Beiträge von Hoogo im Thema „Original Tapes mit Doppeltapedeck kopieren“

    Diese beiden Sätze verstehe ich nicht. Was meinst du mit "Längen" und "Rechtecksignal mit gleicher Länge der oberen Halbwellen"?
    Das Commodore-Aufzeichnungsformat ist ja ausführlich dokumentiert. Die Länge eines Pulses wird immer durch die Länge einer kompletten Periode bestmmt (also eine positive Halbwelle + eine negative Halbwelle). Man misst also einfach die Zeiten zwischen den positiven Nulldurchgängen.

    Ja, am Ende gilt die Länge der kompletten Welle. Aber schreiben tust Du beide Halbwellen getrennt, und Du kannst die Längen der beiden Hälften unabhängig voneinander selber festlegen.
    Man könnte das symmetrisch machen und beiden Halbwellen den gleichen Platz gönnen: 1100 für Kurz, 111000 für Lang.
    Oder man macht es unsymmetrisch und macht die obere Halbwelle immer gleich breit: 1100 für Kurz, 110000 für Lang. Die könnte auch invertiert gelesen werden.

    Ich weiß nicht, wie Commodore es macht, und wie es TurboTapes machen habe ich inzwischen vergessen.
    Und ich weiß auch nicht, ob so eine unsymmetrische Welle noch komische Effekte im Analogen hat.

    Wenn es an einer Invertierung läge, dann müsste es doch wohl auf alle Kassetten gleich zutreffen, oder?

    Nicht unbedingt, sollte imho vom Lader abhängen.
    Zumindest beim perfekten, digitalen Rechtecksignal könnte das richtige gelesen werden, wenn die oberen Halbwellen alle mit einheitlicher Breite geschrieben wurden und die eigentliche Bitlänge nur in der unteren Halbwelle codiert wäre.

    Das Bild von Detlefs Kopf fand ich aufschlussreich.
    Alles sehr Sinus, und die kurzen Hügel und Täler haben sogar einen wesentlich kleineren Ausschlag. Imho ein Zeichen dafür, dass der Lader schon ganz gut Tempo macht.
    Ich sehe sowohl oberhalb als auch unterhalb der Null-Linie große und kleine Berge. Ich denke, der Lader hat für beide Halbwellen die Längen variiert.

    Wäre interessant zu sehen, wie ein Rechtecksignal mit gleicher Länge der oberen Halbwellen analog aussieht.

    Die Wellenlänge der Vormagnetisierungsfrequenz (ca. 70 kHz) ist klein gegenüber der Größe der magnetischen Partikel des Bandes bzw. der Breite des Luftspaltes des Aufnahmekopfes

    Sieht man davon noch was mit dem Oszi, oder verschwinden die 70kHz komplett, weil sie weit über den Möglichkeiten der Tapes liegen?

    Und wann wurde das Signal invertiert?
    Das verstehe ich gerade nicht so recht.

    Verstehe ich auch gerade nicht, wer da das Signal invertiert haben sollte.

    Fragt mich nicht :nixwiss:
    Jedenfalls haben aus den ersten 4 Tools Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. Liste bereits 2 eine Option, das Signal wieder zu invertieren, und das Tool auf der Hauptseite ebenfalls. In den Beschreibungen wurde das Invertieren aber auf komische Soundkarten geschoben oder gar nicht erklärt.

    Mir wurde zugeflüstert, dass es an einem invertierten Signal liegen dürfte.

    Akustisch macht ein invertiertes Signal keinen Unterschied.
    Aber da der 64er nur den Null-Durchgang der steigenden Flanke erkennen kann, sorgt ein invertieren für das Erkennen der falschen Flanken, die ein ganz anderes Signal darstellen können.

    Hängt imho auch davon ab, wie beim Speichern das Signal dargestellt wurde.

    Beim Speichern steuern man selber, wann die Flanken hoch- und runtergehen.
    Beim Laden kann man aber nur den zeitlichen Abstand zwischen 2 steigenden Flanken messen, Bits werden als Lang oder Kurz (oder mit mehr Längen) dargestellt.
    Wann man dazwischen die fallenden Flanken einfügt bleibt einem selber überlassen.
    Wenn man für den Gipfel immer die gleiche Breite wählt, egal, ob man ein langes oder kurzes Bit schreibt, dann sollte im Prinzip auch ein invertiertes Signal zu lesen sein.
    Fügt man die fallenden Flanke in der Mitte des Bits ein, dann dürfte nach dem invertieren ein falsches Signal ankommen.

    Richtig, das ist der Sync-Header. Unter Bias verstehe ich einfach einen Gleichspannungs-Offset. Was einige Hersteller unter dem Begriff verstehen, weiß ich nicht.
    Mit dem Oszi am Lesekopf muss man froh sein, wenn man überhaupt was sieht. Das geht überhaupt nur mit Tastkopf 1:10 und Signal ist winzig. Und da die Datasette, wie du schon sagtest, sowas nicht nutzt, wird man es sowieso nicht sehen.

    Bitteschön, "echte" Bits. ;)

    Wow :thumbup:
    Die schwanken aber ganz schön in der Höhe!

    Bias ist in der Magnetbandtechnik generell, also herstellerunabhängig der Englische Terminus für die Vormagnetisierung.

