Posts by BlondMammuth

    Ich habe natürlich lange nicht alles, was es im Internet gibt, aber ich stehle wie ein Rabe und lade immer wieder enorm runter, einfach für den Fall, dass es die Seiten irgendwann nicht mehr gibt. Dabei nicht einmal so sehr die Spiele - da hab ich auch ein paar hundert irgendwo - sondern vielmehr solche Sachen wie Compiler, Betriebssysteme, etc. Die faszinieren mich viel mehr.

    Echt schade, daß TEOS pausiert ist.

    Es war für ein C64-Textmode-basiertes OS mit GUI das beste, was ich bisher gesehen habe:

    https://www.youtube.com/@64jcl/videos?

    Zudem läuft es im Multitasking, wofür das C64OS gar nicht vorgesehen ist?

    Ich hab das heute zum ersten Mal gesehen, und ich finde es großartig. Schade, dass es nicht weiter gegangen ist. So hab ich mir das immer vorgestellt.

    Turbo Rascal SE zählt, oder? :)

    Hab's mir mal duchgelesen, klingt nach so nem "Zwischending"? Also, grundsätzliches Sprachdesign zwar PASCAL, aber dazu einfache Integration optimierter Routinen, fast wie Makros? Hoffe ich hab das nicht falsch verstanden ;-)


    Zeigt aber wieder, was ich so alles nicht kenne, und wie schwierig es ist, ne gute Idee zu haben, die WIRKLICH so GANZ neu ist :-D

    Ich habs mir angeschaut. Ist nett, kann man damit arbeiten, allerdings ist das Pascal dahinter schon sehr demprimierend kastriert. Man kann keine Typen definieren. Ich hab keine mehrdimensionalen Arrays zusammengebracht - wenns geht, dann komisch und nicht Pascal-like. Und so weiter. Nicht ganz so meins bis jetzt. Aber ja, die Demos sind wirklich aufseheneregend gut.

    Schöne 6502-Assembler-Konstrukte zusammenstellen und dann eine Sprache dazu zurechtschneiden?

    Interessante Idee, glaube nicht, dass das jemand schon mal gemacht hat ...


    Andererseits, eine eingermaßen umfangreiche Makro-Bibliothek wäre ja schon fast so etwas ... bisschen syntaktischen Zucker drüber, fertig :-D

    Hoogo es ist faszinierend. Seit Tagen beschäftigt mich ungefähr so eine Frage. Ich habe grade erst "Thinking Forth" von Leo Brodie gelesen, und jetzt, als Kontrast, bin ich bei "The Pascal Programming Language" von Bill Canthambay, und was mich beschäftigt ist dieses Spannungsfeld zwischen semantischer Flexibilität einerseits und Handhabbarkeit andererseits.


    Die theoretischen mathematischen Modelle, die es gibt, z.B.

    • Turing Maschine, Register Maschine, While Programme für das imperative Paradigma
    • Lambda Kalkül, partiell rekursive Funktionen für das funktionale Paradigma
    • verschiedene Logiken für das logikorientierte Paradigma

    usw, sind ja allesamt recht streng und einfach gestrickt, und gar nicht das, was man "flexibel" nennt, aus dem einfachen Grund, dass man deshalb leicht Aussagen über sie treffen und beweisen kann. Das ist auch in realen Programmiersprachen so. Basic-Programme kann man viel leichter formal verifizieren als z.B. C-Programme, weil Basic viel unflexibler ist. Aber Basic-Programme enthalten GoTo, was Pascal-Programm noch leichter zu verifizieren macht, und auch leichter als C-Programme, wegen des starken Typ-Systems. Allesamt sind leichter zu verifizieren als Assembler- oder auch FORTH-Programme.


    Euer Ansatz wäre das semantische Paradies. Man kann damit so leicht alles erreichen. Aber es wäre für Leute, die dafür z.B. optimierende Compiler schreiben wollen, die Hölle. Das ist einer der Gründe, übrigens, warum der Python-Compiler nicht optimiert. Die Sprache ist einfach viel zu flexibel. (Was übrigens meine Kritik daran ist, dass man um den Preis eigentlich noch viel mehr semantische Flexibilität hätte haben können.)


