Beiträge von Retrofan im Thema „Windows 7 Systemstart 1:34 min.“

    Bei der Ignoranz auf die man beim Thema Energiebewusstsein (von Energiesparen will ich mal gar nicht reden), fallen mir die Haare aus.


    Leider wird es jetzt recht OT, aber ich muss doch antworten: Mir gefällt sehr gut, dass es noch mehr Leute gibt, die sich um ihren Energieverbrauch Gedanken machen und die sinnvolle Sparmaßnahmen mit Vehemenz vertreten. Davon gibt es auf unserem Planeten viel zu wenige!

    Ich hatte allerdings nicht behauptet, dass mein Notebook im Betrieb weniger Strom frisst als ausgeschaltet (was ja auch recht seltsam wäre). Meine These war, dass ein Notebook, dass einen Arbeitstag lang durchläuft, nicht viel mehr Strom frisst, als ein DESKTOP (das hatte ich doch so geschrieben, oder?), der mehrmals aus- und wieder eingeschaltet wird. Und wenn ich mir einige Boliden ansehen (nicht unbedingt die PCs, die von den Forumsbesuchern hier verwendet werden), mit ihren Grafikkarten und Bildschirmen, mit deren Stromhunger ich problemlos 10 Notebooks betreiben könnte, kann ich nicht mit meiner Einschätzung nicht so falsch liegen. Und wenn man solche Kisten ein paar Minuten zwischendurch ausschaltet, hat man nicht viel gewonnen. Das hatte gesagt und gemeint.

    Du erwähnst (und hast einen) Atom-Desktoprechner. Erstens musst du zu dessen Energieverbrauch natürlich auch den Monitor rechnen (und dann glaube ich nicht, dass das gegenüber einem Notebook sehr viel weniger Strom frisst) und zweitens: Wer verwendet denn solche Rechner? Doch nur wenige! Die meisten Desktop-PCs die ich von Bekannten kenne, haben entweder noch alte 4 GHz-Pentiums oder moderne 4-Kern-Prozzis drin. Und vor allem Grafikkarten, die beim Einschalten das Wohnzimmerlicht flackern lassen (ist überzogen dargestellt).

    Dass ich noch mehr Strom sparen könnte, wenn ich meinen Rechner zwischendurch ausschalten würde, bezweifle ich ja gar nicht (wäre ja auch blöde), nur gibt es kein langes "Zwischendurch" bei mir. Der Rechner wird fast jeden Tag überdurchschnittlich lang zum Arbeiten verwendet (ich bin selbständig) und zusätzlich privat (da ich wenig bzw. selektiv fernsehe). Die einzig planbare Zeit, wo ich den Rechner definitiv nicht brauche, ist, wenn ich schlafe, außer Haus oder im Urlaub bin. Im letzten Fall schalte ich das Notebook aus, in den beiden anderen Fällen kann der Rechner in den Schlafmodus gehen, sobald er nix mehr zu tun hat.

    Ich weiß, dass ich noch mehr Strom sparen könnte aber als Umwelt-Schwein fühle ich mich nicht. Ich habe zwar ein Auto, fahre es allerdings nur, wenn es unbedingt nötig ist (manchmal nur einmal im Monat), obwohl es ein ausgesprochenes Spaßauto ist, mit dem ich gerne auch mal zwischendurch eine Spritztour machen würden. Ich heize die Wohnung nicht mehr als nötig, kaufe so viel "Bio", "regional" und "fair", wie es der Geldbeutel ermöglicht, habe in vielen Räumen hässliche Stromsparleuchtmittel eingesetzt, lebe in energetisch günstiger Zweierbeziehung und werde hoffentlich auch bald zu einem "grünen" Stromanbieter wechseln. (die Unterlagen von Lichblick liegen hier schon, ich habe nur leider den Arsch noch nicht hochbekommen.)

    Wie bei jedem anderen Menschen bestehen meine Energiesparbemühungen aus einem Mix von Maßnahmen, von denen manche effektiver sind als andere. Ich glaube aber, dass ich im großen und ganzen recht bewusst mein Leben friste und an vielen Stellen, wo es mir sinnvoll erscheint, Energie spare. Ich könnte durch meine berufliche Tätigkeit ohne Probleme vor mir selbst (und anderen) rechtfertigen, dass ich einen hochgerüsteten Rechner (8-Kern Xeon mit RAID o.ä.) brauchen würde, schränke mich aber bewusst ein. Das Notebook verbraucht nicht nur weniger Strom, es sorgt auch dafür, dass ich nicht noch einen weiteren Rechner für Kundenbesuche brauche, der zwar nur selten eingeschaltet wäre, dessen Herstellung aber auch recht viel Energie verbraucht hätte. Ich glaube nicht, dass ich all diese Maßnahmen ad absurdum führe, indem ich mein Notebook lieber 10 Stunden je Tag schlafen schicke, als es die Zeit auszuschalten obwohl ich weiß, dass es energietechnisch noch günstiger wäre.

    Ich wollte hiermit nur darauf antworten, weil du meintest, ich hätte die fixe Idee, ich würde Strom dadurch sparen, wenn ich den Rechner laufen lasse. Das meine ich nicht und habe es auch nie behauptet (ich hatte Notebooks mit gängigen Desktops verglichen). Ansonsten finde ich deine Bemühungen, hier Aufklärungsarbeit zu leisten, sehr begrüßenswert.

