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Warum ist das Entwickeln von Software manchmal ein Riesenproblem?

  • Warum ist manchmal das Entwickeln von Software so ein Riesenproblem?


    Diese Frage ging mir eben durch den Kopf. Dabei beziehe ich mich weniger auf mein eigenes Programmieren, sondern mehr auf die Profis die das beruflich machen. Grund für diesen Gedanken war ein Artikel im Spiegel zu den aktuellen Softwareproblemen bei VW. Bei meiner Frage geht es mir nicht um VW allgemein, ob die nun ganz toll sind oder nicht.


    Aber warum klappt das Entwickeln von Linux seit Jahrzehnten (wenn ich mich recht erinnere, bis heute über Mailinglisten) mit Programmierern die weltweit verteilt leben und warum tut sich eine VW Abteilung wie Cariad (laut Spiegel) so schwer damit? Man müsste doch annehmen können das sich Probleme besser lösen lassen wenn die Programmierer nur ein Büro weiter sitzen. Wie geschrieben geht es nicht um VW im speziellen. Auch Lidl war mit einem Großprojekt auf die Schnauze gefallen.


    Man müsste doch annehmen können das sich mit Scrum, UML & Co. (Begriffe willkürlich ausgewählt) Projekte viel besser managen lassen. Also warum ist Software Entwicklung heute scheinbar genauso schwer wie vor 30 Jahren, obwohl technisch so viel mehr Unterstützung vorhanden ist?


    Folgendes Bild zeigt einige der Probleme, es erklärt aber nicht alles.


    Bitte bei dieser Diskussion kein :box:aufkommen lassen. :D


    Und bevor jemand anderes es schreibt... mit CPC wäre das nicht passiert. :prof:

  • Interessante Frage. Wenn du mit Linux den Kernel meinst, hast du Recht. Linux Porgramme sind aber auch von unwartbarem Code betroffen oder schlafen gerne mal ein.


    Warum das beim Kernel allerdings so ist, wie es ist, darauf fällt mir auch kein Grund ein.

  • Warum das beim Kernel allerdings so ist, wie es ist, darauf fällt mir auch kein Grund ein.

    Ich hatte mal eine Biografie Linus Torvalds gelesen. Ein Grund für das Gelingen scheint dabei auch seine (etwas schwierige) Persönichkeit zu sein.

  • Es kommt immer auf die Verzahnung der Projekte an und wie sie geplant sind. Meistens kommt während der Entwicklung immer was neues dazu, so dass sich neue Probleme ergeben an die niemand gedacht hat. Wobei bei Tesla läuft es auch nicht so toll, wie der „Chef“ behauptet. Die Teslas können zB nicht selbstständig fahren, wobei der Name Autopilot so etwas suggeriert.


    Der „neue“ Flughafen von Denver (Baubeginn 1989 ist also inzwischen auch schon ein alter Flughafen) ist ein „schönes“ Bespiel für schlechte Planung und Design.

  • Manchmal könnten die Entwickler auch besser, dürfen aber wegen Vorgaben der Projektleitung nicht - mir wurde da mal der Fall einer Smart Home-App erzählt, die die Vorgabe hatte, nur ein möglichst dünner Wrapper auf dem Webinterface der Steuerzentrale zu sein. Das funktionierte zwar, war aber bei den Benutzern nicht besonders beliebt weil die App dadurch träge war und schnell Probleme mit Verbindungsabbrüchen beim Wechsel zwischen WLAN und Mobilfunk hatte - im Store dümpelte die bei ungefähr 2 Sternen herum. Irgendwann gelang es dann doch irgendwie, das Projektmanagement von einer komplett auf dem Telefon laufenden App zu überzeugen und es wurde alles vom gleichen Team von Grund auf neu geschrieben. Ergebnis: Viel flüssigere Bedienung, begeisterte Benutzer (trotz mancher Probleme in den ersten Releases) und 4,x Sterne-Bewertung im Appstore.

  • Software ist heute viel komplexer als vor 20 Jahren und die Timelines sind extrem knapp. Im Automobilbereich hatte man früher 5 oder mehr Jahre um etwas Neues zu machen. Heute muss das in 3 Jahren gehen. Dann werden halt manchmal 9 Mütter genommen um das Kind vermeindlich nach einem Monat zu kriegen. Klappt auch mit den modernsten Prozessen und Technologien eher schlecht als recht.

  • Software ist heute viel komplexer als vor 20 Jahren und die Timelines sind extrem knapp.