    Es ist jetzt nicht so, dass das eine inhaltliche Schwierigkeit wäre. OK, natürlich wärs die. Ich bin kein guter 6510-Assembler-Programmierer. Aber die wahre Schwierigkeit liegt in der Entscheidung. Was will ich wirklich mit so einer Sprache? Will ich sie z.B. verifizieren können, dann wäre mir Basic noch viel zu flexibel. Will ich gut optimieren können, wäre Pascal so in der richtigen Balance. Will ich eleganten und kurzen Source-Code, und ein sehr klares semantisches Modell der Sprache, bin ich bei funktionalen Sprachen. Will ich einfach nur schnellen Code leicht kombinieren können, wäre ich wieder bei sowas wie FORTH oder Assembler.


    Mit anderen Worten: Diese Idee ist, wie viele andere Ideen, sehr gut, wenn man bereit ist, auf andere Aspekte zu verzichten, und das will man vorher wissen. :-D

    Sehr interessant ist eine historische Analogie: Gotthold Ephraim Leibnitz wollte zu seiner Zeit den "calculus rationator" entwerfen, also einen Kalkül (und dann eine Maschine), der religiöse Fragen entscheiden könnte, um diesbezügliche Kriege zu verhindern. Gut, die Fragestellungen haben sich verändert - sie sind genauso schwachsinnig wie damals, nur halt andere Ideologien - aber die Idee, dass eine KI über ethische Fragen nachdenken und tatsächlich vernünftige Resultate erzielen könnte, wird durch dieses völlig ungustiöse "Erziehen" von vorn herein verhindert.

    Vielen vielen Dank, 1. für die wirklich gute Erklärung, und 2. dass du dir die Mühe gemacht hast, die ich mir eigentlich machen hätte sollen! :D

    Als ich noch Student war hatte ich ein Vorstellungsgespräch vom anderen Stern. Die einzig scheinbar relevante Frage an mich war, ob ich Perl kann.

    Bei einem Vorstellungsgespräch um einen Job im Second-Level-Support von einem ERP wurde mir keine einzige fachspezifische Frage gestellt. Dabei hatte ich mich vorher ziemlich intensiv u.a. wieder in das Thema Datenbanksysteme eingearbeitet.


    Es wurde gefragt, wo ich in vier Jahren sein will. "Auf deinem Stuhl sitzen", war mir als Antowrt dann aber doch zu frech, obwohl ehrlich.

    Witzig, und verständlich, wenn eigentlich auch kein Problem. Das fragende Gegenüber wird ja wohl in vier Jahren auch nicht mehr grade dort sondern eine Etage höher sitzen, nicht?

    Wenn man sich heutige Stellenausschreibungen anschaut, dann bekommt man allerdings den Eindruck, dass die Firmen der Meinung sind, dass es bestimmte Kontigente an Javascript, C, C++ und C# Programmierern gibt, die jeweils genau diese Sprache perfekt können und nichts anderes. Daraus resultiert auch unser angeblicher Fachkräftemangel.

    Ja, und natürlich ist keiner von denen in der Lage, irgendwas dazu zu lernen. Drum muss man unbedingt System XY in Version Z von Anfang an 100% beherrschen! Man darf aber sonst ein Volltrottel sein, das ja. :thumbsup:

    Also an der Uni war das "zu meiner Zeit" :alt: so, dass zwar ein wenig Beispielcode (damals in der Tat Java) vorkam, aber "programmieren lernen" niemals Inhalt irgendeiner Veranstaltung war. Das wurde einfach erwartet, dass sich das der Student selbst aneignet :thumbup:

    Ja, war auch meine Erfahrung, bis auf die eine "Einführung ins Programmieren".


    Ich hätte jetzt erwartet, dass sich daran nicht viel geändert hätte :nixwiss:

    Ich auch nicht. Aber ich sehe, dass es zumindest ausserhalb des deutschen Sprachraums ganz anders ist. Die Industrie will C++ und Python und Java-Programmierer. Also lernen das alle bis zum Erbrechen. Idiotisch! Als gäbs kein Google.

    in vielen Unis (international) lernt man nur mehr C++, Java, Python. Horror pur für mich.

    Zu C++ hab ich meine ganz eigene (unpopuläre) Meinung (Spoiler, ich halte das für n Sprachdesign-Wolpertinger, alles gewollt und raus kam komplexer Müll *fg*).


