Beiträge von ncr64 im Thema „1541-II Dauerläufer nach Sockeln des Gate-Arrays“

    Ich konnte heute das Problem finden und beheben. Man sollte eben doch immer erst das naheligende anschauen und nicht das halbe Board zerlegen.

    Das Problem trat auf, nachdem ich U10 gesockelt und gleichzeitig den "Hotfix" zwischen U10 Pin 21 und U7 Pin 8 von oben nach unten gelegt habe (siehe Beschreibung zu Beginn dieses Themas). Beim Auslöten des Kondensators C32, der Teil dieses Hotfixes war, ist bei diesem ein Beinchen ausgebrochen (dieser nachträglich eingebaute Kondensator scheint sehr empfindlich auf Hitze zu sein, das ist mir heute gleich noch einmal bei einer anderen Platine mit demselben Fix passiert, obwohl ich sehr vorsichtig war).

    Da der Kondensator kaputt war, konnte ich ihn nicht mehr prüfen und die Aufschrift war schwierig zu lesen. Also habe ich in den Schaltplan geblickt, wo 470 pF steht. Da habe erst einmal ich einen Fehler gemacht und einen 470 uF Kondensator eingebaut. Der Fehler ist mir dann bald aufgefallen und ich habe einen 470 pF Kondensator eingesetzt. Heute ist mir aufgegangen, dass es sich in Wahrheit um einen 47 pF Kondensator gehandelt hat, und der Schaltplan hier einen Fehler enthält. Dazu habe ich den Umbau an einem anderem Board, welches denselben Fix hat, noch einmal nachvollzogen.

    Nun habe ich den korrekten Kondensator eingebaut und siehe da: Der Rechner fährt richtig hoch. Diese Brücke zwischen U10 und U7 hängt irgendwie mit der Reset-Schaltung und dem Quarz zusammen, offenbar hat der überdimensionierte Kondensator das aus dem Tritt gebracht. Die Spannungen an den beteiligten Pins waren jedoch immer korrekt, deswegen dachte ich zuletzt nicht mehr daran, dass mit dem Umbau dieses Brücke etwas nicht stimmen könnte.

    Auch das ursprüngliche Problem, dass mit der Platine keine Disketten geschrieben werden konnten, ist nun behoben. Das Problem war tatsächlich im Bereich CN4 Pin3 (WPS). Hier war eine Leiterbahn unterbrochen. Außerdem war wohl R10 nicht mehr ganz gesund, da gab es einen Spannungsabfall von 5 auf ~2 Volt.

    Im Anhang nun der Endzustand der reparierten Platine:

    - U10 (Gate Array) umsonst gesockelt

    - U8 (VIA) umsonst gesockelt

    - U13 (Darlington-Array) umsonst gesockelt

    - CN4 Pinleiste erneuert, weil die alte völlig korrodiert war

    - R10 erneuert, weil der alte einen Spannungsabfall erzeugte

    - Brücke zwischen R10, CN4 Pin3 und U9 Pin9 eingebaut, wegen unterbrochener Leiterbahn

    - Brücke mit Kondensator C32 und Ferritperle auf die Unterseite verlegt, diesmal mit der richtigen Kapazität von 47pF

    Das alles hat mich einige Wochen gekostet, in erster Linie wegen den Fehlern rund um den C32. Aber wahrscheinlich lernt man nur auf diese Weise.

    Weiterhin zeigt sich bei meinen Laufwerken, dass die ICs relativ selten kaputt sind (hatte bisher nur ein oder zwei kaputte Logic-ICs), sondern meistens etwas mit den Leiterbahnen nicht stimmt.

    Einfach so als Hinweis, falls Du nach Sockeln aller ICs immer noch nicht weiter kommst.

    Ich hatte an meinem SX64 2 hartnäckige Fehler. Beim einen Fehler war einer der Logikchips nicht mehr richtig in Ordnung. Dieser zeigte zwar im Tester ganz normale Logikfunktion, war aber vielleicht nicht mehr schnell genug. Zumindest half ein Tausch.

    Der zweite Fehler betraf die Floppy. Auch da nach langem suchen, war die CPU defekt. Ich hatte eine Ersatz-CPU, die komischerweise bei mir nicht funktionierte und ich so dachte, die sei nicht das Problem. Nun habe ich die CPU von jemand anderem drin und der meine und beide Laufwerke funktionieren.

    Gute Punkte. Wenn ein IC nicht mehr schnell genug ist, ansonsten aber unauffällig, hat man natürlich zu schaffen mit der Diagnose. Ich werde erst einmal die großen ICs angehen, die Logik-ICs sehen zumindest erst einmal in Ordnung aus.

    Nun habe ich also U13 ausgelötet und gesockelt. Vor allem, um der Korrosion in dem Bereich Herr zu werden. Meine Theorie hat sich bestätigt: Dieser IC hat keinen Einfluß auf die Initialisierung der Schaltung. Man kann ihn auch ganz weglassen, und eine gutes Board läuft trotzdem normal hoch. Am Verhalten des Problemboards hier hat es entsprechend nichts geändert.

    Da ich sonst nicht mehr weiter weiß, sockele ich jetzt einfach einen IC nach dem anderen. Den VIA auf U8 habe ich bereits gesockelt, aber mit dem ist auch alles in Ordnung. Etwas sagt mir, dass die ICs gar nicht Schuld sind, aber ich komm nicht drauf, wo der Hund sonst begraben sein soll.

