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Hyperion vs. Amiga Inc. vs. Cloanto vs. Amiga-User

  • Ich glaube, die haben andere Probleme, als mich zu belangen. Außerdem habe ich das hier nicht zum ersten mal geäußert, sondern tu das seit 20 Jahren (und ich bin einer unter vielen) – und bisher habe ich noch nichts von Microsofts Rechtsabteilung gehört. Das soll jetzt keine Einladung sein ;) – aber ich bin da ganz entspannt. Wir sind hier ja "unter uns" und nicht bei Twitter oder FB.


    Bill Gates hat einen Diebstahl geistigen Eigentums sogar selbst zugegeben, allerdings bezüglich Xerox (Die Geschichte mit Apple und dem Einbruch und dem Fernseher, der schon weg war) – was meines Erachtens ein Ablenkungsmanöver war, um die wirkliche Tat nicht zugeben zu müssen. Da hat Steve Jobs mal recht schlecht reagiert, als er Gates nicht kontra gegeben und das einfach weggelächelt hat.

  • Bill Gates hat einen Diebstahl geistigen Eigentums sogar selbst zugegeben, allerdings bezüglich Xerox (Die Geschichte mit Apple und dem Einbruch und dem Fernseher, der schon weg war) – was meines Erachtens ein Ablenkungsmanöver war, um die wirkliche Tat nicht zugeben zu müssen. Da hat Steve Jobs mal recht schlecht reagiert, als er Gates nicht kontra gegeben und das einfach weggelächelt hat.


    Vieleicht hatte ja Jobs da ein schlechtes Gewissen, weil er Xerox über den Tisch gezogen hatte, für ein Apple und ein ... :)

  • Vieleicht hatte ja Jobs da ein schlechtes Gewissen, weil er Xerox über den Tisch gezogen hatte, für ein Apple und ein ...

    Naja, Steve war auch nicht gerade der, dem ich ein schlechtes Gewissen zutrauen würde. Der war schon sehr davon überzeugt, dass er "das Richtige" tut und sicherlich niemand, den große Selbstzweifel geplagt haben. Außerdem hat er den Preis bezahlt, den Xerox haben wollte – dem einen waren die Sachen halt nicht viel Wert, dem anderen schon. Und ob sich das Investment auszahlen würde, war zu dem Zeitpunkt ja auch nicht wirklich klar – dafür war das alles zu "neu". Bei Xerox lief das GUI auf einer teuren Workstation mit riesigem Bildschirm – sowas wollte Apple ja nicht bauen, sondern einen neuen PC als Nachfolger für den Apple II. Außerdem war das Alto-GUI darauf ausgelegt, Textdokumente zu erstellen und zu verwalten (es war halt doch Xerox) und nicht ganz so universell gedacht, wie ein PC-System. Apple hat da schon noch recht viel Arbeit reingesteckt, um daraus Lisa-OS und Mac-OS (damals anders heißend) zu entwickeln. Steve Jobs wird darüber hinaus sein eigenes Zutun noch etwas höher eingeschätzt haben, als es in Wirklichkeit der Fall war – und somit fand er den Besuch bei Xerox wahrscheinlich nicht unterbezahlt – auch wenn er natürlich in dem dort Gezeigten einen Rohdiamanten erkannte, wo andere (vor allem die Chefs von Xerox – und Bill Gates zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich auch) nur einen beliebigen, schmutzigen Stein sahen.


    Aber das ging uns doch sicherlich auch schon mal so, dass wir auf dem Flohmarkt einen alten Rechner (oder ein anderes Kleinod) fanden und überrascht waren, wie wenig der Besitzer dafür haben wollte. Dann haben wir vielleicht noch ein paar Euro draufgelegt, weil es so billig war – aber dann freuten wir uns über das Schnäppchen – und sehr viel schlechtes Gewissen kam nicht auf, nur weil wir vielleicht noch mehr gegeben hätten, wenn es verlangt worden wäre. Dem einen sin Uhl ist dem andern sin Nachtigall.


