Mahlzeit,
in den letzten Wochen bin ich mehrfach darauf gestoßen, dass Commodore-Computer ihr Bild als S-Video ausgeben, aber oftmals RGB gewünscht ist. Für die Darstellung auf einem modernen Display taugen die S-Video Inputs oftmals nicht, weil da gewaltig interpoliert wird und deswegen das Bild nur matschig aussieht. Als Green in Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. genau diese Frage gestellt hat, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie man das in Anlehnung an die Vereinfachungen, die Commodore gewählt hat, schaltungstechnisch auch vereinfachen kann.
In Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. habe ich ein paar einfache Messungen gemacht, die schon den schwarz/weiß Anteil recht leicht digital verfügbar machen, denn auf dem Oscar-Bild war zu sehen, dass der Luma-Output des C64 gerademal 10 sinnvolle analoge Werte hat - die kann man mit einer OpAmp-Komparatorkette leicht nach digital wandeln. Diese Komparatorkette könnte über Widerstände so eingestellt werden, dass die Schwellwerte exakt zwischen den zu erwartenden Pegeln liegen, damit sollte eine ziemlich rauschfreie Wandlung "nach digital" machbar sein.
Für die Farbe habe ich gerade nen Plus/4 auf dem Tisch, an dem ich für Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. Messungen gemacht habe. Da die 264-Serie die mit den meisten Farben ist, wäre die Komparator-Kette für den Chroma-Ausgang am TED sicherlich die Schwierigste (besonders da wir von Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. wissen, dass die Farbsättigung für alle C64-Farben identisch ist). Meine Idee zur Digital-Wandlung ist für das Chroma-Signal zweigeteilt. Die Hardwareseite ist identisch mit der Luma-Seite, also wieder eine Komparator-Kette und angepasste Widerstände, was letztlich einen Flash-Wandler ausmacht. Mit den Maximal- und Minimalwerten haben wir schonmal die Farbsättigung, aber der Winkel im Verhältnis zum Farbträger fehlt noch.
Dieser Winkel müsste genauso digital bestimmbar sein, besonders weil an den Commodore-Videochips immer der 4-fache PAL Farbträger zur Verfügung steht (17,7344MHz). Hier wäre meine Idee, mit einer PLL dieses Signal zu vervierfachen (70,93MHz) und dann einen syncronen 4-Bit Zähler laufen zu lassen, der am Anfang jeder Zeile mit dem colour-burst syncronisiert wird. Mit jeder Flanke des Chroma-Signals (positiv und negativ) wird dieser 4-Bit Wert gesampled - der Sampling-Wert gibt Auskunft über die Phasenlage des Signals mit einer Auflösung von 22,5 Grad.
Bis hierhin wäre demnach die A-D Wandlung mit Bauteilen von 1-2 EUR zu machen (eben ein Stapel LM324 und ein paar Widerstände). Da ich jedoch momentan nur "Halbwissen" über das PAL-Farbbild habe, würde ich gern den Ansatz mit Euch diskutieren und eventuell mit Euch zusammen einen solchen Konverter in einem FPGA implementieren.
Jens