    Ich lasse auch ein externes Tool entwickeln, was im Entwicklungsbereich gebraucht wird, um Fahrzeuge zu analysieren und und mit diversen Sollwerten vergleichen. Manchmal fällt mir da aber auch ein Ei aus der Hose....Ich wollte eine simple Checkbox haben, ohne ein Funktion im Hintergrund, einfach als Merker....Mir wurde dann gesagt, die Implementierung könnte erst in etwa zwei Jahren fertig gestellt werden. Als ich dann erwähnte, dass andere Firmen in der Zeit ein Kreuzfahrtschiff bauen, haben mich jede Menge schockierte Pikachugesichter angeschaut LOL28


    Ich scheitere schon mit der Anforderung, eine Checkbox per default setzen zu lassen, die im Moment per default nicht gesetzt ist (Weil der User die sowieso in de allermeisten Fällen gecheckt braucht.) Ich krieg dann immer zu hören " Aber in den nächsten drei Sprints kriegen wir das nicht unter. Manchmal hab ich das Gefühl, da steckt Methode dahinter! Dieses Tool bietet eine Spaltendarstellung, wobei die Spalten ähnlich wie bei Excel sortiert werden können und auch gefiltert. In einer frühen Phase waren die Filterfunktionen recht mächtig, irgendwann erwähnte ich mal was davon....ein paar Sprints später stelle ich fest, die sind weg! Jaaaaaa....Wenn ich Filterfunktionen will brauchts nen CR und der kostet richtig Asche.

    So, genug Roman geschrieben :)

  • Der „neue“ Flughafen von Denver (Baubeginn 1989 ist also inzwischen auch schon ein alter Flughafen) ist ein „schönes“ Bespiel für schlechte Planung und Design.

    Wie beruhigend das auch andere Länder einen BER haben. :D


    Bin mal gespannt wie bei uns im Stahlwerk der neue Lichtofen gebaut wird. :whistling:

  • Der „neue“ Flughafen von Denver (Baubeginn 1989 ist also inzwischen auch schon ein alter Flughafen) ist ein „schönes“ Bespiel für schlechte Planung und Design.

    Wie beruhigend das auch andere Länder einen BER haben. :D

    Beim BER war es verpfuschte Bauplanung. WIMRE hat die IT nicht tragend zu der Verzögerung beigetragen oder es dann nicht weiter aufgefallen. Bei Denver war die IT schon maßgeblich daran schuld, vorallem, weil auf einmal das geplante System plötzlich viel mehr leisten und entsprechend umgestrickt werden sollte.


    Ich hatte als Student einen Hiwi-Job bei einem Frauenhofer Institut und ich wurde dann gleich bei einer Lokalen Firma eingesetzt. Dort hat das Management die IT Mitarbeiter nach und nach entlassen, weil diese mehr Gehalt wollten. Am ende war nur noch ein Informatikstudent übrig und der sollte dann alles alleine machen. Der war natürlich überfordert und so wurde das Frauenhofer Institut in Boot gehohlt. Nebenbei haben die Kunden die Spezifikationen in die Höhe getrieben. Ursprünglich sollte ein DOS-PC nur eine Komponente überwachen und dann, als ich dazugestoßen bin, waren es vier. Der DOS-PC war dafür nicht ausgelegt und es ergaben sich Probleme, die es so nicht gegeben hätte, wenn man am ursprünglichen Konzept festgehalten hätte.

  • Aber warum klappt das Entwickeln von Linux seit Jahrzehnten (wenn ich mich recht erinnere, bis heute über Mailinglisten) mit Programmierern die weltweit verteilt leben und warum tut sich eine VW Abteilung wie Cariad (laut Spiegel) so schwer damit?

    Ich sehe überhaupt nicht, dass das bei Linux klappt. Ein Ziel von Linux war es, sich auf dem Desktop als Alternative zu Windows zu etablieren. Diese Ziel wird ja wohl seit Jahrzehnten nicht erreicht.

    So ist das auch bei kommerziellen Softwareprojekten. Da werden die Ziele auch manchmal nicht erreicht. Aber oft werden sie auch erreicht, aber eben mit Verzögerungen und zu hohen Kosten. Das Problem hat Linux gar nicht. Es gibt keinen Zeitplan und keine Kosten. Manches wird nie fertig und keinen Interessiert es.


    Linux insgesamt scheint mir eher ein schlechtes Beispiel für ein gelungenes Projekt zu sein. Manches funktioniert gut, manches eher schlecht.

