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Beste Methode um die Ursache von einem Kurzschluss zwischen 5V und GND auf dem gesamten Board zu finden

  • Gesetzt den Fall, es wäre kein Lötkrümel gewesen, sonder ein tatsächlich defektes Bauteil (Kondensator, IC...), wie hättest du den Fehlerbereich eingegrenzt?

    Wenn ich in einer Schaktschrankreihe aus 12 Feldern einen Kurzschluß suche, bleibt mir auch wenig übrig, als gezielt Baugruppen abzuklemmen/abzutrennen.

    Gut, mal kurz 1000V drauf, kann auch den Fehler optisch anzeigen. Nehmen aber andere Baugruppen oft eher sehr übel. ;(


    Ich frage tatsächlich aus Neugierde, nicht aus destruktiver Kritik.

  • Nur weil er 2 Cuts in die Platine gemacht hat?

    JA! Sowas kann man auf Prototypen-Platinen mal machen, die danach eh weggeworfen werden, aber doch nicht bei einem Sammelobjekt, das schon fast 40 Jahre auf dem Buckel hat! Wer den später mal gutgläubig käuflich erwirbt, der bekommt nen Schock, wenn er sowas dann drin sieht! Ist wie Spachtel anstelle Ausbeulen und verzinnen am Auto!


    Zudem wurden lt. eigener Aussage auch Lötaugen abgerissen, der abgetrennte Bereich mit Permanentmarker künstlerisch wertvoll "markiert" und letztlich hätte es das alles nicht gebraucht, wenn gleich ordentlich gelötet und eine optische Inspektion vorgenommen worden wäre.


    Klar ist das SEIN Gerät und solange er es nicht (s.o.) dann als "Originalzustand" weiter verkauft, ist es rein sein Problem, aber es tut einfach weh, sowas sehen zu müssen!


    Ist wie Schächten ("koscheres"/"halal" Schlachten) eines Tiers: kann man so machen, aber verletzt eben die Gefühle anderer Menschen!

  • Zudem wurden lt. eigener Aussage auch Lötaugen abgerissen, der abgetrennte Bereich mit Permanentmarker künstlerisch wertvoll "markiert" und letztlich hätte es das alles nicht gebraucht, wenn gleich ordentlich gelötet und eine optische Inspektion vorgenommen worden wäre.

    So eine Aussage kann nur von einem "Unfehlbaren" mit Röntgenblick kommen... :D

  • Nö das bin ich nicht. Ich hab auch in meinem Leben schon ein Pad gezogen. Neo Geo MV-1C. Bis mit Heißluft abgelötet um ein NeoBiosMasta zu installieren, die Pads (die nicht wieder bestückt werden) anschließend mit Litze sauber gemacht"der Optik wegen", alles saubergemacht "ach hier das Pad ist noch nicht glänzend" - nochmal drüber und zu wenig Hitze und ich zieh es mit der Litze halb ab.


    Aber ich hab auch einige von anderen gezogene Vias wieder eingenietet. Und warte grade auch nur auf Nachschub an Einsätzen, um wieder 6 gerippte zu fixen.

  • Ich frage tatsächlich aus Neugierde, nicht aus destruktiver Kritik.

    TDR oder Milliohmmeter! TDRs gibt es in unterschiedlichsten Meßbereichen, je kürzer die Strecke, desto teurer, da umso genauer die Zeitauflösung und Pulsdauer sein muss, andersrum ab ein paar km Leitungslänge wirds auch wieder aufwändig, da die Dämpfung und natürlich auch der Rauschabstand dann nach "Hightec" schreit. Günstige Geräte gibt es für die Bereiche zw. 50cm und 1km, z.b. von Fluke. Weiter oben habe ich auch die alten Tektronix-GEräte erwähnt, die bei Bundeswehr und Post früher sehr häufig im Einsatz waren und inzwischen auch recht günstig gehandelt werden, wenngleich man schon wissen sollte, wie man die testet, Defekte sind teuer und ärgerlich.


    Milliohmmeter:


    Je näher am Kurzschluss, desto niederohmiger, nur sind normale Multimeter unter 1 Ohm meist unbrauchbar, bei den Günstigen haben schon die Prüfspitzen mehr Toleranz, als man hier in Summe messen müsste, aber wenn das Teil auf 1/100 messen kann und man vergoldete Prüfspitzen nimmt, dann gehts auch damit.


    Das TDR ist natürlich optimaler, gerade in Anwendungen, wie den Deinen.


