Deswegen ist ja so eine OEM-Lizenz auch wesentlich günstiger als die normale Box im Laden.
Schon klar – aber wer weiß das schon? Ich blicke durch den ganzen Wust von Windows-Versionen und Lizenzen (und deren Möglichkeiten und Einschränkungen) kaum durch und der normale Kunde erst recht nicht. Der sucht einfach die billigste Windows(-Pro)-Lizenz, wenn er eine benötigt – und zack, hat er die OEM-Version. Über mögliche Einschränkungen ist er sich wahrscheinlich nicht wirklich im Klaren. Diese harte Verknüpfung mit der Hardware, um den Einsatz auf einem anderen Rechner zu verhindern, kenne ich eigentlich nur von MorphOS, wobei ich das bei einem Nischen-System durchaus noch verstehen kann (trotzdem würde ich mir bei dem Preis eine personenbezogene Lizenz wünschen).
Die OEM-Versionen werden ja auch immer ins Gespräch gebracht, wenn es um den Preis für eine Windows-Lizenz geht. Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. bietet Win 8.1 für 120 Euro an und Win 8.1 Pro für 280 Euro.
Daneben gibt es noch Win 8.1 N, Win8.1 N Pro, Win 8.1 Pro Student und das ganze Sortiment sogar nochmal mit Win 8.0. RT gibt es ja nicht getrennt zu kaufen und die ganzen Enterprise-, Ultimate- und Server-Versionen lasse ich mal aus. Amazon bietet Win 8 Upgrade, Win 8 Pro Upgrade, Win 8 Pro Pack, Win 8 Vollversion OEM System Builder und Win 8 Pro Vollversion OEM System Builder an (die OEM Versionen in jeweils 2 Geschmackssorten 32 oder 64 Bit). Und bei Win 8.1:
Win 8.1 OEM 64 Bit Vollversion (82 Euro), Win 8.1 OEM 32 Bit Vollversion (90 Euro), Win 8.1 Pro OEM 64 Bit Vollversion (120 Euro), Win 8.1 Pro OEM 32 Bit Vollversion (120 Euro), Win 8.1 Vollversion 32/64 Bit (103 Euro), Win 8 Pro Upgrade 32/64 Bit (83 Euro), Win 8.1 Pro Vollversion 32/64 Bit (225 Euro).
Erstens blickt da kaum jemand durch und zweitens nimmt man dann einfach das günstigste Paket, das einem für den Zweck geeignet erscheint – und schon landet man bei der OEM-Version für rund 80 Euro. Das ist aber nicht der Preis für eine uneingeschränkte Vollversion von Windows 8.1 Pro, der liegt (Amazon und MS gemittelt) bei rund 250 Euro! (aber wer will das schon bezahlen?)
Davon ab glaube ich immer noch nicht, dass ein Programm primär für BEIDE Plattformen (DesktopPC/Tablet+Phone) entwickelt wird. Es gibt entoderweder.
Deswegen ist die Auftrennung der Systeme bei MS z.Z. ja auch quatsch. Sie haben ein OS für Desktop und Tablet und ein dazu inkompatibles für Win Phone (welches ab Version 8 nur den gleichen Kernel verwendet). (die Unterschiede bei ARM/RT- und Intel-Tablets mal außen vor). in der Aufteilung können das aber weder Anwender noch Entwickler wirklich gebrauchen.
Bin ja schon eine Weile wieder vom Mac weg, aber soweit ich weiß gibt es doch auch immer noch Programme für MacOS X _und_ iOS, richtig?
Richtig – und so macht es auch Sinn: Tablets und Smartphones werden ähnlich (per Multitouch) bedient und sie werden auch verhältnismäßig mobil (zumindest nicht unbedingt am Tisch sitzend) eingesetzt. Auch die Anforderungen an Apps sind ähnlich, wenn auch die Bildschirme unterschiedlich groß sind. Daher hat Apple für die Geräte-Typen ein einheitliches OS (mit dem gleichen Kernel wie OS X) entwickelt: iOS. Daneben gibt es "richtige" Computer, die werden vorwiegend über Maus und Hardware-Tastatur gesteuert und man schließt mehrere Bildschirme an und hat per Kabel weitere Peripherie dranhängen. Dafür hat Apple sein OS X, weil die Geräte ersten anders bedient werden und zweitens das Nutzungs-Profil (meistens) ein anderes ist (nach dem Motte: Instagram auf dem einen, Auto-CAD auf dem anderen). Google macht es mit Android und Chrome OS ähnlich.
Microsoft hat ja auch schon ein wenig das Grundproblem ihres letzten Entwicklungsschitts erkannt. Einerseits werden die Kacheln auf dem Desktop wahrscheinlich wieder weniger (altes Startmenü und Metro-Apps im Desktop-Modus) – und im Mobilbereich werden wohl RT und Phone (aber wohl nicht mehr auf existierender Hardware) zusammenwachsen. Damit wird wieder etwas mehr auf die Nutzungsszenarien geachtet – der "richtige Computer" für die harte Arbeit mit weniger Gekachel und die mobilen Devices (auf ARM-Basis) bekommen irgendwann ein zueinander kompatibles OS (was ja bislang nicht der Fall ist).
Da ist wieder irgendwie an der Optik rumgepfuscht worden, nur damit es bloß nicht so aussieht wie der Vorgänger.
Nicht nur. Ich gebe zu, ICH bin an der Misere schuld!
Als ich zu Win8-Beta-Zeiten die Hannover Messe CeBIT besuchte, wurde ich von einem Microsoft-Kamera-Team interviewt. Ich wurde zu meiner Meinung über Windows 8 befragt. Ich wollte nicht allzu kritisch sein (schließlich stand ich auf Microsofts Hoheitsgebiet) und bemängelte nur, dass die Optik von den neuen, flachen Kacheln überhaupt nicht zu der 3D/Schatten/Transparenzen/etc.-Oberfläche des Desktops passen würden (damals sah der Desktop noch nach Win7 aus). Ich muss zugeben, Microsoft hat vorbildlich reagiert hat den Desktop bis zum Release-Zeitpunkt um alles befreit, was ich wegen der optischen Inkompatibilität zu der Metro-Oberfläche kritisiert hatte.
(ich glaube nicht wirklich, dass ein Entscheider das Video gesehen oder verstanden hat – aber der Grund für die Optik-Änderung wird klar, oder?). Mit dem Ergebnis der Bemühungen bin ich aber nicht sehr zufrieden – das war ein Schritt zu sehr in Richtung "Windows 1.0 Optik".