    Wie gesagt, Steve Jobs' Nicht-Reaktion auf die Behauptung von Gates, beide hätten Xerox bestohlen (bzw. es versucht), kann ich nicht nachvollziehen – die wirkliche Sachlage war und ist ja weitgehend klar. Vielleicht wollte er das Gespräch nicht eskalieren lassen oder er war Bill immer noch dankbar für die Unterstützung, als es Apple wirtschaftlich schlecht ging, vielleicht musste er in dem Zuge sogar eine Klappe-halten-Vereinbarung unterzeichnen, wer weiß das schon. Ohnehin erschien mir Jobs grundsätzlich nicht als besonders spontan, was seine Äußerungen anging. Er hat eher sehr lange über das nachgedacht, was er sagen wollte, Keynotes wurden über Wochen hinweg geplant und einstudiert. Vielleicht wurde er also auch einfach von Gates (Meister des Über-den-Tisch-ziehens (2x IBM, 1x Apple ...)) überrumpelt.


    Den Begriff des „Diebstahls“ würde ich schon deshalb nicht benutzen, weil ich ja finde, dass das Konzept der Softwarepatente unzulässig ist und deshalb nichts geklaut, sondern nur die gleiche Idee benutzt werden kann.

    Ich sehe das halt (nur ein wenig) anders: Ich bin dafür, dass Software-Patente abgeschafft werden – aber solange es sie gibt, sehe ich sie als Realität an und negiere sie nicht. Auch damals gab es den Schutz geistigen Eigentums (wobei es damals noch deutlich weniger windige Software-Patente gab als heutzutage – Apple hat sich vieles nicht schützen lassen, was man sich heute schützen lassen würde)) und wenn ich mir über die damalige Situation Gedanken mache, dann beziehe ich das mit ein. Bill Gates "glaubt" ja an Software-Patente (hat selber nicht wenige) – und damit war ihm klar, der er Diebstahl geistigen Eigentum betreibt, wenn er sich keine Erlaubnis einholt und auch nichts dafür bezahlt. Er hat die ihm zur Verfügung gestellten Firmengeheimnisse von Apple zweckentfremdet und daraus heimlich ein "eigenes" Produkt gemacht. Ihm war sicherlich klar, dass er geklaut hat.


    Jetzt ihm nachträglich dafür Absolution zu erteilen, nur weil man heutzutage Software-Patente für schlecht hält, finde ich zu weit gegriffen. Zu dem Zeitpunkt war Gates Tat "falsch" – und er war sich bestimmt darüber im Klaren, dass er das Recht "biegt". Er war halt gewissenlos genug, es trotzdem zu tun – und man kann ja im Nachhinein gut erkennen, dass er sich nie zu schade dafür war, andere zu linken, wenn es ihm einen wirtschaftlichen Vorteil brachte. Das gehört quasi zur Microsoft-DNA.

  • 1 Es gibt Patente, Design-Patente (bei uns Geschmacksmuster), Marken und auch noch das Copyright. Das sollte man nicht alles in einen Topf werfen. Die meisten dieser Regelungen machen durchaus Sinn, damit der, der viel Zeit investiert, etwas zu erfinden, sich etwas auszudenken, marktreif zu machen oder anderes geistiges Eigentum schafft, dieses auch für bestimmte Zeit exklusiv nutzen kann, damit sich die Vorarbeit auch lohnt. Bei manchen Dingen macht der Schutz aber keinen Sinn, weil die Grundidee des Schutzes geistigen Eigentums, Innovation zu fördern, ad absurdum geführt wird – z.B. bei Software-Patenten oder auch Trivialpatenten in anderen Bereichen oder Patente auf rein entdeckte Sachverhalte.

    2 Ein Markenschutz erstreckt sich nicht auf alle Bereiche unseres Lebens, sondern man muss bei der Anmeldung angeben, für welche Bereiche der Schutz gelten soll. Und diese Bereiche sind in sog. (durchnummerierten) Nizza-Klassen eingeteilt. "Software" ist in einer anderen Nizza-Klasse als "Obst und Gemüse". Es kann also zwei identisch klingende/aussehende Marken unterschiedlicher Hersteller in unterschiedlichen Bereichen/Märkten geben.

