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Assy 250407, Rev B - nur schwarzer Bildschirm, auch Module gehen nicht

  • Ich versuche gerade, meinen alten C64 wieder in Betrieb zu nehmen. Leider bislang ohne wirklichen Erfolg.

    Mein C64 ist ein Brotkasten von 1983 (Assy 250407, Artwork no. 251137 Rev B). Zuletzt hatte ich ihn in den frühen 90ern eingeschaltet.

    Bevor ich auch nur einen Einschaltversuch gemacht habe, habe ich alle Elkos getauscht. Allerdings waren die originalen eigentlich noch OK.

    Beim Einschalten geht die Power-LED an, ich sehe aber nur ein schwarzes Bild ohne Rahmen mit ganz leichten vertikalen Streifen.

    Ich habe leider keinen zweiten C64 zum Testen und keine Ersatz-ICs zum Tauschen. Eine 1541 zum Blindtest habe ich auch nicht (zur Hand).

    Gesockelt sind nur VIC, SID , der LM556 (U20) und ein MOS 7711 (U15 / 74LS139).

    Mein Fernseher hat keinen analogen Videoeingang mehr, also habe ich den C64 über RetroTINK2x angeschlossen. Das Verbindungskabel habe ich neu angeschafft. Nach menschlichem Ermessen scheint es aber richtig verdrahtet zu sein.

    Ich habe eine Versa64Cart mit diversen Diagnosemodule, u.a. auch Dead Test (781220). Ich bin mir eigentlich sicher, daß es richtig konfiguriert ist, aber leider konnte ich es nicht an einem funktionsfähigen C64 testen.

    Ansonsten habe ich noch ein altes Final Cartridge und das Spielemodul "Dragonsden". Letzteres habe ich mal ausprobiert, aber ohne irgendeine Änderung.

    Es gibt also leider diverse Unsicherheitsfaktoren, aber eigentlich gehe ich davon aus, daß der C64 tatsächlich nur ein schwarzes Bild ausgibt. Und zwar sowohl ohne Dead Test Modul als auch damit.

    Ansonsten habe ich ein Multimeter und ein Scope und weiß damit umzugehen.


    Was ich bisher getestet habe (für meine Tests betreibe ich den C64 ohne Tastatur):


    - Das Netzteil (Original Elefantenfuß) liefert ~11V AC (Leerlauf bei ~240V Netzspannung) und ~5.3V DC (Leerlauf).

    - Bei eingeschaltetem C64 (Power-LED leuchtet) messe ich an der internen 5V-Leitung ganz knapp über 5V.

    Die 12V und 5V ("CAN") an den Linearreglern (7812/7805) sehen auch OK aus.

    - Den SID habe ich ausgebaut, um sicherzugehen, daß er keine Probleme macht.

    - Das Kernal-ROM ist gesockelt mit einer Umschaltplatine + EPROM. Das EPROM habe ich entfernt und den Schalter so eingestellt, daß das originale Kernel verwendet wird.

    - Kein IC wird wahnsinnig warm. Am wärmsten werden VIC und PLA - der VIC ca. 65°C an der wärmsten Stelle und die PLA knapp über 60°C.

    - Die CPU scheint im Prinzip zu laufen: der Reseteingang geht kurz nach dem Einschalten hoch, auf Pin1 und Pin39 sehe ich einen ~985kHz Takt, auf den Datenleitungen, sowie AEC und R/W gibt es Aktivität.

    Auffällig ist nur, daß es auf dem IRQ-Pin keine Aktivität zu geben scheint (verrauschter High-Pegel). Außerdem ist die steigende Flanke des R/W-Signals alles andere als steil.

    - Am VIC messe ich ~17.73MHz und ~7.88MHz an Pin21 und Pin22. Auch AEC (Pin16) und PHO (Pin17) sehen OK aus. An RAS/CAS (Pin 18/19) gibt es zumindest irgendwelche digitalen Aktivitäten.

    Am SYNC/Lum (Pin15) kommt ein Signal raus, das zum schwarzen Bildschirm passen könnte. Auf Color (Pin 14) scheint aber nur ein verrauschter High-Pegel (?) zu liegen.

    Der VIC scheint also auch zumindest teilweise zu funktionieren - gibt aber wohl halt bereits ein schwarzes Bild aus.

    - An der PLA sehe ich zumindest Aktivtät an #CAS (I0 - Pin 9) und #CASRAM (F0 - Pin 18). Sie scheint also zumindest nicht völlig tot zu sein.