    Aber dann, was man an der Uni konkret für Sprachen benutzt, da würde ich mal sagen: Schlicht egal! An der Uni erwartet man Abstraktionsvermögen :-D

    Früher, als wir studiert haben? Ja! Da ist aber zumindest nach meiner Erfahrung auch erwartet worden, dass man es schon einigermassen kann. Programmierkurs hab ich einen einzigen erlebt in Modula-2. C etc.? Selbst ist der Student. Heute? Ich kenns zumindest von Unis ausserhalb Europas. Und ich finde es in dem Moment nicht mehr egal, in dem die Leute danach dann nicht mehr dazu lernen wollen. Andere Sprachen sind ja nicht nur als Sprachen interessant, sondern auch konzeptuell, aber vor allem: Man hats dann einmal gesehen, kennengelernt. Ob man es mag, ist einer andere Frage. Aber man ist dann wenigstens nicht in diesem Teufelskreis ferngesteuert: Leute lernen nur das, kommen in Entscheidungssituationen, entscheiden sich nur mehr für das, damit brauchen alle Studenten natürlich Kurse in genau dem, und nix Anderem, und so geht die Tragödie weiter im Kreis.

    Ah ja, C++. Geb dir völlig recht. Die Standardisierer können sich nicht einigen, welche Syntax schöner ist, und erlauben deshalb alles, aber mit fürchterlich komplexen Regeln, genau wann und wo es genau wie zu verstehen ist. Wer soll sich da noch auskennen?

    Ich finde Python z.B. interessant gemacht und sicher einen Fortschritt in mancher Hinsicht, allerdings frage ich mich auch oft:
    "Um Himmels Willen, wozu Python in dem Fall? Dazu verwend ich Prolog. Oder FORTH. Oder LISP. Ist viel kürzer und einfacher."

    Python finde ich da interessant. Denn so sehr auch die Resultate aus verschiedensten "Statistiken" zur "Beliebtheit" von Programmiersprachen streuen, in alle möglichen Richtungen ... Python findet sich fast überall sehr weit vorne, oft auf Platz 1.


    Ehrlichgesagt verstehe ich es nicht. Ich bin mit der Sprache nie warm geworden. Und wenn ich sehe, was für eine Katastrophe es war (und zum Teil noch ist), "Altlasten" in Python-2 (was schon LÄNGST EoL ist) loszuwerden, frage ich mich erst recht: Warum tut man sich eine Sprache an, die heftige "breaking changes" in einer neuen Major einführt? Da lobe ich mir doch Sprachen mit einem klaren Standarddokument, idealerweise von einem Gremium erarbeitet ....

    Ja, das war dann schon ziemlich disruptiv. Und da hätten sie gleich zwei Sprachen draus machen sollen, beide gepflegt.


    Python ist für mich auch nicht das Gelbe vom Ei. Vom Konzept her erst einmal ziemlich langsam. Sollte aber theoretisch durch grenzgenial schnelle Entwicklung ausgeglichen werden. Tuts aber auch wieder nicht, weils alle Nachteile einer imperativen Sprache beibehält, aber die Vorteile (z.B. dass man enorm optimieren kann) wegwirft. Auch das total dynamische Typ-System ist zwar praktisch, weil man damit alles tun kann, aber auf der anderen Seite ist damit auch kaum mehr irgendwas analysierbar. Man kann also auch auf der Basis wieder nichts optimieren. Plus: statische Typen helfen enorm viele Fehler im Vorfeld zu finden, beim Compilieren. Siehe Haskell. Typfehler ausgebessert? 90% aller Fehler weg. Geht bei Python nicht. Lernkurve für Anfänger ist relativ steil. Macht nichts, sagt man, gute Entwickler machen das wett. Schon, aber wozu brauch ich dann Python? Das kann ich mit anderen Sprachen auch. Da wäre FORTH sowohl von der Entwicklung als auch von der Ausführung her schneller.


    Ich hab so meine Probleme mit der Mode. Python ist nicht schlecht für manche Zwecke, aber in vielen Unis (international) lernt man nur mehr C++, Java, Python. Horror pur für mich. Klar wenden die an, was sie gelernt haben, drum sind die Sprachen so "beliebt". Aber keine anderen Sprachparadigmen? Kein Prolog? Kein Datalog? Kein Lisp? Kein Scheme? Kein Haskell? Kein ML? Kein FORTH? Die Modesprachen bieten ein wenig funktionalen Stil. Warum nicht gleich funktionale Sprachen? Weil man die nicht gelernt hat. *tisch* *kopf* *tisch* *kopf*


    Es ist ein wenig wie im Musik-Business. Die Massen bestimmen, wo es lang geht, und musikalische Menschen krümmen sich vor Schmerz.

    detlef ich glaube es kam nicht ganz an, worauf ich hinaus wollte. Daten erheben, das ist oft einfach. Daten interpretieren weniger. Einzig und allein aus der Häufigkeit von Suchanfragen auf die Beliebtheit zu schließen, das ist zu dünn um wirklich belastbar zu sein. Es ist mit Sicherheit ein wichtiger Indikator für die Gesamtaussage, mehr aber auch nicht.

