Beiträge von Wiesel im Thema „Versteckte Songs auf Audio CD“

    Das Rippen einer solchen CD fällt wahrscheinlich noch unter "Privatkopie", aber wenn Du die versteckten Tracks auf der Kopie zu normalen Tracks machst, veränderst Du streng genommen schon das Werk, was (ebenso streng genommen) nicht mehr legal ist.

    Glücklicherweise kümmert das 99,9% der Bevölkerung knapp die Hälfte :wink:

    Jens

    Die einfachste Version von "versteckter Song" ist im letzten Titel der CD: Einfach 5 Minuten Stille und dann den Bonus-Song, so hat's zuletzt Jamiroquai gemacht (naja, zumindest das letzte Album das ich gekauft habe, schon ein paar Jahre her).

    Mit Tracks und Index kann man fiese Spielereien machen - zusätzlich kann man den kompletten Sub-Q Channel auch so generieren, dass beim Abspielen der CD der Minuten/Sekundenzähler verrückt spielt (springt, rückwärts läuft, Laufschrift in Ziffern zeigt, nur 1en und 0en, im Takt der Musik...). CD-Player sind nämlich so gebaut, dass sie mit möglichst wenig "Intelligenz" die CD abspielen können: Anfang der 80er (als das System entwickelt wurde) war Digitalkram noch richtig teuer. Eine mitlaufende Uhr hat man deswegen nicht eingeplant, sondern man liest die Zeit-Info einfach mit von der CD.

    Einzig am Anfang eines Titels solle man nicht zu sehr mit den SubQ-Daten herumspielen, sonst kann man den Titel nicht auf jedem CD-Player anfahren. Es gibt natürlich Geräte, die versuchen anhand der Frame-Reihenfolge und der Korrektheit der CRC16 (mit der ein SubQ-Frame geprüft wird) eine Fehlerkorrektur zu fahren. Die würden mit einer rückwärts laufenden Uhr sicher nicht klarkommen :smile:

    Welche Software aber die Daten des SubQ-Channels (und am besten der anderen Subchannels auch) roh engegen nehmen kann, weiss ich nicht. Ich kann auf einem PC nichtmal ne Mix-CD mit anwählbaren Untertiteln generieren. Den ganzen Kram mit den SubQ-Daten musste ich mir anlesen, als ich damals den Gemini entwickelt habe - da ist nämlich noch ein Kopierschutz-Bit in jedem SubQ-Frame untergebracht. Tatsächlich werden alle acht Subchannels ungeprüft direkt von der CD in den SP-DIF Datenstrom übernommen. Man kann anhand der CRC-Fehler in diesen Datenströmen auf die Fehlerrate der CD schließen. Oder man kann einem Uralt-CD-Player den CD-Text entlocken (der ist nämlich nicht immer im lead-in, sondern häufiger in den Subchannels R bis W untgergebracht). Mit dem SubP-Channel solltest Du nicht spielen, denn es kann immer noch Player geben, die wirklich "mute" machen, wenn ne 0 vorbeifliegt.

    Bei Software würde ich mal CloneCD anschauen. Das kann die CD im RAW-Mode schreiben, so dass Du im Zweifelsfall diese ganzen Spielereien mit ein paar Scripten selbst generieren kannst. Vielleicht sollten wir aber auf Audio-Brenn-Experten warten (naja, erstmal darauf hoffen, dass so jemand hier mitliest). Ein Audio-Forum wäre vielleicht besser geeignet.

    Jens