Posts by Korodny

    Es gab halt kein richtiges GUI-Toolkit (wie die damalige Macintosh Toolbox) außerhalb von ein paar zentralen Grafik-Basics (und auch keine UIGs).

    Natürlich hatte GEOS ein UI-Toolkit - sogar eines, das deutlich mächtiger war als die ersten Versionen von AmigaOS. Dass viele GEOS-Anwendungen grausig ausgehen haben, dürfte eher an dem von dir erwähnten Mangel an Guidelines und der mangelnden Erfahrung der Entwickler gelegen haben. Ausgewiesene Feature-Monster, die mehr GUI-Funktionalität benötigt hätten, waren GEOS-Anwendungen ja nun nicht.


    Auf einem 8-Bit-Rechner ist das m.E. eine einfache Kosten-/Nutzen-Rechnung: C64OS kann kein echtes Multitasking, also wieso einen Fenstermanager implementieren? Nur damit der Launcher nutzbar bleibt, während ich den Taschenrechner offen habe? Brauche ich bei einem 40x25-Zeichen-Display wirklich in der Größe veränderbare Layoutboxen?

    Ich denke, man sollte das dynamisch anlegen, sodass nur die UI-Sachen im Speicher gehalten werden müssen, die von einer App verwendet werden. 95% der C64-OS-Apps werden z.B. keine Bitmap-Darstellung benötigen – dann sollten auch weder die nötigen Routinen noch der Grafikbildschirm Speicher verschwenden.

    Ein UI-Toolkit, das zu viel Speicher frisst, gehört halt nicht auf einen 8-Bit-Rechner ;)


    Ein UI-Toolkit ist im Optimalfall so klein (und nützlich), dass ich das als fertige Bibliothek in einem beliebigen Projekt nutzen kann - auch einer Textverarbeitung, die auf einem nackten C64 läuft und von 1541 gestartet wird. Damit erhöht der Toolkit-Autor die Chance, dass das Ding ein bisschen Verbreitung findet. Dass es dann zusätzlich noch in einem OS/CRT-basierten-Launcher/HD-Browser-TUI/... Verwendung findet, erhöht wiederum die Chance dass jemand seine Software für Letzteres umsetzt.


    Ein GUI um ein OS und zusätzliche Hardware herum zu designen, limitiert dagegen von Anfang an den Nutzen des Toolkits - ich kann das Toolkit nur benutzen, wenn ich meine Anwendung komplett auf das OS anpasse - und damit den möglichen Nutzerkreis auf Nutzer des OS beschränke. Ganz abgesehen davon dass sowohl ich als auch jeder Nutzer die jeweilige Zusatzhardware besitzen müsste.


    Aber das Thema hatten wir ja schon mal. Einigen wir uns darauf, dass ich recht habe :D

    1.) Nur 20 kb (= $5000) für Programme frei.

    Das ist sehr wenig. Ehrlich. Für eine rein textorientierte GUI ist das echt wenig.

    20 KB nach Laden des Launchers. Ich glaube 30 KB sind für Anwendungen frei.


    Wenn man sich Greg's Videos ansieht, ist klar dass da nicht viel Speicher übrig bleiben kann: Er hat nicht nur einen Fenstermanager implementiert, sondern auch ein echtes UI-Toolkit - inklusive Layout-Boxen und komplexer Listviews (beide in Echtzeit in der Größe veränderbar), Tabs, Drop-Down-Menüs, Scrollbars usw. Das System verwaltet einen Text- und einen Grafikbildschirm und kann an beliebiger Y-Position zwischen beiden umschalten usw. usf.


    Das ist mehr eine Tech-Demo (natürlich eine recht eindrucksvolle) als sonst irgendwas. Ich sehe auch gerade zum ersten Mal, dass er das OS verkaufen will, damit schränkt er die Verbreitung des Systems sowieso von Anfang an massiv ein...

    2.) Das OS läuft nicht von einer üblichen C64-Originalhardware.

