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Balkonkraftwerke und andere Solaranlagen.. (aus "Heute so gebastelt")

  • Nachdem man die Teile mittlerweile fast überall bei uns in der Gegend sieht, überlege ich bei uns auch so ein "Balkonkraftwerk" zu errichten... Einen perfekten Ort (Flachdach von Anbau/Carport) dafür habe ich schon ausgemacht.

    Der für mich deutlich undurchsichtigere Part ist das "was darf/was darf nicht".... Ein bisschen gegoogelt habe ich schonmal... Da gibt es 400KW/H und 800KW/H Anlagen, mit Akkuspeicher und ohne...

    Spontan hätte ich schon in 800KW/H mit Akkuspeicher investiert, aber darf das ? Ich habe nämlich öfters auch gelesen, dass 600KW/H nicht überschritten werden dürfen, da wäre ich mit der 800KW/H Anlage aber doch schon drüber, oder verstehe ich da was falsch...? :huh:

    Und zu der Möglichkeit der Speicherung in Akkus habe ich bislang nicht wirklich viel an Aussagen gefunden... Für Sinnvoll erachte ich das aber schon, weil der meißte Strom doch wohl erzeugt wird, wärend man am Tag auf der Arbeit sitzt... und einfach mal den Stadtwerken was gutes tun wollte ich damit auch nicht... :thumbdown:


    Für ein bisschen Starterinput wäre ich echt dankbar !

  • Snocksman


    also, für eine 600 oder 800 kW-Anlage brauchst Du etwa 1500 - 2000 Panels. Wie willst Du die aufstellen ?

    Für die Leistung würde ich auch eher ein Windkraftwerk empfehlen. 100m hoch, 30m Rotordurchmesser gibt es schon für ca 150 000 gebraucht (20 Jahre alt).


    Du meinst wahrscheinlich 600 Watt peak (also Maximalleistung). Die gehen als Balkonkraftwerk (in Österreich 800W Peak) mit vereinfachter Anmeldung.

    Hier im Lande sagt der VDE, daß die Grenze auf 800WP steigen soll. Die bekommst Du mit 2 400W Panels und einem 800W-Inverter unter allergünstigsten Umständen hin.


    Zusätzlich soll man hier eine spezielle Einspeisesteckdose vorhalten. Die darf natürlich nur ein Elektriker installieren. Es geht auch mit Schukostecker. Ist aber derzeit (noch) nicht zulässig.


    Einfach auf das Flachdach legen ist auch nicht die beste Lösung. Windlast/Schneelast, etc müssen stimmen, und außerdem ist eine leichte Aufständerung für den Ertrag deutlich sinnvoller.


    Außerdem: die Inverter und Panels brauchen eine VDE-Zulassung. Du brauchst ggfs die notwendigen Gutachten für Deinen Versorger.


    Boah, so viel Text.

    Ganz kurz:

    Hol Dir einen Hoymiles HM 600 oder HM 800 Microinverter. den HM800 kannst Du notfalls auf 70% begrenzen, damit hast Du 560Wp an Maximalleistung. Dazu 2 Panel Trina Solar Vertex S 400 Wp oder größer (ich hab 400 und 405 Wp getestet).

    2 Stück, plus eine entsprechende Aufständerung. Ich würde nicht unbedingt auf das Dach gehen, wegen Windlast, etc, und außerdem sollen die Panels mit etwas Abstand wegen Belüftung und Hitze montiert werden. Außerdem muß der Inverter irgendwo hin.


    Daher hol Dir eine entsprechende Aufständerung dazu , z.B.

    https://shop.europe-solar.de/e…search&searchparam=239878


    Montage-Material inclusive 1 ITEM-Rail (für den Inverter) mit Nüssen und Schrauben (sollten mindestens M5, besser M8 sein), zusätzlich weitere M8-Schrauben und Nüsse für die Aufständerung, sowie 4 Betonklötze für die Verankerung.


    Dazu 1 Anschlußkabel für den Inverter.


    Speicher ? Du mußt den auch vollkriegen. Damit er auch etwas hält, solltest Du ihn nur bis zur Hälfte entladen.

    LifePo4 ist derzeit das Maß der Dinge. Selbst installieren darfst Du den nicht.


