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Grafik-Karte für die SuperCPU?

  • Die SuperCPU ist jeden bekannt. Vielleicht nicht so bekannt ist die Tatsache, dass CMD eine Grafikerweiterung, eine Grafikkarte, für die SuperCPU zumindest angedacht hat.


    Ich hatte seinerzeit das Vergnügen bei der Weltpremiere des ersten SuperCPU-Prototyps dabei zu sein. Es war das GEOS Interessensgemeinschaft Wien-Treffen und CMD war in der Form von Rick Gaudet von CMD Direkt mit dem besagten Prototypen angereist. Ich durfte das Teil dann ausgiebig testen und mein Bericht kam dann sogar als Coverstory in die 64'er.


    Natürlich habe ich damals Rick zu dem Teil ausgefragt und er erklärte mir, dass es einen Anschluss namens "Rocket Socket" gibt. Den Anschluss kennen wir, an dem ist dann später das SuperRAM drangekommen. Alternativ zur RAM-Option gab es aber auch laut Rick die Überlegung, eine noch von CMD zu entwickelnde Grafikkarte dort anzustecken.


    Davon habe ich allerdings später nie wieder etwas gehört. Daher die Frage in die kompetente Runde: Ist so etwas überhaupt denkbar? Und wie hätte das dann technisch ausgesehen?

  • Im einfachsten Fall ist eine Grafikkarte aus Computersicht ein Stück Speicher mit zwei Anschlüssen und heißt dann Framebuffer.

    Über den einen Anschluss schreibt die CPU in diesem Fall die Super-CPU Grafikdaten in diesen Speicher, ein anderes Stück Hardware setzt den Speicherinhalt in ein Videosignal um.
    Die nächste Stufe sind dann Komfortfunktionen: Charaktergenerator, dieser ermöglicht es Text sichtbar zu machen ohne das sich die CPU darum kümmern muss.
    Hier gibt es mehre Wege: Eine 80 Zeichenkarte übernimmt z.B. aus dem geteilten Speicher einen Text und setzt diesen mit Hilfe des Charakterroms in ein Videosignal um. Hier gibt es den Framebuffer nur virtuell.
    Hat man ausreichend Speicher (ca. 6MB) kann auch der C64 Full-HD Bilder in 16,7 Millionen Farben anzeigen, allerdings dürfte selbst die Super-CPU damit überfordert sein mehr als eine Slideshow mit Minutenlangen Ladepausen umzusetzen. Auch eine Floppy ist für diese Datenmengen nicht ausreichend.
    Die sinnvoll maximal anzeigbare Auflösung dürft daher 800x600x16 sein und ca. 1 MB Speicher benötigen.

    Durch Inversion und einen Taktgenerator kann man dann einen Hardwarecursor hinzufügen.

    Die nächste Ergänzungen sind dann Scrollfunktionen und Sprites und hätten damit den Fuktionsumfang des VIC II.
    Darüber hinaus kann man noch Amigalike Funktionen wie Blitter und Copper implementieren.

  • Da die SuperCPU ja in der zweiten Hälfte der 90er erschienen ist, hätte die Grafikkarte ja auch irgendwie in die Zeit passen müssen und zu den damals angesagten Auflösungen und *GAs. Ich persönlich habe meinen C64 zu der Zeit schon eingemottet gehabt (für einen 486er) und von der Existenz einer SuperCPU erst nach Anmeldung hier im Forum gelesen.


    Eine denkbare Grafikkarten-Anbindung für die SuperCPU würde mich spontan an die Anbindung des VDC im C128 erinnern. Wäre wohl irgendwie möglich gewesen, aber hätte wohl genauso wenig reale Anwender-Probleme lösen können wie der VDC.


    EDIT: Ich glaube, für meinem 486er habe ich eine VLB-Grafikkarte nachgekauft, wahrscheinlich mit "SVGA"-Auflösung. Eine Grafikkarte für die SuperCPU, die versucht in diese Bereiche zu gehen, hätte wahrscheinlich auch eine bestimmte Platinengröße haben müssen und wäre vielleicht größer gewesen als die SuperCPU? Video-RAM müsste ja "ordentlich" drauf sein und wahrscheinlich hätte man die normale RAM-Erweiterung für die SuperCPU nicht parallel betreiben können, so dass die Applikationen evtl. ein Problem hätten, genug RAM zu bekommen.

