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Umfrage: Auf was für einem C64 Medium spielt ihr neue (oder alte) C64 Spiele am meisten?

  • Und dann gehört zu einem C64-Setup nunmal auch ein Sichtgerät (beim PET würde das niemand in Frage stellen, da fest verbunden), sonst macht der C64 weder Spaß noch Sinn. Und es macht keinen Sinn, darüber nachzudenken, wie das ausgesehen hätte, wenn es damals schon OLED-Screens am C64 gegeben hätte – gab es nicht. Zum C64 gehört nun mal ein Röhrenbildschirm. Dafür wurden (viele) Grafiken und Spiele optimiert – oder man verließ sich zumindest auf gewisse Eigenarten. Punkt.

    Sehr schön auf den Punkt gebracht.



    Aber das ändert nichts daran, dass die heutigen Monitore ein um Dimensionen besseres Bild lieferen als jede Röhre von damals.

    Ja klar – vor allem, wenn mehr = besser ist. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, die Emu-Darstellung so zu sehen, wie sie sein soll, wie sie beim Original war und wie sie von den Grafikern erwartet wird. Warum nicht die hohen Auflösungen, großen Farbräume, hohen Kontraste, die Farbtreue der heutigen Technik dafür nutzen, die C64-Darstellung möglichst Original hinzubekommen? Warum "anders" (angeblich besser), nur weil es geht und State-of-the-Art ist? Wenn Farben und Pixel nicht mehr ineinander verlaufen, raubt man ihnen auch machmal die Magie, die Frage danach, wie der Pixelkünster diesen Wahnsinns-Farbverlauf hinbekommen hat – man sieht ja jeden Pixel (ganz nackt und alleine vor einem stehen). ;)


    Mit deiner Begründung, man solle doch die Fähigkeiten heutiger Technik ausnutzen, statt einfach nur das alte nachzuempfinden, könnte man genau so gut die Farbdarstellung "optimieren" – endlich ein richtiges knalliges Rot und ein sattes Sonnenblumengelb statt der Originalfarben. Und wenn wir gleich dabei sind – den C64 kann man doch viel schneller emulieren als er war – dann doch bitte den Warp-Modus zur Default-Einstellung machen – schneller ist immer besser. Wer es unbedingt nostalgisch langsam haben möchte, kann das ja optional einstellen. ;)

    Genau - oder warum nicht aus dem wundervollen Donkey Kong Arcade die Röhre zur "Verbesserung" rausreißen, alle anderen Innereien entfernen, und durch ein Mini-Computer + Mame + 3 Trillionen Arcade Games ersetzen? Ok - hat natürlich nen Reiz, wenn mehr immer besser ist. Allerdings geht dann die Magie, der Charme, und auch die Seele dieser Technik flöten.

    Vergleiche auch Jeremy "Top Gear" Clarksons Buch "I Know You Got Soul", was sich mit ähnlicher Thematik auseinandersetzt.


    (Wie gesagt, ich rede hier von Grafiken, Games, Demos – aber das sind nun mal die Sachen, die mit dem C64 vorwiegend "konsumiert" werden. Bei Textverarbeitung kann man die Schärfe gerne so hochdrehen, wie man es verträgt – nur wurden selbst die pixeligen Fonts mit der Erwartung entworfen, dass die Pixel am CRT zusammenlaufen, Verbindungen, Trennungen, Rundungen erzeugen und die Kanten glätten.)

    Jap. Und beim Coden, Austesten, etc ist so ein C64 Emulator am PC natürlich ne Offenbarung - möchte ich absolut nicht missen. Oder auch beim mal eben zeigen von Kram.


    Aber wenn ich schon den C64 aufbaue, dann gehört da natürlich auch ein artgerechteres Sichtgerät ran, um dem ganzen Charme der Sache, und auch dem künstlerischen Aspekt gerecht zu werden. Das gilt nicht nur für Pixelkunst, sondern wohl auch für jedes Game.