    Aber natürlich muss man bei Knoten jeweils vom entfernten, einzelnen Ende her messen, es sei denn, die Kabellängen sind so unterschiedlich, dass man aus einer Aussage "Kurzschluss in 20m" schon auf eine einzelne Abzweigung dahinter schliessen kann... Ansonsten eben negierte Vorgehensweise, sprich von welchem Ende her komme ich dem Kurzschluss am Nächsten, dann hat man die richtige Masche und dann Abstand ausmessen und dort suchen...

  • ...wie hättest du den Fehlerbereich eingegrenzt?

    Also ich finde defekte Bauteile immer so, dass ich die Spannung, welche wegen eines Kurzschlusses oder Überlastung einbricht, mit einem Labornetzteil versorge.

    Die Strombegrenzung drehe ich dazu vorerst runter. Die Spannung erreicht dann natürlich nicht den erwünschten Wert.

    Dann drehe ich den Strom langsam hoch und beobachte alle Bauteile mit einer Wärmebildkamera. So findet man das defekte Bauteil sehr schnell, da dort die gesamte Energie verbraten wird.

    Anstatt einer Wärmebildkamera kann man aber auch seinen Finger nehmen.

  • Anstatt einer Wärmebildkamera kann man aber auch seinen Finger nehmen.

    Oder aus ohmschen Gesetz und Leistungsformel P=UxI folgern, wo wohl die meiste Leistung abfällt und entsprechend entweder Strom oder hier Spannung (der Strom fliesst ja durch alle Teile) messen. => Milliohmmeter.


    Das TDR nutzt die Welleneigenschaften bei höheren Frequenzen aus und kommt somit mit deutlich weniger Energie aus, was manche Bauteile und Strukturen danken, aber letztlich läuft es auch dort darauf hinaus, eine Extremstelle zu suchen und einzukreisen.


    Die thermische Methode "Finger" nutze ich übrigens auch, speziell beim C64: PLA, SID, 7406, MOSlinge, in dieser Reihenfolge, dann hat man 99% der Fehler schon abgedeckt ;-)

    In der Hinsicht ist der C64 sehr verlässlich: man weiß eigentlich fast immer, was kaputt geht ;-/

  • Um das ganze hier mal klar zustellen. Diese Platine wird einfach auf Grund der Tatsache, dass sich der Lötstopplack stark ablöst und schon jemand vor mir daran gearbeitet hat, niemals ein richtiges Sammlerstück mehr werden. Natürlich ist es mir (wie jetzt mittlerweile auch schon öfters in diesem Thread erwähnt) klar das es auch besserer Wege gibt um solch ein Problem zu identifizieren... Jedoch nachdem ich umgelogene 3 Stunden davor saß und wirklich alles (mir bis dahin bewusste) ausgeschlossen hatte wie z.B. heiß werdende Chips, ist mir nur noch das auf die schnelle eingefallen. Zudem ist es mir mehr oder weniger egal ob da nun ein oder zwei kleine Schnitte auf der Rückseite sind. Was für mich wirklich wichtig ist die Tatsache dass das Board jetzt und somit jetzt auch seit nem halben Jahr wieder perfekt läuft.

  • Um das ganze hier mal klar zustellen. Diese Platine wird einfach auf Grund der Tatsache, dass sich der Lötstopplack stark ablöst und schon jemand vor mir daran gearbeitet hat, niemals ein richtiges Sammlerstück mehr werden.

    Lass dich nicht ärgern. Wir sind hier in einem Hobby-Forum und es geht um ein C64-Board und nicht um eine Apple-I-Platine. :D


    Wenn einige meinen, dass man zur Reparatur eines 20 oder 30 Euro Boards Equipment in 4-stelligen Bereich bemühen muss, dann sollen sie das halt bei ihren Boards so machen. Ich repariere meine Boards auch so, wie ich das für richtig halte.


    Ich hätte ja nicht wenig Lust, hier jetzt mal demonstrativ eins zu schrotten um zu zeigen, wie wenig relevant das ist, wenn man da mal ein Lötauge abreist. :bgdev

  • Ich hätte ja nicht wenig Lust, hier jetzt mal demonstrativ eins zu schrotten um zu zeigen, wie wenig relevant das ist

    Eins?

