Posts by Retrofan

    Die Zeichen sind aber wenn ich mir die ansehe 6 bit gross

    Das ist ein Proportional-Font mit unterschiedlich breiten Zeichen (wie bei GEOS). Im Schnitt kommt man damit auf ca. 60 Zeichen/Zeile. Schmalere Zeichensätze mit festen Breiten habe ich auch, müsste ich aber wahrscheinlich erst in einen Chargen reinpacken und generieren.

    Ich habe ca. 1983/84 meinen C64 bekommen, davor hatte ich ein Atari VCS als Spielkonsole (und CB-Funk). Wer ein Atari hatte, lud ab und zu Freunde zum gemeinsamen Spielen vor dem Wohnzimmer-TV ein. Das ging aber immer nur nachmittags nach der Schule, weil abends der Fernseher durch die Eltern blockiert wurde, die Sportschau, Derrick, Schwarzwaldklinik, Hitparade, Tatort oder Tagesschau sehen wollten. ;)


    Den C64 hatten dann schon mehrere in der Schule (so ca. 10 auf knapp 1.000 Schüler) und man kannte sich über den Schulhof. Wir trafen uns abends im Jugendzimmer eines Beteiligten und kopierten Disketten, die wir leer für teuer Geld kauften. Irgendwer hatte immer frische Ware an Games und wir trafen uns gefühlt jede Woche und tauschten, was neu war. Dazu gab es Bier, Zigaretten und manchmal laute Musik. Statt Fernübertragung hatte ich später auch ein Postfach, an das Disketten geschickt werden konnten. Neben der Kopiererei haben wir auch noch gemeinsam gezockt, wenn es nicht zu spät war – wir mussten ja morgens wieder zur Schule. Das war unsere kleine Computer-Welt.


    Meine erste Messe, auf der ich mir Computer angeguckt habe, war Mitte der 80er die Hannover Messe. Aus der Sonderschau CeBIT entstand dann 1986 die separate Messe gleichen Namens – auf der ich fast jedes Jahr (bis zu ihrem unrühmlichen Ende) war, zweimal sogar als Aussteller. Dazu kamen Drupa (DTP), Hobbytronic, Funkausstellung Berlin und (als ich vom C64 auf Atari ST umgestiegen bin) diverse Atari-Messen. Das coole bei den Atari-Messen und auch dem Atari-Messestand auf der CeBIT war, dass dort sehr viele (deutsche) Entwickler vor Ort waren, mit denen man direkt Software-Probleme besprechen konnte. Auf der CeBIT fand ich besonders interessant die Stände von Commodore, Atari, Apple, Microsoft und SGI. Aber auch den ganzen anderen Kram (bis auf die Banken-Hallen) habe ich mir interessiert angeguckt.


    Als drittes Standbein der Informationsbeschaffung (neben privaten Treffen und Messen) waren die ganzen Computer-Zeitschriften, von denen ich bis zu 10 pro Monat verschlungen habe – leider ging da ein guter Anteil meines Taschengelds hinein. Allerdings kann ich mich noch immer an das eine oder andere von damals erinnern, was mir bei aktuellen Recherchen durchaus nützt.


    Was mir noch einfällt: Als weitere Kontaktmöglichkeit zu Gleichgesinnten nutzten wir auch die Computerabteilungen der großen Warenhäuser. Bei Quelle, Horten und Karstadt waren immer Computer ausgestellt, die man benutzen konnte, um etwas von Fremden zu kopieren oder anderweitig Unfug zu treiben (unanständige Lauftexte etc.). Wir wurden dann immer nach einiger Zeit vom (weitgehend IT-unkundigen) Personal vertrieben und gingen dann ins nächste Kaufhaus. ;)


    Ja, so war das damals ... :alt: (Opa erzählt vom Krieg)

    Aber wenn du eh 80 Zeichen Cartridge hast sollte man da extra Hardware anbauen für Blitting / Bitmasking udgl. ?

    Ne, es geht nicht um ein 80-Zeichen-Cart, sondern um eine Software-Lösung im Bitmap-Mode. 64 Zeichen pro Zeile (5 Pixel je Char horizontal) oder ähnlich platzsparende Proportionalschrift lässt sich noch recht gut auf einem CRT lesen:



    Nur ist es halt eine Herausforderung, ohne "Tricks" sowas sauber und schnell zu scrollen. Die REU könnte dafür evtl. eine Lösung sein.

    So habe heute meine Scroll Engine mal umgedreht und getestet ob man da auch einen XEVIOUS Arcade shooter bauen könnte...