    Wenn man die Nutzung einer alten Röhre am C64 in Frage stellt, kann man gleich den alten C64 mit in Frage stellen. :)

    Eben.


    Nochmal zum künstlerischen Aspekt. Wenn man aktuell was für den C64 pixelt/coded kann man natürlich auch den erbarmungslos scharfen XXL-Flatscreen-Look zur Kunstform erheben. Pixel(s) sind momentan eben auch total in - sogar im Autodesign 8)

  • Ich habe hier mal ein kurzes Test-Programm in BASIC geschrieben, um den Kontrast zwischen Text und Hintergrundfarbe auf verschiedenen Ausgabegeräten sehen bzw. überprüfen zu können. Wäre natürlich supercool, wenn ihr Fotos von Eurem Röhrenmonitor/Beamer, etc. posten könntet, wo man ein Negativ-Beispiel und ein Positiv-Beispiel sehen kann bei der Farb-Kombination. Nimmt mich vor allem wunder, wo im Emulator ein guter Kontrast vorliegt, aber auf dem Hardware-Ausgabegerät nur Brei zu sehen ist. Ich habe bewusst nur die ersten 8 Farben verwendet, weil nur diese im Multi-Color-Modus für Hi-Res (single-Pixel) Darstellung genutzt werden können. Vielen Dank für eure Unterstützung!


    Download-Link:
    text contrast.prg

  • Hier ein paar Kombinationen auf meinem Commodore 1702 Monitor.

    Wie man auf folgendem Foto sieht, ist weiss auf hellgrau eher suboptimal, wogegen der Text im Emulator am Flatscreen sehr gut lesbar ist.
    Am besten auf ein "W" oder "M" schauen. Bei diesen Buchstaben sieht man den Unterschied m.E. am besten:


       

    Hier mit anderen Hintergrundfarben (das letzte Foto zeigt, wie der 1702 mit Orange etwas Mühe hat).

           

  • Hier ein paar Kombinationen auf meinem Commodore 1702 Monitor.
    Wie man auf folgendem Foto sieht, ist weiss auf hellgrau eher suboptimal, ...

    Dann muss ein B/W Mode her - beim 2600er gab's dafür noch extra einen Kippschalter. ;)

    Paradroid hat eine solche "3-shades-of-gray" Option, aber eine alternative Palette ist bei C64 Spielen eher die absolute Ausnahme.

    Kann man bei Babylon's Ark nicht noch Sprites hinter den Text legen?

  • das letzte Foto zeigt, wie der 1702 mit Orange etwas Mühe hat

    Wie gesagt, ich meine, dass es mit dem Monitor nicht viel zu tun hat. Schließe mal Deinen echten Cevi an ein TFT an, und Du wirst sehen, dass es damit in dieser Hinsicht nicht anders aussehen wird.


    Es geht [...] darum, etwas so zu zeigen, wie es von den "Machern" gedacht war/ist.

    Das war auch mein Argument in Zeha's Gesättigte-schöne-C64-Palette-Thread, welches dort aber leider nicht verstanden und stattdessen so ausgelegt wurde, als wollte ich anderen die Farbeinstellungen vorschreiben. Vorschreiben will man überhaupt nichts, und wegen mir kann jemand neben der unsäglichen, aber dennoch beliebten (nur weil quietschigen) Frodo-Palette auch alles in lila-furz-geblühmt einstellen. Nur muss er sich im Klaren sein, dass er sich damit jedes Recht auf negative Kritik an der Grafik bzgl. Farben und Schattierungen verwirkt.


    Wenn auf diese Weise Broadcasting via Youtube betrieben wird (ich nahm diesen hellfire64 aus England als Negativbeispiel), wo so mancher Zuschauer gar nicht weiß, wie es mit den gewünschten oder allgemein adäquaten Einstellungen aussähe bzw. was der Broadcaster damit angestellt hat, dann ist der Entwickler darüber wahrscheinlich nicht sonderlich erfreut. Das ist so, als würde jemand LMan's geniale SIDs, die nur für 8580 gedacht sind, mit dem 6581 abspielen und verbreiten, oder so, als würde die Schönheitskönigin von "Miss World" mit Fischaugeobjektiv abgelichtet und präsentiert.