    Wie er selber sagt, ist Grundvoraussetzung ein Datenträger, der über Unterverzeichnisse verfügt. Und natürlich auch groß genug ist für die ganzen OS-Dateien. Und der natürlich schnell genug ist, um die ganzen Dateien in vertretbarer Zeit nachzuladen. Es ist also nur sehr eingeschränkt ein OS für den C64, mehr ein OS für den C64+modernem Datenträger. Das erklärt dann auch, warum sowas nicht schon früher in den 80ern geschrieben wurde: Diese Datenträger gab es damals schlicht nicht.

    Sicher, aber wenn ich nur Original-Commodore-Laufwerke habe, brauche ich ja kein *OS*, sondern maximal ein einfaches UI-Toolkit? Als 'OS' taugen Action Replay o.ä. für 15x1-Besitzer deutlich mehr als alles andere.

    WYSIWYG macht auf einem C64 heute keinen Sinn mehr, da man sich da sehr stark einschränkt - druckbar ist nur, was auch auf dem Bildschirm darstellbar ist. Bei 320x200 Pixeln, 64 KB und 1 Mhz ist das nicht viel... Bullet Points? Proportionalschrift? Trennlinien? Tabellen? Grafiken?


    Ich würde deswegen eine Textverarbeitung modular gestalten. Text und Disk-Menü (Laden, Speichern etc.) sind immer im Speicher. Der Rest des Programms sind Module, von denen immer nur eines gleichzeitig aktiv ist:

    • Editor
    • Formatvorlagen
    • Layout / Preview
    • Output
    • (Spellchecker, Import von Fremdformaten...)

    Im Editor wird der Text eingegeben bzw. geändert. Textauszeichnungen (Überschrift1, Überschrift2, Kursiv, Zitat, Quelltext usw.) werden als Markdown notiert.


    In den Formatvorlagen bestimme ich, wie die einzelnen Textbestandteile aussehen (Schriftart und -größe, Zeilenabstände und Ausrichtung...). Als Endanwender nutze ich dieses Modul eher selten.


    Im Layouter lege ich fest, ob das fertige Dokument Kopf- und Fußzeilen hat (und was da rein soll) oder ein Standard-Briefkopf verwendet werden soll, wie viele Spalten der Haupttext hat, ob irgendwo Platz für Grafiken vorgehalten werden muss und welche das sein sollen usw. "Preview" rendert eine stark vereinfachte Vorschau einer Seite des fertigen Dokuments.


    Output generiert irgendetwas, dass ein Drucker auswerten kann und speichert das oder schickt es an den Drucker - "modern" wäre hier Postscript, ob man noch ESC/P-Drucker unterstützen müsste ist m.E. fraglich. Dazu ein Datei-Format, was anderswo weiterverarbeitet werden kann: RTF oder ODT.


    (Monochrome) Grafiken werden mit einem externen Programm bearbeitet. Eines, das möglichst sechs Hires-Bitmaps als zusammenhängende Grafik im Speicher halten kann - in allen möglichen Anordnungen von 1920x200 über 640x600 bis 320x1200. Eventuell wird beim Abspeichern ein kleiner, separater "Thumbnail" mit abgespeichert, der dann vom "Layout"-Modul der Textverarbeitung für Previews verwendet wird.

    Welche C64-Programme haben das anders gehandhabt?

    Mir ist keine C64-Textverarbeitung bekannt, die mehrere Dokumente gleichzeitig öffnen konnte.

    Die Sache mit den Block-Funktionen finde ich gut. Aber gab es damals kein heute übliches Cut/Copy&Paste? Also einfach ein paar Wörter mitten im Text markieren und woanders hinschieben?

    Begriffe und Funktionen wie Cut/Copy/Paste waren damals noch nicht etabliert, weswegen jedes Programm das anders gehandhabt hat. Blockfunktionen konnte jede Textverarbeitung - aber nicht alle konnte zeichenweise Text markieren - das ist das, was du mit "ein paar Wörter markieren" meinst: Mache konnten Text auch nur zeilenweise markieren. Also von Zeile X bis Zeile Y.