  • Könnte man wie am Amiga z.T machen, wenn man den RGB-Ausgang über Kabel mit Anschluss 1 der GraKa koppelt und das Bild dort an Anschluss 2 abgreift. Dann kann man Amiga- und GraKa-Modi mit einem Monitor schauen. Könnte man am C64 sicher auch.


    Die max. Auflösung hängt sicher mit PAL und der Videobandbreite zusammen. Und auch irgendwie mit der Gesamtleistung und Speicher des Systems. Nicht umsonst gabs Interlace. Hohe Auflösung bei weniger Speicherdurchsatz. Und billigerer Monitor. Flackert, aber man hat mehr Pixel. Alternativ Zugriffe etwa verdoppeln und echte non-interlaced Auflösung. Der Rechner muss das aber schnell genug befüllen können, möchte man was sinnvolles machen.

  • In Zeiten von Flachbildschirmen dürfte das Flackern immer weniger eine Rolle spielen.
    Das Problem ist wohl eher, eine Anwendung zu finden, die diese Grafikkarte nutzen kann.

    Selbst für das DTV2 der wohl am weitesten verbreiteten "C64-Grafikkarte" gibt es kaum Anwendungen.
    Zu Super-CPU Zeiten dürfte wohl der Yamaha VDP V9990 die ultimative Grafikkarte sein, die es für einige MSX Computer gab und Bogogil für seinen Kiwi einsetzt.
    Dieser Chip sollte der Standard Grafikchip beim MSX3 Standard sein. Allerdings kamen dem die 16-bit Systeme Amiga/ST im Westen und X68000 in Japan zuvor.
    Weitere Infos: https://www.msx.org/wiki/Yamaha_V9990

    Im CPC Hobbybereich gab (gibt?) es einen an den CPC angepassten Nachbau der MSX Grafikkarte, der softwareseitig verhältnismäßig gut unterstützt wurde.
    http://www.cpcwiki.eu/index.php/V9990

  • Und nein auch wenn es damals den Eindruck gemacht hat der C64 war nicht das obere Ende der Messlatte was Grafik an ging,
    er war höchstens Mittelmaß, die Japanischen Systeme waren da schon einiges weiter:

  • In Zeiten von Flachbildschirmen dürfte das Flackern immer weniger eine Rolle spielen.
    Das Problem ist wohl eher, eine Anwendung zu finden, die diese Grafikkarte nutzen kann.

    Selbst für das DTV2 der wohl am weitesten verbreiteten "C64-Grafikkarte" gibt es kaum Anwendungen.
    Zu Super-CPU Zeiten dürfte wohl der Yamaha VDP V9990 die ultimative Grafikkarte sein, die es für einige MSX Computer gab und Bogogil für seinen Kiwi einsetzt.
    Dieser Chip sollte der Standard Grafikchip beim MSX3 Standard sein. Allerdings kamen dem die 16-bit Systeme Amiga/ST im Westen und X68000 in Japan zuvor.
    Weitere Infos: https://www.msx.org/wiki/Yamaha_V9990

    Im CPC Hobbybereich gab (gibt?) es einen an den CPC angepassten Nachbau der MSX Grafikkarte, der softwareseitig verhältnismäßig gut unterstützt wurde.
    http://www.cpcwiki.eu/index.php/V9990

    Danke für die Info. Der Yamaha V9990 wäre wirklich eine Möglichkeit gewesen, die CMD vielleicht im Sinn gehabt hat. Interessant auf jeden Fall. Das Ding hat bis zu 125 Hardware Sprites (bis zu 16 in einer Linie) und diese Sprites haben jeweils bis zu 15 Farben gleichzeitig (plus eine für die Transparenz).


    Und Auflösungstechnisch wäre das auch sehr interessant gewesen. Schade eigentlich, dass daraus nichts geworden ist.

  • Hier ein paar Demos der Grafikkarte: 2x CPC 1x MSX2

    CPC V9990 Powergraph Video
    Symbos with v9990
    msx2 demo v9990 + opl4 moonsound (first experiment)

  • Das Super Nintendo hatte ja in etwa den gleichen Prozessor wie die Super CPU somit sieht man was möglich war.


    Auch die Amstrad CPC Plus Generation vergleichbar mit dem Commodore C65 hatte gute Grafik:

    [External Media: https://youtu.be/CPCyF71098o]

    Könnte aber gegen die 16 Bit Geräte nicht mithalten, somit war es von Commodore die richtige Entscheidung den C65 nicht auf den Markt zu bringen.