    Das ist beim PC ja auch nicht anders. Wenn jemand die Anzeige in seinem System nicht einigermaßen richtig justiert hat, kann er die Qualität eines Bildes nicht gut beurteilen. Umgekehrt ist das natürlich genauso: Der Entwickler muss sich auch darüber Gedanken machen, denn wenn er es schlecht einstellt und dadurch die Grafiken beim Anwender irgendwie falsch aussehen, weil der wiederum sein System richtig eingestellt hat, liegt das Problem beim Entwickler.


    "Was ist denn 'richtig'?" ...

    Verdeutlichte Auswirkung eines falschen Farbprofils


    Aus meiner Webdesigner-Zeit kann ich ein Lied davon singen, wo es noch die für IE6 optimierten 1024x768-Seiten gab. All die Anwender, die einen weitgehend w3c-konformen Browser verwendeten, hatten das Nachsehen, aber die IE-User behaupteten (auch ohne einen blassen Schimmer von der Materie zu haben), es läge an den anderen Browsern. Wenn es aber in ihrem geliebten IE 6 oder 7 nicht funktionierte, galten bei ihnen die Webdesigner als unfähig. Und das ist dann das, was einen Entwickler verärgert und hat eben nichts mehr mit Geschmack zu tun.


    Wie gut, dass ich kurzsichtig bin

    Dito. Mache ich mir manchmal am TFT zunutze. Eine Milchglasfolie tut es sonst auch.

  • Das war auch mein Argument in Zeha's Gesättigte-schöne-C64-Palette-Thread, welches dort aber leider nicht verstanden und stattdessen so ausgelegt wurde, als wollte ich anderen die Farbeinstellungen vorschreiben. Vorschreiben will man überhaupt nichts, und wegen mir kann jemand neben der unsäglichen, aber dennoch beliebten (nur weil quietschigen) Frodo-Palette auch alles in lila-furz-geblühmt einstellen. Nur muss er sich im Klaren sein, dass er sich damit jedes Recht auf negative Kritik an der Grafik bzgl. Farben und Schattierungen verwirkt.

    Es war zu keiner Zeit das Ziel dieser Palette, akkurat zu sein, und es war auch nie Sinn und Zweck, sie als Grundlage zur Kritik an Grafik/Farben/Schattierung einzusetzen. Die Entstehungsgeschichte bzw der Ansatz / die Beweggruende fuer das Erstellen der Palette wurde mehrfach erklaert und DAS wurde meiner Meinung nach von DIR nicht verstanden.

  • Der Entwickler muss sich auch darüber Gedanken machen, denn wenn er es schlecht einstellt und dadurch die Grafiken beim Anwender irgendwie falsch aussehen, weil der wiederum sein System richtig eingestellt hat, liegt das Problem beim Entwickler.

    Ich bin da insofern anderer Meinung, weil wir von Technik der 80er Jahre sprechen, wo von Farbkalibrierung niemand was gehört hat. Auch praktisch gesehen macht es in meinen Augen keinen Sinn, nach einer vermeintlich richtigen Farbeinstellung zu streben. Dafür war der Video-Output zwischen TV und Monitor bereits zu wenig vergleichbar. In den Produktionsserien gab es Unterschiede, das Farbverhalten bei jedem damals erhältlichen Monitor war anders (zwischen NTSC und PAL dann auch nochmal). Wenn man die Sättigung variiert, ändern sich die Farben nicht linear sondern verändern die Tonalität.
    Man kann sicher das Thema rein mathematisch betrachten, allerdings gewinnt man dadurch kein Stück Authentizität.

