Posts by 0xdeadbeef

    Nur fürs Protokoll: mein gesamtes obigen Posting hat sich nicht um die Frage gedreht, wie ich ich perfekte 9VAC erzeugen kann, sondern nur wie ich meinen minimalistischen Ansatz so modifieren kann, daß er auch an Userport-Schaltungen funktioniert, die ein isoliertes AC-Signal erwarten.


    Nennt sich PWM

    War es mit mit 50% auch schon. Wobei ich die Pulsweite halt mit der bestehenden Teilerschaltung für den TOD nicht beliebig einstellen kann und ja auch gar nicht dynamisch verändern will. Ist aber ohnehin in mehrfacher Hinsicht keine klassische PWM-Ansteuerung einer H-Brücke.


    Und die kleine Pause im Nulldurchgang danken auch Push-Pull-End-Stufen mit deutlich weniger Abwärme und längerem Leben, ganz ohne Pause oder gar mit Überlappung mögen die gar nicht...

    Der 9VAC-Ausgang ist ja nicht für 1A oder so ausgelegt. Bei 100mA oder maximal 200mA sollte ich in dieser Konfiguration nicht in den Bereich thermischer Probleme kommen.

    Weiß nicht, was Du in diesem Kontext mit Überlappungen meinst. Die Halbbrücken sind ja integriert und werden sicher nicht Highside und Lowside gleichzeitig ansteuern. Und eine "Überlappung" der beiden Halbbrücken ist ja grundsätzlich kein Problem. Wenn beide Highsides oder beide Lowsides aktiv sind, ist das halt Freilauf ("freewheeling"). Wenn ich die beiden Halbbrücken gleichzeitig ausschalten, ist das also ein Freilauf auf der Lowside, was aber gerade bei induktiven Lasten eh eine gute Idee ist.


    Was die Rechnung oben anbelangt: die stimmt, wenn man beim Rechteck davon ausgeht, dass dieser einen DC-Anteil von 0V hat, d.h. genauso weit und lange ins Negative schwingt, wie ins Positive. Eine solche bipolare (und somit punktsymmetrische) Auslegung ist bei Rechteck aber eigentlich unüblich, daher habe ich kurz gestutzt, als ich Deine Rechnung sah...

    Ist ja auch keine klassische PWM-Ansteuerung. Ich schalte permanent die Richtung der Brücke um und erzeuge damit zwei phasenversetzte Rechtecksignale, durch den zwischen den beiden Ausgängen der H-Brücke ständig ein Strom hin- und herfließt, sobald eine Last angeschlossen wird. Also ein Wechselstrom, wenn auch kein sinusförmiger. Der Ansatz funktioniert ja und natürlich kann man den Effektivwerts des Stroms messen/berechnen, egal welche Form er hat.

    Für den Leistungsteil gibts fertige Chips (und AN=Application-Notes) u.a. von TI (mit dem Vorteil, dass man sich um eventuelle EMV-Probleme keine eigenen Gedanken mehr zu machen braucht, auch haben die fertigen Lösungen da ein paar Tricks mit eingebaut, um Störungen zu minimieren), den 50/60Hz Sinus erzeugt locker ein kleiner 12F PIC oder ATtiny für ca. 50ct...

    Wobei ich solche Lösungen - speziell solche mit Mikrocontrollern oder SMD ICs - bereits diskutiert und kategorisch ausgeschlossen habe. Mein Ansatz ist so retro und minimalistisch wie möglich. Die EE-PLDs waren bereits ein ziemliches Zugeständnis und der isolierte 12V/12V DC/DC macht micht noch weniger glücklich. Ich sehe halt nur keine besseren/lohnenswerten Alternativen. Die Erzeugung der isolierten 12V selber und mit DIP-Bauteilen aufzubauen wäre teurer, weniger sicher und erscheint mit unterm Strick wenig sinnvoll. Muß ja nicht jedes Rad neu erfinden.


    Auf den Rest will ich jetzt nicht mehr im Detail eingehen, weil sich das ja alles selber beantwortet, wenn man den Thread durchliest. Aber kurzum: die 9VAC sind eh ein grenzwertig sinnvolles Feature. Ich will sie aber zumindest so umsetzen, daß man Userportschaltungen ohne Sorgen von Beschädigungen benutzen kann - auch wenn ich natürlich nicht garantieren kann, daß jede beliebige Schaltung ohne Einschränkungen funktionieren wird.

