei Amazon, wo ebenfalls große Gebühren anfallen. Durch die größer werdende Anzahl an Streaming-Diensten gibt es immer mehr Leute, die komplett abgeschreckt werden, weil es irgendwann zu viel ist. Da geht es nicht nur um die steigenden Kosten, sondern auch darum, dass man kein Bock hat in 10 Apps auf dem SmartTV hin und her zu wechseln.

    Gleiches gilt auch für Podcasts. Schon immer konnte man den RSS-Feed eines Podcasts manuell in seinen Podcatcher eintragen, damit dieser automatisch synchronisiert und heruntergeladen wird. Ende der 00er/Anfang der 10er Jahre war iTunes DIE Podcast-Plattform. Wenn man seinen Podcast bei iTunes hatte, haben die Podcatcher den Podcast automatisch gelistet. Der Unterschied, ob man den Podcast automatisiert adden kann oder den Link eingeben muss, war ein Unterschied von Welten, ob man viele Leute erreicht hat oder nicht.

    Dann hat sich das grundlegend geändert, als alle Podcatcher sich so verbessert haben, dass man nicht nur iTunes als Datenbank durchsucht hat. Als man alle Datenbanken und auch ne Netzsuche machen konnte und man in der App auch Podcasts außerhalb von iTunes finden konnte, wurde die Listung bei iTunes so gut wie irrelevant. Nun ist es schon wieder anders. Spotify ist die Musik-App Nr. 1. Inzwischen ist es auch die Podcast-App Nummer 1. Ob ein Podcast erfolgreich ist oder nicht, hängt daher auch stark davon ab, ob man ihn bei Spotify finden kann.

    Ein Podcast, der nicht bei Spotify ist, hat es schwer. Natürlich kann jeder Nutzer einfach ne kostenlose andere Podcast-App installieren, dort den Podcast suchen und sie automatisch mit dem gleichen Komfort über diese App nutzen. Aber extrem viele werden das nicht machen. Man hat sowieso ein Überangebot an Medien und nutzt dann einfach was anderes.


    Die Person, die sowieso schon Stammleser ist, die wird sich durch den Aufwand der weiteren App nicht abschrecken lassen. Aber neue Leute, die man erstmal erreichen muss, die sind durch solche Dinge zu sehr abgeschreckt.

    Ich gehe schon davon aus, dass die Magazine in die App heruntergeladen würden. Wenn sich also an deinem Handy oder Computer nichts großartig ändert, sollten sich die lange/"ewig" lokal lesen lassen – notfalls in einer VM.

    Einerseits haben viele solcher Dienste, wie von He-Man1982 beschrieben, das Problem, dass da oft ne serverseitige Verifikation stattfindet. Wäre das der Fall, kann man als Nutzer wenig machen.


    Aber auch so ist das maximal unattraktiv. Menschen ändern aber was an ihrem Smartphone oder ihrem Computer. Und so gut wie niemand wird ne VM nutzen, um alte Software zu nutzen. Und darüber hinaus, kann selbst das nur von den Menschen genutzt werden, die das schon vor dem Abschalten gekauft haben. Im Nachhinein schaut man in die Röhrer.


    Der Grund, warum ich heute noch jede Ausgabe der ASM lesen kann, ohne sie mir vor 30 Jahren gekauft zu haben ist, weil die User diese als PDF ins Netz gestellt haben.

    Auch kann ich das deutsche Retro-Magazin heute noch als PDF bekommen. Ich kann es sogar immer noch als PDF kaufen und dem Verlag daher noch Geld dafür zukommen lassen und das obwohl das Heft schon längst eingestellt wurde. Einen Online-Shop zu betreiben, mit PDF-Download ist weitaus weniger Wartungsaufwand als eine App, mit Zeitschriften. Das muss aktualisiert und gewartet werden. Das würde sehr schnell abgeschaltet werden, wenn das Heft nicht mehr neue Ausgaben bringt. Es gibt ja auch Zeitschriften, die nutzen solche Services und gehen dann davon weg, weil es sogar im laufenden Betrieb nicht rentabel ist.


    Langlebig ist nur die Verwendung von drm-freien allgemeinen Dateien, die nicht an spezifische Shops oder Abos, nicht an DRM-Mechaniken oder sonstige serverseitige Verifikation... gekoppelt sind. Nur das wird auf Dauer erhalten, weil es nicht davon abhängig ist, dass irgendeine Infrastruktur erhalten bleibt.

    Bei einer guten App (ich spreche nicht von 3rd-Party-Diensten) wäre die Nutzbarkeit nicht eingeschränkt, sondern erweitert. (Ausgaben-übergreifende) Volltextsuche, hunderte von Lesezeichen, C&P von kleineren Textstellen (inkl. angehängtem Quellen-Nachweis) usw. wären z.B. bei einem Printmagazin eher schwierig. Und ab und zu ein kleiner Video-Review wäre auch nicht zu verachten.

    Ja das stimmt. Dem würde ich nicht widersprechen. In dem Punkt wäre ich nicht gegen diese App.