  • Ich dachte immer der Kaefer bei Ghostbusters sei gelb, weil es davon auch ein Spielzeug-Auto gab (in gelb). Als ich das Spiel zum ersten Mal in Farbe sah, war ich schon etwas verwundert dass er cyan war. Auch bei anderen Spielen konnte das einem so gehen :)


    Ich glaube dazu gibt es hier sogar einen Thread...

  • Es war zu keiner Zeit das Ziel dieser Palette, akkurat zu sein,

    Es ging in der Diskussion schon gar nicht mehr um Deine Palette, sondern um solche, die rein technisch nicht mehr funktionieren. Und um die Leute, denen das absolut egal ist, Hauptsache es quietscht wie verrückt. Es ging auch nicht um Paletten, die etwas mehr Sättigung aufweisen, bspw. wenn man das per Colodore-Web-Anwendung macht. Meine eigene benutzte Palette weicht ja auch leicht von Colodore ab, aber eben nur leicht. Außerdem hattest Du mir doch gar nichts vorgeworfen.

    es war auch nie Sinn und Zweck, sie als Grundlage zur Kritik an Grafik/Farben/Schattierung einzusetzen

    Dann gehörst Du auch nicht zu denen, die sich meinen Vorwürfen gegenüber verteidigen müssten, zumal, wie gesagt, Deine Palette bzgl. Farbton, Sättigung und Helligkeit noch im Rahmen war, sodass man damit alle möglichen Farbverläufe durchaus noch beurteilen könnte. Wenn aber die Lab-Helligkeiten einfach mal komplett vertauscht werden (warum auch immer!), der Farbwinkel überhaupt nichts mehr mit dem Original zu tun hat und die Sättigung so übertrieben wird, dass jedes menschliche Gesicht zur Lavalampe mutiert und der beliebte Psycho-Kniff mit einem Grauton (oder winkelmäßig abweichenden Farbe) als Ersatz für eine Farbnuance ganz einfach nicht ansatzweise mehr funktioniert, dann ist es schlichtweg ein falsches Farbprofil, mit dem man nicht mehr wirklich beurteilen kann. Man beurteilt dann seinen eigenen Farbbrei, aber nicht das Werk des Grafikers.

    Die Entstehungsgeschichte bzw der Ansatz / die Beweggruende fuer das Erstellen der Palette wurde mehrfach erklaert und DAS wurde meiner Meinung nach von DIR nicht verstanden.

    Es klingt hier eindeutig, als müsstest Du Dich rechtfertigen, obwohl von Dir gar nicht die Rede war. Dennoch würde mich interessieren, was ich an Deiner Intention denn nicht verstanden haben sollte. Da Du das ja dann wahrscheinlich schon im besagten Thread erklärt hast, bräuchtest Du ja nur noch verlinken. Ich meinerseits hätte da jedenfalls genug eigene Erklärungen zu verlinken, sachliche und nicht subjektive. Leider waren die alle vergeblich. Da ging niemand, auch Du nicht, drauf ein.


    Ich bin da insofern anderer Meinung, weil wir von Technik der 80er Jahre sprechen, wo von Farbkalibrierung niemand was gehört hat.

    Zum Glück! Da war die Welt in dieser Hinsicht noch einigermaßen in Ordnung. Oder wie schaffte man es damals, dass z.B. Orange heller war als Hellblau, so wie bei Frodo? Und warum muss man das heute überhaupt absichtlich machen, wo man mit Emu und FPGA sogar einheitlicher werden könnte als früher? Die Farben, die ich damals bei meinen Bekannten und Bros auf ihren Monitoren gesehen hatte, natürlich am echten Cevi, die waren im Großen und Ganzen doch immer sehr ähnlich, vom Kackbraun bis zum Hellblau mit leichtem Rotstich oder dem nicht sehr warmen Gelb, immer dasselbe, bestätigen auch die hier oder bei Youtube gezeigten Fotos und Kameraaufzeichungen. Nur die aus den Emus sehen manchmal völlig daneben aus.


