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VIC 20 mit leichtem Dachschaden

  • Ich habe in den vergangenen Tagen einige liegen gebliebene Projekte zu Ende oder immerhin weiter bringen könne. Eines davon war ein VIC20-NTSC-Board, das ich irgendwann mal als "Defekt" bei ebay gekauft habe. Das Ding muss über Jahre in einem Stapel irgendwo in einer Garage gelgen haben. Da war kein Pin mehr gerade und keine Millimeter ohne Staub und Dreck. Der Schalter wurde mal halbherzig ersetzt und schlecht verlötet. Den habe ich ersetzt (hier schon mal gezeigt). Der Sciherungshalter wollte keine Sicherungen mehr halten. Auch den habe ich ersetzt. Nun strömte der Strom wieder ungestört, aber das Bild blieb schwarz bzw. zuckte es immer mal bunt. Das als Flackern zu bezeichnen, wäre schon fast übertrieben. Kurze Blitzer oder nur ganz dünne bunte Steifen. Es wirkte wie ein Wackelkontakt. Auf den VIC drücken (oder auf irgend ein anderes IC) brachte keine Änderung, geschweige denn Verbesserung.


    Also habe ich mir mal die A/V-Buchse von unten angesehen. Vielleicht war da auch eine kalte Lötstelle, wie beim Schalter.



    Ahaaaaa! Da hatte wohl jemand den gleichen Verdacht und hat die Buchse nachgelötet. Vielleicht wackelt es ja an anderer Stelle. Es sind 5 Leitungen zu verfolgen.


    Auf der Oberseit erst mal Sichtkontrolle, ob irgendetwas ins Auge fällt.



    Soweit nicht auffälliges (man denke sich den VIC hinzu). Das heißt, irgendwas sieht nicht stimmig aus. Ich habe erst beim zweiten oder dritten Hinsehen bemerkt, was mich stört. Die Markierung des linken Tantalkondensators sieht irgendwie anders aus als die von seinem Nachbarn (die beiden am unteren Bildrand, Mitte, am Abschirmblech).


    Von der anderen Seite betrachtet sieht man auch, warum:




    forum64.de/wcf/index.php?attachment/208347/


    Da hat es den Kleinen in die Luft gehen lassen! :schreck!:


    Wer ist das? Was macht der? Darf der das? Ist das die Ursache für Bildstörungen?


    Dem Schaltplan ließ sich entnehmen, dass das beides parallel geschaltete Stützkondensatoren sind. Einmal mit 2.2µF und (der geplatzte) mit 0.47µF. Hier mal stellvertretend der Plan einer anderen Revision:


    forum64.de/wcf/index.php?attachment/208350/


    Dort als C6 und C7 bezeichnet.


    Bei genauerem Hinsehen ist zu erkennen, dass wohl Kondensatoren mit verschiedenem Rastermaß installiert werden können und der Bestückungsautomat oder der Bestücker ein Loch zu weit geriet. So war der Tantalkondi jedenfalls falschrum gepolt! Es sieht auch danach aus, als ob das tatsächlich im Werk passiert ist. Es sind jedenfalls keine Lötspuren erkennbar. Der muss beim ersten Test oder kurz danach gleich *puff* gemacht haben.


    Allerdings war auch bald klar, dass der VIC selbst einen Schaden hat. In einem anderen, funktionierenden Board, machte die gleichen Zuckungen, der funktionierende VIC aus dem anderen Board, machte in diesem ein gestochen scharfes Bild. Es wäre auch unwahrscheinlich, dass fehlende 470nF einen derartigen Fehler verursachen. Es hätte aber einen Kurzschluss bestehen können. Den hatte ich allerdings schon ausgeschlossen.



    Nunja. Gewährleistungsansprüche werde dich da wohl nicht geltend machen können. Bei Commodore geht keiner mehr ans Telefon... :)

  • Bitte alle in ihren VC-20 mal nachsehen, ob der Tantal auch verkehrt rum drin ist. Das böte die Möglichkeit einer Sammelklage. Wie? Commodore ist nicht mehr erreichbar? Aber es gibt doch "selbsternannte Rechtsnachfolger", die immer mal wieder gerne die Hand für Lizenzen usw. aufhalten, dann müssen die halt " ran" - es gibt schließlich nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten.


    [/HALUZINATION]


    advotax Ist das ein Hong-Kong-Board?

  • Woran erkennt man denn ein Hongkong-Board?

    An der Seriennummer, die beginnt dann mit "HKC" oder auch anderem drittem Buchstaben (HKM z. B.).

  • n der Seriennummer, die beginnt dann mit "HKC" oder auch anderem drittem Buchstaben (HKM z. B.).

    Das einzige, was hier nach Seriennummer aussieht, ist eine 6stellige Zahl, ganz ohne Buchstaben. Und da ist (handschriftlich) "defekt" drüber geschrieben. Das kann ein späterer Besitzer gewsen sein, das könnte theoretisch aber auch schon die Qualitätskontrolle festgestellt haben. Gab es denn außer Hong Kong überhaupt andere Fertigungsorte für die PCBs?

  • Gab es denn außer Hong Kong überhaupt andere Fertigungsorte für die PCBs?

    Ich kenne noch Boards mit "UAL" in der Seriennummer, habe aber keinen Schimmer, ob das ein anderer Standort war.

    Wegen dieses "Bestückungsfehlers" wäre es eben interessant, ob das vielleicht noch ein sehr frühes Board war, das Chuck eventuell noch von Hand bestückt hat. :-D

  • Nein, definitiv nicht. Vielleicht ist das tatsächlich zum Teil manuell bestückt, aber verzinnt wurde im Wellenbad. Die meisten Widerstände z.B. sehen nach Automat aus. Die einglöteten IC sind alle zweites Hj 1982. Also sogar ein spätes Board von der ersten Bauform. Ist auch ein 324002 Rev. F. Vielleicht war es ja das allerletzte und der Kondensator war der Grund? :D