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Warum ist das Entwickeln von Software manchmal ein Riesenproblem?

  • Eigentlich wurde das meiste schon genannt. Aus der Praxis kann ich sagen, dass riesige Komplexität, handwerkliche Problem aber auch organisatorische Probleme jedes für sich seine ganz eigenen Tücken hat. Komplexität: Irgendwann kommt man an den Punkt, dass das Softwarekonstrukt dermaßen ausufernd groß ist, dass man als einzelne Person gar nicht mehr überblicken kann, was genau das alles bewirkt, wenn man an Stelle A Änderung B vornimmt.

    Riesige Projekte und eine einzelne Person? Das ist eine ganz neue Definition von "riesig". ;)

    Wenn für eine Software nur eine einzelne Person zuständig ist, dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Was ist, wenn diese Person ausfällt?

  • Riesige Projekte und eine einzelne Person? Das ist eine ganz neue Definition von "riesig". ;)

    Wenn für eine Software nur eine einzelne Person zuständig ist, dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Was ist, wenn diese Person ausfällt?

    Kommt vor... Management-Entscheidungen, ausbrechender Intriganten-Stadl, Kollegen gehen wegen wichtiger Gründe, und dann bricht sich die eine Person die Hand.
    Das geht für ne Weile gut.

  • Eigentlich wurde das meiste schon genannt. Aus der Praxis kann ich sagen, dass riesige Komplexität, handwerkliche Problem aber auch organisatorische Probleme jedes für sich seine ganz eigenen Tücken hat. Komplexität: Irgendwann kommt man an den Punkt, dass das Softwarekonstrukt dermaßen ausufernd groß ist, dass man als einzelne Person gar nicht mehr überblicken kann, was genau das alles bewirkt, wenn man an Stelle A Änderung B vornimmt.

    Riesige Projekte und eine einzelne Person? Das ist eine ganz neue Definition von "riesig". ;)

    Wenn für eine Software nur eine einzelne Person zuständig ist, dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Was ist, wenn diese Person ausfällt?

    Du missverstehst meine Stoßrichtung: Meistens arbeitet man dann doch nicht im Pair-Programming. Man sitzt also allein vor der Kiste und denkt sich, dass das doch jetzt eine ganz tolle Idee war, es so zu machen. Nur um festzustellen, dass das an einer ganz anderen Stelle eine negative Auswirkung hat, die alles andere als offensichtlich war. Wenn dein Projekt nur groß genug ist (oder du genug Kunden mit Anpassungen daran hast, die du nicht mal kennst/kennen kannst), haste halt einen schlechten Stand. Und da helfen auch keine Code-Reviews. Da müssen automatisierte Tests her, die auch nicht immer trivial herzustellen sind. Haben wir z. B. bis zum heutigen Tage nicht.


    Nichtsdestotrotz haste recht, diese One-Man-Shows sind nicht gut. Wir haben bei uns auch ein paar Aufgaben, wenn ausgerechnet die Person ausfällt, steht in dem Bereich alles. Aber erzähl das mal dem Management. Mitarbeiter A kann das sehr gut, macht es seit Jahren, ist aber der einzige. Alle anderen müssen erst mal eingelernt werden, brauchen dann immer noch länger. Am Ende gibt man dann doch wieder jede Instanz dieser Aufgabe(n) an Mitarbeiter A, statt auch Mitarbeiter B drauf anzusetzen. Kost ja schließlich sonst mehr Geld. Ergebnis: Es bleibt alles wie es ist, bis man dann doch mal bis zum Hals in der Sch***e sitzt. Dann ist das Gejammer groß.

  • Riesige Projekte und eine einzelne Person? Das ist eine ganz neue Definition von "riesig". ;)

    Wenn für eine Software nur eine einzelne Person zuständig ist, dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Was ist, wenn diese Person ausfällt?

