Beiträge von Retrofan im Thema „ASCII (mit Umlauten) nach GeoWrite - Konverter gesucht“

    Auf dem C64 war die Lösung mit den Geos-Scrap-Dateien meines Wissens das erste Mal, dass ein Hersteller einen Datenaustausch mittels einer Zwischenablage eingebaut hatte.

    Auf dem C64? kann gut sein. Ansonsten hatte zumindest das Mac System schon vorher eine systemweite Zwischenablage und Apple hat auch die typischen Tastenkürzel X, C und V ersonnen. Ob auch der Mac-Vorgänger Lisa und der Xerox Alto das kannten, muss ich nochmal nachgucken. Der Alto kannte aber keine Kürzel, der hatte für alle Befehle spezielle Tasten.

    Keine Chance unter Geos, leider.

    Versuch macht kluch.

    Ich habe es gerade mit VICE 3.0 und GEOS 2.1e (.crt) getestet. Leider verwendet GEOS wohl andere Tastaturabfragen. Beim Pasten erscheint nichts, sobald ich aber GEOS verlasse, steht im C64-Basic, was ich zuvor gepastet habe. "Dank" Unicode-Zwischenablage erscheint dort jeder Umlaut als 2 Fragezeichen. Schade, war aber meines Erachtens einen Versuch wert.

    Ob Vice das unterstützt, kann ich nicht sagen.

    VICE schreibt den Inhalt der Zwischenablage in den Tastaturpuffer des C64, wenn man Strg-V drückt (zumindest bei mir auf dem Mac). Wenn GEOS also nicht komplett andere Keyboardabfragen macht, als das C64-Standardsystem, dann sollte zumindest etwas auf dem Bildschirm erscheinen. Was, das bliebe halt auszuprobieren. So habe ich schon den einen oder anderen Text (z.B. kleine Listings aus dem Netz) zum C64 übertragen.

    Ich hatte mich hier nur eingeklinkt, weil du die neuen OS-Threads aus meiner Sicht etwas herablassend erwähntest. Sonst hätte ich mich hier sicherlich nicht eingemischt. Du hast allerdings, glaube ich, die Intention meines Postings nicht ganz verstanden. In meinem erwähnten Beispiel-Szenario muss der Leser natürlich auch den Wunsch des fiktiven Nutzers transponieren, sich also vorstellen, dass die Person, die vor dem Problem steht, einen Text vom PC in ein C64-OS zu übertragen, den Text dann in diesem (und nicht in einem anderen OS) nutzen möchte. Ich wollte also nicht beschreiben, wie man mittels New-OS einen PC-Text in Old-OS bekommt, sondern das Beispiel ging davon aus, dass die Person New-OS statt Old-OS verwendet oder eben dafür entwickelt. Ich hoffe, ich konnte das jetzt (umständlich genug) erklären. ;)

    Und ich sehe das weiterhin so, dass ganz viele GEOS-Programme nur dafür da sind, Probleme zu lösen, die es gar nicht geben müsste. Wäre GEOS z.B. vom Text-Encoding her nicht auf dem Stand von 1986 verblieben, sondern würde heute z.B. ISO Latin (irgendwas) nativ unterstützen, könnte man ohne Tricks und Konversion PC-Texte mit Umlauten und anderen Sonderzeichen direkt in GeoWrite öffnen.

    Damit soll es jetzt auch genug von mir gewesen sein. Du hattest ja in deinem letzten Beitrag durchblicken lassen, dass du die "New"-OS-Threads gar nicht so lächerlich findest, wie es für mich zuerst rüberkam – also nichts für ungut.

    Als Geos 1984 - 1985 entwickelt wurde ...

    Mir ist klar, dass GEOS zu seiner Zeit (herausgekommen 1986) eine tolle Leistung war. Ich bin ja aus der Zeit, kannte damals schon den ersten Mac (nur aus einem Computerladen um die Ecke) und habe natürlich auch mit GEOS, als es herauskam, herumgespielt.

    Dein Problem war aber ein heutiges – in Verbindung mit Notepad unter Windows (wahrscheinlich XP/7 oder neuer).

    Viele der Argumente, die durch die beiden anderen Threads geistern, sind dem Umstand geschuldet, dass die Erwartungshaltungen an ein OS in heutiger Zeit auch mit den zur Verfügung stehenden Resourcen extrem nach oben geschraubt wurden.

    Bei anderen mag das zutreffen, bei mir nicht. ich weiß ziemlich genau, was geht – habe ja mit Programmierern zusammen schon so einige C64-Programme konzipiert und entwickelt. Gerade auch Spiele im Bitmap-Mode, der dafür nicht oft verwendet wird, weil viele glauben, dass er für Arcade-Games eher ungeeignet ist. (Guck dir mal unseren Bitmap Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. an und vergleiche mit der alten Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.). Meine Erwartungen sind komplett realistisch und lassen sich, bis auf Kleinigkeiten, umsetzen. Wenn es nicht passiert, liegt es daran, dass es keiner versuchen will (bzw. Bock darauf hat oder Zeit oder Hoffnung, das es jemand nutzt), nicht daran, dass es nicht geht.

    Ich denke, dass ein GEOS-ähnliches System, entwickelt mit den heutigen Möglichkeiten (und vor allem auch Ideen) und z.B. mit 1000 KB ROM Unterstützung (EasyFlash für 20€) und Internetzugang (WiFi-Modem mit integriertem TCP/IP für 10€) durchaus mehr könnte als ein System von 1986 auf damaliger Vanilla-Hardware.

    Meine Erwartungen orientieren sich nicht an den heutigen Ressourcen, sondern eher an der heutigen Computer-Nutzung, die weniger auf die (speicherintensive) Erstellung von Dokumenten ausgerichtet ist, als damals, sondern mehr auf das Abrufen von Informationen und auch die Kommunikation mit anderen Menschen.

    Ich hätte dann ASCII

    Ne, eher ISO 8859-15 mit Umlauten, Akzentbuchstaben, Eurozeichen etc.

    Ich möchte sie nämlich unter Geos nutzen, weil ich sie für eine Software benötige, die von mir für Geos entwickelt wird.

    Mein angerissenes, einzeiliges, Szenario ging natürlich nicht davon aus, dass du nach der Textübertragung damit GEOS-Software basteln willst, sondern deinen Text z.B. in einem geeigneten Texteditor weiterverarbeiten und evtl. danach ohne Verluste auf den PC zurückübertragen möchtest (ein normalerer Fall). Innerhalb des von dir erwähnten, in anderen Threads angedachten, OS würde ja systemweit ein an Unicode angelehnter Zeichensatz verwendet werden (natürlich nur 256 Zeichen davon), weshalb Konvertierungen in den meisten Fällen nicht nötig wären.

    Tja, dewegen mag ich das System. Und da diskutieren anderen mittlerweile schon im zweiten Thread, was man damit machen kann oder wie man eine Alternative basteln kann.

    Naja, eigentlich, damit die Probleme, die du hattest, gar nicht erst auftreten. Die sind ja quasi von GEOS hausgemacht. Wenn ein OS auf alle Verzeichnisse nativ zugreifen kann (ohne selbstgestricktes Dateisystem) und out-of-the-box mit internationalen Standard-Encodings zurecht käme, wäre dein Problem ja gar nicht aufgetreten und jegliche Konvertiererei, Kopiererei und Fragerei obsolet gewesen. Hier hat GEOS ein Problem gelöst, dass du ohne GEOS gar nicht gehabt hättest.

    Der Weg, der mir vorschwebt, wäre: Text mit Notepad auf SD-Karte abspeichern, SD-Karte in den C64, öffnen, freuen.