    Ich will aber explizit keinen pefekten Inverter neu erfinden und ich will für die Grundfunktionen keine Mikrocontroller voraussetzen, die die Rechenleistung des Gesamtsystems deutlich übertrrifft.

    Fürs Protokoll: ich hatte gerade eine kleine Sinnkrise, was die 9VAC-Erzeugung angeht. Irgendwie hatte ich von Anfang meine Zweifel an diesem LC-Filter mit riesigem Kondensator, aber so richtig darüber nachgedacht hatte ich nicht. Sah in LTSpice gut aus, sollte irgendwie gehen. Das offensichtliche Problem mit so einem großen Kondensator am Ausgang ist, daß er in jeder 50Hz-Periode zweimal umgeladen werden muß. Dabei wird der Strom nur von der Spule begrenzt, bei 10Ohm fließen also 1.2A - in jeder 50Hz-Periode einmal rein und einmal raus - und das ganz ohne Last.


    Aber OK, der LC-Filter war ja eh nur für ein (einigermaßen) sinusförmiges Signal gedacht. Im Prinzip geht es auch ohne. Ein Rechtecksignal sollte auch tun - eventuell mit Ferritperlen an den Ausgängen um hochfrequente Störungen zu dämpfen. Nun hat ein 12V Rechtecksignal halt aber einen Effektivwert von 12V während der Effektivwert eines Sinussignals mit 12V Amplitude nur 12V/sqrt(2) = 8.48V ist. 9V AC bräuchte also 12.73V Amplitude. Um die zu erreichen, müßte ich ziemlich Klimmzüge machen und sie wird ja auch nur kurz erreicht. Aber wie gesagt: mit 12V Effektivwert wäre ein reines Rechtecksignal deutlich über den anvisierten 9V. Das wird in einigen Fällen kein Problem sein, birgt aber auch Risiken.


    Dazu hatte ich mir folgende Lösung überlegt: ich habe ja eh einen EE-PLD (16v8) eingeplant, der aus 600Hz je nach Einstellung 50Hz oder 60Hz für TOD und 9VAC erzeugt. Das Signal wird invertiert für eine zweite Halbbrücke erzeugt - beide zusammen ergeben eine H-Brücke, die an den beiden 9VAC-Pins abwechseln 12V und Masse anlegen. Für den Teiler zehn sieht das für die digitalen Ansteuerleitungen so aus:

    Code
    1. 1111100000
    2. 0000011111

    Nun könnte ich ja eine passive Phasen einführen, in denen beide Halbbrücken aus sind, quasi als Simulation des Nulldurchgangs

    Code
    1. 1111000000
    2. 0000011110

    Habe das noch nicht ausprobiert oder komplett durchdacht, aber wenn 12V nur in 8 von 10 Takten des 600Hz-Signals anliegen, dann sollte das so erzeugte 50Hz Signal eigentlich auch nur ~80% des Effektivwerts haben. Also ~9.6V statt 12V. Für PAL komme ich mit zwei passiven Phasen nur auf 10V, aber das ist zumindest auch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.


    Ich war also kurzzeitig optimistisch, dachte mir dann aber doch, daß ich mir vielleicht mal ein paar Schaltpläne von Gerätschaften anschauen sollte, die die 9VAC des Userports verwenden.


    Mein erster Treffer war das VIC 1011 RS232 Interface:

    Hier wird nur die eine 9VAC-Leitung (10) verwendet, aus der über eine Diode 12V erzeugt werden. Sollte für meinen Ansatz kein Problem sein.


    Dann habe ich allerdings diesen Schaltplan für ein EEPROM-Programmiergerät gefunden:


    Und da ist mein ganzes 9VAC-Design in sich zusammengebrochen. Hier wird nämlich die eine 9VAC-Leitung (11) auf Masse gezogen und die andere (10) für eine (kaskadierte) Spannungsverdopplung benutzt. Die 9VAC haben zunächst mal keinen Massebezug und enthalten daher auch keine negativen Spannungen (was mein Konzept ja genau ausnutzt), aber durch die explizite Verschaltung des einen 9VAC-Anschlusses ist die Amplitude des anderes eindeutig als bipolares Signal definiert.

