Ich habe zu den CRT-Filtern, zwecks Archivierung, auch ein eher gespaltenes Verhältniss. Die Pixelgrafik wirkt dadurch halt irgendwie "weicher", aber irgendwie matter.
Also, wenn es um Archivierung geht, würde ich auch immer die Bitmap-Grafik, wie sie der Computer im Speicher hält, zumindest mit ablegen. Wenn es um die Präsentation geht, würde ich versuchen, eine Darstellung zu finden, wie sie damals die Entwickler "gedacht" haben. Die Grafiken wurden ja auf CRTs für CRTs entwickeln und beurteilt, daher sollte man das schon berücksichtigen. Das gleiche gilt übrigens für die Farbpalette – da sollte man sehr genau drüber nachdenken.
Das Problem bei vielen Filtern ist, dass sie oftmals versuchen, physikalisch (zu) korrekt zu sein. Man sieht also (gerade auch im hochauflösenden Druck) teilweise einzelne RGB-Subpixel, die man natürlich damals mit gewissen Abstand nie wahrgenommen hat. Zudem fehlen oft wichtige Effekte, wie Blooming. Letzteres bewirkt, dass helle Farben (vor allem weiß) die Scanlines weitgehend verschwinden lassen, während sie bei dunkleren Farben stärker sind (aber wegen des Helligkeits-Abstandes zu den dunklen Scanlines gleichzeitig weniger auffallen).
Erschwerend kommt hinzu, dass Bildschirme nun mal leuchten, besonders auffällig im dunklen Umfeld, während bedrucktes Papier das eben nicht tut (sondern nur reflektiert) – d.h. das Kontrastverhältnis ist ein ganz anderes. Den Effekt wird man niemals ausgleichen können – aber man könnte natürlich versuchen, dagegen anzuarbeiten, indem man z.B. weiß wirklich maximal (also ohne Scanlines) und schwarz vielleicht mit Beimischung von Cyan und etwas Magenta noch "tiefer" hinbekommt. Die Papier-Farbe und -Beschaffenheit ist hier natürlich auch ein Faktor.
Ein weiterer Faktor ist, dass grafische Effekte gedruckt anders wirken als auf dem Bildschirm. Wenn man also versucht, einen CRT zu simulieren, kann das auf einem TFT gut/realistisch aussehen aber auf dem dem Papier aufgrund erkennbarer Simulation "kitschig" wirken. Das muss man einfach austesten, da gibt es kein pauschales Rezept.
D.h. letztlich, dass ich dafür plädiere, speziell für den Druck Screenshots aufzubereiten, um die Bildschirm-Wirkung bzw. die (erinnerte) Wahrnehmung derselben möglichst gut zu treffen. Mit einem Standard-CRT-Filter oder einfachen Scanlines wird es wahrscheinlich nicht getan sein – da wäre noch einiges zu tun, was bisher noch niemand getan hat.