    Videospiele als Kulturgut zu betrachten, ernst zu nehmen und erforschen, bekommt jetzt erst Relevanz. Daher kommen Museen oder auch Archive und Stiftungen. Wie zum Beispiel die Video Game History Foundation. Kulturhistoriker, Youtuber wie der Gaming Historian, der nicht nur Videospieler und YouTuber, sondern auch studierter Historiker ist oder auch die Video Game History Foundation, werden alle betonen, wie wichtig es ist nicht nur die Spiele und die Hardware zu archivieren. Gerade Zeitschriften sind ein immenser Kulturschatz. Und damit solche Forshcung bestmöglich machbar ist, ist es wichtig, dass die Sachen auch einfach vorlegen. Das heißt, dass man die originalen Print-Ausgaben in Archiven bekommen kann und aber auch PDF-Varianten um schnell digital daran zu kommen. Die Indexierung, Nutzen von Metaanalyse-Tools, Verwendung mit Zitierprogrammen... all das ist auf sowas ausgelegt und nicht auf proprietäre Apps.

    Das geringste Risiko ist immer noch, einfach bei Print zu bleiben und auf die paar PDF/ePub-only-Leser zu verzichten.

    Ja, das stimmt wohl. Ich finds aber auch schade, dass ein Heft, welches sich auf die Erhaltung und der Beschäftigung mit Vergangenem fokussiert, selbst keine Möglichkeit der Erhaltung hat und daher selbst irgendwann vergliegen wird. Dem kann man nur langfristig entgegen wirken, wenn man einfach ne PDF bekommen kann.


    Aber natürlich, muss die Wirtschaftlichkeit dennoch gegeben sein. Von daher bin ich großer Freund davon die PDF mit Verzögerung zu veröffentlichen, also dann wenn die Erlösung aus dem Print sowieso nicht mehr wirklich vorhanden sind. Dann halt zu einem Kompromisspreis, weil man so lange gewartet hat. Sehr fein wäre beispielsweise nach 5 Jahren die PDF kostenlos anzubieten. Aber wenn man selbst mit den alten Heften noch Geld verdient, dann wäre es auch denkbar, Archiv-Pakete zu einem fairen Preis zu verkaufen.


    So gibt es digitale Ausgaben und die Return wird niemals verschwinden und dennoch bedroht man sein Print-Geschäft nicht und man hat den Aufwand nicht, ne aufwändige digitale Struktur aufzusetzen.

  • Von der Archivierungs-Sichtweise her hast du mit deinen Argumenten vollkommen recht. :thumbup:


    Aber darum ging es ja ursprünglich nicht. Es ging den meisten Print-only-Kritikern darum, dass sie die Return lieber auf dem Bildschirm LESEN wollen, sie einfach kein Papier haben wollen. Da ist es erst einmal egal, ob man mit DRM-freiem PDF arbeitet (eher suboptimal auf kleinen Bildschirmen, dafür einfach handlebar) oder auf andere Art und Weise (die die Umsätze schützt) elektronisch wird. Der Ansatz, nicht das Print-Layout 1:1 für den Bildschirm umzusetzen, macht meines Erachtens gerade auf kleineren Geräten/Displays (Handy, Tablet, Subnobook) Sinn – dient aber vor allem dem Konsum/Lesen und nützt wenig für die Archivierung. Ich denke, das sind letztendlich 2 Paar Schuhe, die auch nicht unbedingt die gleiche Lösung haben müssen. Was die Archivierung "über den Tod hinaus" angeht, kann Sign-Set auch die Layout-Dokumente oder PDFs bei einem Notar hinterlegen, der sie dann nach 10 oder 20 Jahren freigibt.

  • Mir geht leider auch langsam der Platz aus. Die Neuauflage der Retro Gamer hab ich mir jetzt als reine PDF Ausgabe abonniert. Die paar Ausgaben die ich bisher hatte habe ich entsorgt, weil es bei Heise einen USB Stick mit der Gesamtausgabe der RG gab.

    Die Return muss ich dann wohl als Papierabo behalten, auch wenn ich eigentlich keinen Platz habe.

  • Zu dem "Mir geht der Platz auch aus " Argument:
    Wir sind dran an der Sache. Ich betone nochmal: Wir werden keine PDF herausgeben. Auch der Stick von Heise kursiert schon im Netz.

    Aber das Thema RETURN in Digital ist bei uns ein Dauerthema, auch WIR wollen das. Nur hat Retrofan das schon treffend ausgedrückt: Eine 210x297mm Seite (DIN A4) KANN man nicht auf einem 65 x 150mm (Handy) Display lesen. Wir haben das ausprobiert. Optimal wäre, wenn wir alle A4-Tablets hätten (das wären 36cm / 14 Zoll).

    Um das ordentlich lesen zu können müssten wir das eigentlich in ein Liquid Layout umlayouten . sorry, aber dafür ist die Nachfrage zu gering.


    Wir sind an dem Thema wieder mal dran, auch wenn ich mir sicher bin, dass ich das nur für eine Handvoll Leute mache.