    Noch ist die REU-Bitmap-Scrollroutine eine interessante Lösung, die nach einem Problem sucht. Spiele, wie Xevious, wird man wohl auch in Zukunft im Char-Mode bauen, weil Bitmaps dort keinen allzu großen Vorteil bringen. Das lässt sich alles ganz gut aus Chars kacheln. Und ob man sich wirklich auf Dauer Hochkant-Mädels-Bilder angucken will, die über den Bildschirm scrollen, weiß ich auch nicht.


    Vielleicht findet man das passende Problem eher im Anwendungsbereich. Wir hatten hier schon öfters mal diskutiert, ob man nicht bestimmte Anwendungen im Bitmap-Mode laufen lassen könnte, um C64-typische Schwächen (z.B. nur 40 Zeichen/Zeile) zu umgehen. Das wäre z.B. bei Textviewern/-browsern und -Editoren (mit 60 oder 80 Zeichen/Zeile oder sogar Proportionalschrift) der Fall. Und da wurde u.a. gerne gemutmaßt, dass der C64 Bitmaps nicht schnell genug scrollen könnte, um eine zufrieden stellende User-Experience beim Lesen mehrseitiger Texte zu erzeugen. Ich bin zwar noch nicht hundertprozentig davon überzeugt, dass Zusatzhardware dafür zwingend nötig ist, aber egal – das hier wäre ja evtl. eine Teil-Lösung (neben einem schnellen Text-Renderer) für das Problem. Wenn eine REU dank DMA die Lösung des Bitmap-Scrolling-Problems bei Anwendungen wäre, fände ich das einen ganz schönen Effekt (an den bisher hier niemand gedacht hat).

    Da stellt sich mir die Frage, warum überhaupt noch "alte" Emulations-Techniken verwenden? [...] Und das alles "nur", um auch ältere Rechner zu untersützen.

    Ich finde es löblich, auch ältere Hardware zu unterstützen. Ich fand es schade, dass das VICE-Team bei den aktuellen Versionen die "normale" Variante durch die rechenaufwändigere SC-Variante ersetzt (und erstere gecancelt) hat. (ein weiterer Grund für mich, auf ältere Versionen zu setzen). Für mich als reiner Spiele-Nutzer bringt die SC-Version keinerlei Vorteile, nur der Notebook-Lüfter dreht früher hoch. Aus akademischer Sicht macht die möglichst genaue Emulation sicherlich den Entwicklern mehr Spaß – ich als User beziehe aber durchaus mit ein, wie "gut" ein Emu auf meiner Hardware läuft. Von daher bin ich immer dafür, wenn ich Möglichkeiten in der Emulation vorfinde, die Performance zu steigern bzw. die CPU-Last zu reduzieren.

    Sehr schön.

    Also ich hab mal nachgedacht ob man Hires Bitmaps scrollen kann.

    Kann man natürlich. In Monster Buster schiebt ALeX z.B. den ganzen Bitmap-Monster-Bereich nach unten (dank Softscrolling-Register in Halb-Char-Schritten). Es kommt halt auf die Geschwindigkeit an, die man benötigt.


    Übrigens meinst du wahrscheinlich Bitmap allgemein, denn du verwendest hier ja nicht den Hires- (320x200px), sondern den Multicolor-Mode. (Von der Datenmenge her ist das egal aber der Begriff stimmt halt nicht ganz.)


    verwende den Blitter darin um den Scroll aufzubauen. Am Anfang ist selbst das nicht ohne Raster flickern gegangen

    Gute Idee. Ab und zu sehe ich in VICE allerdings noch ein kleines Flickern.


    Verwendete Tools: P1 Bitmap konverter

    Was man noch besser machen könnte beim Konvertieren: Beachten, dass die C64-Pixel nicht quadratisch sind, damit die Bilder nicht so in die Länge gestreckt aussehen. Dafür einfach die zu konvertierenden Bilder vorher vertikal etwas stauchen.

    Hallo Retrofan, ich habe so ein Programm für den C64 fertig. Ich brauche nur noch jemanden zum Testen. Ich halte es aber für sinnvoller das Programm

    für den PC zu schreiben. Dann kann man statt des Filzstiftes mit der Maus dem Lichtpunkt folgen.

    Nur wegen der Maus müsstest du nicht zum PC wechseln – die gibt es auch für den C64. Ich weiß aber nicht, inwiefern sich der Spaß ändert, wenn man dem Punkt mit dem Mauspfeil folgt, statt mit dem Filzer. Ich kann die Frage ja mal in die Runde werfen ...

