Beiträge von Schmitti im Thema „Turbokarte eigenbau möglich?“

    Natas: Ja, Deine Idee ist prinzipiell richtig. Dann sollte aber der ganze Speicher aus schnellem SRAM (= Cache-RAM) bestehen. Dann kannst Du Dir den Cache schenken, da er keinen Geschwindigkeitsvorteil bietet. Normal ist aber nur ein kleiner Speicher aus schnellem Cache-RAM, da schnelle SRAM's im vergleich zu langsamen SRAM's oder gar DRAM's teuer ist. Somit hat der Cache immer noch seine Daseinsberechtigung. Man kann ihn natürlich auch weglassen, wenn einem die Geschwindigkeit ohne Cache immer noch schnell genug ist. Nur will man meistens doch lieber mehr Geschwindigkeit.

    @all: das EPROM 27C010 ist ein 128k x 8 EPROM. Die heißen manchmal auch anders, z. B. 271001. Das ist abhängig vom Hersteller. Je nach Taktfrequenz können die EPROM's auf der PAK aber auch langsamer sein, wenn keine so schnelle Zugriffszeit gefordert wird. 150 ns Typen gehen meist auch. Die sind nicht so schwer zu bekommen.
    Wer Probleme hat, die Toshiba TC5588- oder Cypress CY7C185-SRAM's (8k x 8) zu bekommen, kann auch andere SRAM's adaptieren. Da dürfte es keinen Engpass geben. Denkbar sind auch SRAM's mit 16k x 16 oder 16k x 4 (2 Stück parallel).

    Natas: Cache bringt immer was, wenn der sonst gecachte Speicher langsamer ist. Deshalb werden ja teilweise große Klimmzüge gemacht, und Prozessoren bekommen Cache, ganze Kontroller und Raid-Adapter bekommen eigenen Cache. Festplatten haben ihren eigenen Cache. Der Performancegewinn ist selbst bei kleinem Cache sehr groß im Vergleich einer kleinen Taktfrequenzerhöhung. Cyrix hatte seinerzeit einen 386'er mit einem kleinen integrierten Cache. Der war deutlich schneller bei gleich Taktfrequenz als der Intel-Konkurent. Leider war der Cyrix-Prozessor auch teuerer als der Intel-Prozessor und hat deshalb keine weite Verbreitung gefunden.

    @all: Bzgl. der Bauteile: Eine Reihe Cache RAM's habe ich abzugeben. Stehen im Flohmarkt. 74F541 und zum Thema EPROM könnte ich auch noch was haben. Bei Interesse einfach mal per E-Mail melden, wer was gebrauchen kann.

    jackdaniels: Naja, manchem reicht vielleicht auch weniger Geschwindigkeit und damit auch eine geringere Taktfrequenz. Ansonsten kann man ja auch gleich einen 50 MHz 68030 auf die Pak setzen. Ist aber vielleicht auch eine Kosten-/Verfügbarkeitsfrage.

    Bzgl. des Angebots zum SRAM MK48S74 gibt es immerhin jemand der den IC anbietet. Wer alle 10 Stück nimmt bekommt sie ja vielleicht auch günstiger. Im Angebot wird ja auch Verhandlungsspielraum über die Funktion Preisvorschlag eingeräumt. Würde sich also wahrschenlich lohnen, wenn sie jemand alle 10 Stück auf einmal nimmt.

    Ich hatte noch kein Datenblatt zum MK48S74 im Internet gefunden. Allerdings gab es doch etwas weiter oben noch einen Alternativtyp von IDT. Das Datenblatt war ja dabei. Vielleicht kann jemand mal die beiden Typen vergleichen, der beide Datenblätter hat, ob der IDT-Typ auch geeignet wäre. In aller Regel hatten immer mehrere Hersteller gleiche SRAM-Typen im Angebot, so dass die Wahrscheinlichkeit sehr groß sein müsste, dass es eine Reihe Alternativtypen zum MK48S74 oder dem MK48S80 gibt.

