C116 mit vier Betriebssystemen:
Dieser Umbau setzt die Zusammenführung von High- und Low- ROMs durch die Umbauten vom letzten Teil voraus.
Man sollte wieder in der Lage sein, an Platinen zu löten, Eproms zu brennen und zu löschen und Hex- Files zu bearbeiten und zu testen.
Da insgesamt 4 einzelne Betriebssysteme erstellt werden sollen ist es gescheit, sie erstmal einzeln auf 27C256'er Eproms zu brennen und auf dem hoffentlich
noch laufenden C116 einzeln zu testen.
Ich brenne folgende BS in das Eprom:
- das Originale CBM BASIC 3.5
- das Basic 3.5 (startet im Kleinbuchstabenmodus)
- OS96 mit seinen Innovationen
- Jiffy DOS
Zutaten für einen C116 mit 4 Betriebssystemen:
- 32-polige Eprom- Präzisionsfassung
- ein Eprom 27C1001
- ein Schalter 1x4
- zwei Dioden (1N4001 z.B.)
- 2 Widerstände etwa 5-10 KOhm
- dünnen Draht
Für 2x oder 8xBS sind die Bauteile selbst anzupassen, die Schaltbeispiele sieht man im Bild1.
Aufbau
Zu Anfang werden wieder alle steckbaren IC's entfernt.
Man sollte jetzt schon überlegen, was für einen Schalter man nimmt und wo der hinkommen soll, und sehen ob man Dioden und Widerstände gleich an die
Schalter- Pins anlöten könnte. Das ist kompakt und spart einige Kabel.
Ich habe den Schalter gleich (mit Bauteilen und angelöteten Drähten) als erstes eingebaut.
Da man später nicht mehr alles auseinanderbauen möchte sollte man sorgfältig vorgehen. Polung der Dioden beachten, aufpassen, daß keine Kurzschlüsse
entstehen, die richtigen Teile aber Kontakt haben usw.
Das muß jeder selbst sehen. Mein Schalter (Bild4) scheint inzwischen was Seltenes zu sein, daher sind die Montagezeichnungen nur ein Beispiel.
Ich habe für meinen Schalter den Platz ganz oben rechts im Gehäuseunterteil des C116 gewählt, neben der Powerbuchse (Bild2).
Dabei hab ich den Schalter hochkant eingesetzt um noch die Befestigungsschraube für das Board nutzen zu können.
Aber ich mußte das Board trotzdem für den Schalter ausschneiden um ihn tiefer zu setzen, weil er oben zu dicht an den SD-Slot gekommen wäre sowie der
Schalthebel evtl. in die obere Schräge des Gehäuses geragt hätte.
Das Abschirmblech unter dem Board hab ich in dieser Ecke ausgeschnitten.
So konnte ich ihn ca.3 mm tiefer legen! Befestigt hab ich ihn, indem ich ihn rechts und links an die Masseflächen des Boards gelötet habe (er hat ja ein
Metallgehäuse). Die 2 Widerstände konnte ich daher auch direkt von den Schalter- Pins ans Schaltergehäuse löten (GND-Seite). Auf der Platinenoberseite
sollten die ersten Schalterpins nicht gegen die dortigen Leiterbahnen kommen (evtl. isolieren).
Ich hatte es also nicht ganz leicht mit meinem Schiebeschalter. Kodierschalter oder Drehschalter haben mir aber nicht gefallen. Im Plus/4 liegt der Schalter
waagrecht vor dem Einschalter, aber diesen Platz möchte ich mir im C116 aufheben.
Wie im Bild zu sehen ist habe ich den Schalter so eingesetzt daß er bis an die Außenwand des Gehäuses kommt. Dadurch kann die Platine zum
Herausnehmen nicht mehr seitlich verschoben werden. Der Anschluß des Tuners klemmt.
Abhilfe: über der Tunerbuchse habe ich das Gehäuse nach oben teilweise ausgesägt. Das fällt kaum auf und ich kann das Board jetzt links direkt nach oben
abheben.
Die 3 Drähte vom Schalter können recht kurz bleiben. Der für +5V kommt an einen Lötpunkt "CP +" neben dem Einschalter (s. Board Oberseite).
Jetzt das andere Kapitel: die IC- Fassung auf U3.
Zuerst muß (wenn vh.) die 28-polige Fassung entfernt werden.
Ich hab die Plasteteile erstmal mit einem scharfen Seitenschneider zerstückelt, so daß ich die Pins einzeln auslöten konnte. Das schont die Platine am
besten.
