Grad mal auf die Seite geklickt. Schon nur die Tastatur kostet ab 205 USD. Schon nicht wenig.
FĂĽr mich sind diese Fantsierechner eher uninteressant.
Der C64 bietet gerade aktuell immer wieder viele neue Games und auch an Altem gibt es noch so einiges zu entdecken. Daher ist der C64 zumindest fĂĽr mich als "Consumer" als Retro-Rechner ausreichend. 
Spannend fände ich, wie man z.B. um 1985/86 einen passenden und zu 100 % kompatiblen Nachfolger des C64 hätte bauen sollen. Der Amiga 1000 kam zu früh?, der C65 bekanntermaßen VIEL zu spät, die 264er Reihe hätte man sich in der Form eher ganz sparen können, der C128 lief zu 99% mit GO64.
Das wäre aber dann vermutlich auch schwierig, bei mehreren Personen auf einen Nenner für die Specs zu kommen.
z.B.:
128 KB RAM, 32KB VRAM, kein Z80, kein CP/M, kein "128er Modus", 6510 mit 4/2/1 MHz, 32-Farben 2bpp (4 color Hires, 8 color MC) VIC-III mit 2/1 Mhz, RAM Speicher 4/2 MHz.
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Naja, der C65-Ansatz war da, wenn auch viel zu spät, nicht uninteressant.
Gehen wir nochmal einen Schritt zurück: Der C128 war ja eigentlich als Nachfolger des C64 gedacht (oder zumindest so vermarktet), wurde aber von diesem deutlich überlebt. Das Problem: Der C128 war ein Computer mit einem eingebauten C64, der zu 99,9% kompatibel war. Das hatte zur Folge, dass nur für den C64 entwickelt wurde. Native Programme für C128 konnte man fast an einer Hand abzählen. Und CP/M lag bei Erscheinen des C128 schon im Sterben. Keine gute und zukunftsträchtige Entscheidung also.
Der C65 war dagegen ein Computer, der den C64 als Ausgangspunkt einer Plattform sah. Das heißt, sein C64-Modus ist kein Modus wie beim C128, sondern nur ein Preset, aber darunter bleibt ein C65 mit all seinen Features, auf die man auch im "C64-Modus" zugreifen kann. Etwas, was der MEGA65 übrigens genauso macht. Das bedeutet wiederum, dass der C64-Fan und -Programmierer hier ein weiterentwickeltes aber durchaus vertrautes System vorfindet. Es gibt 2 SIDs (am MEGA65 sind es sogar 4) - toll, aber es sind eben SIDs und die kennt man schon. Es gibt einen weiterentwickelten VIC, es gibt eine weiterentwickelte und höhergetaktete CPU, ein weiterentwickeltes BASIC. Alles funktioniert ähnlich, man befindet sich im bekannten Terrain. Und doch ist die Grenze nach oben hin verschoben worden. Von allem geht etwas mehr als am C64. Aber man sieht ganz klar, woher das Ding seine Gene hat.
Für mich ist der C65 und damit auch der MEGA65 die Antwort auf die Frage, wie eine Plattform auf Basis des C64 aussehen würde. Ähnlich wie es Apple mit den diversen Varianten des Apple II gemacht hat.
Um auf die Frage zurückzukommen: Ich glaube es gibt technisch keinen Grund, warum nicht etwas wie der C65 statt dem C128 rund um 1985/1986 hätte rauskommen können. Es gab halt nach dem Abgang von Jack Tramiel kein funktionierendes Management und die Techniker haben halt irgendwas gebaut und das war dann der C128. Aber strategisch gesehen, wenn man den 8-Bit Pfad hätte länger weiterverfolgen wollen, wäre ein Ansatz wie der C65 besser gewesen als den C128 zu bauen. Also statt 3 Rechner in einem zu bauen, von dem nur einer dann von Dritten wirklich unterstützt wurde (mit ein paar rühmlichen Ausnahmen), wäre es besser gewesen, auf 100%ige Kompatiblität zu verzichten und den C64 als Ausgangspunkt einer Plattform zu sehen. Und darauf aufzusetzen und weiterzuentwickeln. Diese Idee kam halt zu spät und wurde jetzt eben vom MEGA-Team zu Ende gedacht und dankenswerterweise auch produziert.
Daher sehe ich den X16 auch als Fantasierechner (der sich am VC-20 orientiert), den MEGA65 aber eigentlich als den fertig gedachten und gebauten C65 (der ja trotz zahlreicher Prototypen nicht fertig war - und zwar nicht nur nicht fertig entwickelt, sondern auch nicht fertig gedacht).