C64 II Tastaturfedern entrosten

  • Schmitti schrieb:

    Entrosten geht gut mit Zitronensäure.
    Das ist auch umweltverträglich. Phosphorsäure ist da nicht so gut und vermutlich auch teurer.
    Zitronensäure gibt es auch in der Drogerie als Pulver.
    Vom Preis her geht auch die lila Spruehflasche "Biff"-Reiniger (gegen Kalk bzw. fuer Bad).....der Rost ist dann weg, aber die ehemaligen Roststellen sind dann schwarz.
    Das habe ich schn genutzt bei Federn im Batteriefach, wo die Batterien ausgelaufen waren....
  • Wenn der Rost schwarz wird dann ist Phosphorsäure um Spiel.
    Darum geht das ja,wenn auch sehr langsam mit Cola.

    Idealer finde ich Zitronensäure dann ist der Rost einfach weg.
    Wenn man übertreiben will Phosphorsäure hinterher um eine gräuliche Phosphatierung zu erzeugen.
    Und dann dünn irgendeine Sprühfarbe/Grundierung.

    Oder gänzlich durchdrehen und zum Galvaniseur zum vergolden oder verzinken :)
    "We don't stop playing because we grow old; we grow old because we stop playing."

    George Bernard Shaw
  • Ich werde den Spaß auf jeden Fall mit Phosphorsäure testen.
    Bisher habe ich hier in allen mit Restaurierungen beschäftigen die besten Ergebnisseiten unterschiedlichsten Foren gelesen.
    Im Schlimmsten Fall muss ich mich danach auf die Suche nach Federn machen ;)
  • Schmitti schrieb:

    Ansonsten geht auch Salzsäure. Die ist sehr schnell.
    Die wirkt stark korrosiv, also rostet hinterher alles tausendmal so schnell wie vorher. Und ab einer gewissen Konzentration wird sie dir die kleine, zarte Feder, die sicher nicht aus hochwertigstem Stahl besteht, einfach zerfressen.

    Phosphorsäure greift Oxide genau so gut an, wenn auch langsamer. Das Eisenoxid (Rost) wird in stabile Eisenverbindungen umgewandelt, das elementare Metall wird aber nicht angegriffen. Die entstehende Eisenphosphatschicht ist eine brauchbare Oberfläche, auch wenn dannach lackiert werden soll. Eine Chloridschicht wie bei Salzsäure taugt im Gegensatz dazu gar nichts, weil du die sogar in popligem Leitungswasser auflösen kannst.
    6502 unser im Rechner, geheiligt werde dein Schaltkreis, deine Outputs geschehen, wie im Speicher so am Bildschirm! Und führe uns nicht in Versuchung vor dem Z80! Amen!
  • Das stimmt.Aber wenn der Rost zu "dick" ist bringt Phosphorsäure auch nichts.
    Wenn ich was am Auto macje entferne ich soviel wie möglich mechanischDann bleibt immer etwas "Rostnarbe" zurück da kommt dann 24H Phosphorsäure drauf.
    Dann sieht man das was augenscheinlich Blank war noch überall schwarze Punkte hat.

    Auch wenn es jetzt Offtopic wird.Hier mal zwei Bilder von den Federbeinen eines meiner alten Audis.
    Man sieht schön wie die Rostpunkte Schwarz geworden sind und der Test Grau als Phosphatierung.
    Bilder
    • IMG_20171114_211603.jpg

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    • IMG_20171114_211530.jpg

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  • Die Suche nach Phosphorsäure war leider bisher erfolgreich, ich denke
    hier muss eine Apotheke ran (oder amazon wenn ich das richtig sehe)
    Ich habe mir Spaßeshalber dann mal im Baumarkt Rostumwandler besorgt, welcher aber nicht
    wirklich ein Ergebnis erzielt hat.
    Das Zeug nennt sich presto Rostumwandler, ist ziemlich klebrig und wird mit einem integrierten Pinsel aufgetragen. Nach
    4 Stunden Test-Einwirkzeit war die Tastatur-Metallstange immer noch rostig, dafür klebte es jetzt noch zusätzlich.
    Ich werde wohl mal die Apotheken abklappern müssen :(
  • Superingo schrieb:

    Die in der Apotheke hier bekommen bei Phosphorsäure oder Wasserstoffperoxid zum Bleichen sofort Maulsperre
    Auch wenn man einen Apotheker erwischt, dem alles wurscht ist: Vor allem kostet das Zeugs in der Apotheke deutlich mehr.