    Erstmal Respekt für Deinen Font und die verschiedenen Logos für Sidekick, sehen klasse aus! Ohne Sidekick hätte ich den Font wahrscheinlich nie oder lange nicht in der Praxis angeschaut und die Vorzüge des Fonts wären mit gar nicht klar geworden!

    Vielen Dank. Und es freut mich, dass dich mein Systemfont-Ersatz über die längere Nutzung überzeugen konnte.


    Bei Sidekick mit Netzwerk haben wir grob gesagt drei CPUs: Die MOS-CPU des Commodore-Rechners, die CPU des Raspberry Pis (die prinzipiell alle Netzwerk-Tasks, die man sich vorstellen kann, erledigen kann - HTTPS-Ver-/Entschlüsselung - Aufbereiten von HTML/CSS - etc. etc.) und als "dritte CPU" die diffuse Menge an CPU-Power "in der Cloud", also irgendwo auf einem Server-Rechner im eigenen LAN oder auf einem Server-Rechner im Internet.

    Richtig. Das ist halt auch eine Sache, die mir beim Internet-Zugang (egal, wie realisiert) so gut gefällt: Ab HTTP kann quasi "jeder" mitmachen, ohne dass man Assembler oder Verilog können müsste. Es gibt vorhandene Server, an deren Kommunikation der C64 teilnehmen könnte, z.B. Skat- oder Schach-Server, auf denen sich tausende User zum gemeinsamen Spielen treffen. Da wäre ein C64-Client durchaus denkbar. Oder aber man greift auf andere Datenquellen, wie die CSDB (als eine Art App-Store) zu oder man entwickelt neue C64-spezifische Verbindungen, die für Brotkasten-User Sinn machen (Chat wird hier immer gerne genannt).


    Es gibt ein Mindest-Set an Features, das meiner Meinung nach auf dem Raspi laufen müsste. HTTPS-Encryption und Decryption auf dem Raspi ist aus meiner Sicht ein Muss. Dieses Feature müsste irgendwann in der Zukunft in den Sidekick-Kernel eingebaut werden, wenn man ernsthaften Spaß mit Netzwerk an Sidekick haben will.

    Es wäre natürlich toll, wenn Sidekick das irgendwann mal könnte. Aber ich verstehe auch, wenn das nicht gerade oben auf der Prioritäten-Liste steht. Es ist halt so, dass ein Projekt, wie Sidekick, wo man "beliebige" Hardware mit Software emuliert, die Fantasie anregt und viele Ideen und Wünsche sprießen lässt – die manchmal vielleicht auch übers Ziel hinaus schießen.


    Sidekick64 ist genau wie Pi1541 und BMC64 ein Raspberry-Pi-BareMetal-Projekt. Es läuft kein Linux. Es gibt keine Linux-Paket-Verwaltung, wo man mal schnell per apt einen Webserver, einen Druckserver, einen FTP-Server etc. installiert.

    Das hatte ich bisher nicht so verinnerlicht. Das macht die Sache natürlich nicht gerade einfacher. Hut ab vor den Sachen, die jetzt schon realisiert wurden.

    Die Emulation dieses alten LAN-Bausteins auf anderen Netzwerkkarten scheint mir etwas nutzlos (oder?), nachdem heute alles verschlüsselt ist/sein sollte und der C64 das nicht schafft.

    aber MUSS ein 64er, mit seinem vergleichsweise WINZIGEN, pixeligen Anzeigemöglichkeiten wirklich UNBEDINGT ins Internet? Welche Seiten soll er denn da noch anzeigen?

    Zum einen ist das Internet ja nicht nur das WWW. Ich könnte mir eine Art "App Store" für den C64 vorstellen, auf den er direkt zugreifen könnte oder aber auch eine C64-only-Kommunikations-Software.


    Aber ich persönlich würde auch nicht gleich das Web ausschließen wollen. In diesem Webrowser-Thread haben wir lang und breit die Machbarkeit diskutiert und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass der C64 rudimentär einen Gutteil des Webs anzeigen könnte (und zwar besser als mit Contiki) – wenn man ihm mit einem Web-Proxy unter die Arme greift. Was den Proxy angeht, stelle ich mir den als allgemein erreichbaren Server im Netz vor – aber notfalls (und sicherer) geht halt auch ein "privater" im eigenen Zuhause. Der Proxy würde nicht nur die (modernen CSS/HTML-5) Seiten so weit von Ballast bereinigen, dass der dabei herauskommende, mehr oder weniger reine Text, auf einem C64 darstellbar wäre (was durchaus denkbar ist), sondern natürlich auch die Ent- und Verschlüsselung der HTTPS-Kommunikation übernehmen.


