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BLUP BBS mit analogem Modem anrufen

  • Hallo,


    ich möchte über ein analoges Modem die BLUP BBS anrufen, um dort das Programm NCB-Mail (DOS-PC) herunterzuladen. Ich habe einen VDSL-Anschluss mit Fritzbox 7490. Hier im Forum habe ich gelesen, dass langsame Analog - Verbindungen (so bis 9600 Baud) trotz VOIP möglich sein sollen. Zur Verfügung habe ich ein US-Robotics Sportster Voice 33.6 und ein Bausch CN-2400 SA Modem. Beide Modems kommunizieren mit dem PC. Wenn ich mit dem US-Robotics allerdings wählen will (ATDT ...), klickt zwar das Relais, aber es kommt kein Amt/Freizeichen. Irgendwann beginnt es nach vergammeltem Fisch zu riechen. Habe mal ins Modem geschaut, da sind einige SMD-Elkos drin ... Mit dem Bausch Modem konnte ich dann die Blup BBS anwählen, allerdings nur mit 1200 Baud.


    Ich habe das Programm Putty benutzt. Meine erste Frage ist jetzt, welches Programm auf dem PC gibt es, womit ich dann auch Dateien herunterladen kann ? Ich kann zwar mit Putty in der Blup das Download Menü erreichen, aber wenn ich dann etwas herunterladen möchte, passiert nichts weiter.


    Meine zweite Frage, kann ich bei der Fritzbox 7490 irgendwelche Einstellungen vornehmen, damit die "Telefonie" nicht komprimiert wird, also die Töne des Modems möglichst klar und ohne Aussetzer übertragen werden ?


    Grüße,

    Ralf

  • ZOC ist ein schönes Terminal, gibt es anscheinend immer noch in einer 30-Tage-Testversion.

    PuTTY kann keine Protokolle wie ZMODEM, daher wird das nicht gehen.

    Das alte HyperTerm von Win98 ist notfalls auch brauchbar, aber das ist bei neueren Versionen wohl nicht mehr bei.

    Der Fischgeruch kommt ganz sicher von auslaufender Flüssigkeit, wobei ein ganz ausbleibendes Freizeichen auch

    auf eine unpassende Kabelbelegung hindeuten kann.


    [Edit: Muss direkt mal mein altes Sportster Voice 33.6 aus dem Keller fischen. Schönes Modem!]

  • Ich hatte auch erst an ein falsches Kabel/TAE-Stecker gedacht, aber mit demselben Kabel funktioniert es mit dem Bausch-Modem. Ich denke das Problem beim Sportster Voice sind auslaufende SMD-Elkos , davon sind einige drin. Keine Ahnung wie aufwändig eine Reparatur ist. Da ich für das Modem sämtliches Zubehör inkl. Handbuch habe, hole ich mir evtl. auch einfach eins bei Ebay, mal sehen wie die so gehandelt werden. ZOC habe ich mir gerade heruntergeladen, scheint ja sogar freeware zu sein ?


    Das NCB-Mail habe ich gerade gefunden: Man kann es bei ELECTRON BBS (ganz normal übers Internet) herunterladen, sowohl die DOS als auch die Win98 Version. Den Link kannte ich schon länger, immer als ich nachgeschaut hatte, war er defekt - jetzt funktioniert der Downlad.


    Grüße,

    Ralf

  • Dazu steht im Handbuch leider nichts zu drin. Ich habe aber mal ca. 10 Kabel aus der Sammelkiste ausprobiert, davon funktionierte keins. Außerdem habe ich alle Elkos des Modems ausgelötet, nachgemessen und wieder eingesetzt, sie sind alle innerhalb der Toleranzen. Ich werde wohl mal nach einem Ersatz Ausschau halten.


    Grüße,

    Ralf

  • Schade, aber Irgendwo muesste aber ja rauszubekommen sein wie die Buchse beim USR belegt ist.

