Posts by Hamlet

    1984, im Mai habe ich meinen ersten C64 vom Konfirmationsgeld gekauft. Eine Datasette konnte ich mir noch dazu leisten, mehr war nicht drin. Vom Erlös meines ersten ferienjobs habe ich mir lieber ein Staiger Rennrad gekauft. Gute Wahl.

    im Frühjahr 1985 habe ich den C64 dann quasi gegen einen neuen HitBit "getauscht".

    Obwohl ich mich für den weitaus besseren Computer entschieden hatte ;), lockte Commodore immer wieder. 1994 kaufte ich vom Flohmarkt einen CX64 und 1997 schenkte mir mein Freund Steffen einen C64C mit 1541 und ein paar Disketten.

    Eigentlich hat mein Retrocomputerwahn auch mit dieser Maschine wieder angefangen: Für einen Zockerabend mit Freunden habe ich Steffens C64 nämlich einst wieder entstaubt und anschließend viel Spaß gehabt.

    Mein Jahr mit dem Commodore 64 war ein sehr intensives und dürfte inflationsbereinigt heute sicher fünf Jahren entsprechen.


    1984 lag der Zauber zugunde, das Videospiele für mich recht neu waren. Sicher haben wir in der Schule schon zuvor an den Rechneren spielen können, allerdings war die Zeit doch immer begrenzt. Auch einige meiner Schulkameraden hatten schon vor mir Rechner, Andi hatte sogar einen 2600er UND ein Collecovision - erstmals selbst so eine Kiste zuhause zu haben war jedoch schon etwas besonderes.


    Gemeinsam mit meinem Freund Steffen traf ich die Entscheidung, das vom Konfirmationsgeld ein C64 angeschafft werden sollte. Sparen wollte ich das Geld nicht und eine Stereoanlage brauchte ich nicht, hatte ich doch ein Jaht zuvor die alte Grundig Kompaktanlage meines Bruders zu Weihnachten bekommen.

    Duran Duran und Cyndi Lauper waren als Hintergrundmusik also sicher.

    Im Vorfeld hatte ich mir schon einiges an Peripherie angeschaft: Erst ein Quickshot2, dann einen Competition Pro. Noch ohne Micro, der kam erst später auf den Markt.

    Selbstverständlich besaß ich schon eine ordentliche Software Bibliothek, die Zeit in der Computer AG hatten wir dazu genutzt zahlreiche Tapes zu füllen.


    Ein wenig schwankte ich vor dem Kauf schon noch für welchen Rechner ich mich entscheiden wolle - es gab in meinem Bekanntenkreis jedoch niemanden, der einen anderen Computer besaß.


    Datasette und Cevi kosteten rund 650 Mark, ein Ludwigsburger Elektronikfachmarkt bescherte mir beides.

    Ich erinnere mich noch gut, wie ich das Ding am heimischen Farbfernseher mit 56cm Bildschirmdiagonale angeschlossen habe. Als ich am Hunchback spielen war, gesellte sich sogar mein älterer Bruder zu mir.

    Heute merke ich, das der Kauf zum damaligen Zeitpunkt einen großen Unterschied machte: Meine Kumpels, die sich zum Kauf eines Mofas entschieden haben erst viel später und auch eher unter Zwang einen Rechner gekauft. Sie taten sich natürlich auch entsprechend schwerer die umständlichen DOS- oder Windows-Kisten zu bedienen.


    Der Wunsch nach einem eigenen Monitor, den ich unabhängig von Nachrichten und Primetimefilmen nutzen konnte bescherte mir eine gebrauchte 37cm SABA Röhre meines Vetters. In Orange.

    100 Mark waren mir die Freiheit wert, verdiente ich ja auch schon erstes Geld bei Ferienjobs in der Gärtnerei meines Onkels

    Und dieses Geld habe ich gleich in Software umgesetzt. Obwohl es ein reiches Angebot an Sicherungskopien gab, hab ich fleißig den Dealer in Marbach unterstützt. Der Fahrradhändler Rothfuss hatte einem seiner Sähne eine Ecke im Fahrradladen freigeräumt, in dem dieser drei, vier veschiedene Rechner aufgestellt hatte, Hardware und eben auch Speile verkaufte.

    Der CPC 646 stand da und wir tippten uns lustig GO64 Befehle auf dem 128er zu. Da meine Datasette auch viele Originalspiele nicht lud, besorgte mir der junge Rothfuss ein Modell eines Altenativherstellers das alles lesen konnte. Als Dealer hilft man dem Junkie, ist doch Ehrensache.