Sind alle Federn und Plastereste der alten Fassung entfernt spannt man die Platine am besten senkrecht in einen Schraubstock o.ä., erhitzt ein Lötauge mit
dem Lötkolben von der Unterseite her und schiebt einen Stift von der Bauteilseite durch das Lötauge, sobald das Lötzinn flüssig ist. Ich benutzte einen 0,8
mm- Bohrer (mit der Schaft- Seite ins Loch). Dieser "Stahlstift" läßt sich dann noch herausziehen wenn das Lot schon wieder hart ist, und man kann das
Lötauge wieder nutzen.Zuviele Lötreste entferne ich vorher mit Entlötlitze.
Sind alle Lötaugen frei (ins Licht halten) wird ein Stück Isolierband auf das Lötauge Nr.1 geklebt. Das könnte sonst evtl. die neue Fassung kurzschließen.
Die neue Fassung ist für Eproms mit 32 Pins vorgesehen. Sie muß erstmal vorbereitet werden (Bild3):
Pins 1-3: der dünne Teil der Pins (remember: Präzisionsfassung!) wird entfernt, und der restliche Stumpf, der noch aus dem Plastteil ragt, glattgefeilt (nur
glätten, nicht bis auf die Plast- Ebene wegfeilen!).
Pins 31,32: auch diese 2 Pins werden wie No.1-3 gekürzt.
Jetzt werden mit dünnem (!) Draht die Pins 30,31 und 32 verbunden und verlötet (Draht um die Pins herumlegen). Man hat also einen Kurzschluß von Pin 30
(nicht gekürzt) zu Pins 31 und 32 (gekürzte Pins) gebaut.
Uff. Jetzt wirds Zeit, die Adressdrähte vom Schalter an die Fassung zu löten. An Pin3 kommt die Leitung für A15, an Pin2 der Draht für A16. Schön "flach" und
gut anlöten, nachher kommt man nicht mehr ran.
Alles nochmal checken, und dann die Fassung einsetzen. Sie ragt mit den abgebrochenen Pins über den Platz für U3 hinaus und stößt gegen den
Kondensator C5. Das sollte aber gerade noch passen, evtl. mit wegbiegen (vgl.Bild2).
Zeit zum Prüfen, ob die Isolierung über dem Pin 1 (jetzt Pin 3 der neuen Fassung) an der richtigen Stelle sitzt.
Jetzt geht's ans Löten der Fassung. Erst 2 Pins diagonal einlöten (Fassung dabei auf das Board drücken) und dann den Rest der 28 (!) Pins.
Zur Prüfung kann man jetzt die Fassung auf Durchgang testen. Die Adress- und Datenleitungen (des Boards) müssen Durchgang zu den entsprechenden Pins
von U4 haben.
Alles klar? Jetzt was Gutes:
Der alte Eprom 27C256 mit dem Betriebssystem (High/Low hatte ich ja schon zusammen) läßt sich weiterhin verwenden, wenn man ihn einfach so wie vorher
einsteckt (obere 4 Pins der neuen Fassung bleiben leer).
Das zum ersten Testen unter Spannung.
Läuft der Rechner kann das große Eprom eingesetzt werden. Wenn nichts verwechselt ist sollten die 4 Betriebssysteme in der richtigen Reihenfolge auf dem
Schalter liegen. Wenn nicht, müssen evtl. die Adressleitungen getrennt und getauscht werden oder das Eprom neu erstellt werden.
Ich habe noch die Schaltung des Umschalters vom Plus/4 ins Bild1 dazukopiert. Die Pulldown- Widerstände dort sind mit LED's kombiniert (und entspr.
dimensioniert). Diese LED's befinden sich im Plus/4- Gehäusedeckel und zeigen an welches Betriebssystem aktiv ist.
Nach dem Umschalten des BS muß natürlich resettet werden, klaro?
Beim Bauen sind bei mir noch drei Wünsche entstanden:
1. Eine einzige Steckverbindung zwischen Ober- und Unterteil, 40-polig wie das Parallelkabel im PC.
Die Buchse des Unterteils wird auf das Expansionsport- Blech geschraubt, der Stecker des Oberteils paßt genau
darauf ohne Kabel dazwischen.
Mein Plus/4 bekommt später genauso eine, kompatible Verbindung.
Für Testzwecke kann man dann ein IDE-PC- Kabel dazwischenstecken und hat alles schön nebeneinander.
Edit: Steckverbindung paßt hochkant nicht in den C116. Heißt warscheinlich doch "mit Kabel".
2. Eingebaute Joysticks. Ich habe SMD- Joystickschalter (sowas für Handys?) bekommen.
Irgendwo/ irgendwie ins Gehäuse??? Mal sehen.
Wenn das was wird werde ich dieses Thema (wieder...) "einige Zeit später" fortsetzen.
Fragen zu den bisherigen Umbauten beantworte ich natürlich gerne!
Hans