    Weißt Du genaueres, wie die funktioniert und in einem Bild ab Lesekopf aussehen müsste?

    Im Anhang zwei Ausschnitte aus einer WAV-Datei die von einer Programmkassette erstellt wurde (mit einem Kassettendeck per Audio auf den PC überspielt). Ich Kassette ließ sich am C64 nicht mehr lesen.

    Der oberer Kanal zeigt das Originalsignal und der untere das, was mein Programm daraus macht. Nach dieser Bearbeitung konnte ich die WAV-Datei wieder in eine TAP/PRG-Datei wandeln.
    Das ist ja vermutlich eine Bias-Korrektur? :nixwiss:

    Die Bilder sind also eine Darstellung des Samples, nachdem Du Kassettendeck an Soundkarte angeschlossen und eine Testkassette vom PET abgespielt hast?
    Ist das der Vorspann der Datei? Ich sehe überall die gleiche Wellenlänge, bei echten Bits sollten irgendwie verschiedene zu sehen sein.

    BIAS ist wohl eine hohe Frequenz, die "irgendwie" beim Schrieben ins Signal gemischt und beim Abspielen ausgefiltert wird. Die Datasette schriebt ohne solche Tricks, so oder so sollte bei dem Testaufbau nichts von Bias zu sehen sein. Und selbst bei einer Musikkassette sollte es unsichtbar sein, da es ja rausgefiltert wird. Ein Oszi am Lesekopf der Datasette sollte aber bei einer Musikkassette "irgendwas" zeigen, was nach Bias aussieht.

    In dem von die angehängten Schaltplan sind doch die Signal eingezeichnet. So sehen die aus, wenn man sich die mit dem Oszi anschaut.
    Weiß ich zufällig, weil ich in den letzten Monaten einige Datasetten repariert habe.

    Das ist sehr interessant :)

    Hast Du Dir da ein kleines Testprogramm geschrieben, das über $01 ein von Dir ausgedachtes Rechteck-Signal aufs Band schreibt? Wie hoch konntest Du mit der Frequenz gehen, bis nur noch Matsche übrig war?

    Hast Du zufälligerweise auch noch ein Doppel-Kasettendeck?
    Was macht das Ding aus einem brauchbaren Signal?
    Und kann man ein Bias sehen?

    Das ist nicht korrekt. Die Datasette bekommt zwar vom C64 ein Rechtecksignal. In der Datasette wird das Signal aber analog aufbereitet, bevor es geschrieben wird. Wenn man sich das mit dem Oszi anschaut, ähnelt das schon eher einem Sinussignal.
    Aus diesem Grund kann auch nicht einfach einen x-beliebigen Kassettenrekorder anschließen.

    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    Ich hab nicht viel Ahnung von Elektronik...
    Ich halte den ganzen oberen Teil für die LEse-Elektronik, die bei WHT endet,
    und den Teil in der Mitte, der bei BRN endet, für die Schreib-Elektronik.
    Ich denke, dieser Sägezahn links sollte das geschrieben Signal darstellen.

    Ich denke, jemandem mit Oszi dürfte es nicht zu schwer fallen, gelesene Signale vom Schreib-Lesekopf abzugreifen und darzustellen. Damit sollten die Unterschiede in den Signalen doch schnell genauer zu benennen sein?

    Habe gerade mal das Service Manual fuer die 1530 angeschaut. Die Datasette schreibt tatsaechlich PWM-moduliertes Rechteck-Gedoehns.

    Das eroeffnet natuerlich eine weitere Fehler-Moeglichkeit: Die Tapedecks sind ja fuer Audio ausgelegt. Es koennte sein, dass die relativ steilen Flanken eines Rechtecksignals im Audiopfad des Tapedecks so verschliffen werden, dass sich effektiv die Pulsbreite aendern koennte und dadurch moeglicherweise Bits falsch interpretiert/uebersehen werden. Ich weiss da jetzt aber auch nicht so genau, welche Toleranzen in der Pulsbreite bei welchen (Turbo)Ladern vertretbar sind, und ob das demzufolge ueberhaupt ein Problem darstellen koennte...

    Auch das kann meiner Meinung nach das Problem nicht richtig erklären.
    Beim Schreiben hat der 64er die richtige Kontrolle darüber, welcher der 2 Pegel gerade anliegen soll und wie die entstehende Rechteckkurve genau auszusehen hat.
    Beim Lesen wird aber nur ein Pegelwechsel in einer Richtung gemeldet, da ist quasi echt nur ultra-primitiv der Draht an einen IRQ-Pin getüddelt.

    Wenn sich das Signal verschleift und mehr so Sinus wird, dann würden daraus restaurierte Rechtecke vielleicht eine andere Pulsweite haben, aber der Abstand zwischen 2 steigenden Flanken sollte gleich bleiben.

    Kann es vielleicht was mit der Vormagnetisierung zu tun haben?
    Die Qualität richtiger Musik hat ja sehr von Bias profitiert, einer hohen Frequenz, die man dem eigentlichen Signal beim Schreiben überlagert hat.
    Die Datasette ist aber primitiver, sie schreibt direkt das Signal und filtert bestimmt auch keine hohen Frequenzen beim Lesen aus.