    1 - ich weiß, ich weiß, wollte das auch nicht so ganz penibel beleuchten, war nur so am Rande betrachtet, dass man damals ja schon vor hatte, sich den Begriff Windows ursprünglich patentieren zu lassen - einfach um RICHTIG Kohle zu verdienen daran - da das aber zum Glück nicht zugelassen wurde, zog man das Ansinnen auch wieder zurück, aber nur mal angenommen, es hätte sich jemand gefunden, der WINDOWS tatsächlich patentiert HÄTTE... und sei es aus Dämlichkeit ;(;(;(


    Geschmacksmuster sind ja genauso krank - ich denke da nur an "...ein Gerät mir eckigen oder abgerundeten Kanten, welches der Kommunikation und anderen Dingen dient..." - Geschmacksmuster von Apple für im Grunde JEDES Handy, Spartphone und mehr... - schon darf NIEMAND mehr ohne Kohle abzudrücken, irgendetwas mit Kanten herstellen, womit man kommunizieren kann... Super! Somit ist JEDE Konkurrenz beseitigt. Es lebe der technische Fortschritt!! Oder das Muster "Fortschrittsbalken" wie oben erwähnt... X(X(X(


    Die es in OS 3.1.4 ja auch gibt, nur dass es zu alten Amiga OS-Zeiten dieses Geschmacksmuster noch nicht mal dem Namen nach gab...


    2 - erinnere mich da gerade an einen gewissen Günther Freiherr von Gravenreuth - der mal unzählige Händler und Firmen abgemahnt hatte, da sie damals PC-Boards mit "Triton-Chipsatz" beworben hatten - einen damals sehr guten Chipsatz - angeblich!!! - weil hier eine gefährliche Verwechslungsgefahr mit den Produkten seines "Mandanten" bestand - einer winzigen Firma, die glaube ich Wein(?) mit dem Label TRICON vertrieb... - nur Microsoft hat er nicht belangt, obwohl Windows bei JEDEM Rechnerstart "Triton Chipsatz erkannt" in der Startsequenz anzeigte... HIER hatte der gute Günther sind mit Microsoft gütlich geeinigt, da HIER natürlich keine Verwechselungsgefahr bestand... - oder die Rechtsabteilung von µ-Weich doch zu groß und finanzstark gewesen ist??? Ein Schelm, wer Arges dabei denkt...


    Diese Kategorien haben damals niemanden interessiert...

  • Du wirfst immer noch Dinge durcheinander. Worte/Namen kann man nicht patentieren, nur technische Erfindungen. Worte/Namen kann man sich markenrechtlich schuetzen lassen, und das bedeutet dann, dass kein anderer diesen Begriff fuer eine andere Marke benutzen kann. Das heisst NICHT, dass jeder zahlen muss, der das Wort irgendwo sagt oder hinschreibt. Es heisst aber, dass wenn Microsoft ein Software-Produkt namens "Windows" herausbringt, dass Du dann eben kein anderes IT-Produkt herausbringen darfst, das ebenfalls so heisst, und das ist doch vollkommen in Ordnung und richtig so. Wenn Du aber eine Bau-Firma im englischsprachigen Raum bist, die u.a. Fenster einbaut, dann darfst Du sehr wohl auf Deinen Flyer schreiben "doors, windows, and more". Und wenn Du ein Bauer bist, der Aepfel verkauft, dann kann Dich auch niemand belangen, wenn auf Deiner Preisliste "Apple" steht, neben den ganzen Kartoffeln und Karotten und Birnen.


    Nun stelle Dir aber vor, ein Hersteller verkauft einen mp3-Player und nennt ihn "Apple". Da ist es doch klar, dass die Firma Apple da was dagegen hat. Denn Kunden koennten einen Bezug herstellen, der gar nicht da ist.


    Was Geschmacksmuster angeht, mag das vielleicht trivial klingen, aber auch hier muss natuerlich irgendwo eine Grenze gesetzt werden. Natuerlich gibt es nicht sooo viel Spielraum, wie ein Handy heutzutage aussehen kann, aber trotzdem muss doch ein Unternehmen auch irgendwie verhindern koennen, dass ein Mitbewerber das Design 1:1 uebernimmt. Ein jeder schimpft und schmunzelt ueber billige Kopien aus China usw, aber wenn man den Markenschutz und Geschmacksmusterschutz ausschalten wuerde, dann haetten wir hierzulande doch genau das gleiche. Dann wuerde Dich keiner daran hindern, ein "Apple iPhone" herauszubringen das genau gleich aussieht. Ist doch klar, dass Apple da was dagegen hat. Zudem muss ein Markeninhaber auch aktiv seine Marke verteidigen, sonst wuerde er sie naemlich langfristig tatsaechlich verlieren.


