Dass Commodore auch schon an anderen Stellen fragwürdige Entscheidungen getroffen hat, steht außer Frage, aber es wäre halt wirklich mal interessant zu wissen, was sich die Leute bei Commodore dabei gedacht haben, und nicht nur was wir uns jetzt im Nachhinein so zusammenreimen, warum das so und so gewesen sein könnte...
Ich würde das auch gerne wissen, denn das ist eigentlich auch der Grund warum Commodore Pleite ging. Da haben im Hintergrund die alten Ingenieure lieber mit viel Aufwand an der vertrauten Technik verbessert statt aus dem Amiga was zu machen. Man hat den Eindruck das Management hatte nichts in der Hand und wurde durch Partikularinteressen aus der Entwicklung getrieben, die sich dann auch noch widersprachen.
Logisch wäre es doch gewesen keinen komplett neuen 8-Bit-Rechner auf die Beine zu stellen, sondern - um das Interesse am Laufen zu halten - nur zu kombinieren was man schon hatte. Nach dem C128D kam ja der C128D CR und da wäre es viel weniger Aufwand gewesen dem einen C256D CR2 (mit integrierter REU-Technik aber mit leerem Z80-Sockel, den und CP/M auf Diskette hätte man bei Bedarf nachkaufen können) und zum Abschluss einen C512D CR3 (wie C256 CR2 aber mit mehr Speicher und integrierter 1581 statt 1571) folgen zu lassen.
Man hätte dann am Markt regelmäßig noch was Neues in der 8-Bit-Welt präsentieren können (jeweils mit dem aktuellen 128er GEOS in der Box) doch der Softwareentwicklungsaufwand wäre geringer gewesen und die guten Softwareingenieure hätten auf AmigaOS angesetzt werden müssen. Das war ein Unding damals, dass es von 1.3 bis 2.0 über zwei Jahre brauchte.