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1551, warum der Aufwand?

  • Hallo,


    nachdem ich letztes Wochenende den neu beschrifteten 6525A in meiner 1551 getestet habe ist mir wieder aufgefallen, welchen Aufwand Commodore für diese Floppy getrieben hat:


    1) Eigene CPU 6510T mit 2 MHz betrieben (wahrscheinlich nur anderes Bondout des 6510 um alle 8 Portbits zu haben)


    2) Eigenes Gate-Array (42 pin) welches auch den Teiler für den CPU-Takt enthält.


    3) komplett neue Platine


    4) Eigener I/O-IC (6523T) und PLA (251641-03) im Paddle


    Teile des Designs (das kleine Gate-Array und den Hybrid) hat man später in der 1541C verwendet.


    Es bleibt aber die Frage, warum nicht einfach eine 1541-Platine leicht modifiziert wurde. Das Interface der 1551 braucht 13 Leitungen, der IEC-Bus in der 1541 braucht 6 plus die 8 des freien Ports eines der VIAs, hätte also gereicht. Die 1551 hat auch nur ein 16KB-DOS, auch das wäre kein Hindernis gewesen.


    Hab ich irgendwas übersehen was den Aufwand nötig machte?

  • Hallo,


    Könnte es nicht auch sein, das die alles mögliche getan haben um die inkompatibel zur 1541 zu machen?
    Die war ja schon etwas billiger, wenn ich mich richtig erinnere, und so haben die doch recht gut verhindert, das findige Bastler die zur 1541 umbauen anstatt die teure 1541 zu kaufen.


    Gruss, Andreas

  • Ich glaube eher, dass beim C16/+4 und der 1551 nicht mehr so richtig nachgedacht wurde. Eigentlich sollte es ja ein billigerer Computer als der C64 sein, deswegen ja auch der TED anstelle von SID+VIC2 sowie einigen weiteren Änderungen. Dass man dann so ein kompliziertes Interface zusätzlich zum IEC-Interface einbaut, ist irgendwie hirnrissig.

  • Schlamperei. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die so subtil gedacht haben, das Ding bewusst möglichst unkompatibel zu machen, die haben scheinbar eher generell wenig nachgedacht, wenn man sich die von Gerrit aufgezählten Verschlimmbesserungen so anschaut.

  • Wie ich schon sagte: Die haben versucht, mit Hardware das zu machen, was man lieber per Software machen sollte. Sieht man ja auch am C128: Der Burstmodus der 1571 ist zwar schneller als eine normale 1541, aber selbst verglichen mit alten 1541 Fastloadern (Hypra-Load etc) langsamer. Ganz zu schweigen von den schnelleren Fastloadern wie der vom FC3 oder AR5.

  • naja das Plus/4 konzept war dann ja noch wieder was anderes, ich glaub man hatte einfach keien Schimmer was man eigentlich machen soll ob nun eher "ernsthaft" oder nur billig...


    [offtopic]so im nachhinein hätte vielleicht auch ein userport- und sidloser C64 mit folientastaqtur das "billig" Ziel erreichen können und wäre wenigstens halbwegs kompatibel gewesen. (wieviele Spiele gibt es die ohne Sound völlig unspielbar werden? also nicht nur langweiliger oder schwerer... bei den Anwendungen sollte der sound eh egal sein.)[/offtopic]


    aber ich schweife ab...


    sl FXXS

  • naja das Plus/4 konzept war dann ja noch wieder was anderes, ich glaub man hatte einfach keien Schimmer was man eigentlich machen soll ob nun eher "ernsthaft" oder nur billig...


    Naja, zur Zeit der Entwicklung sollte der +4 ja billig sein, um den ZX Spectrum das Wasser abzugraben. Dass der dann so teuer verkauft wurde, dass er dem C64 Konkurrenz machte, war ja erst die Idee des Managments nach Jack Tramiel.

  • [offtopic]

    Sieht man ja auch am C128: Der Burstmodus der 1571 ist zwar schneller als eine normale 1541, aber selbst verglichen mit alten 1541 Fastloadern (Hypra-Load etc) langsamer. Ganz zu schweigen von den schnelleren Fastloadern wie der vom FC3 oder AR5.