    Wenn Du genügend PV-Leistung zu Laden hast (und Microinverter verwenden willst, Vorteil: unabhängige MPPTs, keine hohen Spannungen), kannst Du einen Victron Cerbo GX zur Steuerung sowie 3x Victron MultiPlus Inverter (pro Phase einen) und dazu den entsprechenden PWM-Lader nehmen. Die Multiplus gibt es auch mit integriertem PWMLader. Dazu dann 10 - 20 kWh Speicher. Die Dimensionierung ist natürlich abhängig von der eigenen Grundlast, bei einer 2 kW-Wärmepumpe dürfen das dann gerne 40 kWh Speicher sein. Und natürlich eine 20 kWp -Solaranlage (d.h. ca 50 Panels)


    Kosten: 50 - 60T€ ...


    Panels: 48 Panels, ca 10T€

    MultiPlus x3, 5 kW Inselinverter: 5T€

    5kWh LiFePo4-Module, Stackable: 1600€/Stück. x8 ~12.5 T€

    Rack, Kühlung, BMS für die Module: ca 4T€

    Verkabelung: 4 - 6T€

    Microinverter: z.B. HM 2250-6T, 8 Stück: 4T€

    CerboGX: 250€

    Aufständerung, Dacharbeiten, Elektroarbeiten: ca 10 - 20T€

    Wärmepumpe kommt extra.



    Kosten für Balkonkraftwerk:

    2x Panel = ca 370€

    Hoymiles HM800 280 - 350€

    Anschlußkabel 60€

    Aufständerung: 140€

    Verankerung und Kleinmaterial: 100€



    Wenn Du weitere Details haben willst, kann ich Dir das raussuchen.

  • Um deine Frage noch ganz zu beantworten:

    Die aktuelle Regelung sieht ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren für Stecker-PV-Anlagen (sog. Balkonkraftwerke) bis 600 Watt(peak) Wechselrichterleistung vor.


    Für alles Andere muss das "normale" Anmeldeverfahren herhalten,

    bei uns ist das so geregelt, dass alle Niederspannunganlagen der Netzebene 7 zwingend mit Beauftragung eines Installateurbetriebes angemeldet werden müssen (max. ca. 135 kW).

    Bei Mittel- und Hochspannungsanlagen kann die Angabe eines Installateurbetriebes entfallen - da versteh einer die Welt!


    Bin aber an dem Thema nur am Rande, also antragsseitig IT-technisch aktiv.



    ko.ma

  • E-Petition beim Deutschen Bundestag zur vereinfachten Anmeldung der Balkonkraftwerke:


    https://epetitionen.bundestag.…/_17/Petition_146290.html


    Vielleicht möchte ja jemand unterschreiben, es fehlen noch 17,500 Stimmen bis zum Quorum.

    Quorum wurde deutlich übertroffen, vielleicht haben wir Glück und es gibt wirklich rasch Vereinfachungen:


    https://www.golem.de/news/phot…n-werden-2305-174013.html

  • Hallo, es gibt, wie ich finde, eine erfreuliche Neuigkeit.

    Die Petition hat wohl gewirkt und es könnte bald viel einfacher sein, ein Balkonkraftwerk zu betreiben (so wie ich verstehe, ab 2024).


    https://www.tagesschau.de/inla…-balkonkraftwerk-100.html


    Quote

    Die Bundesregierung will den Ausbau von Solaranlagen vorantreiben. Dafür sind nach ARD-Informationen auch Erleichterungen bei Balkonkraftwerken geplant. Eine entsprechende Reform soll das Kabinett morgen beschließen.

    Quote

    Der Entwurf sieht vor, dass Balkon-Photovoltaikanlagen möglichst unkompliziert in Betrieb genommen werden können. Bisher ist es so: Wer ein Balkonkraftwerk installieren will, muss das beim Netzbetreiber anmelden. Außerdem braucht es bis jetzt einen sogenannten Zweirichtungszähler. Beides soll wegfallen.


    Künftig soll man das Balkonkraftwerk nur noch in einer Datenbank eintragen. Übergangsweise können auch die alten nicht-digitalen Stromzähler weiterverwendet werden, die sich dann einfach rückwärts drehen, wenn Strom vom Balkon ins Netz eingespeist wird. Bisher darf jeder mit einer kleinen Solaranlage 600 Watt Strom produzieren - diese Grenze soll angehoben werden auf bis zu maximal 800 Watt.