    Kommt vor... Management-Entscheidungen, ausbrechender Intriganten-Stadl, Kollegen gehen wegen wichtiger Gründe, und dann bricht sich die eine Person die Hand.
    Das geht für ne Weile gut.

    Es ist halt immer die Frage, wie weit man das verteilen kann. Das ist dann die andere Richtung. Einen Haufen Generalisten zu haben, ist erst mal nicht schlecht. Aber nicht jeder von denen kann in voller Tiefe alles können, was benötigt wird. Also hast doch wieder Spezialisten. Und wie du schreibst, es kann schon auch mal blöd laufen. Aber oft genug ist es einfach mit Ansage blöde. Und dann wurschtelt sich irgendeiner durch, der die Ecke einfach nicht sonderlich gut kennt, der kräftig am Rudern ist, weil er's halt noch nie gemacht hat. Wenn's dann nicht den üblichen Standard hat, oder genauso schnell geht, ist das auf der einen Seite vorhersehbar, auf der anderen Seite versucht man das Problem aber eben (siehe letztes Posting) leider viel zu selten proaktiv schon im Vorhinein zu vermeiden.

  • Nichtsdestotrotz haste recht, diese One-Man-Shows sind nicht gut. Wir haben bei uns auch ein paar Aufgaben, wenn ausgerechnet die Person ausfällt, steht in dem Bereich alles. Aber erzähl das mal dem Management. Mitarbeiter A kann das sehr gut, macht es seit Jahren, ist aber der einzige. Alle anderen müssen erst mal eingelernt werden, brauchen dann immer noch länger. Am Ende gibt man dann doch wieder jede Instanz dieser Aufgabe(n) an Mitarbeiter A, statt auch Mitarbeiter B drauf anzusetzen. Kost ja schließlich sonst mehr Geld. Ergebnis: Es bleibt alles wie es ist, bis man dann doch mal bis zum Hals in der Sch***e sitzt. Dann ist das Gejammer groß.

    Das ist dann aber typisches Managementversagen, wenn solche Risiken nicht gesehen oder sogar bewusst eingegangen werden.

    Ich habe zeimal in Firmen gearbeitet, wo der Gründer als Alleinherrscher den ganzen Laden mit solchen Aktionen in die Scheiße geritten hat. Immer auf Kosten der Mitarbeiter, die dann mit "persölichem" Einsatz und Überstunden das wieder rausreißen sollten. Ich habe mich dann immer rechtzeitig vom Acker gemacht. Auf meinem Rücken lasse ich sowas nicht austragen, zumal ich vorher mehrfach auf die Risiken hingewiesen hatte.


    Das sind diese vielgepriesenen Entrepreneure , die meinen es geht nur mit maximalem Risiko. Und die auf nix und niemanden hören, weil sie ja als Firmengründer die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Da mache ich inzwischen einen großen Bogen drum.


    Besser ist es immer, wenn die Geschäftsführung selbst angestellt ist. Dann läuft das alles viel professioneller. Und dann gibt es plötzlich so Sachen wie Riskiomanagement und ISO-9000 Systeme, nach denen auch gearbeitet wird und die im täglichen Ablauf helfen und nicht bremsen.

  • Quote

    Ich habe mich dann immer rechtzeitig vom Acker gemacht. Auf meinem Rücken lasse ich sowas nicht austragen, zumal ich vorher mehrfach auf die Risiken hingewiesen hatte.


    Wahre Worte und - Full Ack - :thumbsup:


    Beispiel?


    25 Leute am Runden Tisch - jeder schiebt dem anderen die Schuld zu; das geht 10 Minuten hin und her, bis....


    .....bis ich die Mappe auf den Tisch geknallt habe! Dann war erstmal Ruhe im "Saal" und Alle schauten mich an! :D


    Ich, mit lauter Engergischer Stimme: "Alles Klar! Es interessiert mich einen Scheiss - WER - hier WO - für was - die Schuld hat! Schuldzuweisungen nützen gar nix! ICH - will - JETZT - wissen, wie wir die Kuh vom Eis kriegen, und wer, wo, wie, wann, was macht.


