Beiträge von ThomBraxton im Thema „Eigenes Konsolen-Unternehmen hier in Deutschland?“

    Aber man darf nicht gleich aufgeben.

    Stimmt! Das ist richtig! Aber man sollte vor einem Finanzierungsaufruf wirklich mehr Substanz in das Projekt einbringen. Nur eine Idee ist wirklich wenig. Du solltest zumindest schon mal hardwaretechnik einen Rahmen vorgeben. Hast du für dieses Projekt schon nach Mitstreitern gesucht, die für Dich die Hardwareplanung oder Softwareentwicklung übernehmen würden, um gemeinsam Dein Projekt detaillierter zu formulieren?

    Mein Projekt, von dem ich voher schon mal geschrieben habe, ist da schon wesentlich weiter, trotzdem habe ich noch kein Finanzierungsaufruf gestartet, weil noch zu viele Unbekannte in meiner Kalkulation sind. Wenn ich jetzt ein Finanzierungsprojekt in Höher von gewünschten 5 Mdr. Euro aufrufen würde und habe rein gar nichts geplant und kalkuliert, dann macht alles keinen Sinn. Also kleinschrittig arbeiten.

    für eine "retro konsole" welche nicht auf emulation beruht braucht man kein OS. das ist da völlig fehl am platze, derartige hardware programmiert man direkt. nichtmal die playstation, das dreamcast oder der gamecube haben soetwas wie ein OS eingebaut.

    Auch da stimme ich in erster Linie zu. Siehe dazu das Kiwi-Projekt. Das hat einen Basic-Interpreter an Bord. Trotzdem wird überlegt, ob man nicht ein Betriebssystem dazu packen sollte. (Wenn ich hier richtig liege!)

    Habe ich kein gängiges Betriebssystem, so muss ich Entwickler finden, die für mein System programmieren. Damit schränke ich aber die Bandbreite ein. Kann ich auf meinem System aber ein gängiges Betriebssystem installieren, dann erhöhe ich damit das Softwareangebot. Ist ein zweischneidiges Pferd! Eigene Konsole mit eigenem Betriebssystem heißt, ich muss selbst alles entwickeln oder viele private Entwickler für mein System begeistern, weil ich davon ausgehen kann, dass die großen Entwicklungsfirmen sich ersteinmal fern halten werden und erst im Erfolgsfall (das Millionste Gerät verkauft) auf den Zug aufspringen werden.

    Wenn Du auch nur den Hauch einer Chance haben willst, arbeite deine Vision erst mal möglichst konkret aus und schau ob du damit wirklich Leute begeistern kannst. Ich vermute leider eher nein.

    @Blade: Habe hier nur diesen letzten Auszug Deiner tollen Mail gewählt. Ich stimme Dir voll und ganz zu! Erst konkrete Planung und dann weiter schauen. Jetzt gibt es nur eine kleine Idee. Die Grundlagenforschung dafür ist noch nicht vorhanden. Die nächste Frage ist, ob es reicht, nur etwas besser als das NES64 zu sein? Wenn man etwas NEUES etablieren möchte, dann muss es INNOVATIV sein. Bahnbrechend! Noch nicht dagewesen! Ist es nur eine Light-Version vorhandener Konsolen, dann reicht auch das "MADE IN GERMANY" oder "MADE BY COMMUNITY" nicht aus.

    Siehe Raspberry Pi: Kleiner Mini-Computer, mit einigen Erweiterungsmöglichkeiten, am Fernseher anschließbar. Super Idee! Kann man selbst programmieren und mittlerweile mehrere Betriebssystem und Simulationsprogramme drauf laufen lassen. Dazu noch "billig". Das Ding ist ein Erfolg! Aber wie schnell hat sich dazu eine Konkurrenz auf die Beine gestellt. Texas Instruments und einige japanische Anbieter haben schon Alternativen auf den Markt gebracht. Teilweise besser oder billiger.

