Das sehe ich völlig anders. Aber es müsste sich halt jemand ansehen / dabei sein, der sich mit Fernsehern / Monitoren auskennt. Man kann nicht mit ein paar Posts alle Eventualitäten 'rüberbringen. Und ein Fernsehtechniker hat auch ein Oszi und einen Trenntrafo.
Beiträge von Computerbastler im Thema „CM8833-II mit Totalschaden?“
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So, jetzt sind 2 Posings 'reingekommen, während ich das geschrieben habe. Dunkels Bild im Hintergrund: ich vermute mal falscher Arbeitspunkt und zu geringe Signalamplitude. Das könnte durchaus mit defekten Elkos zusammenhängen.
Recapping ja, aber mit geeigneten Bauteilen! Spannungsfestigkeit / Temperaturfestigkeit beachten. Polung der Elkos beachten. Und nicht davon ausgehen, dass der Monitor nach Ziehen des Netzsteckers spannungslos ist. Eine aufgeladene Bildröhre kann tödlich sein!!!
Ich würde jetzt auch kein wildes Recapping starten, sondern mal gezielt in dem Bereich, der für die Videosignalverarbeitung zuständig ist, beginnen.
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Ich kann mich da nur Kinzis Tipp anschließen, bei dem Thema sollte man wissen, was man tut. Das ist nicht lustig. Dann braucht man das richtige Equipment: ohne Oszi wirds schwierig und auch ein Trenntrafo sollte nicht fehlen. Ein Testbildgernerator oder weigstens eine andere sicher funktionierende Videoquelle sollte auch vorhanden sein.
Dann sieht man auf dem Bild den Zeilenrücklauf (schräge Streifen): das Bild ist viel zu hell eingestellt (zu hoher Strahlstrom). Aber sowohl die Horizontal- als auch die Vertikalablenkung sind da. Also liegt der Fehler irgendwo im Signalzweig. Entweder der Monitor hat überhaupt kein Signal oder ein unpassemdes Signal, mit dem er nichts anfangen kann etc. oder aber die Signalverarbeitung / -weiterleitung im Monitor ist defekt. Hier hilft ein Schaltplan und ein Oszi. Testsignal einspeisen und mit dem Oszi Stufe für Stufe verfolgen. Der Monitor sollte dabei als einziges Gerät an einem Trenntrafo angeschlossen sein.
Zunächst einmal wird das Videosignal aufgespalten in Sync-Signal und Bildinhalt. Das Sync-Signal triggert dann Horizontal- und Vertikalablenkung, der Bildinhalt wird nochmals in Schwarzweißbild und Farbinformation getrennt (am Composite-Eingang, am Y/C-Eingang sind das von außen bereits gertrennte Signale). Da überhaupt kein Bild vorhanden ist, kann man das Farbsignal zunächst mal außen vorlassen uns sich auf das Schwarzweißsignal (Y) und die Synchronisation konzentrieren. Auch ohne Farbsignal muss es auf jeden Fall ein Schwarzweißbild geben. Der Eingangspegel für das Videosignal liegt bei ca. 1Vss an 75 Ohm.
Ein Zeilensignal beginnt vorne mit dem Sync-Impuls, dann folgt die Schwarzschulter (evtl. mit Color-Burst), dann folgt der Bildinhalt, am Schluss ist eine kurze Pause. Eine Zeile dauert 64us, dann kommt die nächste Zeile mit dem selben Aufbau. Die Pause am Schluß ist notwendig, da der Elektronenstrahl ja wieder an den linken Bildrand zurückbewegt werden muss, bevor mit der nächsten Zeile begonnen wird. Am Ende des Halbbilds kommen die Vertikal Sync Impulsfolgen (Vortrabanten, Haupttrabanten, Nachtrabanten, dann geht es wieder mit Bildzeilen weiter. Je höher die Spannung während des Bildsignals ist, desto dunkler ist der Bildpunkt. Bei ca. 75% ist schwarz (entspricht Pegel Schwarzschulter), bei 100% ist Sync. 0% entspricht weiß. Je nachdem, an welcher Stufe man misst, kann das Signal auch invertiert sein.