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Entwickler hinter Pi1541 unterstützen

  • Hallo,


    ich persönlich bin ja erst ein knappes Jahr im Retroland unterwegs und Pi1541 war für mich dann gleich unter den ersten beiden Hardware-Erweiterungen für den C64, die mich begeistert haben. Leute, die länger dabei sind, haben die Werdensgeschichte vieler anderer Retro-(Hardware)-Projekte miterlebt, das war vor meiner Zeit, die Sachen lerne ich erst nach und nach kennen.


    Der Entwickler von Pi1541 (Stephen White aka Steve White aka gorack) hat nach seinen Angaben drei Jahre Freizeit in das Projekt gesteckt, was ich sofort glaube. Er hat viel geleistet, ohne selbst die Hardware zu verkaufen, die man für die Nutzung seiner Software benötigt. Im Forum lemon64.com berichtet er regelmäßig davon, dass er unzufrieden ist mit der Situation, dass es einige ebay-Verkäufer gibt, die Pi1541 zu einem unangemessen hohen Preis verkaufen und dabei keinen Anteil ihrer Einnahmen an den Entwickler spenden. Stattdessen entstünde der Eindruck, dass die ebay-Käufer der Hardware bei Konfigurations-Problemen von Pi1541 vom Verkäufer gern direkt an Stephen White weitergeleitet werden.


    Heute hat er auf Lemon64 wieder berichtet, dass die Situation demotivierend für ihn ist, weil er auf der einen Seite das Projekt nicht betreibt, um damit Geld zu verdienen, auf der anderen Seite den Eindruck hat, dass andere damit weltweit recht gute Umsätze machen. Gleichzeitig erwarten die Fans von Pi1541, dass neue Features released werden und ihre Probleme behoben werden - ein typisches Open-Source-Projekt, welches anstrengend werden kann, wenn man kein Team um sich hat, das den Druck abfedern kann (was ja meist der Fall ist). Und trotzdem ist es doch super, dass es eben open source ist! Dass jeder sich eine Pi1541 genau so selbst aufbauen kann, wie er es gerne möchte. Und es erweitern kann.


    Stephen White nimmt Spenden an über Paypal oder Patreon. Ich wollte alle, die P1541-Fans sind, darauf hinweisen, dass der gute Mann vor einem Open-Source-Burnout bewahrt werden sollte! Eine Spende wäre vielleicht ein Weg, das zu tun. Man kann natürlich aber auch anders Respekt und Anerkennung zum Ausdruck bringen.


    Wir nutzen hier alle Pi1541, aber sind doch weiter entfernt vom Entwickler dahinter, als es manchmal sinnvoll wäre. Obwohl er in Australien sitzt, ist eine E-Mail schnell bei ihm angekommen.


    Patreon: https://www.patreon.com/user/overview?u=11191060


    Projekt-Website (Dort ist Paypal-Spende möglich): https://cbm-pi1541.firebaseapp.com/


    Sourcecode auf Github: https://github.com/pi1541/Pi1541


    Viele Grüße

    emulaThor

  • Ich hatte den Eindruck, der Enthusiast hinter der letzten Sammelbestellung hat die Bausätze und gelöteten Platinen zum absoluten Selbstkostenpreis weitergegeben, und war am Ende selbst genervt von einigen seiner Besteller. Ich will damit nur darauf hinaus, wie schnell da bei einer so beliebten Hardware ein Ungleichgewicht und Unzufriedenheit entstehen kann, ohne dass man direkt Erfinder der Software ist.


    Ich will nur die Enduser ansprechen: Wenn man Spaß mit seiner Pi1541 hat, egal, wer sie gebaut hat, und noch nicht gespendet hat -> jetzt wäre die Situation "günstig"! :thumbsup:

  • Stattdessen entstünde der Eindruck, dass die ebay-Käufer der Hardware bei Konfigurations-Problemen von Pi1541 vom Verkäufer gern direkt an Stephen White weitergeleitet werden.

    Wieso nur "entstünde der Eindruck"? Was kann denn der Hardware-Verkäufer (der letztlich nur eine Schnittstellen-Karte verkauft) zu Konfigurationsproblemen der Software sagen? Richtig, gar nichts. Da ist es nicht nur verständlich, sondern absolut korrekt, wenn der Hardware-Verkäufer bei Fragen zur Konfiguration an den Software-Entwickler verweist. Vielleicht könnte man dann als Software-Entwickler dies als "Wink mit dem Zaunpfahl" sehen und die Software anwenderfreundlicher gestalten...