    Da in meiner Lösung die 12V ja nur die Seite wechseln, aber immer einen klaren Massebezug haben, kann diese Schaltung damit nicht funktionieren. Schlimmer noch: die Hälfte jeder Periode würde dieses Modul die 12V-Versorgung mit Masse kurzschließen. Das ist offensichtlich ein totales No-Go. Und ich kann ja nicht mal sagen, ob nicht eine andere Userportschaltung die andere 9VAC-Leitung auf Masse ziehen könnte.

    Kurzum: mir ist klar geworden, daß die Spannungen an den 9VAC-Pins keinen Massebezug haben dürfen, weil man sich sonst C64 und/oder Schaltung am Userport ruinieren kann. Wobei diese Gefahr auch andere Konzepte betrifft, die nur 12VDC o.ä. an einem der 9VAC-Pins zur Verfügung stellen.


    Als mir diese Problem am Samstag mit allen Konsequenzen klargeworden ist, hat mich das in tiefe Verzweiflung gestürzt. Denn keine der typischen Ansätze ist wirklich erstrebenswert

    • Einen Trafo benutzen. Das ist zum einen leichter gesagt als getan. Praktisch alle käuflich erwerbbaren Printtrafos sind für Netzspannung oder DC/DC-Konverter gedacht. Ich habe auch nach längerer Recherche nichts gefunden, was für meine Zwecke tauglich gewesen wäre. Schlimmer noch: bei klassischen Inverterkonzepten mit Trafo treibt man die ganze Zeit einen (Wechsel-)Strom durch die Primärspule, auch wenn gar keine Last angeschlossen ist. Das ist also das gleiche Problem wie mit dem verworfenen LC-Filter, nur noch etwas schlimmer.
      --> aus meiner Sicht unrealistisch und unbrauchbar
    • Isolierte +/-12V erzeugen und dann auf der isolierten Seite mit einem Leistungs-OP (o.ä.) ein +/-12V-Signal erzeugen, daß man auf den einen 9VAC-Anschluß legt und den anderen 9VAC-Anschluß legt man auf die isolierte Masse.
      Das ist zumindest ein technisch sinnvoller Ansatz, aber er würde ziemlichen Schaltungsaufwand erfordern. Solche Wandler mit 3W gibt es zu kaufen (zum Beispiel hier oder hier) und einen geeigneten OP sollte es auch geben, aber das Hauptproblem ist, daß ich auf der isolierten Seite irgendwie das (bipolare) Ansteuersignal erzeugen müßte. Das eröffnet zwar die Möglichkeit, einen perfekten Sinus zu erzeugen, aber der Aufwand wäre deutlich jenseits meiner Vorstellungen.
    • Den C64 mit 9VAC statt mit 12VDC versorgen, die 12VDC durch Gleichrichtung erzeugen, den Rest wie geplant. Das ginge zwar einfach und wurde ja hier im Forum auch schon vorgestellt, aber 9VAC-Netzteile mit 2A sind halt schwieriger zu bekommen und enthalten in aller Regel einen Trafo. Genau deshalb ist die 12VDC-Versorgung ist ein grundlegender Designwunsch gewesen und den will ich nicht ohne Not aufgeben. Außerdem hat mir der Gedanke gefallen, den C64 mit der gleichen 12V-Versorgung als PAL- und NTSC-Version zu betreiben.

    Gestern abend kam mir der Gedanke, wie ich mein ursprüngliches 9VAC-Design mit vertretbarem Aufwand retten könnte: eigentlich brauche ich ja nur eine isolierte 12V-Versorgung. Ganz hemdsärmelig könnte man einfach eine weitere 12V-Buchse für zweites (isoliertes, aber das sind alle normalen Netzteile) Netzteil anbringen, das nur der Erzeugung des 9VAC-Signals dient. Das wäre aber ein ziemlicher Hack und würde auch die Gefahr mitbringen, daß jemand ein Y-Kabel verwendet, um beide Buchsen zu versorgen. Außerdem ist natürlich nirgends eine Öffnung für eine zweite Buchse. Eleganter wäre es, intern isolierte 12V zu erzeugen.

