Beiträge von Schmitti im Thema „Durch Batteriesäure zerfressendes highend 386 Board retten?“

    @Dave84620: Gerne geschehen. Ich freue mich, wenn es in der heutigen Zeit noch Interessierte gibt, die sich auch noch mit älteren PC-Komponenten beschäftigen. Direkt loswerden will ich meine "Schätzchen" eigentlich nicht. Hat auch recht lange gedauert, bis ich die teilweise bekommen habe. Die waren halt damals schon selten und sind heute natürlich noch seltener, da die Firmen, die die High-End-Sachen damals gekauft haben inzwischen typischerweise alles entsorgt haben. Wenn Du an einer 2 MB Grafikkarte für den 16-Bit-ISA-Bus interessiert bist, hätte ich vielleicht noch was abzugeben. Könnte sogar sein, dass die VRAM hat. Das müsste ich aber nochmal prüfen. Die meisten ISA-Bus-Grafikkarten hatten ja höchstens 1 MB. Habe auch noch ein oder zwei Grafikkarten mit 1 MB VRAM für den 16-Bit-ISA-Bus. Die haben Chipsätze von S3. Müssten der 86C911 und 86C924 sein. Die sind unter Windows sicherlich auf den alten Rechnern besser als eine ET4000AX-Grafikkarte. Die ET4000AX sind gut unter DOS. Da sind dafür die früheren S3-Chips nicht so flink. Eine interessante Grafikkarte ist auch die Spea FGA-1 für den ISA-Bus. Das sind quasi zwei Grafikkarten auf einer. Die ist auch geeignet Festfrequenz-Monitore anzusteuern, wie sie früher im Workstation-Bereich gängig waren.
    Wenn Du übrigens Interesse an relativ alten 486'er-Mainboards hast, die parallel zu den letzteren 386'er-Mainboards produziert wurden, da hätte ich noch was, falls es nicht unbedingt ein 386'er-Mainboard sein muss. Die sind heute auch inzwischen praktisch von der Bildfläche verschwunden, da die meisten sie weggeschmissen haben. Wenn es da bei etwas konkreter werden sollte, meldest Du Dich aber vielleicht besser per E-Mail.

    @Dave84620 : Also 5 MB/s auf dem ISA-Bus mit dem SCSI-Hostadapter ist ein klasse Wert. Ich würde mal davon ausgehen, dass mehr einfach nicht geht und der Chipsatz am Ende ist. Wenn da noch mehr kommen soll, müsstest Du den Chipsatz und ISA-Bus übertakten. Mit ESDI wirst Du in der Praxis auch nicht mehr erzielen. Bei ESDI-Festplatten ist meines Wissens nach auch bei etwa 750 MB/Festplatte Ende im Gelände und selbst diese Festplatten sind kaum zubekommen, da die damals extrem teuer waren. In der Preisregion gibt es heute gar keine Platten mehr (waren damals teilweise über 4000 DM für eine Festplatte). Im Vergleich zur Massenware, sind die damals aber auch extrem schnell gewesen. Deine 9 GB SCSI-Festplatte spielt aber auch zu einer ganz anderen Zeit. Das kannst Du also nicht vergleichen.
    Zum Thema Cahce-Kontroller: Ja, es gab alle Varianten damals für den ISA-Bus. Die Firma DPT hatte z. B. einen der Modular aufgebaut war. Basiskarte und dann ein Modul mit der jeweiligen Schnittstelle (z. B. ST412, ESDI, SCSI). Das waren damals sehr exotische Karten und entsprechend teuer. Im Privatbereich vermutlich kaum zu finden damals.

    Zum Thema VLB auf 386'er-Hauptplatinen: Das gab es schon. Meist haben die dann die Chipsatze drauf, die sowohl für 486'er als auch für 386'er geeignet sind. Ich habe irgendwo im Keller noch eins eingemottet, das von der Bestückung sowohl für 386'er als auch 486'er Prozessoren vorgesehen war. Das hat den Opti-Chipsatz 495SX. Es hat einen VLB-Steckplatz. Meins ist jedoch mit einem 486'er Sockel bestückt. Mit viel Arbeit und BIOS-Tausch wäre aber auch ein Umbau denkbar. Einfacher ist aber wahrscheinlich ein passendes Board zu suchen. Handbuch müsste ich dazu auch noch haben. Darin ist ebenfalls der 386'er beschrieben.
    Auch gabe es eine Reihe Mainboards, die mit propritären LB-Steckplätzen ausgestattet waren, bevor die Vesa den VLB normiert hat. Da passen dann natürlich nur die herstellerspezifischen Karten rein. Schnell waren die jedoch auch, gerade weil die meist auch mit mindestens 40 MHz liefen.

    Eine VLB-IDE-Cache-Kontrollerkarte mit bis zu 16 MB Cache gab es z. B. von Promise. Aber auch andere Hersteller hatten dazu was vergleichbares für VLB und ISA im Angebot.

