Und das Buch von Steve Jobs in der Vitrine. Blau beleuchtet versteht sich....
Erst einmal gibt es kein Buch von Steve Jobs. Es gibt aber mehrere ÜBER Steve Jobs. Ich nehme an, du meinst die letzte erschienene Biografie. Wer meint, die gehöre in einen Schrein (oder blau beleuchtete Vitrine, wenn kein Schrein verfügbar), hat das Buch wohl nicht gelesen. Eine Lobhudelei ist das nicht gerade.
Das sieht doch sehr nach einer Verschmelzung von MacOS X mit iOS aus, wie ich es seit Lion befürchte.
Ich habe da keine Befürchtungen. Apple sieht schon bei MS, dass es eine Schwachsinns-Idee ist, Desktop und Tablet zu verschmelzen (wenn sie es nicht schon vorher gewusst hätten). Selbst wenn Apple irgendwann bei Notebooks von Intel auf ARM wechseln würde, hieße das noch lange nicht, dass es nur noch ein OS dafür gäbe und selbst dieses Hardware-Szenario liegt noch in weiter Ferne (5 bis 10 Jahre), wenn es überhaupt dazu kommt. Apple denkt immer über CPU-Alternativen nach. In der ganzen PPC Ära unter OS X gab es auch wohl schon Intel-Versionen des Systems (keine große Kunst, so war es bei NeXT-Step ja auch schon). Und erst, als abzusehen war, dass PPC nicht mehr richtig vom Fleck kommt, hat man den Wechsel zu Intel überhaupt gemacht. Solange es also keine signifikanten Performance-Vorteile im ARM-Bereich gibt, wird es keinen Wechsel geben. Und wenn es Vorteile gibt, dann ist es doch toll, wenn man auf eine bessere Plattform wechseln kann.
Dass (Mountain) Lion einige Funktionen von iOS geerbt hat, ist doch nicht unbedingt verkehrt (vorher war es halt anders herum). Ich brauche Fullscreen-Apps zwar nicht (das ist mehr eine Forderung der Ex-Windows-Kunden) aber die Mitteilungszentrale macht doch auch auf einem Computer Sinn. Die bessere Anbindung an iCloud ist in Kombination mit iOS Geräten sinnvoll, die Erinnerungs- und Notizen-Apps kann man auch auf einem Desktop gut gebrauchen. iMessage macht nur Sinn, wenn man noch wen kennt, der Apple-Geräte nutzt. Die Siri-Diktierfunktion, der Share-Button (eMail, iMessage, Twitter, FB ...), Airplay (Bild zum TV) und Game Center kann wahrscheinlich auch der eine oder andere Desktop-Nutzer gebrauchen. Und Gatekeeper (abschaltbar), Launchpad und der App Store sind für Computer-Anfänger eine große Erleichterung, da man schnell und sicher an neue Software kommt (viele Neulinge trauen sich ja kaum noch, wegen der vielen Malware-Nachrichten irgendwo von Webseiten Software herunterzuladen) und sie dann auch einfach (ohne Installation) nutzen kann. Der klassische Weg, an Software zu kommen, steht einem ja zusätzlich komplett offen (und ich nutze den ausschließlich).
Da könnte man schon meinen, Apple würde die beiden Systeme zusammenführen aber ich denke, hier wurden und werden nur Synergien genutzt, wo sie Sinn machen. Wo sie keinen Sinn machen, z.B. bei der Bedienung und Anmutung, wird es keine Kompromisse à la MS geben.
Das ist doch der Traum von Apple: - Software nur noch aus dem Appstore ....
Das ist auch der Traum von Microsoft, Google und jedem anderen kommerziellen Betriebssystem-Anbieter. Auch MS wird, wie man am Windows App Store (der einzigen Quelle für Metro-Apps) sehen kann, den Sack zumachen, sobald genügend Kunden umgestiegen sind. Das ist der Lauf der Dinge, wenn man der Wirtschaft die Zügel überlässt und dagegen hilft langfristig nur freies Linux oder bessere, rechtliche Rahmenbedingungen. Aber bis die Horrorszenarion eintreten werden (ich gehe da mal von einem Zeitrahmen von über 10 Jahren aus, wenn es denn überhaupt soweit kommt), kann man auch mit den kommerziellen Systemen noch ganz gut arbeiten. Ich möchte z.Z. mit Linux nicht arbeiten, weil es dafür einfach nicht die Programme gibt, die ich benötige – aber ich finde gut, dass es Linux gibt – als optionale, finale Ausstiegs-Möglichkeit (und damit auch als Druckmittel gegen die kommerziellen Anbieter).