    Und auch wenn viele natuerlich meinen, ihre Rechte ein wenig missbrauchen zu muessen - es heisst noch lange nicht, dass das vor Gericht alles durchgeht. Komischerweise GIBT es ja auch eine Vielzahl an Smartphones, die rechteckig sind und runde Ecken haben - so einfach ist es also wohl doch nicht, die angemeldeten Geschmacksmuster durchzusetzen. Weil jeder Richter weiss, dass ein praktisch zu benutzendes Telefon nunmal so aussieht und sich nicht so radikal anders designen laesst.

  • Da fällt mir der Buchverlag Galileo Press ein, der seinen Namen in Rheinwerk ändern lies. Sie haben sich aber prophylaktisch für diesen Schritt entschieden.


    Hier ein Ausschnitt aus der Erklärung:


    Der Gebrauch des Namens »Galileo Press« für unseren Verlag wird durch den britischen Softwarekonzern Travelport beim deutschen Patent- und Markenamt angefochten. Noch ist nicht abschließend entschieden, wem das Recht an der Marke zugesprochen wird. Sollten wir unterliegen, bestünde aber die Gefahr, dass wir in kurzer Frist unsere Produkte vom Markt nehmen müssten. Das wäre natürlich existenzgefährdend. Um dem vorzubeugen, haben wir uns entschieden, unserem Verlag einen neuen Namen zu geben.


    Travelport ist der weltweit größte Anbieter von Softwarelösungen für die Reiseindustrie. Galileo Press ist nicht das erste und nicht das einzige Unternehmen, dem Travelport Ansprüche auf die Marke »Galileo« streitig macht. Öffentliches Interesse fand seinerzeit die juristische Auseinandersetzung mit dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS (heute: Airbus Group). Travelport konnte damals gerichtlich erzwingen, dass das europäische Satellitennavigationssystem »Galileo« nicht unter diesem Namen vermarktet werden darf.

    Alles, was zum Zeitpunkt unserer Geburt bereits vorhanden war, wird als Bestandteil der natürlichen Ordnung empfunden.
    Alles, was in der Zeit zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr erfunden wurde, ist aufregend, revolutionär und fördert vielleicht sogar die eigene Karriere.
    Alles, was nach unserem 35. Geburtstag erfunden wurde, verstößt gegen die natürliche Ordnung der Welt und wird abgelehnt.
    - Douglas Admas -

  • @ZeHa: Ich finde, du hast das sehr gut erklärt.


    ich denke da nur an "...ein Gerät mir eckigen oder abgerundeten Kanten, welches der Kommunikation und anderen Dingen dient..." - Geschmacksmuster von Apple für im Grunde JEDES Handy, Spartphone und mehr... - schon darf NIEMAND mehr ohne Kohle abzudrücken, irgendetwas mit Kanten herstellen, womit man kommunizieren kann... Super!

    Hier möchte ich zu ZeHas Erläuterungen noch hinzufügen: Zu einem Geschmacksmuster-Antrag gehört auch immer die Darstellung des zu Schützenden – nicht nur der beschreibende Text. Dieser erklärt nur die Zeichnung, weil nicht jeder Zeichnungen wirklich "lesen" kann. Was sich Apple hat schützen lassen, war ein Smartphone mit den typischen Merkmalen, die man noch heute mit dem iPhone verbindet: Rechteck mit identisch abgerundeten Ecken, darin mittig (und ohne optische Trennung) der Screen und ein einzelner Button an einer der kurzen Seiten. Sie haben sich eigentlich schützen lassen wollen, dass NUR das zu sehen ist, keine drölfzig anderen Buttons, keine schiefen Formen (wie bei Nokia-Handys), keine Asymmetrien, keine Kunststoff-Wulze, kein Steuerkreuz, kein Keyboard etc. Man muss halt sehen, wie damalige (also vor 2007) Smartphones (mit Windows Mobile oder Symbian) üblicherweise aussahen – und wie das iPhone aussah. Apple wollte sich die Simplizität der Gestaltung schützen lassen und nicht alle Designs, die einige dieser Formen AUCH verwenden. Deshalb hatte z.B. HTC keinen Streit mit Apple über das Design der Geräte, denn sie hatten ein vollkommen eigenständiges Design und grenzten sich klar vom iPhone ab. Andere Hersteller versuchten aber später, möglichst so auszusehen, wie das iPhone – was für die Funktion nicht zwingend notwendig ist, sondern nur die Verkäufe ankurbeln sollte, weil manchen Kunden "etwas iPhone-ähnliches" (bei halbem Preis) vollkommen ausreicht.


