Beiträge von Retrofan im Thema „Quo Vadis Nintendo“

    Ich vergleiche lediglich meine real gemachten Erfahrungen mit deiner optimistischen Sicht der Dinge

    Sony scheint das nicht besonders gut im Griff zu haben (Mobile ist ja ohnehin nicht so ihres). bei meinem Test eben mit dem iPad dauerte der Spielstand-Sync gefühlt keine Sekunde (was auch nicht verwundert, denn was wird schon groß bei einem Spielstand übertragen). Und wie gesagt, man kann den Abgleich auch noch zuhause machen, die Switch kommt ja auch nicht auf Wunsch angeflogen, sondern man muss sie schon zuhause mitnehmen und wissen, dass man woanders noch spielen will.

    Das ist übrigens ohnehin ein großer Hemmschuh, den man auch bei Kameras beobachten kann: Es ist ja nicht so, dass Smartphones die besseren Kameras wären – aber die guten DSLRs hat man halt nicht immer dabei, sondern nur, wenn man von vornherein weiß, dass man sie brauchen wird. Ich weiß aber nun mal nicht immer, dass ich irgendwo Zeit haben werde, zu spielen – oder auf ein tolles Motiv treffen werde – und daher kommt so oft das Smartphone für alles mögliche zum Einsatz.

    Daher kurz, wie schon vorher gesagt: Nintendos Nische wird nicht von den großen Konsolen-Herstellern bedroht (Sony hat eh genug eigene Probleme außerhalb der PlayStation-Welt), sondern eher durch die Konsolen/Gaming-fernen Firmen Google und Apple. Und Nintendo weiß das auch und hat daher diverse Testballons in Form von Mobile-Apps gestartet bzw. in Planung. Damit kundschaften sie vorsichtig aus, ob und wie man in dem Bereich Geld verdienen kann, quasi als Plan B, falls die Switch nicht gut genug laufen sollte (wovon ich nicht ausgehe – Nintendos Fanbase ist schon recht groß).

    sowie den Hoffnungen für die Funktionen des Switch. Letzterer scheint mir da doch die weitaus komfortablere und einfachere Lösung zu sein

    Ich stimme dir ja zu, dass das Mitnehmen der Geräte inkl. der Inhalte im Zweifelsfall die sicherere Lösung ist. Ich mache das bis heute mit meiner Musik. Statt darauf zu hoffen, dass der Empfang innerhalb der Wohnung (und außerhalb) immer perfekt läuft, habe ich in den Zimmern Docking-Stationen stehen und stecke meinen alten 80GB-Festplatten-iPod mit meiner Sammlung einfach überall ein, wo ich Musik hören möchte. Aber ich weiß auch, dass das nicht die Zukunft des Musikkonsums sein wird und man nicht die Musikfestplatte (oder die Konsole) mit sich herumschleppen wird, sondern sich die Musik (oder die Spiele oder die Spielstände) auf das jeweilige Gerät holt, dass man gerade bei sich trägt.

    Um den aktuellen Spielstand nach dem Einschalten der Konsole wieder auf selbige draufzubekommen.

    Dafür reicht ja mal ein einziger lichter Moment im Mobilfunknetz. Selbst im Urlaub stürze ich von einem offenen WLAN ins nächste und wenn ich wirklich sicher sein will, dass der Spielstand auf dem mobilen Gerät ist, dann starte ich es halt kurz zu hause, bevor ich losgehe. Du zeichnest hier eine Daten-Diaspora an die Wand, die ich noch nie erlebt habe.

    Meine Erfahrung mit vergleichbaren Features ist halt, dass die bisherigen Implementationen ziemlicher Mist sind

    Ich kenne die aktuellen Konsolen-Hardware nicht und die iCloud-Sync-Features bei iOS auch hauptsächlich von Beschreibungen (da ich eigentlich nur auf dem iPhone spiele und daher keine Spiele zu syncen habe) aber ich sehe keine technischen Hindernisse für einen instant-Spielstand-Sync.

    Ich habe es gerade mal mit iPad und iPhone und dem Spiel Swordigo ausprobiert (auf dem iPad musst ich es noch installieren). Wenn ich das Spiel eine Zeit lang auf dem iPhone spiele und dann einfach mittendrin beende und das gleiche Spiel auf dem iPad starte, dann bin ich (in etwa) an der gleichen Stelle mit der gleichen Prozentzahl an gelöstem Abenteuer. Da muss ich nichts für tun – nur auf Nachfrage sagen, dass ich für Spielstände iCloud verwenden möchte. Das klappt sicherlich nicht mit jedem Spiel aber es scheint für die Entwickler möglich, das recht komfortabel einzubauen.

