Ich habe in den letzten gefühlten 20 Jahren auch immer wieder mit Linux experimentiert, und es auch eine Zeit lang immer wider mal in verschiedenen Ausprägungen installiert. Eigentlich lief es ja, aber im Detail gab es immer wieder Haken und Ösen, an denen man nicht weiter kam, da biss man sich an irgendwelchen Problemen fest, wo man sich dann denkt, ob die Linux-Entwickler nicht alle Tassen im Schrank haben, denn während man da an irgendwas stundenlang rumbastelte und es mal zum Laufen brachte, oder mal nicht, wusste man, dass man unter Windows mit der Aufgabe schon längst fertig gewesen wäre. Klar gibts auch unter Windows solche Probleme, aber die Häufung unter Linux ist eben einmalig.
Ich nenne mal ein paar Beispiele: Unter Linux in den diversen Ausprägungen gibt es unter KDE, Gnome usw. verschiedene mausbediente Tools, mit denen man CIFS/Samba-Shares eines Windows-Rechners einbinden kann, soweit so gut, die selben Tools können aber keine auf die gleiche Weise freigegebenen Drucker verbinden, unter Windows ist das quasi der selbe Vorgang im Explorer.
Man hat ein Linux-System endlich am Laufen, man nutzt es ein paar Wochen und dann poppt der Updatemanager auf, neue Paketversionen sind da, Software xy, ab, cd, ij, mn usw. soll aktualisiert werden, und auch der Linuix-Kernel - ja mach halt mal... System rödelt rum, macht und tut, alles erfolgreich, ok, um den neuen Kernel zu aktivieren ist ein reboot erforderlich - ja ok mach mal - System kommt wieder hoch und es ist keine WLAN-Verbindung mehr da, weil das neue Kernelmodul mit der Hardware nicht mehr zurecht kommt, oder der X-Server läuft nur noch im Vesamodus weil das Kernelmodul von nVidia mit dem neuen Kernel nicht mehr will.
Man hat Linux-Distribution xy und will aber Anwendung "hurzdaknubbel" benutzen, die ist aber nicht in den Repos der Distri dabei - man kann dann dafür irgendwo ein rpm, tag.gz oder gar Sourcen runterladen und die manuell installieren - ja aber wenn man das tut mosert das System dass dieses und jenes Paket, Library oder sonstwas fehlt, also versucht man dieses über yast,yum,aptitude,... nachzuziehen, gibt es aber nicht, also muss man das auch manuell installieren oder irgendein dubioses inoffizielles Repo hinzufügen, was aber eigentlich, und davor wird man nicht gewarnt, garnicht richtig mit der eigenen Distribution kompatibel ist und einem das System beim nächsten Booten teilweise oder komplett lahm legt, und das mit den zusätzlich erforderten Paketen durdchaus auch rekursiv, das heißt eine zusätzliche Bibliothek, die man mühsam ausfindig gemacht hat, erfordert 20 weitere, mit unabsehbaren Folgen für das Gesamtsystem. Unter Windows kann ich quasi jedes Windows-Programm, und sei es so alt wie der Gipskrieg unter fast jeder Windowsversion problemlos installieren und oftmals hilft mir der Kompatibilitätsmodus weiter (neue Programme auf alter Windows-Version kann schwierig werden, 16-Bit-Windows-Programme gehen nicht mehr unter Win x64 - aber hier ist das Risiko abschätzbar!). (Ich nehme aus dieser Betrachtung mal bewusst die Betrachtung von Metro-Apps und Windows Blue heraus)
Firefox und Thunderbird gibts für Windows und für Linux und eigentlich sollten die Profildateien beim fliegenden Wechsel zwischen beiden Systemen auch gleich sein; ich habe ein etwa 20 GB großes Mailarchiv unter Thunderbird auf Windows, als ich das letzte Mal mit Dualboot experimentiert habe und dieses Mailprofil versucht habe, in der Linuxversion von Thunderbird zu öffnen, konnte der Inhalt vieler Mailordner nicht geöffnet werden, die waren angeblich alle leer, unter Windows klappte es weiterhin einwandfrei.
usw... Nein, ich habe von Linux auf dem Desktop die Nase voll, als Unterbau für Visualisierungsthemen mit VMWare VSphere und Citrix XenServer oder irgendwelche Security-Applianceshabe ich aber tagtäglich damit zu tun, und da tut es das was es soll.
Allerdings, eins muss ich noch sagen, Debian als "Freaksystem" zu bezeichnen, betrachte ich falsch. Debian ist IMHO die flexibelste und stabilste Version von allen, mit den meisten und gut vorkonfigurierten Paketen. Wer wirklich ernsthaft mit Linux arbeiten will, und Zuverlässigkeit und Stabilität braucht, der sollte IMHO auf Debian setzen, und auch nicht auf das flatterhafte auf Debian aufbauende Ubuntu. Die schlechteste Distribution von allen größeren ist nach meinen Erfahrungen SuSE. Was auch ganz gut ist, das ist Feodora/CentOS (RedHat), aber Debian ist mein persönlicher Favorit.
Aktuell setze ich privat kein Linux ein (von Android-x86 auf einem WeTab abgesehen), bei mir laufen alle Rechner unter Windows 7 oder 8, und ein altes Notebook mit XP.