    Wie gesagt, auf den Geschmacksmuster-Text kommt es nicht an, sondern eigentlich nur auf die Zeichnung (wenn es sich um ein grafisches Geschmacksmuster handelt). Und da kommen natürlich die grafisch meist laienhaften Richter und Jurys ins Spiel – was für einen Designer-Kollegen als eindeutiges Ripp-Off zu erkennen ist (welches nur versucht, dem Original möglichst viele dumme Kunden abzuwerben), ist vielleicht für den Laien nicht als solcher zu erkennen, weil er z.B. meint, alle Geräte dieses Typs müssten ohnehin identisch aussehen, wie halt eine Schraube einer anderen Schraube ähnlich sieht. Meines Erachtens sollte man für solche Entscheidungen eine Fachjury einsetzen, bei anderen Fachrichtungen (z.B. Medizin, Pharma ...) natürlich auch. Der laienhafte "gesunde Menschenverstand" reicht halt nicht für alle Bereiche des Lebens aus – wobei der auch oft genug zu kurz kommt.


    Marken und Geschmacksmuster sind durchaus sinnvoll und dienen dazu, uns Konsumenten Orientierung und Sicherheit zu bieten. Gäbe es diese Regelungen nicht, könnten wir in einem Geschäft nicht unterscheiden, ob wir das Produkt bekommen, das wir eigentlich haben wollten. Wenn im Regal 10 Produkte unterschiedlicher Qualität (manche vielleicht sogar potentiell gefährlich oder gesundheitsschädlich) ständen, die aber alle den gleichen Namen und zum Verwechseln ähnliche Optik hätten, wäre uns nicht geholfen.



    Bei Software-Patenten geht es hingegen oft darum, Verfahren schützen zu lassen, die der einzig sinnvolle Weg zu einem bestimmten Zweck sind. Und es bietet für den Kunden keinen Vorteil, wenn der Programmierer hier einen großen Umweg machen muss, nur um das Patent nicht anzugreifen. Das ist oft so, als würde man sich die Rundheit von Rädern schützen lassen – jede andere Form ist halt schlechter. Und was das größte Problem bei Software-Patenten ist: Es ist kaum machbar, jeden Code daraufhin abzuklopfen, weil es zu viele Patente gibt und sie sich nicht leicht erschließen lassen. Bei jedem kleinen Programm hat man wahrscheinlich dutzende von angeblichen Patenten verletzt – ohne davon Kenntnis zu haben. Man ist also immer auf Gedeih und Verderb dem Goodwill einiger großer Patent-Pools ausgeliefert, einen nicht zu verklagen. Und das geht solange gut, solange man klein genug ist, als dass man viel bei einem holen könnte. Hat man auf einmal Erfolg mit einem Software-Produkt, kommen die Patentinhaber aus ihren Löchern gekrochen und wollen absahnen.


    Ich bin also nicht gegen den jeglichen Schutz geistigen Eigentums – und jeder, der etwas erschafft, soll nicht dagegen sein – nur macht halt nicht jeder Schutz wirklich Sinn. Technische Patente sind sinnvoll, wenn sie wirklich innovativ sind (das Geld der Forschung etc. muss auch wieder reinkommen, sonst lässt man es bleiben). Geschmacksmuster und Marken helfen den Menschen, in der Welt vom Milliarden von Produkten überhaupt noch klar zu kommen. Aber Software-Patente (und viele andere Trivialpatente) helfen niemandem und führen nur zu unnötig komplizierten Produkten, langen Entwicklungszeiten und dazu, dass Software-Entwickler immer "mit einem Bein im Gefängnis" (nicht wirklich, im übertragenem Sinn) stehen, ohne zu wissen, warum.

