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Erinnerungen Steinzeit-Selbstbau-PC?

  • Da war IBM einfach offener.

    Ich glaube nicht, dass IBM freiwillig "offener" war. Die fühlten sich doch von Microsoft kräftig über den Tisch gezogen, als sie merkten, dass sie MS DOS nicht exklusiv gekauft hatten und das fröhlich an diverse Clone-Hersteller lizenziert wurde. IBM war genauso wenig daran interessiert, sich den Markt mit anderen zu teilen, wie Apple oder Commodore. Sie wurden halt nur von Gates gelinkt und mussten mit dem Umstand leben. An eine Einladung von IBM, doch bitte ihre PCs nachzubauen, kann ich mich nicht erinnern.

  • Ich glaube nicht, dass IBM freiwillig "offener" war. Die fühlten sich doch von Microsoft kräftig über den Tisch gezogen, als sie merkten, dass sie MS DOS nicht exklusiv gekauft hatten und das fröhlich an diverse Clone-Hersteller lizenziert wurde. IBM war genauso wenig daran interessiert, sich den Markt mit anderen zu teilen, wie Apple oder Commodore. Sie wurden halt nur von Gates gelinkt und mussten mit dem Umstand leben. An eine Einladung von IBM, doch bitte ihre PCs nachzubauen, kann ich mich nicht erinnern.


    Ob es freiwillig geschah, wage ich zwar auch zu bezweifeln, aber die verwendeten Komponenten ( Standardhardware aus dem Regal ) + Dokumentation luden geradezu zum clonen ein. Evtl. waren die "arroganten" IBM-Herrscher selbst überrascht vom großen Erfolg ihrer kleinen PC-Serie und haben dadurch zu viel unüberlegt offen gehalten. Im Grunde war das Kind schon mit der Veröffentlichung 1981 in den Brunnen gefallen. Das spätere Zurückrudern mit der PS/2 Serie kam zu spät. Da gab es schon "mächtige" Clonehersteller, wie z.B. Compaq, die nicht nur schnellere IBM-Kompatible günstiger bauen konnten, sondern inzwischen auch eigene Standards im Verbund mit anderen Herstellern setzen konnten. IBM war da schon Getriebener seiner selbst.
    Ich glaube IBM schießt sich für diesen Fehler noch heute ins Knie ;) wegen der entgangenen Tantiemen...

  • Ich glaube nicht, dass IBM freiwillig "offener" war.

    Zumindest soll es im Vertrag zwischen IBM und Microsoft die Klausel gegeben haben, dass Bill Gates das Betriebssystem auch anderen Herstellern anbieten kann.
    Das hat IBM dann wissen müssen, als sie das Geschäft abgeschlossen haben. Wie leicht man die Hardware nachbauen kann, wird IBM wohl auch gewusst haben.
    Und wenn nicht: Dann selber Schuld :D


    Welt

  • Alles was proprietär ist, findet meistens keine besonders starke Verbreitung.

    Die Aussage würde ich erst einmal in Frage stellen. Windows und MS Office sind weit verbreitet – und proprietärer geht ja wohl nicht. Auch die ganzen Adobe-Programme, wie Photoshop oder Indesign sind proprietär und "trotzdem" Marktführer im prof. Sektor. Die ganzen erfolgreichen DAWs sind auch nicht "offen", wie auch die großen CAD- oder 3D-Softwares. Auch alle erfolgreichen Internet-Dienste sind proprietär, wie z.B. die Google-Suche, YouTube, Facebook, Google Adwords, Google Analytics, Google Office-Apps, Tinder, WhatsApp, Instagram, Google-Maps, Tumbler, Dropbox, GMail usw. Die Hersteller geben weder den Quellcode raus, noch lassen Sie sich anderweitig in die Karten schauen. Man kann es nutzen oder bleiben lassen – das ist alles an Freiheit, die man bekommt.


    Natürlich gibt es auch erfolgreiche OS-Anwendungen und Dienste (GIMP, VICE, VLC, Wordpress, OSCommerce, Chromium, Firefox ...) – aber man kann daraus nicht unbedingt die pauschale Aussage formen, dass proprietäre Lösungen nur eingeschränkte Verbreitung erfahren oder nur von kurzer Lebensdauer sind.


