Beiträge von Retrofan im Thema „Monster-Artikel: Die 50 besten indizierten Spiele der C64- und Amiga-Ära - und warum die BPjS damals so zugeschlagen hat“

    Ich wäre nie auch nur ansatzweise auf die Idee gekommen, irgendwelche Spiel-Inhalte auf die Wirklichkeit übertragen zu wollen. Weil: es waren KriegsSPIELE!!!

    Ich finde da auf jeden Fall die heutigen Kriegsspiele mit ihrem Realismus, vielleicht sogar – für noch mehr Immersion – noch mit VR-Brille gespielt, deutlich gefährlicher, was mögliche Abstumpfungs-Effekte etc. angeht. Ich finde, da wird teilweise sehr realistisch Krieg simuliert. Ich persönlich würde das nicht spielen wollen (dann schon eher irgendwas mit Aliens und Raumschiffen oder knuffiger Comic-Grafik) und ich würde es auch keinem Kind zum Spielen geben. Gerade heutzutage, wo der reale Krieg so nah ist (von der räumlichen aber auch emotionalen Entfernung her – viele haben Kriegsflüchtlinge aufgenommen oder in der Nähe wohnen), muss man das mE nicht auch noch "spielen". In den 80ern wirkte das halt alles abstrakter – der Krieg (zumindest in Europa) war "kalt" und die Computer-Grafik "lahm" und harmlos – das konnte man nicht "verwechseln".

    Ich mag die abfotografierten Bilder in den alten Computerzeitschriften, weil sie authentisch waren.

    Dazu wollte ich nochwas loswerden: Das wäre heutzutage natürlich ganz ähnlich machbar – ein gut erhaltener 1084 o.ä., ein schwarzer Karton-Tunnel und mit ausreichend Abstand ein iPhone (oder anderes Smartphone mit brauchbarer Kamera) – fertig. Dann hast du den hundertprozentig authentischen CRT-Look. Das Ergebnis muss man wahrscheinlich trotzdem noch etwas nachbearbeiten – Objektiv- und Tonwert-Korrektur etc. aber die Basis wäre schon mal gut.

    D.h. letztlich, dass ich dafür plädiere, speziell für den Druck Screenshots aufzubereiten, um die Bildschirm-Wirkung bzw. die (erinnerte) Wahrnehmung derselben möglichst gut zu treffen. Mit einem Standard-CRT-Filter oder einfachen Scanlines wird es wahrscheinlich nicht getan sein – da wäre noch einiges zu tun, was bisher noch niemand getan hat.

    Mir fällt noch eine Möglichkeit ein, wie man mehr Brillanz und Bildschirm-Optik in den Druck bekommen kann: Lack! Wird immer mal gerne für hochwertige Prospekte etc. verwendet: Matt gestrichenes Papier und Bildelemente dann mit Glanzlack veredeln – bringt unglaublich Tiefe rein. Das ist natürlich nichts für ein Magazin, sondern z.B. eher für ein hochwertiges Couchtisch-Buch mit Retro-Pixel-Abbildungen.

    Das klingt doch nach einem mords Aufwand, viel zuviel für eine Zeitschrift.

    Wenn man mal den Lack außen vor lässt, dann ist das meiste quasi Forschungsarbeit und lässt sich später wahrscheinlich automatisieren.

    Bis zum (vermtl. gekürzten) Druck dauert es noch was.

    Ich denke nicht, dass das was für die nächste Ausgabe (oder irgendwas in diesem Jahr) wäre – zumal ja bisher noch nicht einmal ein Budget dafür geplant wurde. ;)

    Ich habe zu den CRT-Filtern, zwecks Archivierung, auch ein eher gespaltenes Verhältniss. Die Pixelgrafik wirkt dadurch halt irgendwie "weicher", aber irgendwie matter.

    Also, wenn es um Archivierung geht, würde ich auch immer die Bitmap-Grafik, wie sie der Computer im Speicher hält, zumindest mit ablegen. Wenn es um die Präsentation geht, würde ich versuchen, eine Darstellung zu finden, wie sie damals die Entwickler "gedacht" haben. Die Grafiken wurden ja auf CRTs für CRTs entwickeln und beurteilt, daher sollte man das schon berücksichtigen. Das gleiche gilt übrigens für die Farbpalette – da sollte man sehr genau drüber nachdenken.

    Das Problem bei vielen Filtern ist, dass sie oftmals versuchen, physikalisch (zu) korrekt zu sein. Man sieht also (gerade auch im hochauflösenden Druck) teilweise einzelne RGB-Subpixel, die man natürlich damals mit gewissen Abstand nie wahrgenommen hat. Zudem fehlen oft wichtige Effekte, wie Blooming. Letzteres bewirkt, dass helle Farben (vor allem weiß) die Scanlines weitgehend verschwinden lassen, während sie bei dunkleren Farben stärker sind (aber wegen des Helligkeits-Abstandes zu den dunklen Scanlines gleichzeitig weniger auffallen).

    Erschwerend kommt hinzu, dass Bildschirme nun mal leuchten, besonders auffällig im dunklen Umfeld, während bedrucktes Papier das eben nicht tut (sondern nur reflektiert) – d.h. das Kontrastverhältnis ist ein ganz anderes. Den Effekt wird man niemals ausgleichen können – aber man könnte natürlich versuchen, dagegen anzuarbeiten, indem man z.B. weiß wirklich maximal (also ohne Scanlines) und schwarz vielleicht mit Beimischung von Cyan und etwas Magenta noch "tiefer" hinbekommt. Die Papier-Farbe und -Beschaffenheit ist hier natürlich auch ein Faktor.

    Ein weiterer Faktor ist, dass grafische Effekte gedruckt anders wirken als auf dem Bildschirm. Wenn man also versucht, einen CRT zu simulieren, kann das auf einem TFT gut/realistisch aussehen aber auf dem dem Papier aufgrund erkennbarer Simulation "kitschig" wirken. Das muss man einfach austesten, da gibt es kein pauschales Rezept.

    D.h. letztlich, dass ich dafür plädiere, speziell für den Druck Screenshots aufzubereiten, um die Bildschirm-Wirkung bzw. die (erinnerte) Wahrnehmung derselben möglichst gut zu treffen. Mit einem Standard-CRT-Filter oder einfachen Scanlines wird es wahrscheinlich nicht getan sein – da wäre noch einiges zu tun, was bisher noch niemand getan hat.