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Reine Kopfsache - 1541-II - Mitsumi D500 - Kopfdefekt

  • Allerdings scheint dieses Phänomen nur bei Tonbandköpfe aufzutreten.

    In keinem meiner Floppy Laufwerke sieht man da was an den Köpfen.

    Ja, BILLIGE Ton-Köpfe hatten sichtbaren Verschleiss, wie Spurrillen auf ner abgefahrenen Straße, aber zumindest für die Cassettendecks der 80er gabs in der Mittelklasse dann schon gehärtete Köpfe "hard permalloy" & Co. in der Oberklasse schon seit den 70ern Glas-Ferrit-Verbundköpfe und als deren Weiterentwicklung kamen dann auch ultraharte Keramik-Köpfe für die Floppies und Festplatten auf, wobei bei Letzteren der Kopf eh nicht aufliegen, sondern auf einem Luftpolster "fliegen" sollte. (Bernoulli-Effekt).


    Was aber auch bei den Floppies gerne passiert, sind Brüche im Ferritkern.


    Ferritmaterial ist extrem spröde und altert auch, d.h. wird teils fast von alleine "bröselig". Wer an alten Radios etc. schraubt, der kennt sicher die Madenschrauben aus Ferrit, mit denen Filterspulen abgeglichen wurden und die man nur mit neutralen "Bernstein"-Schraubendrehern verstellen durfte. Das hatte nicht nur elektromagnetische Gründe, sondern mit einem harten Schraubendreher zerlegte man die schon beim Losreißmoment zu Bröseln...


    Brüche im Ferrit führen zu weiteren, ungewollten Luftspalten verändern somit die Induktivität des Kopfes und in Folge dessen Hysterese-Kurve und somit Neigung, in Sättigung zu gehen.


    Daher habe ich die D500-Köpfe auch hinsichtlich der Induktivität bei versch. Frequenzen vermessen...

  • Ich habe mal eine JPN Corp. DS-50F, die gerade offen herumlag gemessen:


    R/W1 gegen COM = 10,4 / 10,0 Ohm

    R/W2 gegen COM = 9,8 / 9,8 Ohm

    Ich habe hier auch grad zwei verschiedene 1541 II liegen. Und beide haben ca. diese Werte


    R/W1 gegen COM = 10,5 Ohm

    R/W2 gegen COM = 13,5 Ohm

    "Was heute noch wie ein Märchen klingt,kann morgen Wirklichkeit sein.Hier ist ein Märchen von übermorgen.Es gibt keine Kupferka­bel mehr,es gibt nur noch die Glasfaser und Terminals in jedem Raum.Man siedelt auf fernen Rech­nern.Die Mailboxen sind als Wohnraum erschlossen.Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Computerclubs unser Da­tenverbundsystem.Einer dieser Com­puterclubsist der CCC.Gigantischer Teil eines winzigen Sicher­heitssystems,das die Erde vor Bedrohungendurchden Gilb schützt.Begleiten wir den CCC und seine Mitglieder bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unkenntlich­keit. CCC'84 nach ORION'64"

  • Und beide haben ca. diese Werte

    Danke für die Rückmeldung!


    Um das einordnen zu können, fehlen "mir" aber folgende Angaben:


    - welcher Laufwerkstyp ist jeweils verbaut?

    - mit welchem Messgerät und in welchem Messbereich wurde gemessen?

    - wie lange wurde gemessen, hat sich der angegebene Wert sofort eingestellt oder erst nach Sekunden "eingependelt"

    - welcher Pin ist mit R/W1 und R/W2 gemeint, sicherheitshalber auch: welcher mit COM.

    - wurde auch die Löschspule vermessen, welche Werte ergaben sich dort?

    - wurde am abgezogenen oder am angeschlossenen Stecker gemessen?

    - wenn am angeschlossenen Stecker gemessen wurde: wurde in beiden Polaritäten gemessen oder welcher Messgeräte-Anschluss war an COM?

    - funktionieren die Floppies einwandfrei, also auch das Formatieren von bislang nicht mit C= genutzten oder ganz neuen Disketten?