    Letzte Moeglichkeit ware ein voll belegtes RJ11 Kabel zu nehmen und solange auszuprobieren, bis man die beiden belegten Pins findet. Wenn ich es richtig im Kopf habe kannst Du mit "ATA" im Terminal das Modem in den Answer Modus schalten, dann solltest Du eigentlich ein Freizeichen hoeren und das Modem piepst regelmaessig dazuwischen.

    In dem Modus dann mal die 6 Leitungen durchprobieren und an 1 (La) und 2 (Lb) des TAE Stecker halten. Anfangen wuerde ich mit den verbreitetsten Kombis: Die mittleren beiden 3 + 4, dann 2 + 5 und dann mal 1 + 6. Wenn da noch nichts zu hoeren war, den Rest der Kombinationen ausprobieren: 1+2, 1+3, 1+4, 1+5, 2+3, 2+4, 2+6, 3+5, 3+6, 4+5, 4+6, 5+6
    Wenn dann auf einmal ein Freizeichen zu hoeren ist hast Du die betreffenden Leitungen gefunden. :D

    Wenn Du trotzdem nirgends ein Freizeichen hoerst, ist das Modem wohl tatsaechlich defekt, soll ja auch vor kommen. :(

    P.S.: achte drauf, dass der Slider fuer den Lautsprecher auf volle Lautstaerke steht, ist mir auch irgendwann mal passiert das der auf Lautlos stand. :D

  • Also eine heruntergedrehte Lautstärke kann ich ausschließen, denn dann müsste ja eine Verbindung aufgebaut werden können. Ich habe mir jetzt erstmal günstig ein Zyxel 1496 Modem mit allen Kabeln, Netzteil und Handbüchern bestellt, das soll ja ein gutes Modem sein. Es kann zwar nur bis max. 16800 Baud, aber mehr ist ja über VOIP sowieso nicht möglich, eher deutlich weniger. Dann habe ich noch ein ganz altes originales Postmodem gefunden, das werde ich auch mal ausprobieren, mal sehen wie schnell das ist.


    Grüße,

    Ralf

  • Das 1496 ist ein Spitzenmodem. :thumbup: Im Handbuch, kann ich mich erinnern, gab es auch Angaben zu einem 'Cellular Mode', also im Prinzip zum Mobilfunkbetrieb. Evtl. ist das auch für VoIP hilfreich, ich erinnere mich aber nicht mehr, ob die Gegenstelle dann auch eine entsprechende Vorsehung haben muss.

  • Vielleicht muss man ein wenig mit den verschiedenen Codec's experimentieren. Vielleicht klappt es besser mit denen, die bei der Telefaxübertragung verwendet werden. Telefaxbetrieb geht mit mindestens 14400 Baud. Geräte, die mehr können, sind wohl unüblich oder nicht existent.


    Ob mehr geht, könnte man jedoch mit zwei PC's an den Enden der Leitung testen. Da spielen ja verschiedene Faktoren rein. Auch der UART in seinen unterschiedlichen Varianten hat da seine Beteiligung.

  • TeraTerm kann ich als einfaches Terminal-Programm für Windows empfehlen. Es hieß zunächst "TeraTermPro" und zuletzt "TeraTermWeb", 3.13 war die letzte mir bekannte Version. Braucht man auch nicht installieren - in einen Ordner kopieren und EXE starten reicht.


    [EDIT]


    Es scheint immer noch weiter entwickelt zu werden, aktuell ist 4.1.irgendwas: https://www.heise.de/download/product/tera-term-51776

    Bzw. die Homepage des Entwicklers: https://ttssh2.osdn.jp/index.html.en


    [/EDIT]

  • Ja, ein Faxgerät habe ich an meiner Fritzbox dran (über einen TAE-N Stecker). Aber wenn es mir gelingen sollte, die Daten mit einem "FAX-Codec" zu senden, müsste dann nicht die Gegenstelle das Signal auch als FAX entschlüsseln ?

    Nein, ich meine, dass muss nicht sein. Der Fax-Codec soll ja hauptsächlich die Daten so versenden, wie sie real sind und nicht irgendeine Komprimierung oder Optimierung der Daten vornehmen.