    So wie ich das sehe, hat weder MS Word, noch StarWriter je den C64 erreicht.

    Richtig. Das war lediglich ein humoristischer Hinweis darauf, dass ich keine OT-Diskussion Word-vs-LibreOffice lostreten wollte.

    In der Anrede "Sehr geehrtes Vereinsmitglied" und ein Adress-Aufkleber für den Umschlag hätte es aber auch getan, oder?

    Das sind zwei Druckdurchgänge statt einem, und vermutlich ein Umbau des Druckers bzw. der Papierzufuhr - ich kann mich nur an Etiketten auf schmalem Endlospapier (1 Etikett pro Zeile) erinnern, ich glaube nicht dass es damals schon A4-Bögen mit Etiketten-Aufklebern gegeben hat.


    Außerdem hat der "Report Generator" einer C64-"Datenbank" (große Worte...) i.d.R. seinen Report auf Diskette geschrieben, alleine schon aus Speicherplatzgründen. Eine konfigurierbare Druckfunktion wäre dann wieder ein separates Programm gewesen - das meist gefehlt hat oder mit einer Textverarbeitung nicht mithalten konnte.

    So richtig brutal notwendig war die Serienbrief-Funktion doch eher nicht und mehr so "weil ich es kann" – oder wie siehst du das im Nachhinein?

    Es war halt vergleichsweise leicht zu implementieren, und hat sich in der Webrung gut gemacht - weil es noch professionellem Einsatz klang.

    Und genau da sind solche Serienbrieffunktionen auch genutzt worden - In kleinen Betrieben sicher auch eine Zeitlang auf einem C64.

    Ich meine, mich erinnern zu können, dass frühere Textverarbeitungen darum wetteiferten, möglichst viele Drucker zu unterstützen (als das noch nicht Aufgabe des Betriebssystem war). Kann das jemand bestätigen?

    Ich würde gefühlt eher sagen, dass eine möglichst flexible Druckeranpassung beworben worden war. IEC- oder Userport-Anschluss, PETSCII oder ASCII, CBM- oder Epson-Steuercodes... Meist konnte man seinen eigenen "Treiber" komplett selbst konfigurieren, in dem man im Zweifelsfall jeden Steuercode im Drucker-Handbuch nachgeschlagen hat.


    An fertigen Druckertypen waren eigentlich meist nur diverse MPS-Typen von Commodore, Epson-kompatible und vielleicht ein Star LC 10 (?) konfiguriert. Damit war den meisten Leuten aber auch schon geholfen.

    Man hörte damals, dass Vizawrite quasi DAS C64-Textverarbeitungsprogramm war, weswegen sich z.B. auch Pagefox-Editor stark daran anlehnte. Welche Funktion machte denn Vizawrite (oder auch z.B. auch den Konkurrenten StarTexter) zu etwas besonderem? Und hatten schon alle Programme sowas, wie Cut/Copy&Paste (zumindest in dem einen Text, den sie "gleichzeitig" öffnen konnten)? Wie bekam man einen Textblock aus einem Text in einen anderen? Algorithmische Silbentrennung? ASCII-Im-/Export?

    Wenn wir "Textverarbeitung" als "Char-Mode-Anwendung, die Text auch im Textmodus des Druckers ausgibt" definieren, würde ich ab spätestens Mitte der Achtziger folgende Eigenschaften für eine kommerzielle C64-Textverarbeitung als gegeben betrachten:

    • Deutsche Umlaute
    • 80-Zeichen pro Zeile per horizontalem Scrolling
    • Block-Funktionen (u.U. Zeilen- statt Zeichen-basiert)
    • Serienbriefe
    • konfigurierbare Drucker-Steuerzeichen (Pagefeed, Kursiv, Fett..)
    • Möglichkeit, eigene Steuerzeichen an den Drucker zu schicken (Schrifttyp wählen, Breitschrift usw.)
    • Wordwrap
    • Reformatierung von existierenden Textblöcken
    • Trennvorschläge (manuell) eingeben

    Dazu ein Editor, der an grundlegende Texteditor-Funktionalität auf modernen Systemen erinnert. Dazu kommen dann Bonus-Funktionen wie eine 80-Zeichen-Vorschau im Hires-Modus, rudimentäres Einbinden von Grafiken, Rechtschreibprüfung als separates Programm etc.


