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CeBIT 2018

  • Die nächste CeBIT soll ja im Sommer (2018) und nicht mehr im Winter/Frühjahr stattfinden und total hipp und cool werden (so die Veranstalter). So wie bisher geht es wohl nicht weiter (beinahe hätte die Telekom abgesagt und Microsoft war auch nur mit Mini-Ständen vertreten), Consumer und vor allem Gamer waren ja nicht mehr gern gesehen. Aber den Schlipsträgern wird es anscheinend unter sich zu langweilig und so soll das Konzept zum widerholten Mal erneuert werden, diesmal etwas mehr weg von B2B und Mittelstandslösungen.


    Es stellt sich die Frage, ob man den CeBIT-Machern zu diesem Zeitpunkt der Sinnkrise nicht ein wenig ins Konzept grätschen sollte und frech nachfragt, ob sie "wem auch immer" eine kleine Retrocomputing-Halle zur Verfügung stellen wollen – so wie die GamesCom es tut. Man könnte das als Chilling-Zone ausbauen mit verschiedenen Themenparks: Gaming in den 80ern, IT-Arbeit in den 70ern, 8-Bit heute (aktuelle Hard- und Software), Design-Stile der Jahrzehnte und der Einfluss auf die Computer-Hardware, Multimedia-Anfänge der 90er ... Und natürlich alles zum Anfassen, Bequatschen und Herumspielen.


    Ich weiß nicht, ob sich hier eine Gruppe oder ein Verein angesprochen fühlt, das federführend in die Hand zu nehmen. Falls da etwas entstehen sollte, wäre ich durchaus bereit, mitzuhelfen.

  • So, die CeBIT läuft diese Woche und ich war gestern da. Es war ein wenig enttäuschend, wie klein sie geworden ist. Deutlich weniger Hallen als früher – und die dann auch noch sehr großzügig genutzt. Ein bisschen Smart Home, ein bisschen China-Elektro-Zubehör, ein wenig VR und Drohnen, ein wenig Elektro-Mobilität und natürlich Internet Business und Cloud. Zum ersten mal habe ich einen Stand von Facebook gesehen – die scheint es wirklich zu geben, als reale Firma. ;) Es gab Zeiten, da bin ich 2 Tage hingefahren, weil man gar nicht alles an einem Tag schaffen konnte, jetzt reicht quasi 1/2 Tag, den Rest des Tages kann man Drohnen beim Fliegen zusehen oder in der VR heraumtaumeln. Früher war besser .... ;)


    Meines Erachtens ist der Neustart nicht geglückt, wundert mich aber auch nicht – bei Eintrittspreisen von 100 € pro Tag.

  • Früher war besser .... ;)


    Meines Erachtens ist der Neustart nicht geglückt, wundert mich aber auch nicht – bei Eintrittspreisen von 100 € pro Tag.

    Es würde mich nicht wundern wenn das neue Konzept bei den jüngeren besser ankommt und die einer CeBit der 80-90er nicht abgewinnen könnten.

  • Facebook gesehen – die scheint es wirklich zu geben, als reale Firma.

    Ist so ein bisschen wie Bielefeld... :D

    Früher war besser ....

    da war auch mehr Lametta ;)


    bei Eintrittspreisen von 100 € pro Tag.

    :schreck!: Whot? Das Riesenrad ist dann aber Gratis, oder? Da kauf ich mir lieber was schönes für :dafuer:


    Gruß, Gerd

  • Die Cebit ist auf dem absteigenden Ast.
    Wie man mit dem neuen Konzept eine Trendwende erreichen will, ist mir ein Rätsel.


    Einerseits will die Messe jetzt verstärkt auf Startup- und Event-Charakter setzen.
    Ein Riesenrad wurde aufgebaut. Musik-Acts treten auf. Consumer und "Nerds" sollen verstärkt angesprochen werden.
    Alles schön und gut - und sicherlich auch nicht verkehrt, um neue Zielgruppen anzusprechen.


    Auf der anderen Seite steht dann aber ein Eintrittspreis von 100 (!) Euro pro Tag für die geschrumpfte Messe.
    Wer bitte soll als Consumer soviel Geld dafür ausgeben? Völliger Wahnsinn.