  • Du wirfst immer noch Dinge durcheinander. Worte/Namen kann man nicht patentieren, nur technische Erfindungen. Worte/Namen kann man sich markenrechtlich schuetzen lassen, und das bedeutet dann, dass kein anderer diesen Begriff fuer eine andere Marke benutzen kann.

    Ich weiß, ich werfe es auch nicht in der Praxis durcheinander - das war ein spekulatives Szenario, was im Grunde vor einigen Jahren betreffs völlig anderer Dinge genau so abgelaufen ist - heute vielleicht nicht mehr ganz so krass möglich ist, aber auch nicht ausgeschlossen - man kann gar nicht so dumm denken, wie es in der Realität mitunter kommt...
    Siehe Tricon (Wein) und TRITON (PC-Chipsatz) und Abmahnungen und Unterlassungserklärungen und Abzocke - wenn sowas an einen Richter kommt, der auch keine Ahnung von der Materie hat, kann schnell ein absolut unsinniges Urteil gefällt werden, was dann erst wieder mühsam revidiert werden muss - und das dauert oftmals weitaus länger...


    Auch wenn man Worte an sich nicht "patentieren" kann - bitte nicht so 100% an die Begriffe klammern!! - so war es damals durchaus Klein-Weichs Absicht, den maximalen Profit daraus zu schlagen - ich muss mal schauen, ob ich die Zeitschrift mit dem Artikel noch irgendwo finde - ist aber lange her, kann ich daher nicht versprechen - da wurde die Frage an Klein-Weich gestellt, was sie denn damit bezwecken? Antwort war sinngemäß: zu verhindern, dass jemand ihr geistiges Eigentum ungefragt benutzt - worauf die Zeitschrift meinte, dass FENSTER - oder eben englisch WINDOWS ja schon lange VOR Klein-Weich existiert haben - JA, das haben sie, aber dank M$ haben WINDOWS jetzt eine völlig neue Bedeutung bekommen und damit wollen sie hier ein Zeichen setzen... Wer das Wort benutzen will, soll dafür einen kleinen Betrag an M$ zahlen - bei Anwendungen ausserhalb WINDOWS würde man da sicherlich Entgegenkommen zeigen... so in etwa jedenfalls.


    Wie gesagt - SINNGEMÄSS!!! Bitte nicht drauf festnageln, wenn der Wortlaut ein wenig anders war...

  • Ok der Artikel wuerde mich aber schon sehr interessieren. Wie das im Detail gemeint war. War das vielleicht fuer Software-Produkte gemeint, die z.B. so heissen wie "3D-Gartenplaner fuer Windows"? Oder "Win-Gartenplaner"? Oder in welchem anderen Zusammenhang haette dies relevant sein sollen? Oder dass ein Hersteller einer Anwendung nicht in den Hilfetext schreiben darf, "schieben Sie das Fenster nach links" oder sowas?

  • Bill Gates hat einen Diebstahl geistigen Eigentums sogar selbst zugegeben


    Apropos klauen und zugeben. In der autorisierten Biografie über Steve Jobs steht:


    Quote

    »Große Künstler klauen«


    Der Apple-Raubzug im Xerox PARC gilt mitunter als einer der größten Industriediebstähle aller Zeiten. Jobs schloss sich dem gelegentlich an, und zwar unverkennbar stolz: »Es kommt darauf an, sich mit dem Besten vertraut zu machen, was Menschen geschaffen haben, und es in die eigene Arbeit einzubeziehen«, erklärte er einmal. »Picasso sagte immer: ›Gute Künstler kopieren, große Künstler klauen.‹ Und wir haben schon immer schamlos große Ideen geklaut.«

  • erinnere mich da gerade an einen gewissen Günther Freiherr von Gravenreuth - der mal unzählige Händler und Firmen abgemahnt hatte, da sie damals PC-Boards mit "Triton-Chipsatz" beworben hatten - einen damals sehr guten Chipsatz - angeblich!!! - weil hier eine gefährliche Verwechslungsgefahr mit den Produkten seines "Mandanten" bestand - einer winzigen Firma, die glaube ich Wein(?) mit dem Label TRICON vertrieb.