    Ich erinnere mich noch an meine ersten Originalspiele. 30 bis 50 Mark waren viel Geld, Ghostbuster war es mir jedenfalls wert schon vor dem Kauf meines Rechneres für kommende Zockerabende gewappnet zu sein. Als großer Beatles und Paul McCartney Fan leistete ich mir auch das schrottige "Give My Regards To Broadstreet" mit ewig dudelnder "Band On The Run" Hintergrundmucke. Das gab es allerdings nur bei Karstadt in Ludwigsbur zu holen . dem Mekka der pubertiernden angehenden IT Spezialisten.


    Für noch ausgefallenere Spiele oder Neuheiten edeckte ich den Versandhandel. Das war ein schwieriges Unterfangen, sollte doch meine Mutter nichts von den Summen erfahren dürfen, die der heimische Postbote als Nachnahme von mir forderte. Irgendwie gelang es mir ihn jedoch immer abzupassen. So gelang Archon, Racing Destruction Set und eben auch Elite in meinen Besitz. Alles als Casettenversionen natürlich.


    Mit den Kumpels wurde jetzt am Nachnmittag nicht mehr nur die Bravo gelesen oder Musikgehört sonder zunehmen Pitstop und Bruce Lee gespielt. Der Rechner war auch Klassen- und Jahrgänge übergreifend - ich lernte viele Gleichgesinnte kennen, mein Bekanntenkreis erweiterte sich enorm.


    Für eine 1541 hatte es nie gereicht. Einmal hatte ich das Geld zusammen und schon beim Flachsmann angerufen um das Gerät reservieren zu lassen. Die 650 Mark habe ich dann in ein weinrotes Staiger Sprinter mit 12 Gang Schaltung angelegt. Mobilität ist wichtig, auch um Handelspartner besuchen zu können.


    Mit zunehmendem Handelserfolg bei Elite verschlechterten sich jedoch auch meine Schulnoten - das fiel mir noch vor meinen Eltern auf. Ich wußte, das ich datteln und lernen nicht vereinen konnte.

    300 Mark bekam ich für meinen C64 im Originalkarton vom Secondhandladen in der Böblinger Straße. 300 Mark, die ich am Tag darauf gleich wieder investieren sollte.


    Commander Jameson meldet sich ab.

    Aber diese Geschichte kennt Ihr ja bereits...

    Netter Freundeskreis. Ich verstehe mehr polnisch als ich dachte :)

    Muss leider unterbrechen und mir den Rest dann als Aufzeichnung ansehen.

    Meine neuen Anschaffungen geschahen alle um meine Sammelleidenschaft zu befriedigen. Die Preise für seltenere Maschinen scheinen im Vergleich zum C= Markt ja unverhältnismäßig zu sein; allerdings habe ich gerade einmal die Preise bemerkt, die z.B. für einen CPC 664 ausgelotet werden.

    Mir fällt der Preisanstieg vorallem im unteren Segment auf; wo im vergangenen Jahr auch mal ein MSX unter 50 Euro zu finden war hat sich der Einstig beinahe vedoppelt.

    Geht man Ebay aus dem Weg findet man durchaus noch Rechner, die in der dritten Generation auf dem Speicher verstaubten mit ordentlich Gebrauchsspuren zu vernünftigen Preisen. Soll es jedoch CIB sein, hört der Spass auf.

    Ja, mehr als einen Computer braucht man ja eigentlich auch nicht, jedenfalls wenn es nach meiner Freundin geht. ;)

    Vor Weihnachten erscheinen noch ein paar neue Spiele aus dem MSX:21:dev auf Cartridge. Da lohnt sich auch Kauf neuer Software. Ich kann hier gerne berichten, ansonsten verweise ich natürlich gerne auf unser Stammportal, die msx.org.

    Ist auf jedenfall schön hier mal in eine Unterhaltung ein deutsch zu führen. Wobei das IRL auch schon öfter wird. :)

    Es tut sich sehr viel auf dem Markt.

    Die MSX:21:dev konnte gerade mit 32 Spielen abschließen, den ersten Platz machte ein Shooter mit deutscher Unterstützung. ;)

    Die kommende MSX:dev ist wieder für alle MSX Systeme geöffnet, das verspricht frischen Wind bei der Spieleentwicklung. Die ersten WIPs durfte ich schon einsehen. Das wird ein tolles Jahr!


