Sowas ähnliches gab es auch früher bei CDs: Fehlender Schutzlack auf der oberseite. Dies führte zu Korrosion der Aluschicht...
Das war kein fehlender Schutzlack, sondern die Zusammensetzung des gewählten Lackes: Der hat die Aluminiumschicht angegriffen.
die m-disc schätze ich erstmal auch so wie oben erwähnt , wie eine RW ein, also dass es bei einigen laufwerken probleme geben könnte.
Die Probleme sind aber "nur" rinzipbedingt und können überwunden werden. Es geht dabei um die Reflektivität des Materials, welches die Pits&Lands beinhaltet bzw. "emuliert" (schließlich sind es keine echten Pits, sondern nur optische veränderungen, die als Pits wahrgenommen werden). Siehe auch meine Antwort an AndroSID weiter unten in diesem Post.
das sichern in der cloud und dann noch verschlüsselt ist dann also allem anderen fast vorzuziehen. und selbst wenns ein geheimdienst knacken sollte,
Wenn genug Leute das machen, erzeugt man so viel Dekodierungsaufwand, dass die Wahrscheinlichkeit von unerwünschter Dekodierung weiter schrumpft. Allein aus dem Grund bin ich auch dafür, möglichst viel Traffic - egal ob privater Natur oder nicht - zu verschlüsseln. Dadurch entsteht nicht nur "die Nadel im Heuhaufen", sondern man betoniert den Heuhaufen kräftig zu. Die Geheimdienste können dann jeden Einzelnen Halm herausmeißeln und brauchen nicht mehr Jahrhunderte um die Nadel zu finden, sondern Jahrmillionen.
Die Aufzeichnung auf RW Medien (aka Phase-Change) unterscheidet sich fundamental von Write-Once-Medien (also auch M-Disc). Daher sind auch die potentiellen Probleme unterschiedlich.
Ja, die Aufzeichnung ist unterschiedlich, aber das Lesen ist doch das Thema hier: Die beschriebene Scheibe soll in vielen (hundert) Jahren noch lesbar sein. Da ist die Technologie der M-Disc schon interessanter als die von anderen beschreibbaren Scheiben, denn sie enthält *weniger* unterschiedliche Materialien: Während CD-Rs und deren verwandte DVD+/-R zwei Schichten auf dem Trägermaterial haben (eine reflektierende Schicht, und eine organische Schicht, welche durch das "Brennen" optisch verändert wird), hat die M-Disc nur eine Schicht, die mit einem wesentlich leistungsstärkeren Laser wirklich "mechanisch" durchlöchert wird. Die Analogie "in Stein meißeln" ist durchaus nachvollziehbar, aber keineswegs wissenschaftlich. Es ist mir als Ingenieur halt sympatischer, weil es einfacher ist. Wenn ich weniger unterschiedliche Materialien zusammenfügen muss, habe ich weniger Möglichkeiten, dabei einen Fehler zu machen.
*Für* die M-Disc spricht, dass man sie in herkömmlichen Laufwerken lesen kann. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass Laufwerke, welche alle Arten von 12cm-Scheiben lesen können, selbst in 50 Jahren noch erhältlich sind. Gegen die M-Disc spricht jedoch, dass die Technologie nicht vollständig beschrieben ist, durch Patente (teilweise) geschützt ist und es wiedersprüchliche Testergebnisse gibt: Das US-Verteidigungsministerium findet die Dinger ganz toll, während Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. weniger begeistert sind, sogar behaupten, dass es keinen wirklichen Unterschied zu den anderen beschreibaren Scheiben gibt.
Besorge ich mir lieber 2-3 gute Festplatten stattdessen für den Preis, inkl. dem ~16fachen der Speicherkapazität.
Gute Datensicherung hat ihren Preis. Wobei ich damit nicht sagen möchte, dass die M-Disc diesen Preis wert ist - ganz im Gegenteil, denn sie ist nur eine weitere Methode zum Speichern, und kann nur als Ergänzung für eine Backup-Strategie dienen (siehe mein früheres Posting "single point of failure" vermeiden).
"Die Wahrheit" werden wir nicht finden. Das Thema Datenspeicherung ist alt, und es gibt in der Geschichte schon lange vor der Erfindung von Computern ein markantes Beispiel, dass es keine gute Idee ist, Daten zentral zu speichern: Die Bibliothek von Alexandria soll Überlieferungen zufolge praktisch *die* Ansammlung von literarischen und wissenschaftlichen Schriftrollen gewesen sein. Dummerweise alles zentral gelagert und (achtung: umgangssprachlich formuliert:) soll gerüchteweise abgebrannt sein. Das Ende der Bib und der Verbleib der (so vorhanden) übrigen Schriftrollen sind nicht geklärt. Trotzdem ein schönes Lern-Beispiel: Nicht zentral, sondern dezentral speichern.
Jeder kennt heutzutage den Ausspruch "das Netz vergisst nichts". Nur diesen Umstand würde ich mir zu Nutze machen, als einem mystischen Backup-Medium hinterher zu jagen, das Menschen nur theoretisieren können (Alterungstests basieren auch nur auf Annahmen, und sind demnach anfechtbar, wie die Uneinigkeit der Expertenhäuser zeigt). Ist es wirklich notwendig, ein "langsam bis gar nicht" alterndes Medium zu haben? Oder ist es nicht vielmehr sinnvoll nach einer Backup-Methode zu suchen, die das Altern als unveränderliche Größe einbezieht, sich sogar diesen Umstand zu Nutze macht? Warum gegen die Natur arbeiten, die mit Alterung jahrmillionen prima klargekommen ist? Oder wie alt glaubt Ihr ist der Gencode, den Ihr mit Euch herumtragt?
Jens