Bei der Ignoranz auf die man beim Thema Energiebewusstsein (von Energiesparen will ich mal gar nicht reden), fallen mir die Haare aus.
Leider wird es jetzt recht OT, aber ich muss doch antworten: Mir gefällt sehr gut, dass es noch mehr Leute gibt, die sich um ihren Energieverbrauch Gedanken machen und die sinnvolle Sparmaßnahmen mit Vehemenz vertreten. Davon gibt es auf unserem Planeten viel zu wenige!
Ich hatte allerdings nicht behauptet, dass mein Notebook im Betrieb weniger Strom frisst als ausgeschaltet (was ja auch recht seltsam wäre). Meine These war, dass ein Notebook, dass einen Arbeitstag lang durchläuft, nicht viel mehr Strom frisst, als ein DESKTOP (das hatte ich doch so geschrieben, oder?), der mehrmals aus- und wieder eingeschaltet wird. Und wenn ich mir einige Boliden ansehen (nicht unbedingt die PCs, die von den Forumsbesuchern hier verwendet werden), mit ihren Grafikkarten und Bildschirmen, mit deren Stromhunger ich problemlos 10 Notebooks betreiben könnte, kann ich nicht mit meiner Einschätzung nicht so falsch liegen. Und wenn man solche Kisten ein paar Minuten zwischendurch ausschaltet, hat man nicht viel gewonnen. Das hatte gesagt und gemeint.
Du erwähnst (und hast einen) Atom-Desktoprechner. Erstens musst du zu dessen Energieverbrauch natürlich auch den Monitor rechnen (und dann glaube ich nicht, dass das gegenüber einem Notebook sehr viel weniger Strom frisst) und zweitens: Wer verwendet denn solche Rechner? Doch nur wenige! Die meisten Desktop-PCs die ich von Bekannten kenne, haben entweder noch alte 4 GHz-Pentiums oder moderne 4-Kern-Prozzis drin. Und vor allem Grafikkarten, die beim Einschalten das Wohnzimmerlicht flackern lassen (ist überzogen dargestellt).
Dass ich noch mehr Strom sparen könnte, wenn ich meinen Rechner zwischendurch ausschalten würde, bezweifle ich ja gar nicht (wäre ja auch blöde), nur gibt es kein langes "Zwischendurch" bei mir. Der Rechner wird fast jeden Tag überdurchschnittlich lang zum Arbeiten verwendet (ich bin selbständig) und zusätzlich privat (da ich wenig bzw. selektiv fernsehe). Die einzig planbare Zeit, wo ich den Rechner definitiv nicht brauche, ist, wenn ich schlafe, außer Haus oder im Urlaub bin. Im letzten Fall schalte ich das Notebook aus, in den beiden anderen Fällen kann der Rechner in den Schlafmodus gehen, sobald er nix mehr zu tun hat.
Ich weiß, dass ich noch mehr Strom sparen könnte aber als Umwelt-Schwein fühle ich mich nicht. Ich habe zwar ein Auto, fahre es allerdings nur, wenn es unbedingt nötig ist (manchmal nur einmal im Monat), obwohl es ein ausgesprochenes Spaßauto ist, mit dem ich gerne auch mal zwischendurch eine Spritztour machen würden. Ich heize die Wohnung nicht mehr als nötig, kaufe so viel "Bio", "regional" und "fair", wie es der Geldbeutel ermöglicht, habe in vielen Räumen hässliche Stromsparleuchtmittel eingesetzt, lebe in energetisch günstiger Zweierbeziehung und werde hoffentlich auch bald zu einem "grünen" Stromanbieter wechseln. (die Unterlagen von Lichblick liegen hier schon, ich habe nur leider den Arsch noch nicht hochbekommen.)
Wie bei jedem anderen Menschen bestehen meine Energiesparbemühungen aus einem Mix von Maßnahmen, von denen manche effektiver sind als andere. Ich glaube aber, dass ich im großen und ganzen recht bewusst mein Leben friste und an vielen Stellen, wo es mir sinnvoll erscheint, Energie spare. Ich könnte durch meine berufliche Tätigkeit ohne Probleme vor mir selbst (und anderen) rechtfertigen, dass ich einen hochgerüsteten Rechner (8-Kern Xeon mit RAID o.ä.) brauchen würde, schränke mich aber bewusst ein. Das Notebook verbraucht nicht nur weniger Strom, es sorgt auch dafür, dass ich nicht noch einen weiteren Rechner für Kundenbesuche brauche, der zwar nur selten eingeschaltet wäre, dessen Herstellung aber auch recht viel Energie verbraucht hätte. Ich glaube nicht, dass ich all diese Maßnahmen ad absurdum führe, indem ich mein Notebook lieber 10 Stunden je Tag schlafen schicke, als es die Zeit auszuschalten obwohl ich weiß, dass es energietechnisch noch günstiger wäre.
Ich wollte hiermit nur darauf antworten, weil du meintest, ich hätte die fixe Idee, ich würde Strom dadurch sparen, wenn ich den Rechner laufen lasse. Das meine ich nicht und habe es auch nie behauptet (ich hatte Notebooks mit gängigen Desktops verglichen). Ansonsten finde ich deine Bemühungen, hier Aufklärungsarbeit zu leisten, sehr begrüßenswert.
Dazu passt auch:
ja...am besten wäre es, wenn man gar nichts drauf hat....
Programme bremsen schon gewaltig
Das finde ich auch eine gute Idee. Wenn man nämlich auf seinem PC erst gar keine Programme installiert, hat man auch keinen Grund, ihn einzuschalten und zu verwenden. Und dann man spart sich sich komplett die Zeitverschwendung durch den Bootprozess. ![]()