    Das wäre per se auch ein ziemlicher Aufwand, aber solche isolierten 1:1 Wandler gibt es auch fertig zu kaufen. Habe jetzt nicht lange recherchiert, aber das hier wäre ein Beispiel mit 167mA. Dann muß ich nur noch meine beiden Ansteuersignale auf die isolierte Seite bekommen. Dazu würde sich ein 2-fach Optokoppler wie dieser anbieten. Ich könnte also mein bisherigen Design im Grundsatz behalten (LC Filter raus, Ferritperlen rein) und bräuchte nur den isolierten 12V/12V-Wandler, den Optokoppler und zwei Pullups. Durch den Wegfall des LC-Filters sollte dafür Platz sein. Nebenbei: ein großer Vorteil der Isolation ist, daß irgendwelche Kurzschlüsse an den 9VAC-Pins nicht direkt Schaden am Board usw. anrichten können.

    Die ganze Schaltung ist natürlich trotzdem relativ viel Aufwand mit relativ wenig Nutzen für die meisten Anwender (mich eingeschlossen). Aber man kann den 9VAC-Krempel ja unbestückt lassen, wenn einen die ~9€ (oder so) dafür stören.

    Zumindest habe ich jetzt wieder ein Ziel vor Augen.

    Hatte ein ähnliches Problem mit dem internen USB-Add-On: ich hatte an meinem MiSTer einen dieser Schalter im Kabel für den DC-Anschluß (plus Y-Kabel für MiSTer und USB-Add-On) verwendet. Damit hatte ich von Anfang an massive Probleme mit einem einem normalen 5V-Netzteil. Habe dieses Schaltkabel durchgemessen und es hat im eingeschalteten Zustand einen Widerstand von 0.6Ohm. Bei 1A sind das 0.6V Spannungsabfall, also kommen nur noch 4.6V am MiSTer an. Ich habe dann extra ein Netzteil genommen, daß eine deutlich zu hohe Leerlaufspannung hatte (eher so 5.7V statt 5V). Damit lief der MiSTer eigentlich ganz OK bis er dann mehrfach in Updates hängengeblieben ist, weil er mitten im Betrieb das WLAN-Modul nicht mehr erkannt hat. Die Tastatur hat sich auch ständig mitten im Betrieb verabschiedet. Irgendwann ist mit klar geworden, daß mein selbstgebauter USB-Arcadestick mit BT-Modul und eingebautem Akku ab und zu den internen Akku geladen hat und der zusätzliche Strom (den das Netzteil eigentlich liefert) den Spannungsabfall an diesem verdammten Schalter so weit erhöht haben, daß wieder nur noch <5V am MiSTer angekommen sind - und im Betrieb trifft das anscheinend vor allem die USB-Geräte am USB Hub.

    Langer Rede kurzer Sinn: dieses Schalterkabel ist bei Strömen von mehr als ein paar (wenigen) hundert mA einfach völlig unbrauchbar, weil der Spannungsabfall dann viel zu groß ist.

    Passt bei den Differential-Tastköpfen gut auf, da wird -wie fast immer, insb. von asiatischen Anbietern- gerne mit den Zahlen und Bezeichnungen getrickst, um möglichst hohe Werte fürs geistige Vergleichs-Quartett-Spiel der Kunden zu generieren.

    Differentialastköpfe kommen fast alle aus China oder Taiwan. Die hierzulande von Testec vertriebenen Differentialtastköpfe kommen von Sapphire in Taiwan (daher das "SI" im Namen). Sie wurden auch von LeCroy, Tekronix usw. unter deren Namen verkauft. In diesem Fall kann man sicher davon ausgehen, daß es sich 1:1 um die gleichen Geräte handelt.


    Kurz und knapp: ein Differential-Tastkopf ist KEIN erweiterter Personenschutz und insbesondere auch KEIN Ersatz für einen Trenntrafo für das Messobjekt "DuT" und zusammen mit einem Trenntrafo am "normalen" Oszi (wovon man eigentlich immer absehen sollte!) sogar richtig GEFÄHRLICH, da berührbare Teile am Oszi dann nicht mehr geerdet sind!