    Nein, kein Wein: c't 8/95: Triton: Vorsicht, Abmahnung!


    Quote

    ... klingt Triton aber fast so wie Tricon, und diesen Namen hat sich die auf Maschinenbau-Software spezialisierte Firma Tricon Engineering B.V. aus Hoofddorp (Niederlande) erstmals 1987 als Warenzeichen eintragen lassen.

  • Ich halte keine Firma, die so groß geworden ist, für eine Engel. Apple, Commodore, Atari, Google, Microsoft und wie sie alle heißen, da ist keine besser als die andere. Die werden alle ihre übelst riechenden Leichen im Keller haben.

    Alles, was zum Zeitpunkt unserer Geburt bereits vorhanden war, wird als Bestandteil der natürlichen Ordnung empfunden.
    Alles, was in der Zeit zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr erfunden wurde, ist aufregend, revolutionär und fördert vielleicht sogar die eigene Karriere.
    Alles, was nach unserem 35. Geburtstag erfunden wurde, verstößt gegen die natürliche Ordnung der Welt und wird abgelehnt.
    - Douglas Admas -

  • Na hier wurde ja viel von freier Meinungsäußerung geschrieben. Dann gebe ich auch mal eine Meinung ab. Wenn ich "geistiges Eigentum" lese, wird mir schon mulmig. Wenn das dann noch mit dem Wort "Diebstahl" kombiniert wird, wird mir übel.


    Etwas weniger plakativ: Die Gratwanderung bei der Entscheidung, was z.B. "patentwürdig" ist, ist eine schwierige. Dass man nicht einfach Lösungen anderer "kopieren" darf ist sicher gut und richtig. Wenn "nur" eine Idee nachimplementiert wird, ist das aber schon wieder etwas ganz anderes, und da sollte man sich schon ernsthaft die Frage stellen, ob die Idee an sich so besonders ist, dass sie zu schützen wäre. Mir geht das Pendel hier allzu oft in die Richtung, dass "jeder Scheiß" geschützt wird, was letztendlich Innovationen bremst statt sie zu fördern.

  • propos klauen und zugeben. In der autorisierten Biografie über Steve Jobs steht ...

    Das ist aus der Biografie von Walter Isaacson. Die habe ich natürlich auch gelesen. (Da steht zwar "autorisiert" drauf aber Jobs konnte sie ja nicht wirklich lesen, da er vor Vollendung verstarb. Aufgrund des recht kritischen Untertons wurde sie nicht in das Sortiment der Apple Stores genommen, wenn ich mich noch recht entsinne). Eigentlich eine gute Quelle.


    Ich war damals beim Lesen überrascht über die Einlassung, die Jobs dort gemacht hat. Ich kann sie mir nur damit erklären, dass er sich in der Rolle des (verwegenen und raubenden) Piraten sehr gerne sah (er ließ ja auch schon mal eine Piratenflagge hissen) und er auch Künstler, wie Picasso, sehr verehrte und sie vielleicht auch mal gerne kontrovers zitieren wollte. Vielleicht sah er den Deal mit Xerox aber ob des günstigen Preises (es wurde ja auch nicht bar bezahlt, sondern mit Firmenanteilen = Aktien) wirklich selbst als "genialen Diebstahl", einen Husarenstreich, an. Rechtlich gesehen war es das aber nicht – das wurde (nach meiner Erinnerung) sogar vor Gericht bestätigt, als Xerox Jahre später bemerkte, was sie da so günstig weggegeben hatten und sich das nachträglich vergolden lassen wollten.


    Auch wenn Jobs selbst das anders gesehen haben sollte, es bleibt bei der Unterscheidung: Hat man eine Sache/Dienstleistung (egal ob virtuell oder dinglich) bezahlt (und sei der Preis auch ein Schnäppchen) und das gegenüber ist mit dem Deal einverstanden, dann hat man "gekauft". Fehlen diese Komponenten (Bezahlung und Autorisierung), dann ist es wohl "geklaut". Nach dieser Definition hat Apple die GUI-Ideen von Xerox gekauft – und Microsoft hat sie von Apple geklaut.