    Man muss ja nicht mit einem teuren Colorimeter am Monitor herummachen. Die Farbabweichungen eines Monitors werden wohl selten so schlimm ausfallen wie das, was diverse verbreitete Paletten so zu bieten haben. Und ich meine, Mr. Colodore hätte da schon gute Arbeit geleistet, einen akzeptablen Quasi-Standard zu ermitteln, der etwa dem Mittel dessen entspricht, was die echten Geräte so auswerfen, das ganze noch dazu mit Einstellmöglichkeiten für Sättigung, Kontrast und Helligkeit. Das ist doch fair. Was ist denn an dieser einstellbaren Palette so falsch, dass jemand unbedingt stattdessen eine komplett vermurkste und an den Haaren herbeigezogene einsetzen muss. Ich bin der Meinung, dass das absolut nicht mehr mit den akzeptablen Unterschieden damaliger Geräte vergleichbar ist. Dazu habe ich einfach zu viele verschiedene Monitore am echten Cevi gesehen, wobei man bedenken muss, dass bei den Aufzeichnungen das Kameraprofil auch noch dazu kommt. Die Paletten kann ich aber bei mir selbst testen.

    Auch praktisch gesehen macht es in meinen Augen keinen Sinn, nach einer vermeintlich richtigen Farbeinstellung zu streben.

    Das heißt, der oben gezeigte Farbkreis ist dann so in Ordnung? Es hat schon seinen Grund, dass ich den gezeigt habe. Klar ist das übertrieben, aber es verdeutlicht die Problematik. Man könnte sich doch wenigstens irgendwo zwischen "komplett daneben" und "den Originalen näher kommend" treffen. Wenn ich mich richtig erinnere, hast Du das ja selbst gemacht, Colodore Brightness 47%, Saturation 70%, hab ich nämlich als "c64_v3to.act" in PS gespeichert, weil Du ja ein Produktiver bist und es für mich das darstellt, was man noch akzeptieren kann, wenn auch dadurch bereits das Ersatz-Nuancen-Problem in Color-Ramps beginnt, insbesondere mit Grautönen.


    Siehe bspw. Titelbild von Sam's Journey ... In schwarz/weiß: Rundes Gesicht, alles ok, aber leider eben grau. Dann mit gemäßigter Sättigung: Immer noch rundes Gesicht, diesmal in Farbe, zwar bei genauer Betrachtung mit einem Graustreifen, aber unser Gehirn hat ja die Fähigkeit, den nicht überwiegenden Teil dem überwiegenden Teil auf Basis von Erfahrungswerten (= Gesicht hat keine grauen Streifen) anzupassen; es funktioniert also noch. Wird mangels dunkelgrün ja gern mit dunkelgrau angewendet, aber wem erzähl ich das. Jetzt mit starker Sättigung: Die Farben fangen an, aktiv zu leuchten und lassen das matte Grau allein zurück; es gehört nicht mehr dazu; es wird als Farbnuance völlig unglaubwürdig; es funktioniert nicht mehr. Ähnlich ist das, wenn man z.B. Violett als Blaubrücke verwendet. Verstehst Du mein Argument?


    Und gut, ich verstehe umgekehrt durchaus auch, dass das mit der Sättigung ein Dilemma ist. Benötige ich Rot für die Ampel, sollte es leuchten; benötige ich es für Ziegelstein, soll es matt sein. Beides gleichzeitig geht nicht, und dann ist m.E. der Kompromiss(!) gefragt und nicht die brutale Sättigung auf Anschlag. Darum halte ich 70% noch für ok, auch wenn ich selbst 50% nutze. Und mit einem selbst bepixelten Bild hatte ich ja gezeigt, dass man nicht unbedingt so einen breiten grauen Streifen im Gesicht vom Sam braucht, wenn man stärkere Sättigungen berücksichtigen will.