    Vizawrite war einfach die erste Textverarbeitung, die den oben beschriebenen Funktionsumfang umgesetzt hat, bei einem sehr stimmigen Bedienkonzept. Im Vergleich zur Konkurrenz von 1982-1985 muss das wie eine Offenbarung ausgesehen haben. Außerdem bietet Vizawrite die Format-Leiste, die - ähnlich wie das "Lineal" bei heutigen Textverarbeitungen das einfache (visuelle) Festlegen von Parametern wie linker/rechter Rand oder Tabulatoren für einen Absatz erlaubt hat. Darüberhinaus konnte man Vizawrite mit Plugins erweitern.

    (Was ich recht sicher weiß, ist, dass Formatvorlagen eine MS-Erfindung sind und erst mit MS Word eingeführt wurden – und ein Erfolgsgeheimnis von Word waren.)

    Ich weiß nicht, wer das Prinzip Formatvorlage "erfunden" hat, aber die Formatvorlagen in StarWriter (StarOffice, OpenOffice...) sind m.W. nicht nur älter als in Word, sondern auch viel konsequenter umgesetzt.

    Ist auf dem unscharfen Foto schwer zu erkennen, aber das ist m.E. kein echter Competition Pro. Bei einem echten Competition Pro ist der Feuerknopf - also nur der Knopf, mit dem Ring drum herum, der oben auf dem Gehäuse aufliegt - in die Gehäuseschale geklipst. Die Halterung für den Mikroschalter wird dann "waagerecht" in eine Aufnahme unten am Feuerknopf hineingeschoben. D.h. Knopf und Mikroschalter-Halterung sind Einzelteile, die ohne Beschädigungen voneinander und vor allem vom Gehäuse getrennt werden können.


    Auf dem Foto sieht das völlig anders aus - nämlich so, als sei die Halterung Bestandteil des Gehäuses? Ganz abgesehen davon habe ich noch nie eine solche Halterung in Schwarz gesehen.


    Aber selbst wenn es ein Klon ist, lohnt die Reparatur eventuell noch. Geht denn der Rest? Hakt nichts? Ist er nicht zu schwergängig? Lässt sich das Gehäuse gut zusammenschrauben?


    Wenn nur der Mikroschalter fehlt, bekommst du hochwertigen Ersatz für 2 Euro plus Porto oder so. Wenn tatsächlich Teile der Feuerknopf-Mechanik fehlen oder kaputt sind, hast du Pech gehabt - das wirst du nirgends mehr herbekommen. Da man ńormalerweise ja immer nur einen der Feuerknöpfe benutzt, kannst du aber auch einfach Knopf und/oder Schalter von der rechten auf die linke Seite "verschieben".


    Edit: Mach mal Fotos vom Äußeren des Joysticks, speziell eines von der Rückseite - also der Seite, die zum Spieler zeigt. Dann kann man mit Sicherheit sagen, was das ist.

    Nein, der Kopiermodus geht immer von Quelle nach Ziel... [...] Es geht also nicht um die Richtung, sondern darum was das Ergebnis sein soll. So viel KI kann man da gar nicht einbauen, das ein BASIC-Programm das von sich aus entscheiden kann was Du machen willst :D

    Du hast meine Kurzschreibweise missverstanden. Die >/< geben keine Richtung an, sondern beziehen sich auf die Kapazität des Laufwerks:


    Quelllaufwerk und Ziellaufwerk identisch: einzig mögliche Aktion ist Diskcopy

    Quelllaufwerk hat mehr Kapazität als das Ziellaufwerk: einzig mögliche Aktion ist Image auf Disk schreiben

    Quelllaufwerk hat weniger Kapazität als Ziel: einzig sinnvolle Aktion ist Image erstellen


    (im dritten Fall gibt es wie gesagt theoretisch noch die Ausnahmesituation 1541->1541, da wäre theoretisch auch ein Diskcopy möglich.