    Auf dem FPGA Sektor tut sich auch einiges, die tR Cores für die SM-X und SX-2 Klone nehmen Form an - das wäre die erste Möglichkeit den turboR auf einem FPGA basierten System abzubilden.

    Auf dem RasPi basierten MSXVR klappt das auch emuliert nicht so richtig. Bisher jedenfalls.

    Der Wind um die tR Kombatibilität ist natürlich nur lauwarm. Meines Erachtens nach gibt es zu wenig Software um sich darum Sorge zu machen. Aber wer weiß, bisher sind die Entwickler ja auf die Unterstützung der wenigen tR Besitzer angewiesen - die Nachbauten für die V9990 unterstützenten Grafikkarten brachten ja in jüngster Zeit auch eine beachtliche Zahl von Speilen zutage, die diese nützen.


    Kai Nishi himself hat zudem eine MSX kompatible Konsole für das erste Quartal 2022 angekündigt; nicht zum ersten mal entfacht er Hoffnung auf einen legitimen MSX Nachfolger. ARM basiert mit Web Anbindung; die Meinungen sind gespalten, die Resonanz sehr zurückhaltend. 10000 Yen soll das Teil kosten - gut 800 Euro plus die üblichen Steuern, Gebühren und Versandkosten.


    Besitzer eines Carnivore2 können sich gerade über ein Major-Update freuen; ebenso wurde das GR8net Cartridge OPL4 fähig gemacht. Der Weg zum All-In-One Cartridge scheint nicht mehr weit.

    Meins ist das nicht, ich mag den Umweg über die originalen Erweiterungen. Sicher meiner Sammelleidenschaft geschuldet, einen Unterschied würde ich nicht sehen oder hören. ;)


    Eine nächste große Messe ist in den Niederlanden für März geplant - allerdings wurden nun auch Stimmen laut, die sich ein Treffen im süddeutschen Raum einmal vorstellen können.

    Es finden sich mehr und mehr MSX Interessierte auch im ehemals stiefmütterlich versorgten Deutschland; bemerkenswert viele mit dem Hang zu entwickeln. Das freut mich natürlich sehr.

    Das MSXVR Team hängt da wirklich viel Mühe rein und nimmt sich Anliegen und Anfragen an. Tolle Arbeit, zudem man ja bedenken muß, das nebenher noch Mainboards gelötet und Keycaps gesteckt werden müßen um die bestellten Maschinen zu fertigen. Der MSXVR ist ja komplett individuel gestaltbar, Du kannst die Farbe der Entertaste genauso bestimmen, wie die Gehäusefarbe auswählen.

    Aber. Und das ist meine Meinung, ganz alleine:

    Wenn das Ding wie angekündigt Open-Source wird hau ich da OpenMSX drauf und alles wird gut.

    Der einzige Nachteil des MSXVR ist die geschlossene Umgebeung, die Fremdentwickler keine Möglichkeit gibt hier mitzumischen. OpenMSX läuft klasse auf WIN, MAC und eben auch auf dem RasPi. Alleine die MSXVR Entwickler hängen da an ihrem eigenen System.

    Bisher jedenfalls wäre der MSXVR und ein angepasstes OpenMSX ein Traumpaar.

    Den RasPi inside kann man natürlich mit jedem System fahren; lediglich die zusätzliche Hardware läßt sich dann nicht ansprechen. Und gerade die Cartridgeports machen ja das MSX System aus.

    Intern läßt sich da alles emulieren, wenn ich jedoch echte HW Erweiterungen anstecken möchte ist nach wie vor nix.

    Wie gesagt, es tut sich viel, die Hersteller sind keineswegs untätig und vielleicht entwickelt sich MSXVR System ja zur besseren Alternative.

    1000 Stück haben bisher Käufer gefunden, der dritte Batch steht nun an.

    Das ist nicht wenig; ich hätte noch nicht mal auf 300 verkaufte Geräte gewettet. ;)

    Es gibt beinahe monatliche updates - da ich gerade viel Zeit für das Forum aufwende bleibt mein MSXVR etwas vernachlässigt in der Ecke liegen. Das soll sich natürlich ändern. Auf der Messe in Nijmegen vergangenen Monat habe ich mich jedenfalls mit einigen holländischen Besitzern unterhalten können, die die bisherigen Updates loben. Man merkt, das die Entwickler viel Zeit und Mühe investieren um das Produkt voranzutreiben.
    Auch haben wir für 2022 den MSX:dev Wettbewerb für alle Systeme geöffnet: Bisher war lediglich die Grundkonfiguration als MSX1 mit 16k RAM für die :dev erlaubt.