  • Ob scrum nun den Entwicklern oder dem Management dient ist meine ich auch noch nicht abschliessend geklaert ;-)

    Ausschließlich dem Managemant. Das kann ich aus eigener Erfahrungen sagen.

  • Ich sehe überhaupt nicht, dass das bei Linux klappt. Ein Ziel von Linux war es, sich auf dem Desktop als Alternative zu Windows zu etablieren. Diese Ziel wird ja wohl seit Jahrzehnten nicht erreicht.

    Das ist wie Birnen mit Äpfeln vergleichen. Ich spreche von der Entwicklung einer Software, Du aber von der Vermarktung.

  • Aber warum klappt das Entwickeln von Linux seit Jahrzehnten (wenn ich mich recht erinnere, bis heute über Mailinglisten) mit Programmierern die weltweit verteilt leben

    Kernel-Entwickler benutzen ja auch tagtäglich Linux. Da fallen Schwächen schneller auf und die Motivation, diese zu beheben, ist daher ziemlich groß.

    Das scheint oft zu stimmen, außer beim VI. :D

    Ich habe bis heute nicht verstanden warum dieses Programm 1000x schlecher in der Bedienung ist als alles was ich in den Zeiten der Mailboxen vorgefunden hatte.

  • Ich habe bis heute nicht verstanden warum dieses Programm 1000x schlecher in der Bedienung ist als alles was ich in den Zeiten der Mailboxen vorgefunden hatte.

    Weil das Prinzip "Das muss so bleiben, das war doch schon immer so" auch für Software gilt? ;)

  • Software ist heute viel komplexer als vor 20 Jahren und die Timelines sind extrem knapp. Im Automobilbereich hatte man früher 5 oder mehr Jahre um etwas Neues zu machen. Heute muss das in 3 Jahren gehen. Dann werden halt manchmal 9 Mütter genommen um das Kind vermeindlich nach einem Monat zu kriegen. Klappt auch mit den modernsten Prozessen und Technologien eher schlecht als recht.

    Natürlich ist die Software viel komplexer geoworden. Das sehe ich sogar an meinen eigenen Projekten. Ich dachte das im Profibereich einiges besser läuft und Werkzeuge bestehen mit der man die Komplexität besser im Griff hat.


    Weil das Prinzip "Das muss so bleiben, das war doch schon immer so" auch für Software gilt? ;)

    Also ein :org: Prinzip. :D

  • Ich sehe überhaupt nicht, dass das bei Linux klappt. Ein Ziel von Linux war es, sich auf dem Desktop als Alternative zu Windows zu etablieren. Diese Ziel wird ja wohl seit Jahrzehnten nicht erreicht.

    Das ist wie Birnen mit Äpfeln vergleichen. Ich spreche von der Entwicklung einer Software, Du aber von der Vermarktung.

    Nein, ich spreche ausschließlich von der Entrwicklung. Dass Linux nicht für den Desltop taugt, hat mit Vermarktung überhaupt nichts zu tun. Das ist Märchen der Linux-Anhänger.

  • Natürlich ist die Software viel komplexer geoworden. Das sehe ich sogar an meinen eigenen Projekten. Ich dachte das im Profibereich einiges besser läuft und Werkzeuge bestehen mit der man die Komplexität besser im Griff hat.

    Durch gute Tools wird es ja erst möglich enzsprechend komplexe Software zu entwickeln. Es ist trotzdem eine Gradwanderung, da der Mensch der limitierende Faktor ist. Für den Einzelnen ist es kaum mehr möglich sich in der gegebenen Zeit mit wesentlichen Details und Randbedingungen ausreichend zu beschäftigen. Das schlägt sich unmittelbar in der Qualität des Produktes nieder.

  • Aber warum klappt das Entwickeln von Linux seit Jahrzehnten (wenn ich mich recht erinnere, bis heute über Mailinglisten) mit Programmierern die weltweit verteilt leben

    Kernel-Entwickler benutzen ja auch tagtäglich Linux. Da fallen Schwächen schneller auf und die Motivation, diese zu beheben, ist daher ziemlich groß.

    Das scheint oft zu stimmen, außer beim VI. :D

    Ich habe bis heute nicht verstanden warum dieses Programm 1000x schlecher in der Bedienung ist als alles was ich in den Zeiten der Mailboxen vorgefunden hatte.

    Weil die Linux-User es genau so haben wollen um sich rühmen zu können, dass sie diesen Krampf bedienen können.

    Das ist ja auch der Grund warum Linux ingesamt so kompliziert gehalten wird. Stell dir mal vor, jeder könnte das bedienen. Nicht auszudenken. :D