    Ah, so ein Ding hätte ich mir gewünscht als ich noch 1571, 1581 und HD hatte ;)


    Das Programm scheint aber nur für 1581-Disks ausgelegt zu sein, entgegen den Ausführungen hier im Thread?


    Vielleicht eine Laufwerkserkennung einbauen? Das müsste doch über Reset-Befehl-an-Floppy und dann Status-Abfrage auch in BASIC recht einfach zu erledigen sein? Dann kann man sich die Abfrage des "Copy-Mode" sparen:

    1. Quellaufwerk = Ziellaufwerk: D->D
    2. Quellaufwerk > Ziellaufwerk: I->D
    3. Quellaufwerk < Ziellaufwerk: D->I

    (eventuell im 3. Fall bei Ziel = 1571 fragen ob ein Diskcopy stattfinden soll? Braucht's aber m.E. nicht, dafür gibt's bessere Tools).

    Bin mal gespannt ob Grundierung und schleifen da ausreicht. Nächste Woche soll es ja wieder wäremer werden. Dann mal mit Spraydose dran gehe.

    Bei einem Joystick - zumindest bei meinen, so wie ich mit denen umgehe - hätte ich nicht viel Vertrauen in die Haltbarkeit einer Spraydosen-Lackierung.


    Ich würde da eher mal bei einem Pulverbeschichter in deiner Nähe vorbeischauen und fragen, was die für die Beschichtung von so einem Teil verlangen. Ich schätze mal bei meinem hier würde ich 20 Euro zahlen, wenn er einen guten Tag hat. Dafür hast du dann halt eine Profi-"Lackierung" mit maximaler Haltbarkeit.

    Nein, die Definition entscheidet, was Cracks und Trainer sind und was nicht. Von Szene hab ich nicht geredet.

    Die Szene - zumindest soweit es die CSDb betrifft - definiert "Crack" ganz offensichtlich als "Release" - ein Klick auf den Link im Eingangsposting zeigt das sehr schön.


    Du bist derjenige, der der Cracker-Szene erklären will wie "Crack" definiert ist.

    Offenbar hast Du meine Aussage überhaupt nicht verstanden. Dabei hab ich's jetzt hier schon so oft erklärt, dass es mir nicht um echte Cracks oder Trainer an sich geht, sondern um den Umgang mit dem fremden Material.

    Ach, keine Sorge - so schwierig ist es nicht, dir zu folgen: Du magst entscheiden, wann Schwarzkopien erlaubt sind und wann nicht.


    Das "fremde Material" im hier diskutierten Beispiel stammt von der Code-Sharing Plattform Github, der Autor wird namentlich genannt und es kommt niemand finanziell zu schaden. Als jemand der offen zugibt, auf Adobes Rechte zu pfeifen und Schwarzkopien zu benutzen um Adobes Lizenzbedingungen zu umgehen, solltest du damit eigentlich keine Probleme haben.


    Dass du offensichtlich doch welche damit hast, ist der Teil der einige von uns ein bisschen verwirrt.

    Bei allen Releases von Who Cares z.B. steht "Credits : No credits found". Offenbar schon zu viel verlangt, da einen Namen hinzuschreiben, denn es reicht ja, wenn man sich selbst in Szene setzen kann.

    Die CSDb dokumentiert die Arbeit der Szene - was bei einem Crack naturgemäß die Beschaffung des Originals, das Entfernen des Kopierschutzes, Dokumentation abtippen oder Intro-Programmierung u.ä. beinhaltet. Wer die Software ursprünglich entwickelt hat, ist nicht Fokus der CSDb - es sei denn das waren ebenfalls Szene-Mitglieder. Für die Dokumentation der Arbeit von Spiele-Entwicklern gibt es spezialisierte Projekte.


    Oder anders ausgedrückt: Bei GB64 gibt es auch keine Felder für den Autor eines Buchs oder die Darsteller/Autoren/Regisseure eines Films, wenn ein Spiel mal ein Buch oder einen Film als Vorlage hat.