    - An den RAMs sehe ich Aktivität auf RAS und CAS.

    - Am Kernal-ROM sehe ich Aktivitäten am CS usw.

    - Die beiden Multiplexer 74LS257 (bei mir MOS 7708) zeigen Aktivität an Pin 15 - also sollte der VIC aufs RAM zugreifen können.

    - An den Pins 1 und 4 des Videoausgang messe ich Signale, die wohl zum schwarzen Bildschirm passen.


    Ich bin jetzt etwas ratlos, was ich als nächstes testen könnte. Mein Plan ist, trotz allem erstmal die PLA auf Verdacht zu tauschen, obwohl sie zumindest etwas Aktivität zeigt. Dem Auslöten sehe ich allerdings mit geteilten Gefühlen entgegen (obwohl ich eine Entlötstation habe).

    Ich möchte auch die Umschaltplatine für das Kernal-ROM durch eine modernere/kleinere ersetzen, weil ich ihr mißtraue und sie mir mechanisch im Weg ist. Leider ist das Kernal-ROM auf die alte Umschaltplatine gelötet. Ansonsten hätte ich es direkt gesteckt.

    Könnte das fehlende IRQ-Signal an der CPU auf eine defekte CIA hindeuten oder ist das eventuell ein Symptom eines anderen Problems? In diversen Anleitungen wird empfohlen, beide CIAs zu entfernen aber das sieht nicht unbedingt nach viel Spaß aus und ich würde es nach Möglichkeit erst dann machen, wenn ich wirklich sicher bin, daß sie defekt sind. Gibt es da irgendwelche sinnvollen Tests? Zunächst mal würde ich gerne einen Startbildschirm sehen. Ein kleinerer Peripheriedefekt (serielle Schnittstelle o.ä..) wäre mir im Augenblick erstmal nicht so wichtig.

    Ansonsten können natürlich auch die RAMs defekt sein, obwohl sie nicht heiß werden. Theoretisch müßte der Dead-Test das erkennen, aber ich sehe kein Blinken o.ä. - wobei ich mir wie gesagt weder sicher bin, daß der Videoausgang funktioniert, daß das Dead-Test-Modul funktioniert oder daß ich kurzes Blinken über Retrotink/HDMI überhaupt sehen könnte. Ich will jetzt aber auch nicht unbedingt alle 8 RAMs rein auf Verdacht tauschen.

    Irgendwelche Ideen, wie ich den Fehler ohne wildes Auslöten/Austauschen weiter eingrenzen kann? Z.B. was könnte ich noch an CIA, PLA, VIC usw. testen?

  • Ich hätte derzeit nur noch eine Wii und die dürfte keine vergleichbar schwieriger Kunde sein. Ich hatte aber vor dem Retrotink auch einen anderen HDMI-Konverter versucht - mit annähernd gleichem Ergebnis.

    Außerdem sieht das Signal ja schon am VIC nicht unbedingt aus, als würde es außer Sync-Pulsen viel Information enthalten.


    Was MOS 77xx ICs angeht: OK, kann ich tauschen. Zumindest der 7711 ist je eh gesockelt.

    Das wären bei mir dann:

    2x MOS 7708 - 74LS257 (U13/U25)

    1x MOS 7711 - 74LS139 (U15)

    1x MOS 7712 - 74LS08 (U27)


    Ist aber jetzt auch mehr auf Verdacht, oder? Und der 74LS08 ist wohl eher kein Kandidat für einen ganz schwarzen Bildschirm.

    So oder so: die Teile muß ich dann erstmal wieder bestellen, davon habe ich wohl nicht in der Schublade.

    Wenn ich schon dabei bin: gibt es sonst noch irgendwelche Standardteile, bei denen sich (bei den beschriebenen Symptomen) ein Austausch auf Verdacht lohnen würde?

  • Der 7406 ist auch gerne ein heißer Kandidat... :)


    Mach doch mal Bilder vom Board....


    Was für RAMS's (Marke) Hast Du drauf? µT-RAMS sind auch gerne freundlich gesinnte Ausfallkandidaten...


    Und die PLA (wie auch CPU) ist auch gerne mit dabei, wenns um defekte IC's geht... Da hattest Du keinen Austauch für da oder?

    Bei Interesse, ich hab für sowas EPROM PLA's hier - falls Du nicht gleich in eine richtige PLA oder nen PLA-Ersatz zum Testen investieren willst.