    Automatischer Spielstand-Upload auf der PS3 passiert nur einmal pro Tag

    Ich vergleiche, wie gesagt, die Switch auch eher mit mobilen Endgeräten als mit den Highend-Konsolen, die sicherlich andere Schwerpunkte setzen.

    Ja, auch mitten im Ruhrgebiet gibts noch Plätze wie zB U-Bahn- oder S-Bahn-Stationen/-Tunnel, an denen man nur schlechten (nur GPRS) oder gar keinen Mobilfunkempfang hat

    Wofür brauche ich eine Mobilfunkverbindung zum Spielen auf dem Smartphone/Tablet (mal von Nintendo-Games abgesehen)?

    auf Reddit bastelt jemand eine immer unübersichtlicher werdende Grafik mit nach angekündigtem Zeitraum sortierten Logos.

    Das sieht ja schon mal besser aus als die Grafik, die Nintendo auf der Relaese-Party zeigte. Ich würde es Nintendo ja wünschen, dass sie mit der neuen Konsole wieder mehr Glück haben, als mit der Wii U. Auch wenn ich hier vorwiegend die möglichen Probleme und Gefahren für Nintendo aufzeige – so fände ich es doch schade, wenn die Firma keinen wirtschaftlichen Erfolg mehr hätte und zum Mario/Zelda-Lizenzgeber schrumpfen würde.

    Schön, dass ein Apple-Fan auch mal für eine Lösung mit schlechter Usability argumentiert.

    Ich weiß nicht, ob die Usability im echten Leben wirklich so viel schlechter ist. Klar, im Werbevideo muss man als Spieler mitten im Spiel ganz schnell los und das Gerät mitnehmen, um dann am Ziel wieder Zeit zum Spielen zu haben. Klar kann das passieren – aber wie oft? Ein viel wahrscheinlicheres Szenario ist doch, dass man weiß, wann man irgendwo sein muss und dann zu einem passenden Zeitpunkt das Spiel verlässt und meinetwegen 1 Stunde später das Spiel irgendwo unterwegs (vielleicht auf der Urlaubsfahrt) an diesem Punkt weiterspielen möchte. Das geht auch mit einem Cloud-Sync und 2 Geräten. Und wie gesagt, das gleiche, wie mit der Switch geht mit einem Tablet plus Controller und geeigneter TV-Anbindung (ich sage das jetzt mal so allgemein, weil das wahrscheinlich auch mit Android funktionieren würde – aber ich kenne halt die iOS-Welt besser).

    In Werbevideos sehen die Szenen immer so zwingend aus, als wäre das der Alltag. In Wirklichkeit sieht es manchmal ganz anders aus. Ich frage mich halt, ob das Nintendo-Prinzip wirklich einen so großen Unterschied macht. Zumal die Mobile-Anbieter jederzeit die Möglichkeiten erweitern könnten. Jetzt schon funktioniert dieser On-the-fly-Wechsel von einem Gerät zum anderen in der Apple-Welt bei Produktivitäts-Apps nahtlos (Stichwort Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen., also z.B. SMS oder Exceltabelle an einem Gerät beginnen und am anderen weiterschreiben), das könnten sie bei Games jederzeit nachlegen, wenn sie da einen Bedarf erkennen. Ich sagte ja, gut für Nintendo, dass Google und Apple auf dem Gamer-Auge ein wenig blind sind.

    Vielleicht ist auch die Übersetzung oder die Formulierung an der Stelle ungenau und es war eigentlich ein Mannjahr gemeint?

    Kann sein, aber wenn ich Zeiten eher klein wirken lassen will (zu erkennen am "weniger als ..."), dann komme ich doch nicht mit Mannjahren, wenn ich weiß, dass 30 Entwickler das dann in 2 Wochen fertig haben könnten (Overhead mal eingerechnet). Ich schätze schon, dass damit ein echter Zeitraum gemeint ist. Und das Problem wird sein, dass die anderen Konsolen, wie du ja schon sagst, eher PCs sind, während die Switch halt ein Tablet (mit Mobilprozessor) ist. Da muss halt viel mehr angepasst werden, damit das einigermaßen ruckelfrei läuft.

    ich habe eh das Gefühl, als ob man es dringend vermeiden möchte, den (das?) Switch mit Smartphone/Tablet-Assoziationen zu verbinden.

    Schon klar, würde ich als Nintendo auch tun. Ändert aber nun mal nichts an der Tatsache, dass DIE? Switch ein Tablet mit anstöpselbaren Controllern und einer Halterung mit TV-Ausgang ist, auf der recht hochpreisige Games laufen (ich sage nicht, dass sie den Preis nicht wert sind – die Franchises sind ja Nintendos Kronjuwelen).

