Die simple Antwort ist "Header und Nutzdaten haben ausreichend Sicherheitsabstand". Die komplizierte Antwort findest Du im Quelltext der Floppy bei der Formatier-Routine. Da wird recht aufwändig ausgemessen, wie lang die Umdrehungszeit ist, und wo genau man die Sektoren+Header hinschreibt.
Wird eigentlich der Sektor erst gelöscht und dann beschrieben oder findet das Löschen nur beim Formatieren statt?
Es wird nur überschrieben, nicht gelöscht. Ein Löschen im Sinne von Tapes wie viele der älteren Semester sie hier noch kennen, ist nicht nötig. Das liegt daran, dass nicht der Pegel der Magnetisierung, sondern nur der Nulldurchgang Informationen enthält. Da können die Pegel eigentlich liegen wie sie wollen - tun sie aber trotzdem nicht, weil gnadenlos "übersteuert" aufgezeichnet wird, und somit auch ohne "Löschen" immer ausreichender Abstand zum 0-Level erreicht wird.
Bei einem Hifi-Tape will man aber die Elementarmagnete schön durcheinander haben, weswegen ein Löschkopf mit einigen zehn kHz betrieben wird (40 kHz ist ne gute Größe).
Diese Unterschiede kannst Du auch an der Datasette schön erkennen: Es gibt Modelle, die gar keinen richtigen Löschkopf haben, sondern nur einen Dauermagneten. Auch hier wird gnadenlos übersteuert aufgezeichnet, weil nur der Nulldurchgang (bzw. der zeitliche Abstand zwischen den Nulldurchgängen) Information trägt.
Jens