    Auch kann die Gegenstelle ja ein klassischer analoger Telefonanschluss mit Modem oder Akkustikkoppler sein. Mit dem Muss der verwendete Codec ja auch zurechtkommen können. Es gibt ja viele verschiedene Codec. Im Detail kenne ich deren Unterschiede nicht, weiß aber, dass es welche gibt, die durchaus Daten verändern und welche, die das Ziel haben, die Daten eher unverfälscht weiterzugeben.

  • Also, die verlustfreie Datenkompression im Sinne von RLE+Huffman ist schon in den niedrigsten Standards enthalten, hat aber mit der Weiterleitung durch

    die Telefonleitung wenig zu tun. Hier geht es um die Modulation, also welche Frequenzbänder und, auch wichtig, welche Laufzeiten. Fax benötigt eine

    stabile, kurze Durchlaufzeit mit konstantem Frequenzangebot. Das ist natürlich der Feind moderner verlustbehaftet nach Bedarf komprimierender verzögernder bandpassiger variabler

    Telefonieübertragung via IP.

  • Hmm ist das mit der Modulation dann so wie bei der Modulation von HF-Signalen, als AM, FM, PSK usw. zu verstehen ? Ich stelle mir das (laienhaft) immer so vor, dass das Telefonie NF-Signal (sagen wir mal bis 5 kHz) bei VOIP dann irgendwie verschlüsselt, moduliert, komprimiert wird und bei der Gegenstelle wieder exakt demoduliert wird, damit die Stimme dann möglichst naturgetreu wiedergegeben wird. Aber ich nehme an, dass schon kleinste Frequenzabweichungen und Verzögerungen, die man so bei einem Telefonat gar nicht hören würde, ausreichen, dass die Datenübertragung "aus dem Takt" gerät ? Die Blup-BBS nutzt übrigens laut Homepage noch einen ISDN Anschluss. Mein Zyxel-Modem wird vorm Wochenende ankommen. Ich bin mal gespannt, mit welcher Geschwindigkeit ich die Blup-BBS damit anrufen kann. Mit dem Bausch-Modem (momentan mein einziges Modem - 2400 Baud) hatte ich eine 1200 Baud Verbindung aufbauen können.


    Grüße,

    Ralf

  • Hast Du noch einen ISDN Anschluss? Das ist heutzutage aber doch auch alles nur noch VoIP und dafuer gelten die gleichen Bedingungen, die @i u s schon Oben fuer analoge Verbindungen erwaehnt hat.

    Jitter und Delay machen auch den ISDN Verbindungen zu schaffen. Die Mediagatreways wollen dabei immer in den RTP Datenstrom eingreifen und "verbessern" z.B. Echocanceling. Damit kommt aber z.B. eine ISDN Verbindung gar nicht zu Recht. Um dieses Eingreifen ins RTP zu verhindern ist die RFC 4040 "Clearmode" geschaffen worden. Wenn beide Seiten das ausgehandelt haben, werden die Daten auf der Verbindung vereinfacht gesagt unveraendert hin und her geschickt und es funktioniert leidlich. Das wird noch fuer alte ISDN-Kartenterminals und Telefonanlagen verwendet, die nicht mehr direkt via ISDN zu erreichen sind.

  • Ich stelle mir das (laienhaft) immer so vor, dass das Telefonie NF-Signal (sagen wir mal bis 5 kHz) bei VOIP dann irgendwie verschlüsselt, moduliert, komprimiert wird und bei der Gegenstelle wieder exakt demoduliert wird, damit die Stimme dann möglichst naturgetreu wiedergegeben wird

    Mit "verschlüsselt" hat das nichts zu tun. Vereinfacht dargestellt ist das so:


    Das analoge Signal wird zu gewissen Zeiten mit einem ADC (Analog-Digital-Converter) abgetastet (= "Spannung gemessen"), diese Abtastwerte werden digital übermittelt und am Endort durch einen DAC (Digital-Analog-Converter) wieder in ein Analogsignal umgewandelt. Das wird bei ISDN auch schon so gemacht.