    Und wenn nicht: Dann selber Schuld

    Natürlich, sie waren ja erwachsen und sollten Verträge lesen können. Trotzdem lief die ganze Sache nicht so, wie IBM es sich gewünscht hätte. Die ursprüngliche Aussage, auf die ich mich bezog ("IBM war offener"), legte nahe, dass das eine von IBM gewollte Entscheidung war, weil sie vielleicht meinten, dass das der Plattform zum Erfolg verhelfen könnte. So war das aber nicht – IBM hatte damals Null Interesse daran, dass jemand ihre PCs nachbaut und jemand anderes diese Firmen auch noch gegen Geld mit einem Betriebssystem versorgte.

  • Auch die c't zeigte sich - zumindest in den gerade überflogenen ersten 6 Ausgaben - ziemlich unbeeindruckt vom XT/AT/PC. Zwar gingen die Beiträge im Vergleich zu heute ziemlich in die Tiefe, aber meist nur für 6502- und Z80-basierte Systeme. Selbst der hauseigene Selbstbaurechner c't x86 wurde mit CP/M betrieben:


    Das war in den ersten sechs Ausgaben PC-relevant:

    ct 83/12 kurze Osborne-Info


    ct 84/1 ctx86, Selbstbau x86 mit CP/M


    ct 84/2 IBM PCjr, 1 Seite Report
    Werbung: ALPHA sys IBM Kompatibel 7800,- DM


    ct 84/3 Komponieren mit dem IBM PC; Listing in GW Basic


    ct 84/3 aktuell: Speicherkarte
    Werbung: 8086-Erweiterungseinheit für 8-Bit-Rechner (2390,- / 4480,- DM 512/1024 KB)
    Softwarepreise: MS-DOS 2.0 364,80 DM; CP/M86 980,40 DM)
    Werbung: Anbieter von Mehrplatzsystemen bieten "auch" für DOS an
    Werbung: IBM Kompatibler 8000,-


    ct 84/5 aktuell: IBM senkt Preise
    Werbung: wie oben



    Grüße

  • Also mein erster PC war dann tatsächlich ein IBM Portable PC Typ 5155 (ich zitiere mich mal selbst aus einem anderen Forum)


    "Das war mein erster IBM PC ... das Bundle kostete damals in IBM eigenen PC Läden (in Berlin z.B. in der Rankestraße) knapp 10.000 DM... als Mitarbeiter hatte man 50% Rabatt bekommen, das war immer noch teuer... der dazu passende Epson FX80 Drucker wurde damals offiziell für um die 1.200 DM verkauft... den habe ich für 564,30 DM bekommen... das waren Zeiten, mein Gott.


    Dieser PC läuft noch heute... und dazu habe ich mir damals einen sündhaft teueren Grundig BGC36 Monitor gegönnt der war dann Bestandteil eines Bundles. Der funktioniert ebenfalls noch. Allerdings sollte ich bei beiden Geräten mal anfangen die Elkos zu ersetzen, bevor etwas kaputt geht. Den PC 5155 habe ich später mit einer 20MB MFM Festplatte erweitert... die fiel vor einiger Zeit aus... aber ich habe zum Glück im Internet eine Ersatzplatte gefunden, die heute darin läuft.


    Habe gerade mal in die alten Rechnungen geschaut... ich hatte damals an einer befristeten Verkaufsaktion teilgenommen und dadurch nochmal etwas gespart. Ein später gekaufter Druckeradapter kostete ohne Märchensteuer 333,00 DM kaum vorstellbar.


    Nachtrag: gerade gefunden - Tandon Festplatte TM262 20MB + WD Controller 1002A-WX1 mit Kabel und Einbauschienen bei einem Händler Namens ABAC Datentechnik schlug mit 950 DM zu Buche..."


    PS: auch wenn das obige Zitat von 2016 ist, kann ich trotzdem sagen das der Rechner samt Rest auch heute noch funktioniert... ach ja... das steht oben nicht... mit einem NEC V20 Prozessor, Intel 8087 Co-Prozessor sowie dem letztgültigen IBM Bios sowie 640 KB RAM.