    Zelda zum Launch, Mario Kart kurze Zeit später, Splatoon und Mario Odyssey angekündigt - sieht IMHO schonmal ganz gut aus.

    Reichen Konsolenspielern so 3 bis 5 Titel je Quartal, wenn nicht alle im passenden Genre unterwegs sind? Für mich klingt das eher nach einer knappen Versorgung (im ersten Jahr). Gut, bei meinem Atari 2600 hatte ich im ersten Jahr Space Invaders und im zweiten Jahr Defender – und war auch zufrieden.

    "weniger als ein Jahr" für einen Port von PC auf Switch

    Ob nun "ein Jahr" oder "weniger als ein Jahr" (= knapp ein Jahr): Es kommt mir recht lang vor. Wenn man immer 10 Monate warten muss, bevor ein erfolgreiches PC-Game auf der Switch erscheint, kann man es gleich bleiben lassen, weil man es dann nicht mehr gut bewerben kann. Ich kenne das ja vom Mac – da kommen einige Windows-Titel auch deutlich später für heraus – nur merkt das dann keiner mehr, weil der Tross schon zum nächsten Hype-Titel weitergezogen ist.

    Wenn das Smartphone dafür irgendwie in den Controller eingesetzt wird, sind wir auf einmal ziemlich nahe am Switch-Design

    Das ist bei meinem Controller (und einigen anderen) der Fall. Ja, man ist dann nicht mehr weit weg von der Switch. Das sehe ich durchaus als kleines Problem für Nintendo an. Die können froh sein, dass Google und Apple ihre Möglichkeiten in diesem Bereich (Smartphone mit optionaler TV-Anbindung als Gaming-Device) nicht voll ausschöpfen und auch kaum bewerben.

    Beim Switch würde ich der aktuellen Werbung nach davon ausgehen, dass der Wechsel jederzeit möglich ist, also zB auch mitten in einer Cutscene oder während des Grosseinkaufs beim freundlichen Item-Händler in einem RPG

    Ja, ich sagte ja, dass Nintendos Lösung besonders komfortabel erscheint. Aber wenn es einem nicht auf den Ad-Hoc Wechsel ankommt und man ein bisschen Zeit hat, geht eben auch vieles mit anderen Lösungen ähnlich.

    Man kann auch stationäre Konsolen direkt zum Smartphone streamen ;)

    Ja, da weiß ich nur bis heute nicht, wofür. Wenn ich eh zuhause bin, setze ich mich lieber an die Konsole. Und wenn ich im Zug sitze, wird das Streaming wohl nicht mehr funktionieren. Das umgekehrte, dass ich erwähnte, ist allerdings eine Konkurrenz für Nintendos Konzept, weil ich beispielsweise ein iPad/iPhone-Game per Apple-TV auf den Fernseher streamen und in groß (teils mit mehreren) spielen kann und auch jederzeit zum kleinen Display wechseln kann, wenn ich das Haus verlasse. Auch dies ist nicht zu 100% das, was Nintendo verspricht – aber eben auch nicht sehr weit davon entfernt. Nintendo hat also ein veritables Unterscheidungsmerkmal gegenüber PS4 und Xbox aber eben nicht gegenüber "mobiler Technik". Dazu kommt, dass ein Switch-Titel nicht sehr günstig sein wird (50, 60, 70€?), während selbst aufwendige Mobilspiele selten mehr als 10$ kosten.

    Wie gesagt, wenn Nintendo seine Franchise-Karten gut ausspielt und die Games nicht zu lange auf sich warten lassen, kann es was werden. Aber es wird nicht leicht werden und wer weiß, vielleicht ist Nintendos weg doch eher der von SEGA – mit der Software das Geld verdienen und Hardware andere bauen lassen. ich denke, die Switch wird (im nächsten Jahr) die Richtung zeigen.

    Nintendo kann und will sich nicht an dem Prestigekampf der beiden Platzhirsche beteiligen. Folglich muss man auf Nische setzen.

    Richtig. Und bisher haben sie das meistens auch recht gut hinbekommen – vor allem mit der Wii – die ja kam, als man Nintendo schon fast abgeschrieben hatte.

    Man wird eine PS4 nicht mobil bekommen, alleine der Leistungshunger ist eine Einschränkung. Also ist Schritt 1, sich von der Konkurrenz zu unterscheiden, gelöst.