    - gibt es DEUTLICHE Hinweise auf die Nutzungshäufigkeit in der Vergangenheit, z.b. ausgeleierter Verschlussmechanismus, abgenutztes und/oder verschmutztes "PAD" an der Stelle des nicht verbauten oberen Kopfes (als Gegendruck bei verriegeltem LW genutzt), gibt es Hinweise oder auch "Aussagen" zum Aufbewahrungsort, z.b. vermehrte Oxidation, starke Vergilbung, bekannter Lagerort (Temperatur- und Luftfeuchteschwankungen sind besonders interessant, worst case ist z.b. eine Fertiggarage, die im Sommer extrem heiss wird, im Winter sehr kalt und ständig wechselnde Luftfeuchtigkeit aufweist, insb. wenn auch Fahrzeuge dort abgestellt werden (u.a. auch Salzeintrag im Winter dann...)


    Beim Messgerät und Messbereich ist es wichtig, den Mess-Strom zu kennen, der kann erheblich schwanken und teils auch Werte erreichen, die nicht unbedingt "gesund" für die Spulen sind und durchaus in der Lage, hier thermisch, aber auch mechanisch (eine magnetische Umpolung erzeugt auch ein mechanisches Moment!) akute Schäden zu verursachen. Die Kopfspulen sind NICHT für Gleichstrombetrieb ausgelegt.


    Gerade besonders "genaue" Messungen mit Milliohmmetern, aber auch "Auto"-Messbereichswahl bei 0-8-15 Multimetern können zu höheren Messspannungen und - Strömen führen. Üblicherweise begrenzen Multimeter, die für den Einsatz in der Elektronik gedacht sind, die MessStröme auf Werte unter 5mA und die Messpannung auf wenige Volt, um eine Schädigung von ICs, genauer deren Schutzdioden oder parasitären Dioden zu vermeiden.


    Leider sind aber gerade bei günstigen Geräten die Angaben hierzu oft unvollständig und es gibt auch Messgeräte, die auf andere Anwendungsfälle hin konstruiert sind, z.b. explizit Schutzleiterprüfungen, allgemeine Elektrotechnik (Stichwort "Duspol" ...) und generell Messungen im MilliOhmbereich, welche höhere MessStröme benötigen, um korrekte und hinreichend genaue Ergebnisse zu erzielen.


    Am Besten und "schonensten" für die Spulen ist eine Vermessung mit reinem Wechselstrom, d.h. mit einem LCR-Meter, bei dem die Bias-Spannung aber manuell auf 0 gestellt werden muss! (für Kondensatormessungen, gerade an Elkos, wird der Wechselspannung eine Gleichvorspannung "Bias" überlagert, um valide Ergebnisse zu bekommen)


    Da die Frequenzen in einem Floppy-Laufwerk im Betrieb im Bereich zw. in etwa 50KHz und 1MHz (2.88MB LW) liegen, sollte auch die Messfrequenz in diesem Bereich liegen.

  • Ruudi : ich habe lediglich aufzeigen wollen, dass die von kinzi eingeworfene Frage zu den evtl. ungleichen Wicklungen von R/W1 und R/W2 bei mir durchaus hinkämen. Wobei der rein ohmsche Widerstand sich nicht analytisch exakt ist.


    Wie sagte einst Douglas Heffernan: ".. Ich will nicht wissen, wie die Wurst gemacht ist. Ich will sie essen!" :)


    Ich hatte vor Jahren mal einen defekten Kopf freigepult, bzw. unter der Lupe betrachtet. Und bei mir war die Unterbrechung des Drahtes auch unmittelbar am Austritt aus dem Glibber. Ich konnte es sogar wieder anlöten, aber hab damit eigentlich nur noch mehr kaputt gemacht. Und einsetzbar wäre der Kopf eh nicht mehr gewesen ||

    "Was heute noch wie ein Märchen klingt,kann morgen Wirklichkeit sein.Hier ist ein Märchen von übermorgen.Es gibt keine Kupferka­bel mehr,es gibt nur noch die Glasfaser und Terminals in jedem Raum.Man siedelt auf fernen Rech­nern.Die Mailboxen sind als Wohnraum erschlossen.Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Computerclubs unser Da­tenverbundsystem.Einer dieser Com­puterclubsist der CCC.Gigantischer Teil eines winzigen Sicher­heitssystems,das die Erde vor Bedrohungendurchden Gilb schützt.Begleiten wir den CCC und seine Mitglieder bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unkenntlich­keit. CCC'84 nach ORION'64"

  • Hab hier ein Laufwerk, bei dem die Spule mit dem roten Kabel noch intakt ist und der Rest offen!