    Also nirgends ein Wort von WebFritzi oder wizball6502. Als wenn sich ernsthaft jemand noch die Scroller durchliest.

    Ich würde gerne von WebFritzi als Beispiel wegkommen, weil ich seine sehr gut gemachten BASIC-Spiele eigentlich toll finde und ihm wirklich nicht auf die Füße treten will. Aber hat WebFritzi denn seinerseits die Arbeit der Minesweeper-Entwickler gewürdigt, auf deren Veröffentlichung sein Projekt basiert? Oder schießen wir hier vielleicht mit Kanonen auf Spatzen?

    Denn das hat nichts mehr mit echten Cracks oder echten "Trainern" zu tun, und auch deswegen ist die Nachfrage, ob man denn selbst noch nie einen Crack genutzt hat, und auch der Hinweis auf echte Cracks, völlig sinnlos.

    Was noch "Szene" ist und was nicht entscheidest also du als Außenstehender?

    eine seltsame Logik:D

    Die Regeln, nach denen eine Subkultur funktioniert, sind für Außenstehende oft schlecht nachvollziehbar. Von "Logik" würde ich da nicht sprechen, eher von Ritualen.


    Ich persönlich halte beispielsweise den "Choplifter!"-Witz hier im Forum für selten dämlich und extrem ausgelutscht. Ist aber Teil der Subkultur hier, dass man alle paar Wochen einen Thread mit der üblichen Choplifter!-Häh?-Witz!-HÄH???-InsiderWitz! Diskussion erwürgt. Ist halt auch so ein Ritual.


    Oder anders ausgedrückt: Es gibt in diesem Land Fußballfans, die mit dem HSV mitfiebern. DEM HSV! Da wirken die CSDb-Probleme doch gleich sehr viel unwichtiger.

    Aber das strikte ausgrenzen von Originalen verstehe ich trotzdem nicht. Vor 30-40 Jahren hätte ich es verstanden, aber heute ist dass doch alles irgendwie "die Szene", vor allem neue Spiele usw.

    Ein schon immer - und noch immer, egal auf welcher Plattform - geltendes Merkmal der "Elite"-Szene war immer, dass man unter sich bleiben wollte und sich von Endnutzern, reinen Warez-Verteilern, PD-Autoren usw. abgrenzen wollte. Für die Beteiligten ist die Warez-Szene eine Art Sport, wo man nach meist recht strengen Kriterien um gegenseitige Anerkennung ringt - was der Rest der Welt von diesen Aktionen hält, ist da ziemlich bedeutungslos.


    Das kann man mögen oder nicht - aber sich zu wundern, dass der Schrein, den sich die Elite-Szene selbst gebaut hat, (→CSDb) nicht auch Uploads der neuesten Seuck-Kreation von Freddy Furz zulässt, zeugt einfach nur von völliger Unkenntnis der Szene.


    Vor 30 Jahren hätte der Durchschnittsnutzer von der CSDb schlicht nichts mitbekommen, weil sie irgendwo in den für ihn unerreichbaren Tiefen der Szene-Infrastruktur (Elite-BBS o.ä.) verborgen gewesen wäre. Dank Internet haben jetzt halt alle einen Nutzen davon, aber daraus lassen sich - aus Sicht der Szene - sicher keine weiteren Forderungen ableiten.

    Wenn du als Entwickler mehrerer neuer ambitionierter Spiele nicht zur Szene gehörst, aber, wenn ich z.B. Frogs nehmen würde und in den Titelbildschirm einen Schwengel male und "Released by Yan_B" reinschreibe, dann gehören ich und mein tolles "Release" plötzlich zur Szene? Und mein Release ist es wert, in der DB archiviert zu werden?

    So lange "Yan_B" entweder etabliertes Mitglied der Szene ist, oder Pseudonym ("Fake-Label") eines etablierten Szeners - dann ja.

    Dieses Forum gäbe es wohl kaum, oder jedenfalls nicht in dieser Form, wenn nicht Generationen an Crackern auf das geschissen hätten, was hier so qäulend lamentiert wird.