    Isolierte Tastköpfe sind explizit (nur) zum Betrieb am geerdeten Oszilloskop gedacht. Da praktische alle nicht portablen Modelle geerdet sind, braucht man einen Differentialtastkopf, wenn man ohne dieses Massenbezug zur Erde des Gebäudes messen will. Da das Oszilloskop selber immer noch geerdet ist, gibt es auch keine Einschränkung beim Personenschutz, vor allem liegen nie gefährliche Spannungen an blanken Metallteilen des Oszilloskops an. Sie sind deshalb das Mittel der Wahl, um höhere Spannungen zu messen.

    Einen Trenntrafo sollte man dagegen nur dann verwenden, wenn man wirklich genau weiß, was man tut.


    Nebenbei bemerkt: portable Oszilloskope haben natürlich keinen Massebezug zur Erde des Gebäudes, aber damit kann deren Masse an den BNC-Buchsen natürlich auch gefährliche Spannungen führen. Solche Modelle sind also bis auf speziell designte Ausnahmen kein Ersatz für Differentialtastköpfe an einem geerdeten Oszilloskop, wenn man Netzspannungen usw. messen will.

    Na ja, "glade" heißt ja bloß Lichtung, also sind das irgendwelche Zauberwesen (Elfen, Kobolde, weiß der Henker), die auf einer Lichtung leben. Weiß nicht, ob jetzt unbedingt ein spezieller WoW-Kontext sein muß.

    Oracle gibt sich zwar alle Mühe, Java für den Desktop endgültig zu ruinieren, aber ich habe fast alle meine Programme mit GUI seit 2005 oder so in Java geschrieben und es nicht nur so, daß die damit auch automatisch auf Linux und dem Mac laufen, vor allem laufen sie auch immer noch auf einem aktuellen Windows ohne irgendwelche Kompatibilitätsprobleme und sind so inzwischen nativ 64bittig ohne jede Änderung. Und wenn man das OS-"Look and Feel" automatisch übernimmt, sehen uralte Javawendungen auf jedem OS immer noch einigermaßen zeitgemäß aus.

    Meine uralten Java-Programme laufen immer noch ohne jede Änderungen und wenn ich doch mal eine Kleinigkeit ändern will, kann ich mir einfach eine neue Eclipse-Version runterladen, ein paar Zeilen im Quellcode ändern und gut ist. Meine Win32-Programme aus der selben Zeit sind dagegen ein paar Jahre später schon unwartbar geworden und ich mußte sie nach C# portieren, aber weil Microsoft ja alle paar Jahre das GUI-Konzept über den Haufen schmeißt, sind sie inzwischen vermutlich auch nicht mehr zu retten.

    Daß ich PotX und PotY des zweiten SID nicht brauche, ist ja nicht das Thema. Das war nur ein Beispiel, warum es bei einem lesenden Zugriff auf Register von zwei SIDs an der gleichen Adresse zu einem Problem kommen könnte. Daß ich die R/W-Leitung des zweiten SID dauerhaft hochziehen könnte, hatte ich ja schon eingangs erwähnt. Aber dann könnte man halt gar keine Register des zweiten SID auslesen, auch wenn er auf eine anderen Adresse konfiguriert ist. Ich kann jetzt nicht beurteilen, ob es überhaupt Software gibt, die das versucht, aber ich würde das schon als kleine funktionale Einschränkung empfinden. Insofern halte ich es nach wie vor für die beste Lösung, den Dual-Mono-Modus explizit zu erkennen und nur dann den schreibenden Zugriff auf den Bus zu unterbinden.


    Nebenbei, nur um sicherzugehen: R/W gilt für den gesamten Bus, oder? Also ein hoher Pegel bedeutet, daß alle Busteilnehmer lesen können und ein niedriger Pegel bedeutet, daß nur der per CS ausgewählte Busteilnehmer schreiben darf. Stimmt das so?