    Unterschied: Bei ISDN hast du quasi eine "Standleitung", der Takt ist auf beiden Seiten synchron, einzige Herausforderung ist, das Analogsignal wieder "so schön" (ohne Nebenprodukte, Störungen, ...) zu bekommen wie am Eingang. Ein gutes Tiefpassfilter tut da den Job.


    Bei VoIP hast du jetzt aber eine paketvermittelte Verbindung. Die gesampelten Werte werden nicht über eine Standleitung taktsynchron übermittelt, sondern in IP-Paketen "durchs Internet" geschickt. Mal kommt ein Paket schneller an, mal langsamer, mal gar nicht und muss wiederholt werden. Daraus wieder am Ausgang ein Signal mit immer noch gleichem Takt und gleicher Form zu machen ist schon sehr schwierig, wie man sich vorstellen kann; vor allem, wenn das dann noch ein Protokoll mit Handshaking ist, das innerhalb einer gewissen Zeit eine Antwort erwartet.


    Bei Audio stört das noch nicht besonders, wenn da mal der ein oder andere "Glitch" dabei ist. Die Analogmodems verwenden aber AFSK (Audo Frequency Shift Keying): Die Werte 0 und 1 werden durch zwei Töne bestimmter Frequenz repräsentiert; bei schnelleren Verfahren auch Mehrbitwerte durch mehrere verschiedene Töne. Je mehr verschiedene Töne, desto "genauer" muss der Ton aber stimmen, um ihn bei großen Geschwindigkeiten noch fehlerfrei genau erkennen zu können. Und da beißt sich das mit dem oben beschriebenen.


    (Modems der V.56-Klasse verwenden sowieso ein anderes Verfahren, das hier geschilderte gilt für Modems bis 33k6, wie hieß der Standard noch - V38? Keine Ahnung mehr.)

  • Danke für die Infos und Erklärungen. Ich habe jetzt gelesen, dass der Sprach-Codec G.711 das Signal mit 64bit abtastet und unkomprimiert überträgt und damit meist 14.000 Baud Verbindungen möglich sein sollen. Die Fritzbox 7490 unterstützt lt. AVM G.711a (A-Law), G.711u (u-Law), G.711 HG, G.722, G.726-24/32/40 und iLBC 13.3/15.2. Gibt es irgendeine Möglichkeit zu sehen, welcher Codec bei einer Verbindungen genutzt wurde ? Für FAX over IP benutzt die Fritzbox wohl ein Protokoll T.38 - nicht das die Fritzbox das Signal des Modems jetzt als FAX interpretiert und die Übertragung über dieses Protokoll abläuft ?


    marty: Ich habe keinen ISDN Anschluss sondern einen VDSL (62 MBit) - Anschluss der Telekom.


    Grüße,

    Ralf

  • Was fuer die Verbindung ausgehandelt wird, kannst Du im Protokoll der Fritzbox fuer jede einzelne Verbindung sehen.


    T.38 ist das Protokoll, was extra fuer Fax Verbindungen ueber IP eingefuehrt wurde, was aber leider in der Praxis meist nicht vernuenftig funktioniert. Es gibt dabei leider zu viele Parameter, die bei den Implementationen der unterschiedlichen Hersteller individuell interpretiert werden koennen. :/ Nach meiner Erfahrung funktioniert Fax ueber G.711 fuer ein paar Seiten meist problemlos.


    Um Fax zu erkennen, hoert die Fritzbox tatsaechlich auf die Verhandlung der beiden Modems und erkennt dann am CNG Ton (Origination Fax Calling Tone) das da ein Fax uebertragen werden soll. Daraufhin koennen die Mediagateways (Deine Fitzbox und die Gegenstelle) von z.B. G.711 auf T.38 umschalten. Dieses Verhalten passiert nicht, wenn kein Fax CNG Ton erkannt wurde, dann bleibt es bei G.711.