    Dass der Motor dadurch dauern laufen könnte ist mir schon klar. Aber ich sagte ja zuvor, dass ich die Mechanik gar nicht angeschlossen habe, ich beobachte nur die Status-LED, und die läuft durchgängig. Weiterhin verweise ich auf die von mir eingezeichneten falschen Spannungen rund um U10. Warum sollte ein defeketer U13 das verursachen? Er liefert doch keine Inputs in den restlichen logischen Aufbau der Schaltung, nicht?

    Korrosion an U13? Könnte ja zu meinem Beitrag Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. passen.

    Bin gespannt auf die Lösung. :)

    Ich habe U13 auf einem guten und schlechten Board durchgemessen, bin mir aber nicht ganz sicher, ob ich hier richtig messe bzw. wie die Werte zu interpretieren sind. Das sind ja 6 Darlington NPN-Transistoren, die scheinbar Wechselstrom ausgeben (NEC PA2003C). Die Messwerte sind irgendwie komisch, ich verstehe nicht ganz, wie hier Eingangs- und Ausgangsstrom zusammenhängen. Auf dem Schaltplan sind die Verbindungen durch U13 als Inverter eingetragen, aber ich glaube das trifft es nicht.

    Also die Messergebnisse sind wie folgt:

    Gutes Board: Pins 1-7 (Eingänge) 0 Volt

    Schlechtes Board: Einziger Unterschied Pin 5 2,7 Volt

    Gutes Board: Pin 11 5 Volt, alle anderen 0,5 Volt

    Schlechtes Board: Einziger Unterschied Pin 11 0 Volt.

    Selbst wenn U13 fehlerhaft sein sollte bin ich mir nicht sicher, wieso dadurch die ganze Boardlogik durcheinanderkommen sollte. Wenn ich es richtig sehe, dient der nur zum Antreiben der mechanischen Komponenten. Natürlich, wenn er einen Kurzschluss hat, wäre es möglich, dass er den Rest der Schaltung beeinflusst. Heiß wird aber nichts groß.

    Was WPS genau ist, weiß ich nicht, ich hatte einfach mal "Write Progress" hineininterpretiert. Ich vermute die Unterbrechung hier hat jedenfalls mit dem ursprünglichen Schreibproblem zu tun. Im Commodore-Schaltplan ist der Pin als WPRT bezeichnet. Dieser Schaltplan hat allerdings eine Menge Fehler, weshalb ich den anderen nutze.

    Die Mechanik habe ich die ganze Zeit gar nicht an die Platine angeschlossen, ich betrachte nur den LED-Status, und die gelbe Status-LED leuchtet eben dauerhaft.

    Den U13 habe ich tatsächlich noch gar nicht genau angesehen, die anderen Logik-ICs schon. Da schaue ich nochmal genauer hin.

    Hallo Allerseits,

    ich bin bzgl. eines selbst produzierten Dauerläufers einer 1541-II-Platine am Ende meiner Weisheit und würde mich über Tipps zur Eingrenzung freuen.

    Ursprünglich hat die Platine gut funktioniert, nur konnte sie keine Disketten schreiben. Da ich zunächst keine Ursache dafür finden konnte und diverse Ratschläge im Netz auf das Gate-Array U10 als möglichen Grund hingewiesen haben, habe ich dieses gesockelt. Da an dem IC noch ein eine Brücke mit Kondensator drangebastelt war, habe ich diese Leitung auf die Unterseite des Boards verlegt (Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.). Seitdem ist die Platine leider ein Dauerläufer geworden.

    Die ursprüngliche Ursache dafür, dass Disketten nicht geschrieben werden konnten, habe ich mittlerweile entdeckt: Ich denke es lag an unterbrochenen Leiterbahnen rund um CN4 Pin3. Somit habe ich U10 umsonst gesockelt. Was beim sockeln nun schiefgegangen ist, konnte ich bislang leider nicht herausfinden. Der IC U10 selbst funktioniert noch, was ich in einem anderen Board geprüft habe. Die Spannungen und Verbindungen rund um die umgezogene Brücke und Kondensator stimmen auch (ursprünglich hatte ich allerdings einen falschen Kondensator eingebaut, das war aber auch nicht die Ursache für den Dauerläufer).

    Die Reset-Pins von U3, U6 und U8 sind alle High, d.h. ich gehe davon aus, dass der Reset-Schaltkreis funktioniert. Die kleinen Logik-ICs habe ich alle durchgemessen und sie arbeiten meiner Ansicht nach korrekt.

    Jedoch stimmen allerlei Spannungen nicht mit einem funktionierenden Board überein, es sieht für mich so aus als würde der Rechner trotz korrekter Reset-Spannung nicht richtig initialisieren. Die Kontaktwege habe ich aufwändig überprüft - außer der schon zuvor unterbrochenen Leiterbahn bei CN4 ist alles in Ordnung. Ich hänge noch einen Schaltplan mit an, auf dem ich einige der falschen Spannungen rot eingezeichnet habe. Das sind nicht alle, ich habe vor allem die Spannungen der Logik-ICs verglichen.

    Ich kann mir aktuell nur noch vorstellen, dass einer der anderen großen ICs hinüber ist z. B. U3/U6/U8/U5. Vielleicht stimmt auch etwas mit dem Quartz nicht, welches von etwas Korrosion betroffen ist. Leider habe ich kein Oszilloskop zum messen der Frequenz. Wenn jemand noch eine Idee hat, was ich prüfen könnte, anstatt jetzt einfach einen IC nach dem anderen auszutauschen, würde ich mich freuen.

    Beste Grüße