    Es kommt also auf diese Weise noch eine weitere Hürde hinzu, die man bewältigen muss. Der geneigte Retro-Entwickler muss nicht nur mit einer geringen Auflösung, kleiner Farbanzahl und der Color-Clash-Problematik fertig werden. Er soll auch noch auf völlig unterschiedliche Sättigungen (ja, kann man am PC auch einstellen, nur bleiben da die Sättigungen für Ampel und Ziegelstein relativ zu einander erhalten) und am besten auch auf die skurrilsten Farbpaletten Rücksicht nehmen. Weiterhin muss er an die Verwaschungen und Kontrastprobleme denken und darf viele Farben nicht kombinieren, ohne sie mit schwarz zu trennen, und ach ja, PAL und NTSC nicht zu vergessen. Er muss schließlich darauf achten, dass es auf allen CRTs in allen Landen optimal aussieht, aber für die TFT-User auf modernen Geräten doch bitte auch. -- Dann macht man am besten nur noch weiße PETSCII-Grafik auf schwarzem Grund, und das Problem ist gelöst.

    ---


    Falls jetzt jemand denkt, das mit den Farben sei offtopic: Finde ich irgendwie widersprüchlich, dass hier über den richtigen Monitortyp diskutiert wird, aber halbwegs richtige Farben via modernerer Technik, die soll es angeblich nicht geben. Dem wizball6502 ging es da aber zufällig um Kontrast, und der hängt genauso wie die Sättigung, eben auch von der verwendeten Palette ab. Wie kann die dann egal sein, wenn es bei der Anzeige auf dem Monitor doch auch nicht egal ist? Das ergibt keinen Sinn.

  • Vom Ultimate64.

    Für mich ist das Ding einfach das Geilste!

    Nie fand ich Farben zum Beispiel in Rasterbars schöner! Egal, ob es nicht "Original Retro" ist - es gefällt mir so am Besten.

    Und das ist das, was für MICH zählt.

    Auf dem Ultimate64 sieht das weiss auf hellgrau meiner Meinung nach durchaus angenehm lesbar aus (habe selber einen und würde ihn nicht mehr hergeben wollen). Und mit Scanlines bekommt das Ultimate-Bild auch noch das gewisse etwas. Interessanterweise geht es mir heute mittlerweile nicht mehr um Nostalgie und 100% Authentizität sondern um eine gewisse Stil-Ästhetik die der C64 halt einfach mitbringt. Diese typische 16 Farben-Palette, die halt mehr oder weniger korrekt passend wiedergegeben wird und die Multi-Color-Doppelpixel sind ein Alleinstellungsmerkmal von C64-Grafiken und man erkennt so auf den ersten Blick, dass es sich um einen C64 handeln muss. Und es ist ja faktisch so, dass praktisch alles, was auf Twitter, Instagram und Co an C64 Material gepostet wird nicht von einem Röhrenmonitor abfotografiert wurde, sondern mit scharfen Pixeln und harten Übergängen. Also ich denke, ein heutiger Pixelartist denkt sicher nicht mehr an die Darstellung auf Röhrenmonitoren (V3to mal ausgenommen) sondern zeichnet das so, wie es für ihn oder sie mit diesen scharfen Kanten am besten rüberkommt. Ist dann natürlich spannend, wie das dann auch auf Röhre ausschaut, aber ich denke nicht, dass man das heute noch als Massstab nimmt bzw. nehmen sollte.

  • He-Man1982

    Ich finde das U64-Bild an sich auch gut, aber mir fallen immer wieder zwei Farben auf, die mir einen Ticken zu weit vom Original entfernt sind, naemlich Rot und Cyan. Das Rot wirkt auf mich immer einen Tick zu "lila", das Cyan immer eine Spur zu gesaettigt. Dennoch insgesamt sehr stimmig, das sehe ich schon auch so.

  • Man kann sicher das Thema rein mathematisch betrachten, allerdings gewinnt man dadurch kein Stück Authentizität.