    Das trifft es ziemlich auf den Punkt. Und Rechtfertigungen der Sorte "früher war das was anderes" oder "Jugendsünden" von Leuten, die immer noch hunderte oder tausende Cracks herunterladen, lagern und nutzen finde ich auch lustig.


    Der Release war sicher keine Glanztat - aber wie bereits jemand angemerkt hat, ist er ja auch eher ein Scherz bzw. eine Hommage an die gute alte Zeit als eine ernst gemeinte Veröffentlichung. Ungefähr so als würde Webfritzi das Logo seines Lieblings-Computerherstellers als Avatar-Bildchen verwenden. Aber das kann man nicht wirklich vergleichen - Webfritzi hat ja bestimmt vorher eine entsprechende Lizenz vom aktuellen Besitzer der Markenrechte eingeholt ;)

    Die Frage bleibt: darf ich einfach so ein altes C64-Buch welches ich im Internet als PDF finde einfach so an eine Druckerei schicken ?

    Du darfst für den Privatgebrauch ein Werk - also auch ein Buch - vervielfältigen, sofern eine Reihe von Bedingungen erfüllt sind. Im Zusammenhang "gedrucktes Buch" dürfte die wichtigste Bedingung sein, dass keine "offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage" für die Vervielfältigung verwendet wird.


    Ein PDF eines 30 Jahre alten Buchs aus der F64-Cloud erfüllt meine Definition von "offensichtlich rechtswidrig". Ich habe keine Ahnung wie Anwälte das sehen - tippe aber auf "genau gleich".


    In der Praxis dürfte das aber herzhaft belanglos sein. Privatpersonen wegen so etwas zu belangen rentiert sich aufgrund der benötigten Arbeitszeit und Sachkenntnis für Abmahnanwälte nicht - sie müssten dir ja nachweisen, dass du das PDF nicht etwa selbst erstellt hast. Ganz abgesehen davon, dass bei einer Kopie für den Privatgebrauch ja niemand außer dir und dem Drucker von der Kopie Kenntnis hat.

    Meist steht ja im Buch "Kein Nachdruck" erlaubt", dann wird so ein Nachdruck recht schnell zum "Raubdruck":


    https://de.wikipedia.org/wiki/Nachdruck

    Dabei geht es um Stückzahlen > 1, die dann der Öffentlichkeit angeboten werden, das ist ein komplett anderes Feld als private Kopien.

    Das liest sich in großen Teilen schon makaber, wenn man bedenkt wie Tramiel sich in Wirklichkeit aufgeführt hat. Aber das ist ja bei moderner "Corporate Governance" auch nicht anders ("don't be evil" - lol).


    Ich hatte das Buch von Michael Tomzcyk gelesen, dem ehemaligen Tramiel-Assistenten und Möchtegern-VIC20-Produktmanager ("The Homecomputer Wars"). Der schreibt sehr ausführlich von "Jacks Religion": wer die verinnerlicht hatte, konnte es zu was bringen - der Rest hat nicht lange durchgehalten blah blah... Der stellt das so dar, als sei das mit der Religion auf seinem Mist gewachsen, dabei hatte er das offensichtlich nur aus Tramiels Philosophie-Büchlein geklaut ;)

    Das sind ja mal verschiedene Flugzeuge.


    1. Cessna Citation

    2. Aero Commander 1121

    3. Bombardier Challenger.

    Laut Bagnalls Büchern gab es zwei "Pet Jets": Der erste war vom Typ "Westwind IAI-1121" und ist 1979 angeschafft worden. 1983 hat man den dann durch einen Siebensitzer vom Typ "Hawker-Siddeley HS-125 (known as the British Aerospace BAe 125)" ersetzt.

    Der Name taucht auch wirklich nicht oft auf. Manchmal wird er auch als Jim Finke erwähnt (scheint wohl so eine Spitznamen von ihm gewesen zu sein).

    "Jim" ist im Englischen die gängige Abkürzung für "James".