    SIE (Rhetorische Pause!) haben jetzt 10 Minuten Zeit, sich zu überlegen, was zu tun ist! Solange gehe ich einen Kaffee trinken!"

    -----


    Tja - was soll ich sagen....erstmal hat die Projektleitung Komisch geschaut, und nach dem ich raus gegangen war, ca. 10 Minuten später wieder kam, fluppte es auf einmal! GEHT DOCH!!!

    -----


    Danach wurden verschiedene Dinge anderst angegangen, und - was vieeeeeeeeeeeel besser war - auf EINMAL wurden verschiedene Zeiträume passend korrgiert. :)


    Pfhhh..... und das, obwohl ich als "IT-ler" nur einen kleinen Teil des Projektes inne hatte :whistling: :saint:


    Gesamtvolumen -> ca. 25 Mio's - IT-Anteil ca. 1,5 Mio's <-

    -----


    In diesem Sinne....


    PS: Bei späteren "Projekten" wurden von vorneherein meinerseits die Vorgehensweise und "Taktung" genau festgelegt. Wer am Zeitrahmen rüttleln wollte, bekam nur eines von mir zu hören: "Auf Wiedersehen! Alles Gute mit Ihrem Projekt!"

  • Nichtsdestotrotz haste recht, diese One-Man-Shows sind nicht gut. Wir haben bei uns auch ein paar Aufgaben, wenn ausgerechnet die Person ausfällt, steht in dem Bereich alles. Aber erzähl das mal dem Management. Mitarbeiter A kann das sehr gut, macht es seit Jahren, ist aber der einzige. Alle anderen müssen erst mal eingelernt werden, brauchen dann immer noch länger. Am Ende gibt man dann doch wieder jede Instanz dieser Aufgabe(n) an Mitarbeiter A, statt auch Mitarbeiter B drauf anzusetzen. Kost ja schließlich sonst mehr Geld. Ergebnis: Es bleibt alles wie es ist, bis man dann doch mal bis zum Hals in der Sch***e sitzt. Dann ist das Gejammer groß.

    Das ist dann aber typisches Managementversagen, wenn solche Risiken nicht gesehen oder sogar bewusst eingegangen werden.

    Ich habe zeimal in Firmen gearbeitet, wo der Gründer als Alleinherrscher den ganzen Laden mit solchen Aktionen in die Scheiße geritten hat. Immer auf Kosten der Mitarbeiter, die dann mit "persölichem" Einsatz und Überstunden das wieder rausreißen sollten. Ich habe mich dann immer rechtzeitig vom Acker gemacht. Auf meinem Rücken lasse ich sowas nicht austragen, zumal ich vorher mehrfach auf die Risiken hingewiesen hatte.

    Kommt mir doch sehr bekannt vor... Und volle Zustimmung. In meinem Fall ist es zum Glück nicht so, dass die Überstunden dann geschoben werden müssen. Das ist die eine Sache, die der Chef dann doch begriffen hat: Dass man nach 10 h einfach nicht mehr top-fit coden kann. Das Zeug was nach der Zeit angefangen wird, schaust dir nächsten morgen an und reißt die Hälfte wieder ab. Dann hättest auch gleich früher aufhören können. Wäre das anders (also dass die Entwicklungsabteilung den Bullshit von Management und Projektleitern in Form von Überstunden ausbaden muss), wäre ich schon lange weg. Wie du auch sagst, mehr als drauf hinweisen kann ich nicht. Umso erstaunlicher, wie lange das schon so geht. Manche Leute haben halt doch irgendwie mehr Glück als Verstand, oder super gutmütige Kunden. Und das ist dann eben der Stoff aus dem die unmöglichen Projekte gemacht werden.