Beiträge von ZeHa im Thema „Crapgames von 5ace: Sammlung an Minispielen“

    Auf der anderen Seite ist es interessant auszutesten, wieviel man von einer Spielidee weglassen bzw. abstrahieren kann, so dass nur der Kern oder auch einfach nur ein interaktives Konzept übrigbleibt.

    Ja, das finde ich auch sehr spannend. Habe dazu auch schon mal einen Vortrag gehalten. Aus meiner Sicht benoetigt ein Spiel im minimalsten eine Aufgabe, und etwas, was einen daran hindert, diese zu erledigen, also anders formuliert eine Herausforderung. Beispiel Pacman: Gaebe es nur das Labyrinth und die Punkte, waere es nur eine Aufgabe, aber keine Herausforderung (es sei denn, das Labyrinth haette tatsaechliche Irrwege, dann waere dies die Herausforderung). Daher gibt es zusaetzlich noch die Geister, die einen davon abhalten, die Punkte zu fressen. Damit waere grundsaetzlich formal das "Spiel" erfuellt. Nun hat Pacman aber noch einen "Twist", naemlich dass man durch die Superpille zum Geisterjaeger wird. Solch ein "Twist" macht daraus dann i.d.R. erst ein wirklich gutes Spiel. Und auch den Tunnel links und rechts kann man als einen "Twist" ansehen, wenn auch ein etwas "lighterer" Twist :)

    In den Crap Games koennte man jetzt argumentieren, dass solch ein Twist vielleicht schon zu viel verlangt ist. Aber zumindest der erste Punkt, die Herausforderung, sollte aus meiner Sicht erfuellt sein. Das koennte bei Crap-Fu bereits dann der Fall sein, wenn die Gegner sich a) mehr wehren wuerden (aktuell ist es zu einfach) und wenn man b) eine Moeglichkeit haette, zu sehen, wie gut man war. Denn wenn weder die Gegner noch Punkte noch die Zeit des Durchhaltens gezaehlt werden, habe ich hinterher keine Ahnung, wie gut ich das Spiel gemeistert habe. Bei Pacman ohne Schnickschnack wuerde ich immerhin optisch sehen, wie viele Punkte ich aus dem Labyrinth herausgefressen habe und wie viele noch uebrig sind.

    Den "Crap Game"-Ansatz verstehe ich ja, aber irgendwie fehlt mir da dann doch ein bisschen der Witz oder tiefere Sinn (?). Auch wenn es "crappy" ist, sollte es ja doch irgendwie Spass machen, oder eine Herausforderung darstellen, oder zumindest in irgendeiner Form lustig sein (z.B. so crappy dass es schon wieder geil ist). Aber in den letzten 2 Beispielen finde ich nichts davon, sondern das wirkt halt einfach nur wie ein "Test", so nach dem Motto "ich hab mal ein Kung-Fu-Spiel angefangen aber hatte nach ein paar Stunden keine Lust mehr".

    Ich hoffe das kommt jetzt nicht falsch rueber, aber ich denke halt mit ein paar kleinen Kniffen koennte man aus so einem Crap Game tatsaechlich auch was machen, was einer vielleicht mehr als 1x startet.