    Gruß

    Thomas

  • Das ist was ich mich schon öfters gefragt habe, wieso lässt man sich seine Idee nicht schützen ?


    Ich habe nicht viel Ahnung davon. In der Regel macht man es ja wirklich nur aus Spass am Hobby.


    Schade ist es immer, wenn andere versuchen sich eine goldene Nase daran verdienen.


    Es soll auch von meiner Seite nicht daran scheitern etwas zu spenden, so wie ich es mit einigen anderen Projekten auch getan habe.


    Ob es demjenigen hilft seinen Stress abzubauen, weiß ich allerdings nicht.


    Evtl. Kann der Entwickler dann ja auch den Spendern eine Verbesserung per Mail zu kommen lassen, bzw. Auf seiner Homepage ein Spendenbutton einbauen wo man dann eine neue SW bekommt.

    Konfuzius sagt…Hüte dich vor Männern, deren Bauch beim Lachen nicht wackelt.

    Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.


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  • Des wegen sage ich ja, kein Ahnung.

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  • Das ist was ich mich schon öfters gefragt habe, wieso lässt man sich seine Idee nicht schützen ?


    Ich habe nicht viel Ahnung davon. In der Regel macht man es ja wirklich nur aus Spass am Hobby.

    Ich denke, kein Projekt fängt bei Null an, man nutzt immer das Wissen oder Software-Bibliotheken oder Hardware-Komponenten, die jemand anders vorher schon veröffentlicht hat. Wenn man sich dann eh im Open-Source-Bereich befindet und auf andere Open-Source-Projekte zurückgreift und Probleme diskutiert mit anderen Leuten aus anderen Projekten, kann und will man kein Closed-Source-Projekt mehr daraus machen, weil das schon mindestens ethisch zweifelhaft wäre. Das ist ja auch in keiner Weise bedauerlich.


    Wenn man ein Projekt veröffentlicht, weiß man ja auch noch nicht, ob es ein Renner wird. Man hofft vielleicht, dass es ein Renner wird, aber das entscheiden dann die User. Oft arbeiten ja auch mehrere Leute parallel an der selben Idee, ohne voneinander zu wissen. Und einer wird zufällig als erster fertig.


    Und irgendwann skaliert es auch nicht mehr: Der Entwickler kann meinetwegen pro Woche 10 Stunden Freizeit investieren, und die gehen dann schon drauf für das Coden von Sourcecode und meinetwegen das Dokumentieren für die User. Da bleibt keine Zeit für Marketing etc. Man ist halt ein Open-Source-Entwickler und keine Ein-Mann-Firma.


    Und letztendlich macht ein "schlitzohriger" ebay-Verkäufer ja auch keine Millionen von € mit dem Verkauf von Platinen. Es geht ja nur um das Gefühl des einzelnen Entwicklers, dass es eine undefinierte und unlimitierte Masse von Leuten gibt, die Geld verdienen mit dem Hardwareverkauf für das Projekt, ohne dass es wohlwollende Verbindung zur Basis gibt. Einfach ein Gefühl der Unausgewogenheit.

    Ein bei ebay real bezahlter Maximalpreis für Pi1541 zeigt ja die Wertschätzung eines Käufers für das Produkt. Und wenn da jemand 50€ ausgibt, das Material aber nur 10 € kostet, und kein Cent von den 40€ beim Projektgründer ankommt, kann man ja verstehen, dass es an diesem nagt.


    Er hat halt neue Features gecodet (die zu 95% fertig sind) und fragt sich nun, was er davon hat, wenn er sie heute einfach veröffentlicht. Das ist momentan sein einziges Druckmittel, um die User daran zu erinneren, wo das Projekt herkommt.

  • Dann wäre doch wie oben schon geschrieben ein Spendebutton auf seiner HP kein schechte Idee.


    Aber da das dann ein Nebenverdienst wäre, sind dann bestimmt auch wieder Steuern zu zahlen ?

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  • Dann wäre doch wie oben schon geschrieben ein Spendebutton auf seiner HP kein schechte Idee.

    Ja, er hat da auch einen Spendenbutton, habe ich im ersten Posting verlinkt. Und diese Patreon-Geschichte kann ja auch so laufen, dass die Patreon-Supporter einen exklusiven Mehrwert bekommmen könnten, wobei ich das bei einem Ein-Mann-Projekt etwas unrealistisch finde.

  • Ein bei ebay real bezahlter Maximalpreis für Pi1541 zeigt ja die Wertschätzung eines Käufers für das Produkt. Und wenn da jemand 50€ ausgibt, das Material aber nur 10 € kostet, und kein Cent von den 40€ beim Projektgründer ankommt, kann man ja verstehen, dass es an diesem nagt.