    Apple, Commodore, Atari, Google, Microsoft und wie sie alle heißen, da ist keine besser als die andere. Die werden alle ihre übelst riechenden Leichen im Keller haben.

    Es sind Firmen, keine NGOs. Natürlich kämpfen die mit harten Bandagen und sind ihren Shareholdern verpflichtet. Trotzdem gibt es Unterschiede bei dem, wie weit die einzelnen Firmen und Firmenchefs gegangen sind bzw. gehen. Microsoft hat z.B. extrem viele Klagen wegen Wettbewerbsverletzungen auf dem Kerbholz und wurde deswegen auch schon öfters zu gewaltigen Strafzahlungen verdonnert. Schade eigentlich, dass man für sowas nicht den jeweiligen CEO durch die Straßen treiben darf. ;) Andere Firmen sind auch keine Engel aber man kann da schon noch Unterschiede erkennen. Wenn man da alles und alle über einen Kamm schert, kann man ja auch keine Veränderungen realisieren – ich sehe durchaus eine Besserung bei MS seit CEO Nadella, er scheint weniger aggressiv vorzugehen als seine Vorgänger Ballmer und Gates.


    Wenn ich "geistiges Eigentum" lese, wird mir schon mulmig. Wenn das dann noch mit dem Wort "Diebstahl" kombiniert wird, wird mir übel.

    Kann ich persönlich nicht wirklich nachvollziehen – auch wenn ich deine Sicht respektiere. Heutzutage findet der größte Teil der Wertschöpfung nicht mehr über körperliche, sondern über geistige Arbeit statt. Warum sollte man diese geistige Arbeit, die ja ohne Schutz recht flüchtig ist (wie man jahrelang in China beobachten konnte), nicht auf irgendeine Art schützen dürfen? Es steht ja jedem einzelnen frei, die Ergebnisse seiner geistigen Arbeit unter eine offene Lizenz zu stellen und damit der freien Nutzung zuzuführen. Ich finde, das soll jeder selbst entscheiden können – und zwar von Fall zu Fall. Viele meiner Entwürfe stelle ich z.B. zur freien Nutzung zur Verfügung – quasi alles (ohne das jetzt im einzelnen überprüft zu haben), was ich so Hobby-mäßig (z.B. hier für das Forum) gestalte. Aber wenn ich beruflich etwas gestalte, dann sehe ich (oder meine Kunden) auch zu, dass das nicht schamlos kopiert wird, nur weil sich jemand anderes keinen (eigenen) Kopf machen und schnell zu einem Ergebnis kommen will.


    Langsam sollte das doch alles abgelaufen sein.

    Patente laufen nach 20 Jahren aus, Geschmacksmuster nach max. 10 Jahren. Marken kann man allerdings (ich meine, beliebig oft, alle 10 Jahre) verlängern, sonst hätten ja ältere Firmen ein großes Problem. Andere Schutzrechte (Copyright) werden gerne mal von staatlicher Stelle verlängert, wie es noch in diesem Jahrzehnt beim Copyright (von Bild- und Tonaufnahmen) geschehen ist – von 50 auf 70 Jahre. Die Firma Disney gehört zu den besonders aktiven Playern, was die Verlängerung von Schutzfristen angeht, weil sie Angst haben, dass Micky und Donald gemeinfrei werden und dann jeder ähnliche (oder identische) Figuren auf den Markt werfen darf. Die vermarkten ihre alten Figuren ja noch sehr aktiv in ihren Parks und im Merchandising.

  • Ein Patent hat eine gewisse Laufzeit (20 oder waren es 25 Jahre) und auch Namensrechte müssen regelmäßig (gegen Geld) verlängert werden. Langsam sollte das doch alles abgelaufen sein.

    Der Unterschied ist, das Patent schützt die Idee, das Copyright die eigentliche Software. Aber zum Glück gilt Copyright eben nicht ewig, weshalb in den USA alle Software, welche vor 1924 geschrieben wurde, jetzt Public Domain ist.