    Lieben Gruß Torsten


    Meine Spielzeuge
    BFZ MFA, Apple //e, ZX80Core, AX81, ZX81, ZX81NU, Spectrum+, Harlequin, Amstrad NC100, Cambridge Z88, C64, C128D, Amiga 500, Amiga 1200, Atari Portfolio, HP200LX, HP48SX, HP48GX, Accura 101, IBM PC 5155, PS/2 (Model 40SX), TP755c, T20, T41, T61, PS/2E, TI-59,

  • Ihr seid alle recht früh in die PC-Technik eingestiegen.


    In unserer Familie fing das alles erst 1988 an.


    Der 8080 und der 80186 ist an unsere Familie total vorbei gegangen.



    - Vor 1983 gab es in unserer Familie keinen Computer.


    - Mein Vater kaufte sich 1983 einen Oric-1. Wegen seiner unergonomischen Tastatur ein wenig später den Oric Atmos. Somit erhielten Computer Einzug in unsere Familie


    - 1988 löste mein Vater den Oric von einem Schneider EuroPC 80286 ab.


    - Der Oric Atmos wanderte dann in mein Kinderzimmer, der Oric-1 bedauerlicherweise auf den Elektroschrott.


    - Da der Oric Atmos nichts konnte und es keine coolen Spiele und Software dafür gab. ( Mit den Augen eines 13 jährigen ) finanzierte ich 1989 meinen ersten eigenen Computer von meinem Konfirmatiosngeld. Das war dann der C64.


    - Mein Vater kaufte sich 1994 dann einen Penrium 90


    - Der Schneider war für mich uninteressant. Ich bekam ein 486DX2-66, welchen mein Vater damals billigst selbst für mich zusammengebaut hatte. Mit CGA-Grafikkarte.


    - Ab diesem Punkt verwertete ich nicht mehr die abgelegten PCs meines Vaters, sondern finanzierte meine PC-Komponente durch mein Ausbildungsgeld weitgehend selber. Die Rechner wurden von mir Zeit zu Zeit lediglich aufgerüstet.



    Ich war nie aktuell mit dem Stand der Technik sondern hinkte immer so 3 bis 4 Jahre hinterher. Das ist heute immer noch so. Ich bekam auch sehr viel Hardware aus dem Freundes und Kollegenkreis


    Bis zum heutigen Zeitpunkt hatte ich mir nie einen Komplettrechner gekauft, sondern immer selber zusammen gebaut. Hin und wieder gab dann innerhalb der Famile auch einen Komponentenkreislauf so das von einer Neuanschaffung mehrere etwas davon hatten.



    In meiner Ausbildung so ca. um 1995 bekam ich von meinem damaligen Arbeitskollegen einen Amiga500 geschenkt. Ab diesem Punkt hat sich meine Leidenschaft für Commodore wieder entfacht.

  • Ich hab mir eben ein Prospekt von IBM Stand Juni 1983 durchgeblättert. Dabei sind mir paar Sachen aufgefallen:


    - Als Betriebssystem-Option beim Kauf werden Dos 1.1, Dos 2.0 und CP/M 86 angeboten.


    - Als Programmiersprachen werden Basic, Cobol, Pascal, UCSD-Pascal, Fortran und Macro Assembler angeboten. C fehlt. Man kann beim Kauf zwischen Basic 1.1 und 2.0 wählen. Gibt es einen Grund die ältere Version zu ordern?


    - Das Spiel Decathlon bekommt in dem Prospekt (als einziges Spiel) genauso eine Seite gewidmet, wie etwa den Hardware Komponenten. Es wird sogar erklärt, dass es nur US Zeichensatz unterstützt (128 Zeichen). Wozu könnte man bei dem Spiel Umlaute brauchen? Highscore eingeben?


    - Viele Angaben sind sehr detailiert. So sind z.B. Teilenummern der Komponenten, wie etwa der Laufwerke, gelistet. Auch viele technische Details wie etwa die Bitraten der Laufwerke sind aufgeführt.


    - Auch Teile wie Bildschirm und Tastatur bekommen eine Seite zur Erklärung.

  • Mein Vater kaufte sich 1983 einen Oric-1

    Dein Vater war Lehrer ? :bgdev


    - Als Programmiersprachen werden Basic, Cobol, Pascal, UCSD-Pascal, Fortran und Macro Assembler angeboten. C fehlt. Man kann beim Kauf zwischen Basic 1.1 und 2.0 wählen. Gibt es einen Grund die ältere Version zu ordern?