    Die großen Zeiten wie Anfang der 90er werden so garantiert nicht mehr wiederkommen.
    Ich kann mich noch erinnern, als in Hannover der Walker-Staubsauger vorgestellt worden ist.
    Dr. Peter Kittel war umzingelt von neugierigen Amiga-Fans. Das waren lustige Zeiten. Lang ist es her :whistling:

  • Tja, die Cebit soll ja auch nicht für Consumer sein - sondern reinstes Busyness .... oder so aehnlich.
    Deswegen auch der Eintrittspreis - und diejenigen, die kommen sollen, kriegen 'anders' ihre Karten - oder vergünstigte Angebote direkt von der Messe AG ...


    Meine letzte Cebit war auch 2016 - und alle davor .....
    Die China-Buden fand ich immer sehr interessant - da konnte man teils doch echte neuigkeiten sehen - aber der rest war immer mehr *****

  • Allein deshalb wäre es für mich schon einen Besuch wert:


    https://www.heise.de/newsticke…oterhund-vor-4078397.html


    Ich verfolge die Entwicklung von Boston Dynamics schon seit langer Zeit. Einfach nur der Hammer, was die (sprichwörtlich) auf die Beine stellen.

  • Tja, die Cebit soll ja auch nicht für Consumer sein - sondern reinstes Busyness .... oder so aehnlich.


    Das soll(t)e die Cebit bis letztes Jahr.
    Das neue Konzept sieht nun aber ein "digitales Volksfest" vor. Kein reines Business mehr.


    Rummelplatz


    Demnach haben sich viele B2B-Firmen sogar schon von der CeBit verabschiedet und gehen lieber auf die Hannover Messe (Industrie).

  • Einerseits will die Messe jetzt verstärkt auf Startup- und Event-Charakter setzen.
    Ein Riesenrad wurde aufgebaut. Musik-Acts treten auf. Consumer und "Nerds" sollen verstärkt angesprochen werden.
    Alles schön und gut - und sicherlich auch nicht verkehrt, um neue Zielgruppen anzusprechen.


    Auf der anderen Seite steht dann aber ein Eintrittspreis von 100 (!) Euro pro Tag für die geschrumpfte Messe.
    Wer bitte soll als Consumer soviel Geld dafür ausgeben? Völliger Wahnsinn.

    Das ist halt das Problem. Das Konzept will wieder die jungen Leute anlocken, die früher von der Messe vertrieben wurden (da wollte man nur noch "Entscheider"). Aber der Eintrittspreis arbeitet genau in die andere Richtung. Und meines Erachtens hat man das auch gesehen. Noch nie war so viel Platz auf der CeBIT – und so wenige Besucher an den Ständen. Selbst der übliche Stau zu Abfahrtszeiten fehlte (fast).


    Ich war dort ohnehin eher als B, denn als C. Ich war vor Öffnung der Hallen zum leckeren Frühstück im fußläufig gelegenen Hotel eingeladen, bekam Parkplatz und Eintritt (theoretisch für alle Tage) geschenkt – von daher hat mich der Spaß nichts gekostet. Sonst hätte ich mich geärgert über das neue Konzept – so war ich halt nur ein wenig enttäuscht. Die Bespaßung auf dem Außengelände hat vielleicht sogar mit dafür gesorgt, dass es in den Hallen eher ruhig war. Ich denke nicht, dass es eine gute Idee ist, die Besucher von den Ständen fernzuhalten – für die Aussteller ist der Spaß ja noch viel teurer und die lesen an den gemachten Kontakten (eher noch Abschlüssen) ab, ob sich der Aufwand lohnt. Aber auch auf dem Außengelände merkte man, dass es für viel größere Menschenmassen ausgelegt war, als letztendlich da waren. Vielleicht ging da ja abends noch richtig die Post ab – aber ich verlasse nun mal so eine Veranstaltung um 17 Uhr, um einigermaßen zeitig zuhause zu sein (bis auf die Jahre, in denen ich selbst Aussteller war – da hat man es natürlich abends krachen lassen).