    Hatten alle deine Exemplare eine Vergussmasse (Silikon)? Oder gab es auch welche ohne Vergussmasse, wo die Spulen freilagen?

    Bei mir ist der rote Draht hinüber...

  • Bei mir ist der rote Draht hinüber...

    Also am Kopf selbst betrachtet der Anschluss, an dem zwei verdrillte Drähte aus dem Silikon raus angelötet sind?


    Das wäre der erste mir bekannte Fall dieser Art!


    Gelb und Blau haben noch Durchgang mit ca. 20 Ohm?


    Wenn Du Dich elektronisch auskennst, wäre es schön, wenn Du folgenden Versuch mal unternehmen könntest: je einen 10nF Kondensator von Gelb nach Rot und von Blau nach Rot mit anschliessen und die Funktion dann nochmals probieren.


    Denn der Mittelpunktsanschluss muss eigentlich nur AC-mäßig vorhanden sein, das liesse sich durch diese Symmetrierschaltung erreichen. Werte der Kondensatoren jetzt mal als erste Annäherung. Am Besten keramische Kondensatoren verwenden!


    Bitte um Rückmeldung, wenn sich ein Erfolg einstellen sollte, sowohl beim Lesen als auch Schreiben/Formatieren, danke!

  • Hm, also ich habe am Stecker gemessen. Ich habe die Mechanik noch nicht vollständig aus dem Laufwerk ausgebaut. Das kann ich mal machen und noch mal schauen. Das Anlöten der Kondensatoren kann ich gerne mal austesten. Das kann ich ja vermutlich sogar am Steckerende machen, ohne die ganze Mechanik zu zerlegen, oder? 10nF muss ich doch bestimmt irgendwo haben, oder muss auf der Arbeit mal schauen bzw. kurz mal zur Elektroapotheke fahren.


  • Ja, die Kondensatoren kannst du unten am PCB-seitigen Stecker anlöten oder auch oben in den Stecker, am Kopf selbst würde ich nicht rumlöten, unnötig pfriemelig...


    Wert und spannungsfestigkeit sind unkritisch (1-100nF mal als Spannbreite), aber es müssen zwei GLEICHE sein, damit sich die Spannung auch symmetrisch aufteilt. Gleich möglichst nicht nur vom Wert, sondern auch von der Bauform etc.


    Das Ganze ergibt einen kapazitiven Spannungsteiler, der für Wechselspannung (=Impulsfolgen) dafür sorgen soll, dass die beiden Enden nicht in der Luft hängen, sondern eben auf +/- Hälfte der Spannung gg. GND sich beziehen. Das ist auch der Sinn der Mittelanzapfung, die nun ja leider nicht mehr funktional ist... (die 15k stammen aus der Elektronik, wenn der Kopfstecker abgesteckt vermessen wird, sollte es gg. "Unendlich" gehen, oder???)

  • Ok, unten am PCB kann ich das ohne Probleme anlöten. 100nF habe ich auf jeden Fall da, 10nF muss ich suchen.


    Und ich habe abgesteckt gemessen. Dann sehe ich da 15kOhm immer noch! Mess ich da vielleicht irgendwie den Widerstand da im Kopf? (Braun-Grün-Orange sind doch 15k?)


  • Ja, den misst Du, der ist nicht immer im Kopf integriert, daher die Frage...


    Probiers mal mit den 100nF, aber schalte noch (min.) 10 Ohm (R1, R2) jeweils in Reihe zu jedem Kondensator, denn ansonsten wird das bei kurzen Pulsen schon sehr niederimpedant... (kann bei den 10nF auch nicht schaden, letztlich müsste man für einen genau passenden Wert den Kopf über Frequenz vermessen, verändert sich aber natürlich mit anliegender Diskette auch wieder, nicht ganz trivial...)