    Welche Computer gab es denn 1983, für die C-Compiler angeboten wurden?
    Also jetzt ernsthaft nutzbare, meine ich.

  • Dein Vater war Lehrer ? :bgdev


    Nein?! Wieso?


    Er war halt damals der Meinung "Das muss genügen" Der Oric war damals billiger als der C64. Das es kaum, bis keine Software dafür gab hat er erst auch später erst mitbekommen.

  • Welche Computer gab es denn 1983, für die C-Compiler angeboten wurden?Also jetzt ernsthaft nutzbare, meine ich.

    Lattice C erschien 1982 für MS-DOS.


    Lattice C


    Vorher gab es schon BDS-C unter CP/M.
    Sowie ein paar Compiler, die Teilmengen von C beherrschten.
    Der C-Compiler von Digital Research kam aber erst 1984 heraus und war wohl extern eingekauft.


    Richtig los ging es mit "C" bei PCs erst ab Mitte/Ende der 80er Jahre.
    Auch das Amiga-Betriebssystem ist auf C-Programmierung ausgelegt.


    1983 war das Angebot wirklich noch recht dünn, das stimmt.

  • Ich hab mir eben ein Prospekt von IBM Stand Juni 1983 durchgeblättert. Dabei sind mir paar Sachen aufgefallen:


    Man kann beim Kauf zwischen Basic 1.1 und 2.0 wählen. Gibt es einen Grund die ältere Version zu ordern?

    Vielleicht war die Version mit dem Basic 1.1 für die Kunden billiger?
    Denkbar wäre, dass IBM noch zu viel davon auf Lager hatte (v1.1) und es auf diesem Weg loswerden wollte.


    Es ist ja nicht nur der Basic-Interpreter selber. Da waren ja auch noch dicke Handbücher dabei.
    Hätte man sonst abschreiben und wegwerfen müssen.

  • Lattice C erschien 1982 für MS-DOS.

    Ich habe auf dem PC mit Lattice-C und Aztec-C gearbeitet. Das war aber erst ab 1985. Oder war das mit dem Aztec-C schion unter CP/M? :gruebel
    Auf dem Sharp MZ-6500 hatte ich auch irgendeinen MS-DOS C-Compiler, aber ich weiss nicht mehr, wie der hieß.

  • Also von den Software Paketen hatte und habe ich (damals mitbestellt bzw. waren in meinem Bundle dabei) einige. Hier mal ein Bild davon. Zu sehen sind von links nach rechts:


    - DOS (Version müsste ich nachschauen, aber eine der ersten)
    - DOS 3.3
    - FORTRAN Compiler (Version müsste ich nachschauen)
    - Pascal Compiler 2.0
    - BASIC (Dokumentation)
    - Basic Compiler (Version müsste ich nachschauen)


    nächste Reihe
    - Handbuch zum Portable PC
    - Basic Compiler 2.0
    - Macro Assembler
    - Multiplan
    - Easy Writer
    - Asynchroner Communication Support


    Lieben Gruß Torsten


    Meine Spielzeuge
    BFZ MFA, Apple //e, ZX80Core, AX81, ZX81, ZX81NU, Spectrum+, Harlequin, Amstrad NC100, Cambridge Z88, C64, C128D, Amiga 500, Amiga 1200, Atari Portfolio, HP200LX, HP48SX, HP48GX, Accura 101, IBM PC 5155, PS/2 (Model 40SX), TP755c, T20, T41, T61, PS/2E, TI-59,

  • Ich habe auf dem PC mit Lattice-C und Aztec-C gearbeitet. Das war aber erst ab 1985. Oder war das mit dem Aztec-C schion unter CP/M? :gruebel

    Ja, Aztec C gab es auch für CP/M. Ob das aber schon 1983 erhältlich war, weiß ich nicht.


    Die erste Version von Lattice C kam laut dieser Uralt-Zeitschrift im Sommer 1982 für MS-DOS heraus:


    Info World


    Bis der Markt das aufgenommen hatte, wird es aber sicherlich eine Weile gedauert haben.