    Doch, ich hatte das schon verstanden. Aber ich glaube, dass man durch diese Erhebung direkt auf die Beliebtheit schließen kann. Und zwar präziser, als durch irgendwelche Umfragen.

    Ich denk grad drüber nach, ob ich zustimme. Folgende Überlegung: Einerseits werden Programmiersprachen nicht immer von denen festgelegt, die sich dann mit ihnen in den Projekten konkret herumschlagen müssen. Andererseits .. naja, sind die dann trotzdem beliebt, halt bei den Chefs. :LOL

    Ich finde Python z.B. interessant gemacht und sicher einen Fortschritt in mancher Hinsicht, allerdings frage ich mich auch oft:
    "Um Himmels Willen, wozu Python in dem Fall? Dazu verwend ich Prolog. Oder FORTH. Oder LISP. Ist viel kürzer und einfacher."

    Nur sind Prolog und FORTH und Lisp (oder was auch immerr) halt nicht so "beliebt" - und um die Frage gings ja. Auch wenn es mich oft frustriert.

    Jeder menschliche "Fortschritt" hatte doch immer damit zu tun, das Leben angenehmer und einfacher zu gestalten. Werkzeuge, Maschinen, Prozessoptimierungen, was nicht noch alles ... immer ist das Ergebnis, dass Menschen weniger zu arbeiten haben, und eigentlich ist das ja auch, was alle wollen :-D

    Aber ja doch. Solange die Ersparnis wirklich Allen zugute kommt und nicht bloß ein paar Wenigen, wie es derzeit der Fall ist.

    Übrigens, das "Dilemma", dass duch diese Verbesserungen die "Gesamtmenge an Arbeit" geringer wurde, konnte man bisher einigermaßen dadurch kompensieren, dass einfach jeder weniger arbeitet (die Arbeitszeiten wurden immer kürzer ....). Das skaliert natürlich nicht endlos.

    Man hat das bis in die 70er, 80er Jahre noch getan, aber seitdem nicht mehr. Es wäre dringend notwendig, die Produktivitätserhöhungen der letzten Jahrzehnte von der Arbeitszeit her auszugleichen, aber das wird ja nachhaltig verhindert. Es skaliert vielleicht nicht endlos, aber wir hätten da noch viel Luft, bevor das zum Problem wird.

    Ein Modell wie das BGE (oder irgendeine andere Idee, die Lebensunterhalt und Arbeit komplett entkoppelt) wird irgendwann kommen müssen, weil es gar nicht anders geht.

    Sehe ich auch so. Ich denke, es wird eine Mischform sein, wie eigentlich praktisch alle guten Konzepte der Vergangenheit Kompromisse und Mischformen gewesen sind.

    KI macht momentan wirklich ziemliche Quantensprünge.

    https://www.smbc-comics.com/comic/2012-06-01 =)

    Haha. Hast natürlich Recht - ChatGPT sieht aus wie ein Quantensprung, ist es aber letztlich doch nicht wirklich, sondern lediglich nur ein mit viel Manpower (Stichwort kenianische Billiglöhner) erstelltes, im Kern aber doch ziemlich "klassisches" LLM. Trotzdem erwarte ich dieses Jahr viele Überraschungen, wenn die internen Forschungsprojekte das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Bin tatsächlich sehr gespannt auf GPT4 von OpenAI, wie auch die Konkurrenzansätze von Google, Meta et cetera.

    Im Skill der C64-Codegenerierung, sei es nun BASIC oder Assembler, erwarte ich aber tatsächlich Null Fortschritte.

    Wirklich? Wieso brauchts dafür billige Entwickler? Wie ein neuronales Netz funktioniert, weiß man. Man braucht eine entsprechend umfangreiche Hardware für ein großes, schnelles, und sehr viel Material, um es anzulernen, und das findet sich auch ganz ohne billig-Manpower im Internet. Oder vergess ich dabei was?