    Also PCB-seitig:


    gelb ----II-----[___]-----rot----[___]----II----blau


    _____ C1 _____R1_________ R2___ C2

  • Ok, das sollte ich alles hinbekommen. Ich werde mich mal auf die Suche nach Bauteilen begeben und das dann heute Abend oder die Tage mal versuchen. Laufwerk ist ja jetzt zerlegt und einfach modifizierbar.

  • Ruudi , erkläre mal Deinen Gedankengang - ich peils nicht :)

    "Was heute noch wie ein Märchen klingt,kann morgen Wirklichkeit sein.Hier ist ein Märchen von übermorgen.Es gibt keine Kupferka­bel mehr,es gibt nur noch die Glasfaser und Terminals in jedem Raum.Man siedelt auf fernen Rech­nern.Die Mailboxen sind als Wohnraum erschlossen.Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Computerclubs unser Da­tenverbundsystem.Einer dieser Com­puterclubsist der CCC.Gigantischer Teil eines winzigen Sicher­heitssystems,das die Erde vor Bedrohungendurchden Gilb schützt.Begleiten wir den CCC und seine Mitglieder bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unkenntlich­keit. CCC'84 nach ORION'64"

  • Und ich habe abgesteckt gemessen. Dann sehe ich da 15kOhm immer noch! Mess ich da vielleicht irgendwie den Widerstand da im Kopf? (Braun-Grün-Orange sind doch 15k?)

    Da misst du den Widerstand und/oder die Diode, die im Kopf verbaut sind, mit.

    "Wenn du überredet, ermahnt, unter Druck gesetzt, belogen, durch Anreize gelockt, gezwungen, gemobbt, bloßgestellt, beschuldigt, bedroht, bestraft und kriminalisiert werden musst. Wenn all dies als notwendig erachtet wird, um deine Zustimmung zu erlangen, dann kannst du absolut sicher sein, dass das, was angepriesen wird, nicht zu deinem Besten ist." - Quelle unbekannt.


    "Steve Jobs hat User hervorgebracht, Jack Tramiel Experten." - Quelle unbekannt.

    "Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen." - Voltaire.

    "Diskutiere nie mit einem Idioten - er zieht dich auf sein Niveau hinunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung!" - Volksweisheit.


  • Und es war sogar alles sofort griffbereit. Heute Abend teste ich das mal.


  • hole mal :popcorn:

    Konfuzius sagt…Hüte dich vor Männern, deren Bauch beim Lachen nicht wackelt.

    Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.


    Wenn ich tot bin, dann begrabt mich mit dem Gesicht nach unten! Dann kann mich die Welt am Arsch lecken. ** Der Joker **

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  • Ruudi , erkläre mal Deinen Gedankengang - ich peils nicht :)

    Danke für den Hinweis, ich war auf dem falschen Dampfer, dachte irgendwie, der Rote wäre der Mittelabgriff, aber das ist natürlich der Weiße...


    Insofern Aktion zurück, oben beschriebenes RC-Netzwerk, das so ähnlich in Snubbern oder auch einfachen Schaltnetzteiltopologien vorkommt, könnte nur bei einem zu allen anderen Wicklungen hochohmigen WEISSEN Anschluss helfen, sofern zw. rot und blau noch Durchgang herrscht!


    Es würde kapazitiv den Kopf mittig erden und somit wieder ein Bezugspotential für Lese- und vielleicht sogar Schreibvorgänge bieten. Die genaue Dimensionierung der Bauteile müsste experimentiell erfolgen, da das induktive Verhalten des Kopfes im Realbetrieb vermutlich von dem abweicht, was man messtechnisch am Kopf alleine rausfinden kann und selbst das (sprich dessen Induktivität bei der ungefähr doppelten Bitrate=Frequenz) habe ich nicht vermessen.


    Bislang kenne ich KEINE Fälle, in denen dieser (bis zum Übergabepunkt am Kopf) doppelt gewickelte Anschluss defekt wäre. (daher war ich auf dem Trichter, root42 s kurzer Post wäre die erste entsprechende Rückmeldung...)


    Aktuell habe ich kein entsprechendes LW griffbereit, aber ich habe mir diesen Fall mal für weitere Experimente damit vorgemerkt.


    Sorry für die Verwirrung!


    root42 : Du hast PN!