    Wenn man also ohnehin über einen Raspi die (W)LAN-Schnittstelle für den C64 realisiert, könnte man den natürlich auch noch mehr machen lassen als "nur" einen TCP/IP-Stack zur Verfügung zu stellen.


    Ich fände den Spaß zwar etwas geringer, wenn das "Web-Helferlein" direkt am C64 steckt als wenn es ein allgemein erreichbarer "Daten-Reduktions- und Entschlüsselungs-Server" wäre – aber man nimmt, was man kriegen kann. ;)

    Wenn aber die 3-plus-1-Software fehlt, ist es eigentlich kein plus/4 mehr. Dann sind wir wieder bei der ursprünglichen Idee des Rechners, bei der Commodore ihn mit ROM nach Wahl verkaufen wollte.

    Ich kenne leider weder die originale 3+1-Software noch Script Plus. Ich habe aber öfters gelesen, dass die 3+1-Software wohl eher suboptimal war. Ist Script Plus ein vollwertiger Ersatz oder nur eine Textverarbeitung?


    Doch heute muss die Umsetzung natürlich noch ein Stück weit besser umgesetzt werden, damit es am Ende opisch nahe an den lokalisierten 128er Tastaturen erscheint.

    Was mich jetzt ein wenig irritiert, ist, dass deine Belegung im Detail weder der von den Commodore-Stickern entspricht, noch der von Script Plus oder dem C128. Als Beispiel sei hier die Minus-Taste genannt. Macht es wirklich Sinn, eine 4. Belegung etablieren zu wollen?

    Meine Idee war, sofern man kein Kingsoft Kernal ausfindig macht, das man den CBM Zeichensatz mit Hand entsprechend ändert. Da ich nun gar keine Ahnung davon habe kam ich auf die Idee mit dir Retrofan da du prädestiniert bist was Fonts angeht.

    Grundsätzlich gibt es ja 3 Möglichkeiten, wie man Umlaute etc. integrieren kann. Entweder das jeweilige Programm bringt die Zeichen selbst mit (egal, ob als ROM oder auf Disk, entweder als kompletten Zeichensatz oder, wie bei der 3+1-Software, als reine Ergänzung) oder aber man tauscht nur das CharROM aus und legt die neuen Zeichen einfach auf die Positionen im Zeichensatz, wo man sie auf dem Keyboard vorfinden möchte (also das Eszett z.B. auf das Plus-Zeichen, das Plus muss dafür auf ein anderes Zeichen ausweichen, etc). Das Prinzip funktioniert aber nur, wenn man nur wenige Zeichen tauschen will, wie beim Adventure-Generator "Ozmoo", denn dann funktionieren selbst einfachste Rechnungen nicht mehr, weil z.B. das "optische Plus" ja kein "logisches Plus" mehr wäre. Die 3. Möglichkeit ist die, dass man neben einem neuen Zeichensatz (der aber "vernünftig" sortiert ist) auch den Kernal anpasst, damit die gewünschten Zeichen erscheinen. Das Prinzip findet man z.B. im C128.


    Da Lösung 2 (Tastatur-Positions-abhängige Belegung) nicht praktikabel ist, wenn man z.B. in BASIC etwas machen will, blieben noch die beiden anderen Lösungen: Entweder verlässt man sich auf die eingedeutschte Software (gibt es außer Script Plus noch etwas für den Plus/4?) und deren mitgebrachte Belegung oder aber man integriert einen (umschaltbaren) DIN-Zeichensatz, wie beim C128, muss dann aber natürlich Anpassungen am Kernal vornehmen, damit z.B. beim Drücken der +/ß-Taste im DIN-Mode das Eszett erscheint (obwohl es im Charset woanders liegt als das Plus).


    Nur die 3. Lösung ist geeignet, out-of-the-box z.B. in eigenen Basic-Programmen die DIN-Belegung nutzen zu können. Da diese Lösung aber natürlich eine Insel-Lösung auf einzelnen Rechnern wäre, würden solche Programme auf Rechnern ohne DIN-Zeichensatz nicht gut aussehen. Ich würde sagen, am meisten Sinn macht es heutzutage, dass die Software bei Bedarf einen deutschen Zeichensatz mitbringt und man allenfalls über einheitliche Tastatur-Aufkleber den Belegungs-Standard vorgibt.