  • Habe ich das richtig verstanden, dass die Umschaltplatine noch im Sockel steckt (nur ohne das zusätzliche Eprom)? Die andere Schalterposition, also das Eprom hast du sicher auch ausprobiert? Dass der Deadtest eine ganze Weile braucht, weißt du sicher.


    Falls du nicht gleich alles sockeln und auslöten willst, sondern lieber erstmal den Fehler finden möchtest, solltest du vielleicht erstmal das Kernal-ROM aus der Umschaltplatine löten und in den Sockel packen, eventuell noch den Sockel durchklingeln. Offenbar hast du Möglichkeiten, Eproms zu brennen. Wenn du einen Adapter hast oder baust, kannst du auch ein normales Kernal auf ein Eprom packen und das dann ausprobieren. Einfach nur um auszuschließen, dass dort irgendetwas im Argen liegt.


    Falls du einen Monitor/Fernseher mit Composite-Eingang hast, solltest du ein A/V-Kabel in Erwägung ziehen. Auch hier einfach nur, um die Signalkette inkl. Retrotink als Fehlerquelle auschließen zu können. Das kannst du sogar hilfsweise nur anklemmen oder "anknüppern", falls du keinen 5pol-DIN-Stecker zur Hand hast.


    Ich würde jedenfalls den weitläufigen Verdachtstausch sämtlicher "üblicher Verdächtiger" erstmal hinausschieben wollen. Der Lötkolben wird früh genug heiß. Aber vielleicht lässt sich der Kontak zum Board auf ein Minimum reduzieren oder sogar ganz vermeiden...

  • Die PLA wollte ich auf Verdacht tauschen. Da ist das Material aber noch auf dem Weg.

    Den 7406 habe ich erstmal als OK eingestuft, weil ja die Resetschaltung funktioniert und mich serielle Schnittstelle und Tastatur noch nicht interessieren, solange ich kein Bild habe.

    Aber OK, ich setze einen 74LS06 mit auf die Bestellliste.


    Die 8 RAMs sind alle HM4864P-3.


    Bild vor dem Ersetzen der Kondensatoren usw. und derzeitiger Zustand

       


    Wegen Hitzeentwicklung

  • Die Umschaltplatine sitzt wie beschrieben noch im Sockel. Hauptsächlich weil ich noch keine Lust hatte, das ROM auszulöten bzw. es gleich mit einem neuen EEPROM ersetzen wollte. Die Schalterpositionen habe ich ausprobiert und die fürs ROM benutzt (CS usw.). Im Prinzip kann ich E(E)PROMs brennen, habe aber derzeit keine. Material (EEPROMs und Adaptersockel) sind auf dem Weg. Das ist wie der PLA-Ersatz fest geplant, aber das kann ich frühestens am Wochenende angehen. Und ja, ich habe dem Deadtest Modul sehr viel mehr Zeit gelassen (mehrere Minuten) als es maximal brauchen sollte (20 Sekunden oder so).

    Wie beschrieben habe ich keinen Monitor mehr (greifbar), der Composite oder S-Video könnte. Sonst würde ich nicht den Umweg über Retrotink und Co. gehen. Ein AV-Kabel habe ich ja - brauche ich ja auch für Retrotink und Co.

    Und wie gesagt: ich würde sagen, daß ich auf Sync/Lum des VIC nur Synchronisationspulse sehe. Bei Schrift usw. würde ich irgendwelche Pegeländerungen zwischen den Sync-Pulsen erwarten. Auf Pin 1/4 der DIN-Buchse sieht es wie gesagt auch nicht viel aufregender aus (Sync + Color Burst oder so). Habe leider keine Screenshots gemacht. Muß ich nochmal nachholen, falls ich nicht anderweitig weiterkomme.

  • Da du ja ein Oszi hast:


    So sieht ein schwarzer Bildschirm mit Hellgrauer Einschaltmeldung aus. Bei dir müsste es fast gleich aussehen, jedoch einfach mit einer 'Null-Linie' zwischen den Syncs:

    Das ist Composite gemessen.


    Auf Chroma kann bei einem Black-Screen nix los sein...

  • Gerrit :

    OK, das ist mir entgangen.


    Zwischenzeitlich habe ich Dead Test mal ganz ohne Kernal probiert - leider ohne Änderung.

    Nach näherer Betrachtung der Adapterplatine fürchte ich auch, daß die Pins des Roms nach dem Einlöten gekürzt wurden. Bin mir nicht sicher, ob ich das ROM überhaupt in den Sockel kriegen würde.