    Unseen: Es geht nicht darum, Geschwindigkeit zu verschenken. Jedoch gibt es Prozessoren die für 12 MHz oder 16 MHz spezifiziert sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass man die mit 32 MHz zum Laufen bekommen ist sicherlich nicht 100%. Da die aber mit kleinerer Taktfrequenz funktionieren, reicht in dem Fall auch ein Cache mit langsamerer Zugriffszeit, ohne dass sich im Betrieb nachteile ergeben, wenn langsamere SRAM's eingesetzt werden.
    Kleinere Taktraten habe auch noch andere Vorteile, z. B. weniger Stromverbrauch. Wer darauf wert legt und die höhere Rechenleistung nicht benötigt, kann ebenso ohne Einschränkungen langsameren Cache verwenden. Das sind jetzt mal 2 Beispiele. Gibt bestimmt noch mehrere.

    Für den MK48S74 gibt es im Internet aber offenbar noch Händler, die den haben. Frage ist nur, was die dafür haben wollen.
    Alternativ kann man vielleicht auch einen anderen SRAM-Typ verwenden mit gegebenenfalls kleiner Zusatzbeschaltung.
    Bzgl. des EPROM's kann das höher gesetzt werden (Doppelsockel), dann passt auch darunter noch ein Sockel. Der IDT-SRAM von natas könnte durchaus eine Alternative sein.
    Auch müssen die Cache-SRAM's sicher nicht unter allen Umständen die 25 ns Zugriffszeit aufweisen. Diese ist ja auch die maximal 32 MHz der Turbokarten ausgelegt.
    Wer den Prozessor nur mit 14 MHz betreibt, kann vermutlich auch gut mit Cache-SRAM's mit einer Zugriffszeit von 65 ns auskommen.

    Ich habe auch noch einige Cache-RAM's abzugeben. Werde die in den nächsten Tagen mit in den Bazar im Flohmarkt integrieren. Wer will kann mir auch eine E-Mail schicken.
    Es können sicherlich auch etwas langsamere Cache-RAM's eingesetzt werden, wenn der Prozessor mit geringerer Frequenz läuft. Die Auslegung ist vermutlich für die schnellste Variante. Wer kompatible SRAM's kennt, kann sie ja mal bekannt geben.
    Auch laufen häufig langsamere Typen deutlich schneller. Mit einem Sockel kann das dann ausprobiert werden.

    Also wenn man nicht zu hoch hinaus möchte gibt es doch durchaus Selbstbaumöglichkeiten:

    a) 68000-Prozessor mit höherer Taktfrequenz
    Diese Variante ist nicht besonders aufwendig oder teuer, bringt natürlich auch nicht so viel.

    b) 68010-Prozessor als Ersatz für den 68000-Prozessor
    Diese Variante ist auch mit a) kombinierbar und liegt in den Eigenschaften wie Geschwindigkeit und Preis nur leicht über a).

    c) 68020-Prozessor
    Diese Variante gab es als Bastel-Projekt in der Zeitschrift c't mit allen Unterlagen. Hier wird also nur das Material und Zeit benötigt.

    d) 68030-Prozessor
    Hier sieht es genauso wie bei c) aus. Material und Zeit muss man sicht nehmen.

    Das sind ja schon mal eine Reihe Möglichkeiten. Speicher muss man dabei halt auf konventionelle Art erweitern. Aber dafür gibt es ja auch Erweiterungskarten oder Bastellösungen.

    Das Thema Netzwerkkarte lässt sich im Amiga A2000, A2500, ... relativ preiswert mit der Variante PC-Netzwerkkarte für den ISA-Bus in Kombination mit einer PC-Bridge-Karte wie A2088 oder A2286 lösen. Ansonsten kann man natürlich auch noch mehrere Rechner über Lösungen per RS232-Schnittstelle koppeln.

    Nur werden diese Möglichkeiten von den meisten Leuten bei weitem nicht ausgeschöpft. Alles was komfortabler oder schneller ist, ist natürlich auch teurer. Aber in vielen Fällen das ja auch nicht notwendig, wenn aus Preistige-Gründen auf die Luxus-Lösungen verzichten kann.