Beiträge von v3to im Thema „Die Neuauflage von Shadow of the Beast für die PS4 ist erschienen!“

    Ich bin jetzt einmal durch. Ganz ehrlich finde ich das Spiel ist insgesamt richtig gut geworden. Es wäre echt zu wünschen, dass andere Remakes mit derartigem Respekt vor dem Original umgesetzt würden. Die mäßigen Wertungen von Polygon oder 4Players kann ich jedenfalls nicht wirklich nachvollziehen. Da spielt offensichtlich viel Erwartungshaltung rein...

    Dieses Kampfsystem entpuppt sich nach einer Weile als das eigentliche Highlight in dem Spiel. Zwar hatte ich anfangs auch etwas das Gefühl, dass hier einfach von modernen Hack-and-Slay-Spielen abgekupfert wurde, aber es spielt sich doch eigenständig. Und es motiviert tatsächlich enorm, die eigene Vorgehensweise zu optimieren. Ich mag so etwas normalerweise nicht. Mit den üblichen Verdächtigen wie der Souls-Reihe oder Monster Hunter kann man mich jagen. Nur hier hat das nicht so harte Konsequenzen, wenn man selbst nicht so gut spielt und das macht mir richtig Spaß.

    Das zweite Highlight ist das Storytelling, welches wunderbar zu den Szenen und auch zum Leveldesign passt. Auch die vielen Deja-vus, weil markante Stellen aus dem Original vorkommen.

    Auch die Spieldauer pro Abschnitt finde ich sehr angenehm. Zwischen 15 und 30 Minuten dauert ein Level in etwa und man kann auch später an beliebig wieder einsteigen (vorausgesetzt, der Level wurde bereits geschafft).

    Allerdings bleibt es bei den angesprochenen Mängeln. Die Sprungmechanik ist doof. Die unvorhersehbaren Abgründe oder Todesfallen sind doof. Die On-Screen-Anzeigen stören oft mehr, als dass sie helfen. Aber letztendlich hatte mich das weniger genervt, als ich das anfangs befürchtete.

    Das Remake habe ich jetzt bislang nur etwas mehr als eine Stunde anspielen können und muss auch sagen, dass es besser ist, als ich erwartet hatte. Die Mischung aus Neuem und Alten funktioniert gut und man merkt schon, dass die Entwickler dahinter das Original zu würdigen wissen.

    Es gibt ein paar unübersehbare Mängel, allerdings wiegen die nicht so schwer, als dass es am Ende den Spaß killt... Das Kampfsystem gehört meiner Meinung nach nicht dazu, auch wenn es etwas überladen und mit Bewegungs-Verzögerungen daherkommt. Nein, keine Lags. Eher sowas wie: Du schlägst zu, gleichzeitig kommt ein Gegner von Hinten und das Beast reagiert erst, wenn er fertig ist - so ähnlich, wie man das von klassischen Brawlern kennt. Tatsächlich macht genau das aber auch den Reiz aus, weil man mit Button-Mashen nicht besonders weit kommt und die Fähigkeiten verinnerlicht. Btw falls sich das etwas nach Dark Souls anhört, fühlen sich die Kämpfe doch arcadiger und zugänglicher an (Das war btw meine Befürchtung, dass das Spiel eine Art 2D-Dark-Souls wird - dann wäre ich hier komplett raus gewesen. Ist zum Glück nicht passiert).

    Der Hang zu Try-and-Error bei den Sprungpassagen ist allerdings weniger toll. Die sind ohnehin meist so designed, dass man wenig Spielraum zum Hüpfen hat und bei Versehen ein Abgrund wartet. Dann das Timing bei der nicht ganz so simplen Steuerung zusammen mit Auswendiglernen von Fallen hat Nerv-Potential. Ebenso hätte man die Quicktime-Sequenzen weglassen können, die wirken durch die Bank aufgesetzt.