    Mein letzter Kanister wurde vor Jahren bei Amazon erworben und ist noch für lange Zeit ausreichend gefüllt.
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  • Schmitti schrieb:

    @drent: ... Aber welchen Vorteil soll das Öl bringen?
    Öl nur in Verbindung mit ESSIG. Öl / Essig als Emulsion, wie für einen guten Salat. ;) Haftet und trocknet nicht ab. Die Federn aber nur rausfischen und das Glas mit der Emulsion in den Restmüll. Federn abspülen und dann waschen mit z.B. Waschsoda. Von der Verarbeitung her gesehen, ist aber Zitronensäure einfacher.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von drent ()

  • Neu

    Hätte nie gedacht wie viele Möglichkeiten es gibt.
    Also wäre die einfachste Möglichkeit tatsächlich Zitronensäurepulver+Wasser -> einlegen für (wieviele?) Stunden
    und danach abwaschen?

    Sorry für die Unwissenheit, ist das erste mal dass ich mich mit so etwas beschäftige.

    Zu folgender Aussage:

    dmantione schrieb:

    Ich würde einfach neue Federn kaufen. Entrosten ist nicht billiger und kostet Zeit und Mühe.
    Woher würde ich die bekommen? Also außer spendablen Mitgliedern dieses Forums?
  • Neu

    In Bericht #19 habe ich die Link angegeben, wo ich meine Federn selbst gekauft habe. Ich hab 0,4x8x15 genommen, diese sind prima geeignet. Du kannst vielleicht auch 0,5x10x15mm ausprobieren, möglich sind diese noch etwas besser, aber nicht probiert.
  • Neu

    @Fusselman: Die Zeit zum Einlegen der Federn lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt von der Zitronensäurekonzentration und dem Grad der Oxidation ab. Aber Du kannst die Feder zwischendurch auch einfach mal aus der Säure nehmen und mit einer Bürste (z. B. alte Zahnbürste) abschruppen. Wenn der Rost weg ist, bist Du fertig mit dem Säurebad.
    Zitronensäure ist aber gegenüber dem normalen Stahl nicht sonderlich kritisch, so dass es in der Regel kein Problem ist, wenn die Federn 'n Tag länger im Bad liegen.

    Wichtig ist, am Ende gut abspülen und schnell trocknen, damit nicht lange Feuchtigkeit auf dem blanken Metall ist. Sonst hast Du gleich wieder ersten Rost. Also am besten abtrocknen und auf der Heizung trocknen lassen.
    Danach sollte sich bei normaler Feuchtigkeit in der Wohnung kein kritischer Rost mehr bilden.
  • Neu

    Schmitti schrieb:

    Sonst hast Du gleich wieder ersten Rost. Also am besten abtrocknen und auf der Heizung trocknen lassen.
    Mit Alkohol abreiben, dann sind sie trocken.

    Was ihr alle verschweigt, ist, dass die Citrat-Schicht keine Schutzwirkung hat...

    Oder warum meint ihr, gibt es keinen industriellen Entroster, der Zitronensäure verwendet? Zitronensäure ist zum entkalken, nicht zum entrosten.

    "Es geht aber auch" ist da kein Argument - Natürlich kann man Sandalen als Bergsteigerschuhe verwenden.

    Abgesehen von der Menge des Rostes und der Konzentration ist übrigens auch die Temperatur der Säure sehr wichtig, was die Reaktionszeit angeht.
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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Shmendric ()

  • Neu

    Bei der Nutzung von Zitronensäure bleibt keine Schicht zurück.Ich habe meine Sachen mit Spüli abgewaschen.
    Dann nehme ich meist die Dose hoch flüchtigen Bremsenreiniger.
    Das zieht beim verdunsten die letzte Feuchtigkeit mit.

    Probierts doch einfach mal aus.Es ist keine Raketentechnik.
    In heissem Wasser im Kochtopf kann man daneben stehen bleiben so schnell geht das.
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