    Richtig. Und das ist für Nintendo wichtig. Jetzt kommt es aber darauf an, auf dieser "anderen" Konsole zum einen einige 3rd-Party-Multiplattform-Titel zum Laufen zu kriegen und zum anderen die Andersartigkeit mit eigenen Titeln auch wirklich zu nutzen. Und das möglichst zügig. Das vorgestellte Lineup zieht sich doch ein wenig hin. Ich hoffe, die Switch ist von der Hardware her nicht ZU anders, sodass es evtl. zu aufwendig wird, dafür Spiele anzupassen. Ich hatte was von 1 Jahr Portierungsaufwand für große Games (Skyrim) gelesen. Das scheint mir recht viel.

    genug Geld hätten sie wohl auf ihren Konten (558 Milliarden Yen in "Cash and Deposity", ca. 5 Milliarden USD)

    5 Mrd. können auch schnell verbrannt sein. Ähnliche Reserven hatte vor ein paar Jahren z.B. Nokia und was aus denen in kurzer Zeit geworden ist, wissen wir ja. IT-Firmen, wie Alphabet (Google) oder Apple, verdienen solche Summen in 3 Monaten – und so schnell kann man es auch ausgeben.

    Da aber heutezutage eh jeder mit einem Smartphone rumrennt, ist die Frage, ob man ueberhaupt eine solche Konsole mit sich rumschleppen wuerde.

    Das ist auch eine Frage, die ich mir stelle. Ich z.B. habe aufgehört, weiteren Zusatzkram mit mir rumzuschleppen, selbst auf eine Armbanduhr verzichte ich. Und demnächst werden nicht wenige auf ihr Portemonnaie verzichten und Kameras, PDAs oder MP3-Player sieht man auch nirgendwo mehr. Das Smartphone ist der Allrounder, der zwar meistens nichts besser kann, als die Spezialgeräte aber eben doch alles ausreichend gut – und vieles, was man früher gar nicht unterwegs machen konnte.

    Man muss auch bedenken, dass die Switch ein 7-Zoll-Tablet mit zusätzlich seitlich angebrachten Controllern darstellt – das steckt man nicht mal gerade eben in die Hemd- oder Hosentasche.

    Zwar bin ich der Meinung, dass die meisten Handy-Spiele fuerchterlich sind und dass ein richtiger Gaming Handheld fast immer besser geeignet ist zum Zocken

    Das stimmt sehr oft – aber nicht immer. Es gibt heutzutage viele Spiele-Genres, die optimal an Touchbedienung angepasst sind. Allen voran so Sachen wie Cut-the-Rope/Angry-Birds oder auch Tower-Defence-Games und viele Puzzler möchte man gar nicht mit Controller spielen. Und dann gibt es ja noch die Möglichkeit, auch Smartphones mit Controllern zu verbinden. Ich habe mir fürs iPhone einen MFi-Controller (Bluetooth) besorgt und bin sehr zufrieden mit den Steuerungsmöglichkeiten. Spiele, die den Controller unterstützen, blenden meistens bei Erkennen des Geräts die Onscreen-Controls aus und fühlen sich dann wie Mobilkonsolen-Games an.

    Ein riesiger Vorteil ist aber auf jeden Fall, dass man exakt die gleichen Spiele dabei hat, die man ansonsten zuhause am Fernseher spielt, und zwar auch noch mit dem gleichen Spielstand.

    Das ist auf jeden Fall bei der Switch besonders gut gelöst. Aber es ist nicht ganz so ein Alleinstellungsmerkmal, wie man auf den ersten Blick meint. Hat man eine stationäre und eine mobile "Konsole", die mit den gleichen Game-Apps bestückt werden können und die ihre Spielstände über einen Cloud-Dienst (vielleicht nicht so schön on the fly aber brauchbar) synchronisieren können, hat man nicht sehr viel gegenüber der Switch verloren. Ein Beispiel für so ein Setup wäre iPhone(iPad)/Apple-TV/GameCenter/iCloud. Und man kann auch viele mobile Games vom Smartphone direkt zum TV streamen.

    Das was in der Werbung gezeigt wird muss nicht zwingend auch die tatsaechliche Zielgruppe oder die tatsaechliche Kaeufergruppe repraesentieren.

    Das ist vollkommen richtig. Gerade Kindern zeigt man gerne Werbung mit deutlich älteren Darstellern, weil Kinder eben gerne "groß" sein wollen. Und wenn die "coolen Jugendlichen" den Schokoriegel mögen, wird der wohl auch einem Kind gut schmecken.

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    Also zusammengefasst: Kann was werden, kann aber auch in die Hose gehen. Es gibt Risiken, weil für Nintendo nicht Sony oder Microsoft die Hauptkonkurrenten sind (davon hebt sich die Switch ausreichend ab), sondern eher Google und Apple mit ihren Geräten, Apps und Diensten. Ich denke, letztendlich werden es die starken Franchises von Nintendo richten und darüber werden sich wieder die Konsolen verkaufen. Wenn erst Mario und Konsorten auf der Switch erhältlich sind, wird es bestimmt ganz gut laufen. Vielleicht nicht so gut, wie mit der Wii aber doch besser als mit der Wii U.