Beiträge von Thorsten Günther im Thema „Wie hat Atari reagiert? (Videogame Crash '83)“

    Wenn wir gerade beim Thema Atari sind würde mich doch glatt auchmal intressieren obs bei Atari auch so seltene Prototypen die fast Serienreif waren gegeben hat wie bei Commodore und seinem C65??


    Ich habe hier einen schicken Originalprospekt von 1983, in dem u.a. die Modelle 1400XL (mit eingebautem Modem und Speech Synthesizer) und 1450XLD (zusätzlich mit eingebautem Diskettenlaufwerk und Platz für ein zweites) vorgestellt wurden. Auch die 1090 (Eine Box die an den PBI angeschlossen hätte werden sollen und 5 Steckplätze für Erweiterungskarten geboten hätte) ist ein schmerzlich vermißtes, weil nie produziertes Stück Hardware (immerhin gab es später doch noch zumindest SCSI- und IDE-Lösungen für den PBI). Der 1850XL "Lorraine" wude später zum Amiga 1000.

    Eine gute Übersicht bieten die Websites von Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. und die von Curt Vendel / der Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen..

    Thorsten

    Atari hatte, wie Schlonkel ganz richtig bemerkt hat, schon seit 1979 selber auf die Heimcomputer gesetzt und griff dabei bekanntlich auf dasselbe Entwicklerteam zurück, welches das 2600 entwickelt hatte. 1982/1983 erschienen mit dem 1200XL (der mangels Erweiterbarkeit und aufgrund der Kompatibilitätsprobleme aufgrund des neuen ROMs nicht gut verkauft wurde) und vor allem mit den preiswerten 600/800XL (der 800XL dürfte wohl der meistverkaufte A8 in der westlichen Hemisphäre sein) die Nachfolgemodelle der (v.a. aufgrund der 1979 wesentlich strengeren FCC-Regularien für Heimcomputer) viel zu aufwendig herzustellenden Atari 400/800 (ein System aus Atari 800 mit 48KB RAM und Floppy 810 kostete hierzulande m.W: knapp DM 5.000,-). Aber der Crash muß Atari trotzdem heftig getroffen haben, die machten m.W. hinterher täglich gewaltige Verluste aufgrund der schon vorher erkennbaren massiven u.a. Controlling-Probleme (Überproduktion einzelner Modultitel wie E.T., Veröffentlichung von Rush Jobs wie Pac-Man, mangelhafte Controller bei der auf 400/800-Technik basierenden Konsole 5200) - der Verlust talentierter Programmierer wie David Crane und Co. ("Activision") oder Rob Fulop ("Imagic") war auf andere interne Probleme (u.a. die noch nicht entwickelte Wertschätzung gegenüber den Programmierern - diese wurden damals offenbar als ebenso auswechselbar angesehen wie Schreibkräfte und Hausmeister) Ataris zurückzuführen, weshalb man ja den ganzen Laden (exklusive der profitablen Automatensparte) an den kurz zuvor rausgeschmissenen Commodore-Gründer Jack Tramiel verkaufte.

    Thorsten