    Ich will jetzt aber auch nicht zu viel auf dem Konzept herumhacken – IT-Messen haben nun mal das Problem, das viele der gezeigten Sachen auch im Internet zu sehen sind. Wahrscheinlich braucht man solche Messen irgendwann gar nicht mehr, da sie sich dank der Innovationen, die dort gezeigt wurden (Internet, AR/VR ...), selbst abgeschafft haben. Computer, so wie früher, gibt es ohnehin kaum noch auf der CeBIT zu sehen, Smartphones auch nicht mehr – in den Bereichen passiert ja nichts spannendes mehr. Jedes Jahr sind die ein bisschen schneller (die einen dabei etwas kleiner, die anderen größer) – und das war's im großen und ganzen. Statt IBM und Microsoft hat jetzt Salesforce eine ganze Halle für sich. Und dort, wie bei Google und Facebook, gibt es eigentlich nichts Reales zu sehen – sind ja alles nur Dienste in der digitalen Welt.


    Dass ich mal Microsoft vermissen würde, hätte ich auch nicht gedacht. Aber so war es – das war einer der letzten alten, klassischen Stände, an denen man an Geräten (zuletzt Surfaces) herumspielen und gleich Rückmeldung ans Standpersonal geben konnte. Selbst bei SAP konnte man über komplexe GUIs in Business-Anwendungen diskutieren, als die vor vielen Jahren ihre Anwendungs-übergreifende Enjoy-Oberfläche einführten. Heutzutage muss das Standpersonal vieler Firmen einem erst einmal 1/4 Stunde erklären, was das ist, was sie einem eigentlich verkaufen wollen. Das "Verschwinden der Dinge" geht mit mächtigen Schritten voran.


    Ich war von der ersten CeBIT an auf fast jeder der Veranstaltungen (anfangs rein privat) und eigentlich war es in den ersten Jahren am Besten – als Commodore, Atari, Apple, Sinclair und Microsoft, später auch die ganzen (schon wieder vom Markt verschwundenen) PC-Hersteller (Compaq, Tulip, TA, Escom, Schneider, IBM, Sony ...) und auch SGI (mit den tollen 3D-Animationen) vor Ort waren und ihre Neuigkeiten zeigten. Da fühlte man sich am Puls der Zeit, denn die Zeitschriften berichteten über das gezeigt zum Teil erst erst Wochen nach der Messe. Dann gingen Atari und Commodore ein, Apple verabschiedete sich von allen Messen (da ihre Läden zunehmend die Aufgabe übernahmen), die PC-Hersteller starben wie die Fliegen und wurden durch China-NoNames ersetzt. Ein kurzes Wiedererwachen kam durch die Smartphones (und Tablets) – auf einmal waren wieder Geräte-Hersteller mit Neuigkeiten präsent (wobei die neuesten Geräte schon in Barcelona oder auf der CES oder der Funkausstellung gezeigt wurden): Samsung, Nokia, Microsoft, Sony, HTC und andere konnten nochmal für ein paar Jahre das Ruder (für Consumer-Besucher) herumreißen. Aber der Hype ist jetzt auch verflogen. AR/VR-Headsets, Smartwatches, Fitnesstracker und Drohnen sind dafür irgendwie kein adäquater Ersatz.


    Die gefühlten Besucherzahlen in diesem Jahr geben meiner Einschätzung sicherlich Recht. Selbst bei günstigeren Eintrittspreisen könnten Riesenrad und Foodtrucks die fehlenden "Dinge" nicht wirklich ausgleichen. Ich bin aber mal gespannt, ob nach der Messe die tatsächlichen Zahlen veröffentlicht werden – und wie man sich das notfalls schönredet. Vielleicht liege ich ja auch falsch. Vielleicht können nachkommende Generationen an den Ständen von Instagram/Facebook/Xing-Nachfolgern genau so viel Spaß haben, wie ich damals bei Atari, Commodore und Apple.

  • Die Eintrittspreise sind eine Sache. Aber die allgemein geschrumpfte Computer Landschaft mit wesentlich weniger Herstellern als noch vor 20 Jahren als man seinen Urlaub auch dort verbringen konnte.


    Das spiegelt die CeBit wieder, weniger Hersteller und weniger Stände. Es ist einfach langweilig geworden.