    Da auf den anderen Beitrag zum Thema Komponenten nicht öffentlich geantwortet werden kann und die information auch anderen interessieren könnten hier noch ein paar Infos zum Thema Grafikkarte:
    Von Eizo gab es eine mit 4 MB VRAM für den 16-Bis-ISA-Bus. Diese liefert auch ein sehr gutes Bild. Eizo war ja früher auch bekannt für eine hervorragende Bildqualität ihrer Monitore. Damit das richtige Signal auch dort an kam, haben sie die Grafikkarte mit einem im PC-Bereich eher unüblichen 13W3-Stecker ausgestattet. Diesen findet man häufig bei den sehr hochwertig aufgebauten Sun Workstations. Damit wird auch klar, dass die Karte damals in eine anderen Liga gespielt hat. Gab sogar Windows 95 Treiber für die Karte.
    Auch in der Profiklasse angesiedelt waren damals die Grafikkarten von Miro. Diese sind damals groß geworden mit Profikarten für den CAD-Bereich. Dort gabe es z. B. die Crystal-S-Serie mit der 16S (2 MB VRAM), die 24S (3 MB VRAM) und die 32S (mit 4 MB VRAM). Das sind jetzt nur einige hochwertige Karten von denen. Die Crystal 24S lässt sich übrigens mit etwas Lötarbeit und passenden Bauteilen zur 32S aufrüsten. Die Karten gab es sowohl für den 16-Bit-ISA-Bus als auch für den VLB-Bus. Von Spea gab es vergleichbare Karten. Viele Informationen findet man auch, wenn man in alten (der Zeit entsprechenden) Computer-Zeitschriften blättert. Entweder in der Werbung oder den Tests von damals. Die Zeitschriften haben natürlich früher auch gerne die High-End-.Karten mal getestet, auch wenn die sich kaum jemand leisten konnte.

    Zum Thema Cache-Kontroller für ISA und VLB gab es vor Jahren mal einen sehr umfangreichen Artikel in der c't. Wen das Thema interessiert, sollte sich den Artikel auf jeden Fall besorgen. Ich jedenfalls fand den klasse und der hatte damals noch richtig Informationsgehalt, der in die Tiefe ging.

    So, das wars dann aber heute erstmal zu dem Thema. :wink:

    Der Headland-Chipsatz hatte ein recht schnelles Speicher-Interface. Mit Cache waren die anderen jedoch nicht viel langsamer. Der Vorteil des Headland-Chipsatzes war besonders beachtlich wenn kein Second-Level-Cache vorhanden war.
    Sinnvolle Erweiterungen sind 2 RAM-Bänke mit gleichen Speichermodulen bestücken, dann geht oft Speicher-Interleaving.
    Die Taktfrequenz kann weiter erhöht werden. Ist natürlich abhängig, welcher Porzessor zum Einsatz kommt und wie gut der Chipsatz, wie schnell das DRAM und der Cache ist.
    Schnelle Prozessoren außerhalb der Intel- und AMD-Schiene sind die Cyrix-Typen die eine Mischung aus 386'er und 486'er darstellen. Diese gibt es auch mit doppeltem internem Takt. Interessant ist auch der Intel Rapid CAD Prozessor. Läuft in der Regel auch mit mindestens 40 MHz.

    Allerdings machen diese Komponenten alleine noch keinen schnellen 386'er PC aus. Die restlichen Komponenten wie Grafikkarte, Netzwerkkarte, SCSI-Hostadapter und was sonst noch drin ist spielen auch eine gewichtige Rolle. Eine Komponente alleine reist es nun mal nicht. Alles muss ein rundes Bild abgeben. Mit SCSI- oder ESDI-Kontrollern kann man den 386'er allgemein schon mal kräftig auf die Sprünge helfen, da die Plattenperformance mit den IDE-Kontrollern im ISA-Bus bzw. am ISA-Bus meist nicht so toll ist. Gerade ESDI bringt hier mit den richtigen Komponenten noch ein Quentchen mehr, als SCSI das kann. SCSI hat halt den Nachteil des hohen Protokoll-Overheads. SCSI ist natürlich dann super, wenn ich viele Platten gleichzeitig anschließen will.

    Zwei Speicherbänke und 7 oder 8 ISA-Steckplätze sind aber standard. Das finde ich bei den älteren 386/486'er Mainboard fast immer. Mit den weiteren Schnittstellen wird es eng. Das war damals nicht gängig. Jedoch kann ich dafür eine Multi-E/A-Karte einsetzen. Dann ist der Teil auch erledigt. Interessant wird es, wenn mehr als zwei Speicherbänke vorhanden sein sollen. Aber ok, das mit einem 486'er Board als Alternative war auch nur als Tipp gemeint.
    Ich würde das 386'er Board somit auch schlachten und sinnvolle Teile aufheben, den Rest entsorgen.

    @chiaki: Wenn Du kein PCI-Bus haben möchtest, kannst Du ja auch ein 486'er Mainboard mit auschließlich ISA-Steckplätzen nehmen. Da einen 486'er mit 25 bis 50 MHz drauf und das ganze ist von der Art und Aufbau ähnlich einem 386'er. Nur dass der Koprozessor beim 486'er halt im Prozessor mit etwas Cache integriert ist.
    Was ist das denn für ein 386'er Mainboar, dass es das so besonders macht?