    Der MSXVR wäre unter den Klonen sicher meine erste Wahl, falls ich mich entscheiden müßte. Natürlich weiterhin mit dem Wunsch das System mehr zu optimieren.

    Momentan ist der tR Modus noch sehr wackelig, auch wenn sich schon Besserung gezeigt hat; Cartridges, die Hardwareerweiterungen ernthalten, werden ggf immer noch nicht richtig integriert. Das stört mich auch schon am meisten.

    Das Plug-And-Play der originalen Rechner schätze ich jedoch sehr am MSXVR: Cartridge einstecken und losspielen klappt super.

    Entwickler bringen auch schon optimierte Spiele für den MSXVR auf den Markt; Kai Magazine hat erst kürzlich Metal Dragon veröffentlicht: hier wird ohne angesteckte Hardwareerweiterungen großartig emuliert.

    Originale Hardware kann sich bei solchen Spielen auch nur mit Slotexpander behaupten; ihr gehen einfach die Steckplätze aus V9990, OPL4 und Spielcartridge zu beherbergen.

    Noch können Maschinen aus dem dritten Batch beim Hersteller geordert werden. Ich bezweifle offen, das es noch mehr MSXVR schaffen verkauft zu werden. Immerhin bewegt sich die Verkaufszahl dann schon in Mega64 Sphären - wenn auch zu einem günstigeren Preis.

    Ich allerdings hatte davon noch nie gehört und war erstaunt, dass es für die MSX-Rechner sogar ein CD-ROM-Laufwerk gab. 8o

    Leider verließ Philips selbst der Mut und das CD-Projekt kam über das Prototypenstatium nicht hinaus.

    Philips hat uns zum Abschied das jedoch CD-ROM Interface hinterlassen, das der Community als Beispiel diente und zum Sunrise IDE Interface führte. Dieses Prinzip ist heute noch als SD/Interface käuflich zu erwerben.

    Danke Philips. :)

    In unserer MSX Szene gibt es ja ein recht vergleichbares Projekt, den MSXVR. Auch er ist ein Versuch die Hardware ins 21. Jahrhundert zu befördern. Der MSXVR ist der erste Klon, der den turnoR darstellen kann und darüberhinaus natürlich zu allen anderen Generationen. Er basiert auf Baumarkttechnik, ganz MSX-like. Ein RasPi3B ist das Kernstück, dh hier wird kräftig emuliert. Da auch hier ein eigenes Gehäuse gegossen wird, stieg der ursprünglich anvisierte Grundpreis von 300 auf 3700 EUR, ohne Steuern oder Versand. Mit Extras, Steuer und Versand bin ich schließlich auch 700 Euro los geworden. Naja, ein toller Joystick war auch dabei.

    Habe gerade auf der Bucht nach einem MSX Modul davon gesucht, aber das sind doch recht Phantasiepreise.

    Mit etwas Geduld und eventuell einer Anfrage im Forum wird sich da auch ein Schnäppchen machen lassen. Die losen Module sind nicht allzu selten - natürlich wird es mit Verpackung teurer.

    Retrospektiv ist Timepilot ein Shooter mit wesentlichen Neuerungen; sogar ein Storymodus ist da eingebaut. 1985 war ich jedoch einfach wesentlich weniger Retropositiv eingestellt als heutzutage. ;)

    Ich habe jedoch wahnsinnig gerne Bosonian gezockt. Alleine schon wegen dem "Blast off" Sample.

    Das ist bekannt. Das fehlende MIDI IN war wahrscheinlich der einzige Grund die YK Keyboards zu kaufen. ;)

    Ich vermute die Drummmaschinen wurden über das MIDI Out angesprochen?

    Die YIS Baureihe wurde meist ohne 60PIN Cartridge verkauft, konnte jedoch händisch mit einem Nachgerüstet werden. Es standen auch Bundles mit Netzwerkkarten, der Kanji Wordprocessor Unit, einer Grafikerweiterung oder eben einer SFG zu Kauf.

    Das SFG kam immer mit MIDI, ich denke in Makoto Kuritas Werk hat er auf Timing noch keinen Wert gelegt. Oder nicht damit gerechnet jemals von so geübten Ohren, wie Deinen gehört zu werden. ;)

    Naja, 1985 war das Equip schon Hightech. zumindest für mich.