    Wenn man zwei SIDs auf der gleichen Adresse betreibt ("Dual Mono"), dann schreiben ja beide SIDs beim Auslesen von Registern auf den Datenbus. Im Prinzip würde man erwarten, daß in diesem Modus auch immer die gleichen Werte ausgelesen werden, aber für PotX/PotY trifft das z.B. nicht zu.

    Man könnte das Problem umgehen, indem man R/W dauerhaft hochzieht, aber dann kann man gar keine Register mehr aus dem zweiten SID auslesen, auch wenn er auf einer anderen Adresse betrieben wird. Vermutlich wäre es deshalb am sinnvollsten, die R/W-Leitung nur im DualSID-Modus hochzuziehen und ansonsten den Pegel des ersten SIDs durchzureichen.

    Hat sich zu diesem Thema schon mal jemand Gedanken gemacht?

    Fürs Protokoll: das war ein Test der TOD-Schaltung:


    Weil ich den Ausgang der TOD-Schaltung auch für die 9VAC-Erzeugung brauche, muß das Signal symmetrisch sein. Für die Ansteuerung der H-Brücke brauche ich außerdem noch ein invertiertes Signal (TOD und /TOD).


    Bei der SID-CS-Geschichte bin ich durch die Simulation in WinCupl recht sicher, daß sie funktioniert. Hauptsächlich müßte ich jetzt noch mal die 9VAC-Schaltung aufbauen und testen. Da fehlt mir aber noch der IC. Gibt's nur bei Völkner, da müßte ich endlich mal eine Bestellung fertigmachen.

    So, daß war eine einigermaßen schwere Geburt. Ich bin eh kein Freund dieser Steckplatinen, aber da habe ich wieder mal den billigsten Chinadreck überhaupt gekauft. Hat mich wieder ewig gebraucht zu kapieren, daß Masse und VCC nicht von oben bis unten durchkontaktiert sind. Als dieses Problem hinter mir gelassen hatte, hat sich zwar irgendwas getan, aber in Slow-Motion. Hätte mich mal dem Datenblatt geglaubt statt eine Schaltung abzukupfern, wäre mir aufgefallen, daß 1MOhm für R11 ein paar Größenordnungen daneben ist. Habe 2.2k eingesetzt und schwupp:


     


    Der Teiler im 16V8 funktioniert also tadellos und man kann problemlos zwischen 600Hz/10=60Hz und 600Hz/12=50Hz hin und herschalten.

    Das beantwortet auch meine Frage, ob ich den /OE-Pin auf Masse ziehen muß: muß ich nicht.

    Das ist zwar ein nettes Angebot, aber ich bin noch Monate davon entfernt, das Board in Betrieb zu nehmen, selbst wenn ich das Design jetzt nicht mehr erweitere. Und ich finde es nach wie vor eine sinnvolle Entscheidung, die SRAM-Option nicht auf dem Board zu integrieren. Und nur am Rande: beim "Chinamann für wenig Geld" trifft auch auf andere Dinge zu, die aus dem offiziellen Vertriebskanälen längst verschwunden sind.


    Nebenbei und ohne Zusammenhang: nach einem nicht nachvollziehbaren Problem am Anfang und meiner Verwirrung über das Versagen der Verifikation, weil das Lockbit immer wieder automatisch aktiviert wird, ist es mir gelungen, einen ATF16V8 zu programmieren. Jetzt muß ich mich nur noch motivieren, den Rest der TOD-Schaltung aufzubauen und ich habe mein Tagesziel erreicht ;)

    Ich hatte die beiden Kondensatoren schon vor 1-2 Wochen gegen 2.2nF ausgetauscht, aber bin bislang nicht dazu gekommen, das wirklich zu testen. Wenig überraschend wurde der Diagnosetest (zunächst) bestanden. Mit meinem Basicprogramm ergeben sich aber nur Wert, die (zunächst) knapp im Toleranzfenster liegen. PotX ist jetzt bei ~83 und PotY bei ~80. Was ich mir spontan nicht erklären kann, ist daß die Werte nach einigen Minuten sinken. Dann liegt PotY wieder deutlich unterhalb des Minimalwertes. Das gleiche passiert auch mit dem Diagnosemodul. Nach einigen Minuten wird der Test dann wieder "BAD".