    Man kann sich aber als Entwickler auch darüber freuen, dass auf diese Weise viel mehr User in den Genuss kommen, das Projekt nutzen zu können. Nämlich nicht nur die, die das von grundauf selber bauen können. Außerdem muss man sich nicht selber die Arbeit mit dem Bestellen, Zusammenlöten und Vekaufen. Wenn das andere komplett übernehmen.

    Und für die Software gibt es so eine viel breitere Nutzerbasis, was ja auch wieder eine Befriedigung sein kann.


    So kann man das auch sehen.

  • Man kann sich aber als Entwickler auch darüber freuen, dass auf diese Weise viel mehr User in den Genuss kommen, das Projekt nutzen zu können. Nämlich nicht nur die, die das von grundauf selber bauen können. Außerdem muss man sich nicht selber die Arbeit mit dem Bestellen, Zusammenlöten und Vekaufen. Wenn das andere komplett übernehmen.

    Und für die Software gibt es so eine viel breitere Nutzerbasis, was ja auch wieder eine Befriedigung sein kann.


    So kann man das auch sehen.

    Ja, das stimmt. Aber Stephen White schreibt regelmäßig bei lemon64, dass es ihn persönlich belastet und demotiviert. Und da ich das für schlüssig halte, wollte ich hier im Forum64 darauf hinweisen, weil man ihn vielleicht schon mit Kleinigkeiten wie Postkarten oder so daran erinnern kann, dass seine User Freude an seiner Arbeit haben. Ich will das nicht kritisieren, dass er seinen Unmut artikuiert. Wenn er allein mit dem Projekt auf den Schultern da sitzt, muss er auch mal rauslassen, wie er sich damit fühlt.


    (Und da es keinen direkten "Info-Draht" gibt zwischen dem 120 Seiten-Thread auf lemon64.com und dem forum64, wollte ich da mal drauf hinweisen, dass da ständig darüber diskutiert wird, welche neuen Features bald in Pi1541 eingebaut werden könnten.)

  • Und letztendlich macht ein "schlitzohriger" ebay-Verkäufer ja auch keine Millionen von € mit dem Verkauf von Platinen. Es geht ja nur um das Gefühl des einzelnen Entwicklers, dass es eine undefinierte und unlimitierte Masse von Leuten gibt, die Geld verdienen mit dem Hardwareverkauf für das Projekt, ohne dass es wohlwollende Verbindung zur Basis gibt. Einfach ein Gefühl der Unausgewogenheit.

    So sehr ich Stevens Frust verstehe:


    Diese Verkäufer bedienen einen Markt, der ohne sie gar nicht da wäre. Insofern nehmen sie niemandem was weg. Damit ich richtig verstanden werde: Ich heiße nicht gut, dass sich andere mit seinem geistigen Eigentum "eine schnelle Mark" verdienen. Aber es sind auch einige seriöse darunter, die nicht 50 Euro verlangen. Und viele Leute können sich nicht mal die einfach Pi-Hardware selbst zusammennageln, ist so ... die wollen das einfach benutzen.

    Und letztendlich macht ein "schlitzohriger" ebay-Verkäufer ja auch keine Millionen von € mit dem Verkauf von Platinen. Es geht ja nur um das Gefühl des einzelnen Entwicklers, dass es eine undefinierte und unlimitierte Masse von Leuten gibt, die Geld verdienen mit dem Hardwareverkauf für das Projekt, ohne dass es wohlwollende Verbindung zur Basis gibt. Einfach ein Gefühl der Unausgewogenheit.

    Das Zauberwort heißt "Co-Finanzierung", siehe "OPSI". Die Entwicklung bestimmter Features kostet x Euro, solange diese nicht hereingespielt sind kostet diese Entwicklung etwas, wenn man sie nutzen will. Ist die Entwicklung ausfinanziert, wird dieses Modul vollständig frei. Damit können die Power-User und jede die es sich leisten können und/oder unbedingt gleich alles haben müssen gleich loslegen, gegen einen Obulus, und die anderen warten halt so lange, bis das genügend andere getan haben. Und der Entwickler sieht auch irgendwas dafür - eine Win-Win-Win-Situation.

  • Ich verfolge das Projekt ja nun schon von Anfang an und muß ganz ehrlich sagen, daß ich Steves regelmäßige Klagen über ausbleibende Spenden und eBay-Verkäufer von Mal zu Mal weniger verstehen kann.


