Hallo an alle!
Heute konnte ich endlich mein MMC64 testen, welches ich vor einiger Zeit schon bei go64 vorbestellt hatte. Das Päckchen war zwar schon am Donnerstag da, aber leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine MMC-Karte. 
Diese erhielt ich erst heute (Sonntag), so dass ich endlich loslegen konnte: Mein erster Eindruck: Super! Meinen herzlichen Glückwunsch an Oliver zu diesem genialen Stück Hardware. Endlich ein praktischer und zeitgemäßer Massenspeicher für unseren Cevi. 
Hier mein kleiner Erfahrungsbericht nach dem ersten Stunden Test:
Die Speicherkarte (eine no-name SD-Card der Marke CnMemory, 512 MB) wird problemlos erkannt, nachdem ich sie am PC formatiert und mit Dateien bespielt habe. nach dem Einschalten erscheint ein schlichtes Menü, über das mit F1 der Filebrowser gestartet wird. Hier finde ich meine Dateien wieder, einige SIDs, PRGs und D64s, welche ich am PC rüberkopiert habe. Leider erfolgt die Anzeige nur im 8.3-Format, was ich aber bei den paar Dateien, die momentan erst auf der Karte liegen, noch verschmerzen kann.
Zuerst den SID-Player gestartet, einfach durch Auswahl eines SID-Files mit den Cursortasten und abschließender Betätigung von Return. Im selben Moment fängt auch schon das SID an zu dudeln, während auf dem Schirm das ID-Tag angezeigt wird. Alles bestens, nur das Flackern des Bildschirmrandes nervt ein wenig.
Dann mit Run Stop wieder zurück in den Filebrowser und ein PRG-File ausgewählt (Stunt Car Racer). Hier finde ich, spielt das MMC64 momentan seine größte Stärke aus: Innerhalb von 3 Sekunden ist das PRG (immerhin 160 Blöcke groß) geladen und gestartet! Da kommt wohl nur noch das wesentlich teurere IDE64 mit, aber jeder Floppy-Schnelldader sieht (logischerweise) sehr alt dagegen aus.
Nach einer kleinen Runde Stunt Car Racer wieder zurück auf den MMC64-Menübildschirm (per User-Port-Reset; das MMC64 selber hat keinen Reset-Schalter). Als nächstes ein D64-File ausgewählt, welches ich auf meine 1570 zurückschreiben wollte. Sogleich kommt eine Sicherheitsabfrage, ob ich wirklich willens bin, die im Laufwerk eingelegte Diskette zu überschreiben. Flugs mit "Y" bestätigt, dann noch die Frage, ob man die Zieldiskette vorher noch formatieren will (was anscheinend grundsätzlich auch ratsam ist, aber dazu später mehr), und ab geht die Post...gut, ein wenig langsam ist es schon. Ich habe mit Formatierung zusammen ungefähr zehn Minuten gestoppt. Zumindest gibt eine Statusanzeige während der Übertragung darüber Auskunft, auf welchen Track/Sektor gerade geschrieben wird. Nach Beendigung der Übertragung musste ich mich ein wenig darüber wundern, dass die Zugriffs-LED meiner 1570 nicht erlosch, obwohl der Schreibvorgang doch offensichtlich beendet war. Naja egal, zurück ins Basic (mit F7), und das Programm von der Diskette (eine nachladende Demo: Deus Ex Machina/Crest) geladen und gestartet: Alles wunderbar, die Demo läuft von vorn bis hinten durch, also scheint das Image fehlerfrei übertragen worden zu sein.
Später habe ich versucht, weitere Images zu übertragen, und zwar diesmal ohne vorherige Formatierung. Leider schlug dieser Versuch fehl, denn hinterher war immer noch der alte Inhalt im Directory zu sehen. Während der Übertragung wurden die Sektoren verwunderlicherweise ungefähr doppelt so schnell hochgezählt und nach Anzeige des letzten Tracks endete die Übertragung ohne Fehlermedung auf dem Schirm, aber die Floppy-LED signalisierte blinkenderweise einen Fehler. Ein Auslesen des Fehlerkanals brachte nur die Meldung "73, CMB DOS 1570, ...." zutage. Vielleicht kommt das MMC64 nicht ganz mit der 1570 zurecht? Ich kann leider erst in zwei Wochen meine 1541-II holen und es damit nochmal ausprobieren...
Nochmal zu den langen Übertragungszeiten beim Zurückschreiben von D64-Images:
Ich meine mich zu erinnern, dass das Zurückschreiben am PC mittels StarCommander und X1541-Kabel im Normalmodus ungefähr genauso lang gebraucht hat (ca. 10 min, wenn nicht sogar länger). Im Warp-Modus ging es allerdings auch in ca. 80 Sekunden. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass in näherer Zukunft ein Plugin bzw. Bios-Update der Übertragung Beine machen wird.
Durch die Möglichkeit von Bios-Updates und automatischen Nachladen von Plugins ist die Karte m.E. gerüstet für die Zunkunft. Es muss nur weiter programmiert werden. 
Und noch was zur Kompatibilität mit durchgeschliffener Expansionport-Hardware: Mein Final Cartridge 3 (Riska) will nicht mit dem MMC64 zusammenarbeiten. Bei der Rückkehr ins Basic hängt sich der Rechner auf. Schade, da ich den Floppy-Schnellader und die gängigen Kommandos über die F-Tasten sehr schätze. Nun muss ich immer umstecken, wenn ich schnell was von Disk laden will. Hilft hier vielleicht ein Software-Update? Ich werde mich demnächst erstmal nach Software-Schnelladern umsehen, die ich auf die SD-Karte packe und lade, bevor ich auf Diskette zugreifen will.
Mein Fazit:
Insgesamt betrachte ich das MMC64 trotz der oben beschriebenen Kinderkrankheiten als ein tolles Stück Hardware und bereue den Kauf kein bisschen. Die 50 EUR waren gut angelegt. Jetzt hoffe ich nur, dass bald Software-Updates nachgeschoben werden, die z.B. den Schreibzugriff auf die Karte, das Laden von PRG-Files innerhalb von D64-Images oder die schnellere Übertragung auf Floppy gewährleisten. Bis es soweit ist, erfreue ich mich an der wirklich verdammt schnellen Ladezeit von PRGs, dem guten SID-Player und der für C64-Verhältnisse gigantischen Speicherkapazität. 
CU
Kratznagel
P.S.: Im Hintergrund duldelt gerade ein SID-File (Madness - Cris Hülsbeck) vom Player der MMC64. 