    Bemerkung am Rande: wie schon vorher erwähnt, sehe ich mit dem Retrotink Streifen auf dem Bildschirm. Im Composite-Modus (CVBS) sind sie sehr verschwommen, aber wenn ich auf S-Video wechsle (Y/Cr) sind sie klar abgegrenzt. Es sind etwas über 40 Streifen, wobei sie ganz rechts deutlich breiter werden. Wenn man ganz genau hinschaut, gibt es auch eine konstante Struktur innerhalb einiger Streifen. Außerdem ändern sie sich auch leicht, während ich einen Reset ausführe.


    Ich sollte an dieser Stelle anmerken, daß mein Videokabel S-Video nur auf Scart rausführt und Composite/CVBS/FBAS auf einem separaten Cinch-Stecker. Am RetroTink kann man aber S-Video nur mit einem echten S-Video-Stecker bemutzen und ich habe keinen Adapter von Scart-Stecker auf S-Video mehr zur Hand. Also benutze ich am RetroTink nur den CVBS-Eingang. Ich nehme aber an, daß im Y/CR-Modus das CVBS-Signal als Luminance//Sync interpretiert wird und ich deshalb in diesem Modus ein schärferes (aber graustufiges) Bild bekomme, obwohl ich streng genommen kein Y/C-Signal angelegt habe.


    Wie auch immer: ich frage ich, ob diese Streifenstruktur einen Hinweise auf die Art des Defekts liefern könnte - wenn man jetzt mal davon ausgeht, daß sie nicht das Resultat eines verrückt gewordenen RetroTinks sind.

    Wobei ich das gerade nochmal mit der Wii (Composite) ausprobiert habe und da funktioniert die HDMI-Konvertierung problemlos.


    ADAC :

    Genau, bei mir war eine flache Linie zwischen den Sync-Pulsen (negativer Rechteckpuls, kurz danach deutlich kürzerer positiver Spike). Nur am Videoausgang (CN5) habe ich nach dem Sync-Puls einen kurzen PWM gesehen, den ich für einen Colorburst o.ä. gehalten habe. Den Großteil der Zeit zwischen den Sync-Pulsen war aber auch da Stille.

  • ich frage ich, ob diese Streifenstruktur einen Hinweise auf die Art des Defekts liefern könnte

    Nein, das werden AEC-Streifen sein.

    Der VIC wird laufen. Takt hats ja auch. Einen IRQ bekommst nur wenn du auch ein Bild hast.


    Das Blinken vom DeadTest ist nicht zu übersehen (auch auf dem Oszi nicht).... aber das kommt ja schon garnicht.


    Mit einem Standard-Kernal bekommst du auf dem Oszi so was:

  • Ich hätte derzeit nur noch eine Wii und die dürfte keine vergleichbar schwieriger Kunde sein. Ich hatte aber vor dem Retrotink auch einen anderen HDMI-Konverter versucht - mit annähernd gleichem Ergebnis.

    Also noch mal ganz doof gefragt...Du hast die Wii U über CVBS -> Retrotink -> HDMI am TV laufen gehabt ja?


    Und mit was fürn "Verbindugskabel" hast Du den C64er nun an den Retrotink und wo dort angeschlossen?


    Erkennt der TV denn ein Signal, wenn Du den C64 an machst?

  • Ja, die Wii läuft über CVBS und RetroTink.

    Wie beschrieben habe ich für den C64 ein Kabel, daß S-Video (Pin1 und Pin6 der DIN-Buchse) auf Scart und Composite (Pin 4 der DIN-Buchse) auf einen separaten Cinch-Stecker herausführt. Mit einem anderen HDMI-Konverter habe ich sowohl Scart als auch Composite/Cinch ausprobiert, mit dem RetroTink kann ich derzeit nur Composite/Cinch verwenden, weil ich keinen Adapter von Scart auf S-Video (mehr) habe.

    Und ja, der Fernseher erkennt ein Signal, aber das ist ja eigentlich nicht die Frage. Wichtiger ist, ob RetroTink und der andere Adapter ein Signal erkennen und versuchen, dieses Signal am TV auszugeben. Und das ist definitiv der Fall.

    Bei dem 0815-HDMI-Adapter verschwindet die "No Input"-Meldung und das RetroTink wechselt von seinem Dummy-Testbild auf den geschilderten schwarzen Bildschirm mit vertikalen Streifen.