    Also an den Threadstarter: Deine Idee muss brilliant sein und Du musst die Planung vollständig auf die Beine stellen. Schaffe etwas absolut NEUES! Damals war der C64 etwas absolut NEUES, weil bezahlbar für die Massen mit Grafik und Sound. Heute lächeln alle, weil jedes Handy mehr Leistung und bessere Grafik sowie Sound besitzt, als der damalige Rechner. Es gibt das einen netten Satz: "Think big - Start small!"

    Das wollte ich auch nicht sagen, dass man hier das Projekt kaputtreden möchte. Ich wollte nur verhindern, dass er sich von seiner Idee zu sehr abbringen lässt. Wenn er es machen möchte, so soll er es tun, auch wenn viele Mitmenschen davon abraten.

    Ich selbst spiele mehrere Musikinstrumente und in meiner Jugend (schon lange vorbei *seufz*) hatte ich neben meinen "Hausaufgaben" für das Instrument auch angefangen zu experimentieren. Eigene Melodien zu entwickeln. Leider stand die Orgel im Esszimmer meiner Eltern und irgendwann, in meinem kreativen Moment, kam dann mein Vater und meinte, ich sollte doch mit dem Experimentieren aufhören und etwas schönes spielen.
    Meine Frau erzählt mir immer wieder, wenn ich heute meine Improvisationen anspiele, ich solle sie doch endlich aufnehmen. Es würde sich super anhören. Tja, jetzt müsste man die Zeit haben oder die Zeit nehmen können, um diese kleinen Improvisationen endlich vollständig auszubauen. Im Alter von 46 Jahren ist zwar noch nicht alles vorbei, aber berufliche und familiäre Verpflichtungen können eine große Bremse sein. Aber, ich arbeite noch daran und hoffe, in den nächsten Wochen endlich den großen Start aufs Parkett zu legen. Allein schaffe ich es jedenfalls nicht. Darauf hoffe ich schon seit Jahren und trete immer nur auf der Stelle. Aber es ist ein Licht am Horizont...

    Ich selbst habe aber auch ein großes Projekt vor Augen (neben meiner Musik), dass ich in naher Zukunft anpacken möchte. Bräuchte dafür aber eine MENGE Geld! Und wir reden hier nicht von NUR ein paar Millionen. Ich weiß nur nicht, ob ich die Massen dafür begeistern kann, in meine Vision einzusteigen. Ich kann aber schon mal sagen, dass es nichts mit Computern zu tun hat. Auch von diesem Projekt haben mir bisher alle (außer meiner Frau) abgeraten. Für den ersten Schritt fehlen mir ca. 25.000 Euro, die ich aber nicht habe, weil ich meine Ersparnisse ersteinmal in unseren Altbau stecken muss. Naja, träumen ist ja noch erlaubt, oder?

    Tja, das ist das Problem mit den immer vorhandenen Pessimisten, die alles immer nur an die Wand reden. Ich möchte hier keinem zu nahe treten oder beleidigen, doch finde ich es super, wenn jemand eine innovative Idee hat und dieses Ziel auch verfolgen möchte.

    Auch ich bin der Meinung, das man mit einer alternativen Konsole es schaffen könnte. So wie ich auch noch immer der Meinung bin, dass ein "NEUER" Amiga oder Monster-C64 auch eine Chance hätte. Es kommt auf die Innovation und den Preis an.

    Das Problem ist allerdings, dass man wirklich etwas NEUES schaffen muss, dass es bisher in dieser Form noch nicht gibt und es muss bezahlbar sein.
    Ich absoluter Fan des neuen Amiga One X1000, doch den Preis zwischen 2500 und 3000 Euro bin ich nicht zu zahlen bereit.

    Entwickelst Du eine Konsole, so muss sie letztendlich leistungsstark und preiswert sein, um sich auf dem Markt behaupten zu können.

    Kannst Du Interessenten von Deiner Idee überzeugen, so findet sich bestimmt der eine oder andere Mitstreiter. Kannst Du das Interesse einer großen Basis auf Dich lenken, so finden sich bestimmt auch ein paar Spender, die Dir finanziell unter die Arme greifen.