    Dazu passt auch:

    ja...am besten wäre es, wenn man gar nichts drauf hat....
    Programme bremsen schon gewaltig


    Das finde ich auch eine gute Idee. Wenn man nämlich auf seinem PC erst gar keine Programme installiert, hat man auch keinen Grund, ihn einzuschalten und zu verwenden. Und dann man spart sich sich komplett die Zeitverschwendung durch den Bootprozess. :)

    Eine private uptime von > 50 Tagen war mal lustig vor 20 Jahren ist aber nur noch peinlich und verschwenderisch in Bezug auf Energieeffizienz.


    Das sehe ich anders. Ich verwende zum Arbeiten ein Notebook und das wird in der Energiebilanz insgesamt, auch wenn ich es durchlaufen lasse, besser dastehen, als ein Desktop, der mehrmals am Tag ein- und ausgeschaltet wird. Zumal gerade beim Start die Festplatte eine Menge zu tun hat (wenn es keine SSD ist) und man genau überlegen müsste, ab wann ein Aus- und wieder Einschalten sich lohnt. Und ich freue mich (wie ein ewig-gestriger Linuxer) auch immer, wenn die Uptime bei 30 Tagen liegt, obwohl ich den Rechner richtig quäle.

    Das alles MIT einzurechnen halte ich fuer Quatsch wenn man OSs vergleicht.


    Es kommt halt auf den Zusammenhang an. Wenn in einem geschlossenen Test, wie bei der CB diese Werte gemessen und publiziert werden, ist das OK. Wenn aber jemand einfach allgemein davon spricht, wie lange sein Rechner zum booten braucht, dann sollte es sich um die Gesamtzeit handeln und nicht ab einer bestimmten Phase des Startvorgangs (sonst funktioniert der Schwanzvergleich doch nicht, wenn einer die Gesamtlänge nennt und der andere nur von der Eichel spricht).

    Davon ab finde ich die Startzeiten eines Rechners ohnehin recht belanglos. Wie oft macht man das am Tag? Max. einmal! Oder? Und ob man sich in der Zeit einen Kaffee holt oder danach noch einmal aus dem Fenster gucken muss, ist doch wirklich egal. Da sind andere Performance-Unterschiede während der Arbeit mit dem Rechner doch wirklich wichtiger.

    Vom BIOS in den Desktop unter 20 sec.


    Also, ich würde nie auf die Idee kommen, die BIOS Startupzeit auszusparen. Ich will wissen, wann der Rechner nach dem Einschalten betriebsbereit ist. Was da gerade auf den Bildschirm gemalt wird und welcher Teil des Rechners dafür zuständig ist, ist mir schnuppe. Ich habe gerade mal meinen G4-Uralt-Mac gestartet (mein PC ist gerade etwas zerlegt und meinen Arbeitsrechner boote ich nicht einfach zwischendurch). Der Rechner ist 10 Jahre alt (500 MHz) und hat ein erträglich aktuelles OS (Mac OS X 10.4.11 Tiger von ca. 2006) drauf.

    Ich beschreibe das hier nur, um den Unterschied zwischen den Bootzeitmessungen darzulegen: Der Rechner braucht vom Drücken der Einschalttaste (bzw. dem sofort ertönenden Einschaltsound) bis zum arbeitsfähigen Desktop ca. 50 sek. Wenn ich aber nur die Zeit messe, die das OS selbst zum booten braucht (sobald der Ladebalken auf dem blauen Desktop erscheint), also ohne das Starten der OpenFirmware, sind es nur 20 sek. bis zum Desktop. Das ist schon ein Unterschied bei den Angaben, oder?

    Wenn ich mir daraufhin Enthusis Video ansehe, braucht der Bootvorgang dort 40 sek. bis (leere) Fenster auf dem Bildschirm erscheinen. Ich nehme an, dass der Rechner am Ende des Videos wirklich voll da ist und nicht mehr rödelt. Und wie haben die Computerbild Leute die Bootzeit gerechnet, ab Einschalten oder ab Ende BIOS?

    Das kann doch nicht sein, hatte Microsoft doch einst angepriesen es sei schneller als XP.


    Ich glaube, die hatten angepriesen, es sei schneller als Vista (kennt das noch jemand? Das gab es kurzzeitig zwischen den beiden Major-Releases XP und 7 ;) ), was ja keine Herausforderung ist. Schneller als XP kann es evtl. sein aber versprochen wurde das doch nicht, oder?

    Wow, die Teile gibts seit 1978 und ich wußte es bis eben nicht. Da stellt sich mir die Frage warum die PC Hersteller sowas nicht wahlweise anbieten. Wenn man in den Geschäften, Prospekten schmökert liest man doch immer nur HDD.


    Dann guckst du in die falschen Prospekt. Gerade bei hochwertigen Notebooks werden fast immer alternativ SSDs angeboten. Die kosten zwar mehr und es gibt sie noch nicht in ganz großen Kapazitäten aber sie sind fix und sparen Strom, da keine mechanischen Teile vorhanden sind.

    Wie ist denn das definiert, wann ein System fertig gebootet hat?


    Ich weiß nicht, ob es dafür eine allgemein gültige Definition gibt. Ich schalte dafür das automatische Einloggen ein und messe die Zeit vom Drücken des Einschalters bis zum Zeitpunkt, wo alles betriebsbereit ist und der Desktop vernünftig reagiert. Das sollte eigentlich bei einem heutigen Rechner, egal, ob darauf Windows, Linux oder Mac OS läuft, in einer Minute (oder weniger) zu schaffen sein, zumindest, wenn das System frisch installiert wurde.