CPU abschalten nur darüber dass man sie anhält. Dann braucht die auch nur ganz wenig Strom. Und warum das so ist, kann ich dir auch erklären:
So ein CMOS-Gatter besteht im wesentlichen aus zwei Feldeffekt-Transistoren, die in Reihe zwischen VCC und Masse geschaltet sind. Im Normalfall ist davon immer einer durchlässig (leitend) und der andere sperrt. Der Ausgang des Gatters ist die Verbindung zwischen den beiden Feldeffekttransitoren (FET). Angesteuert werden die beiden FETs jeweils über ihre Steuereingänge, die Gate (Tor, Steuereingang) genannt werden, wobei beide Gates miteinander verbunden sind, so dass nur eine Spannung benötigt wird. (Die beiden anderen Anschlüsse eines FET heißen "Source" (Elektronnenquelle***) und "Drain" (Elektronenabfluss***), die Verbindung zwischen Source und Drain heißt "Kanal", und das Gate macht je nach anliegender Streuerspannung den Kanal eben durchlässig, oder nicht. Achtung:) Damit das so funktioniert, das heißt, dass ein FET geschlossen ist, und der andere offen, sind die beiden FETs von unterschiedlichem Typ, das heißt mal ist das Gate positiv und der Kanal negativ dotiert, mal umgekehrt. So is der eine FET ein "Selbstsperrender" Typ, der andere "Selbstleitend". Das heißt, wenn man beide Gates auf VCC schaltet, schaltet der eine durch, und der andere sperrt. Lege ich Masse an die Gates, wechseln die beiden FETs ihre Rolle das heißt der erste macht zu, der zweite macht auf. Wenn oben der offen ist, und unten der zu, dann habe ich am Ausgag VCC. Umgekehrt, ist der obere zu und der untere offen, dann habe ich am Ausgang Masse. Das heißt ich kann die digitalen Zustände High und Low darstellen:
Oberer FET zu + unterer FET offen: Ausgang Low
Oberer FET offen, unterer FET zu: Ausgang high
Da in diesen Zuständen immer ein FET zu ist, gibts keine direkte Verbindung zwischen VCC und Masse, über die Strecke der beiden FETs fließt kein Strom. Der Strom kann eigentlich nur fließen, wenn der Ausgang High ist und wenn am Ausgang was dran hängt, über das ein Strom fließen kann ("Verbraucher"). Die Gate-Eingänge sind übrigens extrem hochohmig, so dass also wenn zwei CMOS-Gatter hintereinander geschaltet sind, dass auch über den Ausgang des ersten Gatters kaum ein Strom fließt. Im Gegensatz zu Bipolartransistoren sind FETs nicht Strom, sondern Spannungs-gesteuert. Solange man einen dieser beiden Schalt-Zuständ behält, bleibt das auch so, es fließt kein Querstrom (mal abgesehen von einem minimalen Leckstrom). Interessant ist dann aber der Schaltvorgang, wenn die Gates von Low nach High oder umgekehrt geschaltet werden. Das geht nämlich nicht unendlich schnell, wie ein ideales Rechtecksignal, sondern diese Flanken sind in der Praxis nicht ganz rechteckig, das heißt es gibt an den Gates einen mehr oder weniger "langsamen" Spannungswechsel:
FET1 FET2
0% 100% (eigentlich: 99,yyy%, 0,xxx%)
10% 90%
20% 80%
30% 70%
40% 60%
50% 50%
60% 40%
70% 30%
20% 80%
10% 90%
0% 100% (eigentlich:0,xxx% 99,yyy%)
Man sieht, während des Schaltvorgangs sind beide Transitoren leitend, besonders 50-50 ist kritisch, da fließt von VCC über den oberen FET durch den unteren FET direkt der höchste "Querstrom" - siehe die rot markierte Linie in der Schaltungsskizze. Wenn man sich da den Querstrom in Abhängigkeit des Schaltzustandes ansieht, kommt eine "Gaußche Glockenkurve" dabei raus, siehe zweite angehängte Grafik. Und je öfters man schaltet (Taktfrequenz steigern), um so öfters passert das. Das erklärt dann, warum ein Prozessor im angehaltenen Zustad keinen - bzw. - siehe die Klammerangabe bezüglich Leckströme, parasitäre Widerstände und Kapazitäten usw. - nur ganz wenig Strom braucht ("Schlafzustand, man kennt das ja auch von Notebooks im Ruhezustand), und warum Intel, AMD usw. bei ihren Taktfrequenzorgien so einen imensen Kühlunsgaufwand treiben müssen.
Deswegen: Der CPU nicht VCC und Masse wegnehmen, sondern einfach über das entsprechende Signal anhalten.
Anmerkung zu den beiden Sternchen oben
*** Bezüglich Source und Drain: Man könnte jetzt denken - und den Fehler mache ich auch immer wieder...
- Source wäre oben wo Plus ist, und Drain ist unten, wo Masse ist. Man muss aber "Technische" und "Physikalische" Stromrichtung voneinander unterscheiden, die Elektronen fließen in Wirklichkeit von Minus nach Plus!