    Ich erinnere da an das Projekt REACTOS, das unter dem Link Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. den aktuellen Entwicklungsstand dokumentiert und dort auch jährlich Spendenaufrufe startet.
    Erreichst du eine sehr große Interessengemeinschaft, dann kannst Du auch Millionen an Spenden einnehmen (siehe jährlich Wikipedia Foundation). Oder auch LibreOffice. Es wird nur schwer sein, so viele Interessenten für sich zu gewinnen, die Dir Deine Vision auch finanzieren helfen.

    Es gibt bestimmt auch Programmierexperten, die Dir bei der Softwareentwicklung helfen würden. Vielleicht auch welche, die freizeitmäßig, neben Familie und Beruf, an Deinem Projekt mitarbeiten. Doch musst Du Dich letztendlich immer auf Dich selbst verlassen und musst durchhalten. Auch wenn alle anderen Mitstreiter abspringen oder man Dir das Projekt ausreden möchte. Du musst durchhalten!

    Das nächste Beispiel wäre die Zeitschrift RETURN! Gegen alle anderen Meinungen hat sich der Herausgeber durchgesetzt und sein Print-Magazin veröffentlicht. Die große Hoffnung, schon im ersten Jahr 10.000 Abonennten zu bekommen, musste recht schnell begraben werden. Bist Du Abonennt dieser Zeitschrift? Nur durch Käufer und Abonennten kann eine Zeitschrift überleben. Man braucht Abnehmer und davon ganz viele, um irgendwann endlich kostendeckend und nach Möglichkeit gewinnbringend arbeiten zu können. Sonst bleibt es Hobby! Und dazu noch ein teures Hobby!

    Ein "Negativ"-Beispiel ist für mich das Projekt "Die Germanen". Es handelt sich hierbei um ein 1-Mann-Projekt! Kann man unter Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. besuchen. Der Entwickler war fasziniert vom Spiel "Die Siedler" und dachte sich, warum denn immer Römer, Asiaten oder Ägypter? Warum nicht mal hier im Lande die Geschichte nachbauen? Wie wäre es mit den Germanen. Der Entwickler hatte sich hingesetzt und die Geschichte der Germanen recherchiert, sich eingearbeitet in die Programmierung von Aufbausimulationen. Wie macht man Animationen? Sie bekomme ich Jahreszeiten hin? Es programmiert an diesem System schon Jahre und wird nicht fertig, weil die ganzen Animationen und Level so viel Zeit kosten. Das Spiel ist eine super Idee, für die ich mich damals auch interessiert und mitarbeiten wollte. Der Entwickler wollte aber seine Ideen alleine umsetzten und tut es auch heute noch. Leider ist das Spiel schon technisch total überholt, dass sich wahrscheinlich kaum noch Interessenten finden würden, dieses Spiel zu kaufen. Ich wünsche es dem Entwickler, doch technisch ist das Spielprinzip schon lange überholt. Wer braucht denn heute noch Pixelgrafik (Retro-Fans mal außen vor)? Die Kids von heute wollen "reale" Szenen mit mächtig Baddabum.
    Ich würde mir das Spiel noch kaufen - kommt auf den Preis an! Doch wer noch?

    Wenn Du von Deiner Idee überzeugt bist, dann musst Du, wie es andere schon vor mir sagten, selber alles auf die Beine stellen und Suchanfragen starten, nach dem Motto: Suche Hardwareentwickler für Projekt XY.... Oder Suche Softwareentwickler für Projekt XY...
    Du musst die Rahmenbedingungen aufstellen. Verbesserungsvorschläge kann man einbauen. Aber auch da: wie von anderen zuvor gesagt - "Viele Köche verderben den Brei!"

    Wie kommt man an Geld? - Schaue Dir die Seite Kickstarter.com an. Da gibt es Projekte, die bringen schon in der Vorstellungs- oder Planungsphase Millionen an Spenden ein. Dann gibt es aber eine noch größere Zahl von Projekten, die nicht an ihre Mindestspendengrenze kommen, weil das Interesse nicht vorhanden ist.

    Auch hier erwähne ich einige meiner Vorredner: "Mach Dich schlau und lies Dich ein!" Schätze selber ab, was Du kannst und wozu Du bereit bist, opfern zu wollen.

    Gruß!
    ThomBraxton