    Boah ey wird die Diskussion mittlerweile verkopft. Ich muss mir nur kurz den C64 Cursor bei 300 Baud auf meinem CRT inkl Nachzieffekt während einer Mailboxsession anschauen und weiß, dass ich hier richtig (back to the 80s) bin :D8)

  • Meine Messsage: Alte Spiele sehen auf alten Röhrenmonitoren so aus, wie es der Macher gesehen hat. Neue Spiele sehen auf Flatscreen so aus, wie es der Macher gesehen hat. Wenn es auf dem einen oder anderen Medium nicht so gut aussieht, könnte das der Grund sein :saint:.


    Aber für mich wirklich interessant, dass viele "am meisten" noch auf einem Röhrenmonitor spielen. Ich hätte mir vorgestellt, dass man sich heute vor allem auf dem PC/Mac Spiele anschaut, und dann nur noch als Ausnahme den guten Tropfen am Röhrenmonitor gönnt. Das Herunterladen muss ja über einen PC/Mac laufen und dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass man sich das dort schon mal im Emulator anguckt und gegebenenfalls hängenbleibt. Und erst dann evtl. zusätzlich nochmals am original C64 Setup mit Röhrenmonitor anschaut. Das dann aber eher in einer Nostalgie-session. Der erste Eindruck eines neuen Spieles ist dann eben auf Flatscreen "mit scharf".

  • Man sollte hier auch die Möglichkeiten der Wandlung der Hardware eben sehen.


    Ja, früher waren Röhrenmonitore das "Hauptwiedergabemedium" - heute aufgrund der technischen Wandlungen mit Upscalern, HDMI-Ausgabe (oder auch VGA bei einigen Erweiterungen) aber gibt es nunmal "Konkurrenten".

    Darauf mögen manche Grafikeffekte nicht funktionieren, dafür aber wiederum vielleicht so manche andere Idee, die eine Röhre überfordern würde.


    Es kommt ja auch niemand auf die Idee, ein C64 sei nicht mehr Original, wenn er um einen SID erweitert wird, oder einen Auspuff-Mod etc. bekommt. Oder Kernal-Switcher, das erweiterte die Hardware auch über dem Maße hinaus, dass es mehr kann und tut als ein "C64+Floppy+CRT".


    Und das gerade macht doch den Charme aus, dass der beinahe 40 Jahre alte C64 immernoch mit aktuellen Umgebungen betrieben werden kann.

  • Dann müsste man mal die Stimmen sammeln, die sagen "Das sieht jetzt aber nicht so gut aus." und diejenigen dann fragen "Warum denn nun ganz genau nicht und was machst du dagegen? Denk mal nach." :D

    Das mit den Farben und Scanlines "CRT vs. Flatscreen" ist ein bisschen so wie das Pixelzählen in der DVD-Ära (Stichwort: das Streben nach Perfektion gepaart mit Unzufriedenheit :emojiSmiley-01:).

    Jeder, der heute noch so innig mit dem C64 verbunden ist, dass er sich hier anmeldet und sogar postet, dem sollte bewusst sein, wo die feinen Unterschiede liegen. Ist das nicht der Fall, dann findet er hier bestimmt Erleuchtung. Also wenn sich jemand schizophrenerweise über die ggf. unglückliche Darstellung auf seiner spezifischen Garäte-Software-Kombination-XYZ "beschwert", dann lebte er vermutlich die letzten 40 Jahre auf einem anderen Planeten, d.h. man muss nicht für alle möglichen C64 Umgebungen die Grafiken optimieren, sondern nur für die eine eigene.