    Egal, welche Lösung man favorisiert, die DIN-Tastaturaufkleber machen für deutschsprachige Software Sinn, weil man sonst immer nach den Umlauten etc. suchen muss.


    PXLfont-rf23-de.png PXLfont88665B-RF2.3-C128-DIN.png


    (links positionsabhängige Umlaut-Belegung in Ozmoo, rechts die C128-DIN-Belegung, beide mit PXL-Font)

    Am besten ist also ein Druck auf Klarsichtfolie mit der Originalbedruckung in schwarz und der Zweitbelegung in Grau. Das schwarze Zeichen kann - und muss - dann bei der Beklebung als Zentrierhilfe genutzt werden: Also ist das Z von dem Label und von der Taste absolut deckungsgleich, sitzt auch der Aufkleber perfekt.

    Ist es von der Anwendung her nicht etwas einfacher, wenn man die schwarze Original-Bedruckung weglässt und sie einfach durchscheinen lässt? Sonst artet das evtl. bei einigen Usern in wilde Aufkleb/Abzieh-Orgien aus. Wenn man ohne "doppelte" Originalbeschriftung beim Aufkleben ganz leicht daneben liegt, ist das kein Beinbruch. Als Anhaltspunkt zum Ausrichten hätte man ja immer noch die Tastenform.

    Ich habe übrigens noch nie einen C-16 mit den deutschen Zeichensatz gesehen, wenn dann immer nur Plus/4.

    Einen sprachspezifischen Zeichensatz (im ROM und auf den Caps) benötigt man ja eigentlich nur, wenn man entsprechende Anwendungs-Software verwendet, also z.B. eine deutsche Textverarbeitung. Zum einen wird im (unaufgerüsteten) C16 dafür der Speicher recht schnell knapp, zum anderen wurde er ja (im Gegensatz zum Plus/4) nicht gerade damit beworben, für "ernsthafte" Anwendungen gedacht zu sein. Von daher mag Kingsoft modifizierte C16-Roms mit deutschem Zeichensatz angeboten haben – aber der Absatz wird extrem gering gewesen sein. Wahrscheinlich gleicht es einem Sechser im Lotto, wenn man einen umgerüsteten C16 finden würde.

    Ich muss mal Retrofan fragen ob er Lust hat den C16 und/oder den Plus4 Kernal zu patchen

    Was soll denn genau passieren?


    Im Basic selbst stand nur der reguläre Zeichensatz zur Verfügung. Das heißt der Zeichensatz muss irgendwo in dem Function ROM drin sein.

    Wenn das die von dir angehängten Roms sind, dann liegst du richtig. In einem liegen die großen Umlaute, im anderen die kleinen, das Paragraphen-Zeichen und das ß.


    Allerdings weichen die Tastaturaufkleber zwischen Commodore und Kingsoft ab. Da hat sich einer richtig Gedanken gemacht :S . Wobei es bei Kingsoft auch wieder zwei Versionen geben muss, für den C16 und für den Plus4. Aber warum unterscheiden sich diese beiden Zeichensätze nun wieder. Die Tasten sind doch grundsätzlich identisch oder irre ich da.

    Die Keyboards von C16 und Plus/4 sind unterschiedlich. Der C16 verwendet ja eine C64-Tastatur – aber mit abweichender Belegung. Man wollte ihm 4 Cursortasten spendieren, unten rechts war aber nur Platz für deren zwei. Also hat man sie in die obere Reihe rechts (zwischen Null und DEL) gepackt, dorthin, wo bei C64, C128 und Plus/4 z.B. das Plus-Zeichen liegt. Das ist eigentlich die Stelle, wo man DIN-gemäß (und auch beim deutschen C128) das ß hinpackt. Wenn da aber ungewöhnlicherweise eine Cursor-Taste liegt, ist das keine gute Wahl für ein ß. Daher wohl die Abweichung bei den Belegungen.

    Kurze Frage, welche Sprühfarbe nehmt ihr so für die Tastatur und das Gehäuse

    Ich bin skeptisch, ob man mit klassischer Sprühfarbe aus der Dose zu guten Ergebnissen kommt. Da hilft dann auch kein Klarlack. Das Wichtigste ist eine passende Grundierung für den jeweiligen Kunststoff-Untergrund – die man nicht so einfach bekommt. Dann ist es wichtig, den Lack (am Besten Mehr-Komponenten-Lack, der härtet besser aus) möglichst dünn aufzutragen, lieber in mehreren Schichten als zu dick. Das Ganze kann man recht schnell versauen. Daher habe ich meine Keykaps von einem Profi mit Profi-Material lackieren lassen.