    ..also wenn ich mit meinen Platinen fertig bin, dann sehen die regelmässig ungefähr SO aus! :D:D:D


    Leute - ihr wisst schon, dass allein vom 469er Board ca. 17 Millionen! produziert wurden? ..da ist meine Hemmschwelle so ein "historisch wertvolles Stück" zu zerpflücken äusserst gering :whistling:

    ..ich hab inzwischen locker 9 Stück "gefleddert" :saint:

  • Ich könnte jetzt noch Bilder von meinem Board zeigen, das ich zur Befestigung der Modulatorerstatzplatine angebohrt habe. Naja, auf der Rückseite waren Leiterbahnen. Ich dachte eigentlich, ich hätte das geprüft. Ungefähr 10 Fädeldrähte später lief es wieder. :D

  • Diese Platine wird einfach auf Grund der Tatsache, dass sich der Lötstopplack stark ablöst

    Meinst du die "Hügel" auf der Unterseite? Das war schon ab Werk so und liegt am verwendeten Produktionsverfahren. Damals war es noch üblich, das Kupfer vor dem Auftrag des Lötstopplacks vollflächig zu verzinnen und dieses Zinn schmilzt auf der Unterseite beim Wellenlöten, wodurch die "Hügel" entstehen und stellenweise der Lötstopplack reissen kann. Später wurde es üblich, den Lötstopplack auf das blanke Kupfer aufzubringen und nur die nicht davon bedeckten Stellen zu verzinnen, damit bleibt der Lack auch beim Wellenlöten glatt.

  • Moin.

    Auch bei Oldtimern sind "zeitgenössische Modifikationen" erlaubt, von daher sehe ich an fachgerecht aufgetrennten und wieder sauber geschlossenen Leiterbahnen kein großes Problem. Das habe ich daaamals™ auch schon so gemacht. Selbst ein Apple I würde durch eine solche Modifikation wahrscheinlich nicht wirklich an Wert verlieren.


    @Lenkapo hab gerade gesehen, dass Du aus der Nähe von Kassel kommst. Dann mal viele Grüße aus Vellmar. :winke:


    Jörg.

  • Auch bei Oldtimern sind "zeitgenössische Modifikationen" erlaubt, von daher sehe ich an fachgerecht aufgetrennten und wieder sauber geschlossenen Leiterbahnen kein großes Problem


    Oha! Übertragen auf einen Oldtimer hieße das aber, wenn die Tür klemmt, dann flext Du mal die A-Säule ab, um zu sehn, ob das was ändert und punktest sie danach wieder grob fest...


    Nö, unter "zeitgenössischen Modifikationen" verkaufen nur schmierige Hinterhofhändler gerne Pfusch, wenn sie merken, dass der Kunde ahnungslos ist und übertölpelt werden kann...


    Gemeint ist damit aber, dass Du an nen 1978er Manta auch nen Irmscher-Flügel oder an nen E30 M3-Aussenspiegel dranschrauben kannst, denn das wurde seinerzeit auch gemacht, aber hat DAMALS eben den Wert des Fahrzeugs gehoben.


    Pfusch hingegen senkt den Wert IMMER!


    Und an die Fraktion, die anführt, dass ja jegliches C64-Board nix wert wäre, weil es allein von einer Variante 17 Millionen davon gegeben hätte (wobei ich die Zahl schon mal an sich sehr anzweifeln würde):


    Es geht nicht darum, eines zu auszuschlachten und zu verschrotten oder meinetwegen in Epoxid einzugiessen und somit DAUERHAFT nen Kunstobjekt draus zu machen, das wäre Alles ok, sondern es geht darum, dass das unter REPARATUR lief!


    Das Ding wandert also wieder ins Gehäuse und wird irgendwann uninteressant und wird verkauft und derjenige zahlt vielleicht dann einen erheblichen Preis in der Annahme, es käme aus gepflegter Sammler/Liebhaberhand und sieht dann irgendwann diese Sauerei...


    Und wenn man das dann "günstig" durch ein anderes Board behebt, dann ist eben nix mehr mit matching numbers und so!

    Oder das Ganze geht wie die "ungeöffnete" Pralinenschachtel in der alten Kishon-Erzählung weiter an den Nächsten...


    Natürlich ist das finanziell keine große Sache, aber original ist es eben auch nicht mehr und ich möchte denjenigen von Euch sehn, der in einem Originalgehäuse mit gesuchter Seriennummer dann -ich überzieh jetzt mal- ein zersägtes Originalboard -damit die Anschlüsse hinten echt aussehen- und darauf für die Funktion ein C64mini oder DTV Board findet!


    Geht doch und sogar noch besser als das Original, wird der stolze Umbauer sagen, derjenige, der dann das zersägte KU-Board etc. findet, wird sich aber sicher nicht drüber freun...