Mir ist noch was eingefallen, warum ich meine Sättigung gering hatte: Die rot/grünen Balken bei Geos und Hires-Bildern waren schwächer und angenehmer. Ich hatte lange nur das Antennen-Kabel.
Braun ist die dunkelste Farbe beim C64. Damit bei der Umrechnung von YUV in sRGB die B-Komponenten nicht negativ wird, muss man die Farbamplitude beim braun um rund 1/3 reduzieren.
Das war bestimmt schon mal in einem der Threads zum Thema besprochen...
Wenn sRGB und PAL so ähnlich sind, dann passt das YUV-Braun ja auch nicht in PAL, und irgendwas passiert mit dem Braun. "Farbamplitude reduzieren" ist das Gleiche wie "Sättigung am Fernseher runterdrehen", oder passiert das schon im C64, bevor Chroma draus wird?
Das war seinerzeit die Idee bei Erstellung unserer Community Colors (CoCo) Palette, nur dass es nicht um die Erinnerung ging, sondern um einen Abgleich zwischen der realen C64/Monitor/TV-Darstellung und der (damals) aktuellen PC-Darstellung....
der endgültige Output der Bildschirme, der alle Zwischenstufen durchlaufen hat. Da steckten dann natürlich auch die persönlichen Einstellungen der Bildschirme eine Rolle – aber das war ja gewünscht, denn es ging uns ja um den Farbeindruck im Auge des Betrachters, nicht die Generierung.
Ich erinnere mich. Auch, dass ich die Aktion wegen der Menge an unbekannten Geräten und Einstellungen für untauglich gehalten habe, um "die" korrekte Palette als Ergebnis zu bekommen.
Deswegen sollte man besser nicht mit sRGB-Paletten-Farben arbeiten/rechnen, die die C64/NTSC-Farben nicht komplett abdecken können.
Bei PAL hätte ich jetzt weniger Bedenken. Und da ich ja einer mit geringer Sättigung war, passt eine für mich passend aussehende Palette sowieso.
sRGB ist ein geräteabhängiger Farbraum, der 1996 von HP und Microsoft erdacht wurde und die Möglichkeit der damaligen CRT-PC-Bildschirme einbezog. Seitdem hat sich die Welt aber weitergedreht. Man könnte sRGB als Minimal-Standard ansehen, der aber von heutigen Bildschirmen meistens übertroffen wird.
Ich würde sRGB schon Arbeitsfarbraum und nicht geräteabhängig nennen. Weiß und Grau sind sauber, gleiche Werte für RGB sind neutral, was man von real existierenden Geräten nicht unbedingt erwarten kann. Aber er wurde schon so gewählt, dass er prima zu den damaligen Geräten passt und für die nicht unnötig größer ist.
So arbeitet übrigens auch Photoshop (und andere Bildbearbeitungen) – intern wird in Lab gearbeitet/gerechnet und dann in sRGB, Adobe RGB, CMYK oder was auch immer das Zielgerät "spricht", umgewandelt.
Finde ich jetzt komisch ausgedrückt. Alles, was Farbverwaltung betrifft, dürfte intern über Lab gehen. Filter mögen intern alles mögliche nutzen. Aber wenn RGB-Ebenen miteinander verrechnet werden, dann wird das ganz sicher mit genau diesen RGB-Zahlen gemacht.
Für mich sehe ich RGB, Cmyk, YCrCb... als "physikalisch", Lab, XYZ... als "Wahrnehmungsbezogen". Wenn man mit Licht und Schatten rechnen will, dann ist man mit RGB meist besser dran.