    Wie steht es denn bei den Fastloadern mit der Zusammenarbeit mit mehreren Laufwerken? Kann man mit FC3 AR5 etc. vier Laufwerke am Bus betriebssicher betreiben? Und zwar in den Zuständen alle aktiv (Schalter auf ON), bis nur eins aktiv? [Es gibt ja genug Softwarespeeder, die nur eine 1541 und sonst gar nichts am Bus akzeptieren. Das kann aber nicht das Ziel einer Hardwareentwicklung sein.]
    [/offtopic]

  • Kann man mit FC3 AR5 etc. vier Laufwerke am Bus betriebssicher betreiben?


    Ja


    Quote

    Und zwar in den Zuständen alle aktiv (Schalter auf ON), bis nur eins aktiv?


    Mit abgeschalteten Laufwerken am Bus klappt das ja nicht mal mit dem Standard-Kernalprotokoll in allen Situationen fehlerfrei. Der C128-Burstmode sollte da tendenziell auch anfälliger sein als das normale Protokoll weil auf SRQ eine höhere Frequenz verwendet wird. Andererseits ist es aber auch ein etwas unfairer Vergleich: Wenn nicht jedes angeschlossene Gerät den Burst-Modus kennt hängt an der kritischten Leitung auch weniger Last. In der 1541 z.B. nur ein Pullup-Widerstand dort angeschlossen, der zwar im abgeschalteten Zustand als Pulldown wirken kann, aber deutlich schwächer wirkt als z.B. Schutzdioden an IC-Eingängen.

  • [offtopic]


    Wie steht es denn bei den Fastloadern mit der Zusammenarbeit mit mehreren Laufwerken? Kann man mit FC3 AR5 etc. vier Laufwerke am Bus betriebssicher betreiben? Und zwar in den Zuständen alle aktiv (Schalter auf ON), bis nur eins aktiv? [Es gibt ja genug Softwarespeeder, die nur eine 1541 und sonst gar nichts am Bus akzeptieren. Das kann aber nicht das Ziel einer Hardwareentwicklung sein.]


    Der Grund, dass einige Loader nur ein Laufwerk erlauben liegt daran, dass diese Loader IRQ-Loader sind und mit Musik, Sprites, Badlines usw auskommen müssen. Deswegen benutzen diese Loader die ATN-Leitung für das Handshaking, was nur mit einem Laufwerk funktioniert. Die ATN-Leitung wird benutzt, weil man dadurch 2 Bits auf einmal übertragen kann, anstelle nur 1 Bit und somit wird der Loader doppelt so schnell. IRQ-Loader sind aber trotzdem langsamer als "echte" Fastloader, da diese ständing handshaken müssen.


    Ein regulärer Fastloader hat allerdings den Bildschirm abgeschaltet, keine IRQs, keine Sprites usw. Dort kann man Problemlos auf die ATN-Leitung verzichten und sogar absolut synchrone 2 Bit Übertragung für viele Bits machen, ohne Handshaking zu betreiben. Nur ab und zu werden DATA oder CLK kurz für eine keine Timing-Korrektur verwendet. Ansonsten ist es reichlich egal, wieviele Geräte am Bus hängen.


    Vereinfacht gesagt: Solange man ATN nicht anfässt, fühlt sich kein anderes Laufwerk angesprochen. Sobald man ATN aber benutzt, wollen alle Laufwerke am Bus auf einmal "mitreden".[/offtopic]

  • So weit ich mich erinnere wurde auch die 1551 zum schluß verramscht, das da keiner einen kleinen Umbausatz auf den Markt geworfen hat das die 1551 quasi zur 1541 macht hat mich schon damals gewundert.


    Wäre nicht gegangen. Die 1551 hat nur 1 IRQ-Quelle, einen als Oszillator beschalteten 555 der ca. alle 10 ms einen IRQ auslöst. Es gibt keine Möglichkeit vom Interface her einen IRQ zu generieren womit der serielle IEC-Bus ohne wirklich grosse Umbauten nicht machbar ist.


    Auch hast du am 6510T keinen SO-Pin, du musst also ein komplett neues DOS schreiben und bei den 2 MHz bleiben, sonst kommt die CPU beim Abholen der Daten vom Controller nicht hinterher. Die komplette andere I/O-Struktur (8 bit I/O in der CPU und 24 Bit I/O im 6525A) gar nicht erst berücksichtigt.


    Der einzig mögliche Umbau wäre also der Einbau einer 1541-Platine gewesen und das lohnt dann nicht mehr.