Um hier mal einen Irrtum auszuräumen:
Wenn der Prozessorcache ein Problem hat (defekte Speicherzellen, Kontaktprobleme), dann wird nichts langsammer, sondern es geht garnichts mehr, solange der Cache eingeschaltet ist. Eine denkbare theoretische Möglichkeit wäre höchstens ein defektes TAG-RAM (also da wo gespeichert wird, welche Speicherblöcke gerade im Cache sind). Das würde bedeuten, dass der Cache entweder ständig seinen Inhalt aus dem RAM neu lädt weil das TAG-RAM fälschlicherweise behauptet im Cache würde diese RAM-Adressen gerade nicht zwischenpuffern, oder der Rechner stürtzt ab, weil er im Cache was anderes liegen hat, als im gecachten RAM und das aber nicht bemerkt. Dann wäre die Kiste in der Tat langsammer als mit ausgeschaltetem Cache, da jeder Speicherzugriff automatisch einen Refresh des Caches zur Folge hat. Dieser Effekt dürfte aber SOFORT auftreten und nicht erst nach mehreren Stunden Betrieb. Aber beobachtet habe ich so einen Fehler noch nie, allerdings wann hatte ich den letzten Pentium II in der Hand, das muss auch schon rund 20 Jahre her sein...
Dazu noch folgende Hinweise:
1. Normalerweise schalten die BIOSse den Prozessorcache erst im Verlauf des POST (power on self test) ein, und zwar nachdem die Meldung zu PRESS DEL TO ENTER SETUP oder ähnliches verschwindet. So könnte es sein, dass ein System ohne eingeschalteten Cache zuverlässig startet und funktioniert, wenn auch langsam, aber mit eingeschalteten defektem Cache dann nach dem POST abschmiert.
2. Der Pentium II hat Limitierungen bei der Cacheable Area. Das heißt, der L1 und L2 Cache der CPU deckt nur Teile des installierten RAMs ab:
-- L1 Cache deckt nur die ersten 16 MB RAM ab
-- L2 Cache deckt nur 512 MB oder 4 GB RAM ab, je nach genauer CPU-Version, siehe Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.
Das könnte solch ein Verhalten erklären, dann nämlich wenn im Verlauf des Betriebes immer mehr RAM verwendet wird, liegen aufeinmal Systemteile oder Anwendungen außerhalb der Cacheable Area des Prozessors.
3. Wenn ein System unter Windows 9x über die Zeit immer langsammer wird, liegts meistens hauptsächlich an der Windows-Installation selber, sprich viel Autostart-Krempel, Fragmentierung der Platte, Windows-Update-Histiorie, manuelle Registry-Eingriffe oder Registry-Optimierungs-Tools und solche Sachen.
4. Windows 9x hat generelle Probleme mit der RAM-Größe jenseits von 128 MB, man sollte da in der SYSTEM.INI den Parameter MaxFileCache an den RAM-Ausbau anpassen, siehe Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.