    ...und die Gruppe der Zielgruppe, die lieber "Pan&Scan" schaut, ist selbst schuld! :emojiSmiley-12:

  • atomcode

    Ich sag mal so: Damals hat jeder seinen Bildschirm danach ausgerichtet, was so als Referenz verfügbar war und wie man die Farben als schön und ausgewogen empfand. Bei mir war es der am gleichen Monitor angeschlossene Amiga, beim nächsten ein Videorecorder, der nächste hielt ein Fotobuch daneben. So unterschiedlich die Farben dort dargestellt werden (mal unabhängig von den ohnehin variablen Ergebnis, die ein einzelner C64 ausgibt), gibt es nicht nur eine Wahrheit bei der Palette. Ich verwende zb Colodore, weil sich die Darstellung am 1084s orientiert (der hier auch auf dem Schreibtisch steht) und mir so das Einstellen nach Augenmaß erspart . Btw verwende ich nicht durchweg die gleichen Werte für alles. Wenn ich zb Grafiken für Enthusi erstelle, sind die Farben anders eingestellt, als wenn ich das für mich mache. Bei EotB wechsel ich regelmäßig zwischen drei Varianten hin und her.

    Als ich um 2008 herum wieder in der C64-Szene aktiv wurde, wurde mir von allen Seiten erklärt, dass die PEPTO-Palette das Maß aller Dinge wäre, weil technisch plausibel ausgemessen und man einen Monitor so einstellen kann, dass es passt. Das Verfahren macht ja durchaus Sinn, weil Erinnerung und Augenmaß gerne mal willkürlich sind (was nicht heißen soll, dass auf dem Weg keine stimmigen Ergebnisse erzielt werden). Nur kann ich mich an kaum einen C64 in meinem Umfeld erinnern, wo das Bild so ausgewaschen und lilastichig aussah. Bzw mein aktueller C64 Reloaded bringt solche Farben, wenn ich den Rechner über SVideo anschließe und die Sättigung am PC-Monitor ordentlich runterschraube. Aber die technische Plausiblität reichte, dass man die Gegebenheiten aus den 80ern für irrelevant erklärte. Bzw aus meiner Perspektive als Grafiker wird quasi die künstlerische Entscheidung - mit welchen Farb- und Kontrastverhältnissen gearbeitet wurde - historisch zur Nebensache erklärt.



    Nochmal das Beispiel von Zeha genommen - was ist von den beiden Varianten, wie sich das der Künstler vorgestellt hat? Die linke Variante wirkt organischer, die rechte hat mehr angedeutete Details (der Text unter dem Bild verwechselt meiner Ansicht nach Farbübergänge und Kantenglättung mit Details). Wenn der Faltenwurf der Kleidung auf dem CRT teils verschwindet, wieso wurde das so gepixelt? Man arbeitet anders, wenn Farben auf dem Bildschirm unterschiedlich dargestellt werden und zb bestimmte Kombinationen auf dem CRT verschwimmen oder im Hintergrund verschwinden oder am modernen Bildschirm eben nicht.

    Für mich gehört diese Vielfalt von Farbeinstellungen und Ausgabemedien zu den Dingen, welche den C64 ausmachen. Jedenfalls halte ich es für keine gute Idee, wenn man sich hier auf einen Standard einschießt.

  • Um das Thema und die "harten Aussagen" noch ein bisschen zu diversifizieren, moechte ich mal noch betonen, dass "Roehre" alleine noch nicht ausreicht, um zu sagen, "so hat der Entwickler sich das vorgestellt". Es haengt auch noch vom Video-Anschluss ab.


    Als Illustration mal ein Beispiel aus dem Spiel "Shadow Switcher":


    So sieht das Bild aus, wenn man den Roehrenmonitor per Composite-Video anschliesst. Die einen Leitern sind gruen, die anderen sind lila. Dass der Entwickler sich das so nicht gedacht hat, kann ich euch zu 100% versichern ;) Aber das Spiel wurde halt auch hauptsaechlich per Emulator gestaltet, und an einem per S-Video angeschlossenen Roehrenmonitor gegengecheckt, wo diese Falschfarben NICHT auftreten.


    Wenn nun also jemand seinen Monitor per Composite anschliesst (oder sogar per Antennenkabel), und sich das schlechte Bild dann mit "der Entwickler hat das aber auch so gesehen" schoenredet, der sollte auch diese Aussage evtl nochmal ueberdenken ;)


    EDIT: Zum Vergleich das Emulatorbild: