Beiträge von GeTE im Thema „Sinnhaftigkeit des Mega65“

    Dass Commodore auch schon an anderen Stellen fragwürdige Entscheidungen getroffen hat, steht außer Frage, aber es wäre halt wirklich mal interessant zu wissen, was sich die Leute bei Commodore dabei gedacht haben, und nicht nur was wir uns jetzt im Nachhinein so zusammenreimen, warum das so und so gewesen sein könnte...

    Ich würde das auch gerne wissen, denn das ist eigentlich auch der Grund warum Commodore Pleite ging. Da haben im Hintergrund die alten Ingenieure lieber mit viel Aufwand an der vertrauten Technik verbessert statt aus dem Amiga was zu machen. Man hat den Eindruck das Management hatte nichts in der Hand und wurde durch Partikularinteressen aus der Entwicklung getrieben, die sich dann auch noch widersprachen.

    Logisch wäre es doch gewesen keinen komplett neuen 8-Bit-Rechner auf die Beine zu stellen, sondern - um das Interesse am Laufen zu halten - nur zu kombinieren was man schon hatte. Nach dem C128D kam ja der C128D CR und da wäre es viel weniger Aufwand gewesen dem einen C256D CR2 (mit integrierter REU-Technik aber mit leerem Z80-Sockel, den und CP/M auf Diskette hätte man bei Bedarf nachkaufen können) und zum Abschluss einen C512D CR3 (wie C256 CR2 aber mit mehr Speicher und integrierter 1581 statt 1571) folgen zu lassen.

    Man hätte dann am Markt regelmäßig noch was Neues in der 8-Bit-Welt präsentieren können (jeweils mit dem aktuellen 128er GEOS in der Box) doch der Softwareentwicklungsaufwand wäre geringer gewesen und die guten Softwareingenieure hätten auf AmigaOS angesetzt werden müssen. Das war ein Unding damals, dass es von 1.3 bis 2.0 über zwei Jahre brauchte.

    Toller Tipp ! Danke ! Genau solche Tipps und Hinweise suchen wir. Ich leite das mal weiter ! :thanx:

    Obacht, noch ist das Hörensagen. Schreib mich mal über die Funktion im Forum an, damit ich den Gedanken nicht verliere und den Kollegen anspreche, wenn er wieder im Haus ist (er hat Urlaub bis Ende des Monats). Vielleicht kann er ja mehr sagen, wie ihr da vorgehen müsst. Direkt vermitteln kann ich aber nicht, soll ja nicht der Eindruck entstehen (bei den Chinesen), ihr würdet für die Firma, bei der ich arbeite, fertigen.

    Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass da einige, sehr versiert in der Kunstofffertigung tätige, Unternehmen jetzt durch die Rechtsklagen Maschinen laufen haben, die sie gerne auslasten würden. Könnte ich mir bei Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen., jetzt King, etwa vorstellen. Ihr solltet aber bedenken, dass dann die Gehäuse später auch an anderer Stelle auftauchen könnten. Aber wäre das schlimm? Ein MEGA64 ist es ja nur, mit Typenschild, neuer Tastatur und Mainboard, die ihr alle von wo anders bezieht.

    Mir - aus ganz eigenem Interesse - kommt da aber noch ein Gedanke: Soll der MEGA65 eigentlich inkl. Maus geliefert werden? Also mit 1351 (bei euch dann wohl 1365 ^^) direkt zum Gerät? Also ich fände es ja großartig, wenn Pressformen der Commodore-Tank-Maus neu entstünden (auch für spätere, andersfarbige, Produktionsläufe verfügbar sind).

    Oh, und noch was fälllt mir ein: Beim C128 war ich massiv enttäuscht, dass die BASIC-Grafikbefehle alle nicht in den hohen Auflösungen unterstützt wurden. Wird das beim MEGA65 anders sein? Also CIRCLE, DRAW und co. auch in mehr als 320x200 Pixel?

    Wir sind bei unserem Projekt an einem Punkt angekommen, wo wir in nächster Zeit in die Produktion gehen könnten, wenn wir das

    "kleine", finanzielle Problem mit den Gehäusen gelöst hätten. Wir wollen den MEGA65 in der bestmöglichen Qualität herstellen. Das beweisen unsere Tastaturen, die PCBs und auch die Vorserien Gehäuse. Für die Produktion wollen wir dementsprechend die Gehäuse im Spritgußverfahren herstellen, doch diese Form kostet nunmal etwas. wir rechnen mit ca. 50000 - 65000 € und erst, wenn wir eine Lösung für das Problem haben, werden wir in Produktion gehen können.

    (Ja, wir spielen auch mit dem Gedanken von Kickstarter)

    Wo wollt ihr die Pressform fertigen lassen? Von einem Kollegen, der Pressformen von Designmustern für Designkappen für moderne Messeinrichtungen ("Smartmeter") hat fertigen lassen, weiß ich, dass man am günstigsten fährt, wenn man in China fertigen lässt. Also nicht die Pressformen sondern die Gehäuse und die Pressformen dann im Eigentum eines chinesischen Unternehmens bleiben. Da gibt es wohl eine Vorgabe der chinesischen Regierung, die diese Konstellation favorisiert und stützt.

    Und: warum programmiert manch lieber für einen alten Rechgner statt für einen neuen?

    Das war eine legitime Frage in den 90ern und auch noch im letzten Jahrzehnt. Da wurden PC-Komponenten fast täglich schneller, alles war vom Endanwender modular kombinierbar und man hatte unzählige Betriebssysteme zum Anpassen und Ausprobieren (DOS, Windows, Windows NT, OS/2, BeOS, Linux in den Anfangsjahren, usw.). Heute aber sind moderne PC zunehmend verlötet und verklebt und mit den OS gebundlet. Freiheit besteht hauptsächlich noch beim Rooten und Anpassen von Android-Smartphones. Was ist aber mit dem, der dazu keine Lust hat? Der noch mal einen neuen, unbekannten Rechner will, den er mit dem öffnen nicht zerstört, wie es bei dem eigenen Tablet mit IFixIt-Score von 1 von 10 ist? Ich denke genau da schlägt der MEGA65 in die Kerbe. Eine Lücke, die es vor 20 Jahren schlicht nicht gab, weil die aktuellen PCs da noch mehr konfigurier- und bebastelbar waren.

    Ich habe übrigens kein Interesse am MEGA64 in der aktuellen Form. Vielleicht aber läuft der Verkauf ja gut und ihr habt irgendwann keine Diskettenlaufwerke mehr. Wenn ihr dann das Board leicht umgestaltet und die Hardware im Gewand des V364 anbietet, bin ich sofort dabei. Das wäre dann das umgekehrte Vorgehen von Commodore beim 116, dessen Board mit gleichen Spezifikationen für bessere Kundenakzeptanz damals in das C64-Gehäuse umgestaltet wurde. Damals kam dabei der C16 heraus.