    Das waren zwar billige "no name" Plattenkondensatoren, die sicher auch einen Temperaturkoeffizienten haben, aber die Jungs werden eigentlich gar nicht warm. Und obwohl ich zwei Kondensatoren mit fast gleichen Werten ausgewählt habe, war der Wert von PotY wieder deutlich unter dem von PotX. Das deutet auf den SID hin. Aus meiner Sicht ist das Sinken der Werte auch klar mit der Temperatur des SID korreliert. Das Problem geht also leider doch etwas tiefer.

    Muß nochmal nachmessen, aber daran wird es nicht scheitern. Ist ja auch erheblich Spielraum bei den Bohrungen im Board.

    Nebenbei: das im Tuningboard verwendete UM61512A scheint jetzt auch nicht (mehr) ohne weiteres lieferbar zu sein, oder? Eigentlich will ich (außer dort wo es unvermeidbar ist) keine schwierig zu bekommenden Teile verwenden. Mein Ziel wäre, daß man alle Teile außer den MOS-ICs bei Reichelt/Völkner kriegt oder in der allergrößten Not bei Mouser.

    Zum einen benutzen alle mir bekannten Ersatzschaltungen SMD-SRAM. Es gibt zwar potentiell auch noch SRAM als DIP, aber wäre wieder ein anderer Baustein mit gewissen Risiken. Außerdem sind die DIP-Lösungen halt recht groß.

    Außerdem braucht man noch zwei Latches und ein Logikgatter. Und dann muß der ganze Kram mit dem Datenbus und Adreßbus parallel zu den DRAMs verdrahtet werden.

    Alles in allem wäre das eine ziemlich große Herausforderung fürs Routing geworden mit aus meiner Sicht geringem Nutzen aber recht hohem Risiko. Falls man doch den VSP-Bug hat oder das DRAM irgendwann nicht mehr verfügbar ist, kann man immer noch eine vorhandene Ersatzschaltung benutzen. Und wenn ich die Abstände einhalte, sollte man alle vorhandenen Lösungen benutzen können.

    Wobei: diese Lösung hier geht von 15.24mm aus (linke Seite zu linker Seite), gemessen habe ich eher 15.1mm. Wobei; mit etwas Schmackes wird es schon passen ;)

    Ich hatte über eine SRAM-Option nachgedacht, war aber schon zu Beginn des Threads skeptisch, ob das sinnvoll ist. Mein Ziel war und ist ja auf jeden Fall, daß man alle ICs eines originalen 250466er Boards verwenden kann, also hätte ich die DRAMs nicht komplett ersetzen können. Und eine Bestückungsoption hätte viel Platz gebraucht. SMD-Bauteile wollte ich auf diesem Board ja auch um jeden Preis vermeiden. Dazu kommt, daß es zu den einfacheren SRAM-Lösungen Ende 2020 nochmal eine Kompatibilitätsdiskussion gegeben hat und man wohl noch noch etwas mehr Aufwand treiben muß (Latches usw.).

    Ich habe mich allerdings bemüht, die beiden RAM-Sockel genauso auszurichten wie auf einem 469er Board (muß nochmal bei meinem 466er nachmessen, hoffe mal der Abstand ist gleich).


    Die gleiche Entscheidung habe ich beim MOS8701 und beim Modulator getroffen. Ich will auf jeden Fall die Originalteile unterstützen, aber halte (mir) damit die Möglichkeit offen, verbesserte Ersatzschaltungen einzusetzen. Für den MOS8701 habe ich ja selber ein paralleles Miniprojekt, das jetzt aber etwas unter die Räder gekommen ist. Beim Modulator überlege ich noch, ob ich später noch eine eigene Miniversion mache oder eine existierende Lösung verbaue.

    Konstruktives Genörgel schon ;)

    Ich hatte ja immer gehofft, daß sich jemand erbarmt und ein Schaltplan-Review macht. Im eigenen Ramsch Fehler zu finden, ist leider ziemlich schwierig. Irgendwie sieht man da ohne großen zeitlichen Abstand immer nur das, was man machen wollte und nicht das, was man gemacht hat. Und die Schaltpläne im "C64C Service Manual" sind jetzt auch nicht so richtig toll lesbar.