    Es war doch zu Beginn seine bewußte Entscheidung, das Projekt als freie Software zu veröffentlichen. Unter einer Lizenz, die solche kommerzielle Nutzung durch Dritte ausdrücklich gestattet. Eine Entscheidung, für die ich großen Respekt habe, weil das Projekt nur auf diese Weise für die "breite Masse" verfügbar wird. Er ist ja nicht der erste, der unserer Community auf diese Weise ein wertvolles Projekt beschert. (Easyflash, SD2IEC, Tapecart, usw. usf.)


    Versteht mich nicht falsch, ich finde das Projekt toll. Steve hat super Arbeit geleistet. Er hat von mir jeden Menge Feedback, Anerkennung und einen deutlich dreistelligen Betrag bekommen. Und mit meiner Platine hoffe ich, in seinem Sinne zu einer möglichst weiten Verbreitung des Projektes beizutragen. Einige wenige Verkäufer haben mich gefragt, ob es okay ist, wenn sie aufgebaute Platinen verkaufen, und ich habe denen dann immer gesagt: ja -- aber gebt Steve einen Teil ab.


    Aber irgendwie muß man sich schon entscheiden und dann mal dazu stehen.

  • Aber irgendwie muß man sich schon entscheiden und dann mal dazu stehen.

    Das sehe ich auch so. Man hätte das Projekt auch anders aufziehen können, wenn man wollte.


    Ich kann mit dieser "ist alles frei und kostenlos - aber jetzt spendet mal gefälligst"-Mentalität nichts anfangen.


    Entweder man will bewusst kein Geld oder man will eines, soll aber dann auch dazu stehen.

  • Ich bin im Prinzip mit dem SDrive-MAX in einer ähnlichen Situation, und manchmal ärgert mich es schon, wenn ich sehe, wie in der Bucht damit Geld verdient wird, aber ich habe mich bewusst für open source entschieden, zumal das Ursprungsprojekt das ja auch war. Ich bettle aber nicht, wer mir etwas spenden will, kann das gerne tun. Ich erfreue mich an dem großen Interesse, und mach nur dann weiter, wenn ich Lust drauf habe, so fühl ich mich auch nicht unter Druck gesetzt, was bei einer gewissen Finanzspritze durchaus passieren könnte.


    Ein weiteres Projekt namens Engine-MAX, womit ich mich inzwischen auch schon seit ca. 1,5 Jahren beschäftige, hab ich deshalb aber bislang noch nicht veröffentlicht, da ich evtl. doch noch vor habe, damit etwas Geld zu verdienen. Und ich hab auch keine Lust, mich mit der Autoindustrie anzulegen, die dann eventuelle Patentverletzungen einklagen könnten, usw. Zudem ist das Publikum in diesem Bereich sicher auch nicht einfach.

    Aber eigentlich hab ich neben meinem normalen Job gar keine Zeit für Produktion, Vertrieb und Marketing, da bräuchte ich idealerweise einen Partner.


    Klaus

  • Ich bin im Prinzip mit dem SDrive-MAX in einer ähnlichen Situation, und manchmal ärgert mich es schon, wenn ich sehe, wie in der Bucht damit Geld verdient wird, aber ich habe mich bewusst für open source entschieden, zumal das Ursprungsprojekt das ja auch war.

    Das finde ich auch gut. Ich habe großen Respekt vor der Leistung eines jeden dieser Projekte! Alle Achtung! :thumbup:


    Aber ich sehe auch, wofür sich die jeweiligen Entwickler entschieden haben.


    Wer damit Geld verdienen will, hat mein volles Verständnis. Wenn ich das Projekt für mich nutzen möchte, zahle ich den gewünschten Betrag oder ich lasse es. Ist dann meine Entscheidung.


    Und wer bewusst auf finanzielle Einnahmen verzichtet und das Projekt als Opensoutce zur Verfügung stellt, der hat genauso mein Verständnis und Achtung für die Arbeit.


    Wofür ich nur wenig Verständnis habe ist, wenn Letztere dann "rummaulen", weil sie "kein Geld dafür" bekommen. Nein, bekommen sie auch nicht, weil sie eben keines wollten. Das war DEREN Entscheidung und nicht meine.


    Bislang habe ich es so gemacht: Wenn ich ein Opensourceprojekt für mich nutze, dann spende ich einen Betrag an eine Hilfsorganisation meiner Wahl. Zuletzt waren es zum Beispiel die SOS-Kinderdörfer. So zeige ich auch meinen Respekt vor der Leistung und helfe damit auch Leuten, die wirklich auf Hilfe angewiesen sind. Ich denke, so hat jeder was davon.