Beiträge von Zitruskeks im Thema „Bräuchte Erklärung zu der 50hz Monitor Voraussetzung“

    Dann schau Dir mal die PAL-Spezifikation an. Da gibt es ganz klare Zeilen.

    Wir meinen völlig dasselbe. Du sagst "eher V-Zeilen", weil das horizontale Zeilen in vertikaler Anordnung sind. Ich sage "eher H-Zeilen", weil die eben horizontal laufen und für mich "V-Zeile" so klingt als würde eine Zeile vertikal laufen, also ne Spalte sein) Natürlich sind einfach nur Zeilen, die falsche H-V-Zeilen unterscheidung kam ja weiter oben.

    PS: danke hab ich mich schon im Studium genügend mit rumgeschlagen :)

    Doof gefragt. (H) ist Hochrizontal und (V) ist Vertikal?
    Das ist für mich irgendwie schwer nachvollziehbar wie teile des Bildes unterschiedliche Wiederholraten haben.
    Also H Zeilen wiederholen sich schneller wie V Zeilen? Und beides ist zusammen das Bild?

    Es gibt keine "H-Zeilen". Vertikal sind die Zeilen, horizontal hast Du nur einzelne Bildpunkte der Zeile.

    Ich würde sagen "es gibt keine V-Zeilen".

    Es gibt sogar noch einen Takt, der alles bestimmt: die Pixelfrequenz.

    Mal ganz vereinfacht: Stell dir vor eine Black box generiert jede Sekunde einen einfachen Schwarz weiß Pixels, der nur "an" oder "aus" sein kann. Zur Veranschaulichung: o sei aus, x sei an.

    Die Box generiert also eine kette: xxxoooxxxxxxxxxxooxxxxxooxxxxxxxoxxxxxxxooxxxxoooo

    Nehmen wir mal an du willst ein Bild 10 Pixel breit, 5Pixel hoch darstellen. Dazu musst du nur die Pixel zählen.

    Aller 10 Sekunden brauchst du einen Impuls, der besagt dass eine Neue Zeile begonnen werden muss. Das ist deine Horizontalfrequenz. 1/10 Hz

    Damit wird aus der endloskette Pixeln im Pixeltakt eine Anzahl horizontaler Zeilen:

    Code
    xxxoooxxxx
    xxxxxxooxx
    xxxooxxxxx
    xxoxxxxxxx
    ooxxxxoooo

    nach 5 solchen Zeilen brauchst du einen Impuls, der sagt dass ein neues Bild begonnen werden soll, dass also die Pixel wieder oben links weitergehen. Das ist deine Vertikalfrequenz. Jetzt eben nicht mehr nur aller 10 Sekunden, sondern aller 5*10 Sekunden. Also aller 50 Sekunden. 1/50Hz

    Alles wird durch Teiler aus der Pixelfrequenz gewonnen. Im realen Leben ist das etwas komplexer, da nur die sichtbaren Pixel angegeben werden, es aber noch in jeder zeile am ende noch ein paar unsichtbare Pixel gibt, wie auch ein paar unsichtbare Zeilen. Warum? Weil es Zeit benötigt, eine neue Zeile anzufangen (eben den Elektronentrahl vom rechten Bildschirmrand schnell nach links zu bewegen, und auch, in am Ende eines Bildes von unten rechts wieder nach oben links zu bewegen. Der Pixeltakt-Timer läuft dabei einfach weiter. Aber die Black Box muss in den Zeiten keine sinnvollen Pixel generieren.

    Wenn du jetzt 50 Bilder pro Sekunde darstellen willst, die aus 5 Zeilen a 10 Pixel bestehen sollen, wie hoch müssen deine Horizontal- und Pixelfrequenzen sein?

    Vertikalfrequenz: 50Hz (eben die 50Bilder pro Sekunde)

    Horizintalfrequenz: 5 Zeilen pro Bild mal 50Bilder die Sekunde = 5*Vertikalfrequenz = 5*50Hz = 250Hz

    Pixelfrequenz= 5 Zeilen mal 10 Pixel pro Bild mal 50 Bilder die Sekunde = 50*50Hz = 2500Hz

    oder anders gerechnet: 10Pixel pro Zeile mal Zeilenfrequenz = 10*250Hz=2500Hz

    RetroScaler & Co müssen den Elektronenstrahl simulieren und daraus virtuell ein digitales Bild bauen, welches sie dann dem Monitor übermitteln

    ...

    Es gibt Situationen (zum Glück selten), in denen der Chip eine falsche Bildfrequenz erzeugt. Mein TV kommt dann mit dem HDMI-Signal nicht klar und sagt eine angebliche Auflösung von 1280x2 oder so ähnlich. Mein TV in der Küche kommt damit klar. Der billigste Converter hat das Problem nicht, aber das Bild ist absolut grauenvoll und kaum zu erkennen.

    Nein, die simulieren da keinen Elektronenstrahl.

    Es gibt grob gesagt zwei Arten von Scaler. Zeilenbasierte und Bildbasierte.

    Zeilenbasierte habe ich oben bereits kurz beschrieben, weil der 2x so einer ist.
    Diese bekommen, zB. vom C64, eine ("langsame") Zeile und speichern diese in einem Zwischenspeicher.

    Dann, wenn der C64 die nächste "langsame" Zeile schickt geben sie den Inhalt des Zwischenspeichers als 2 oder 3 oder 4 Zeilen mi doppelte, dreifacher oder vierfacher Zeilenfreqzenz aus. Das dauert dann eben genau so lang bis der C64 wieder eine Zeile übertragen hat und das Spiel beginnt von vorne.

    Hierbei bleiben alle Bildtimings gleich, nur die Zeilenfrequenz wird ganzzahlig vervielfacht. Da sich nicht jedes Gerät der Ära 64er und davor an die genauen Fernsehnormen gehalten hat (weil ein Analogfernseher einfach das macht, was man ihm sagt, weil man ja direkt den Elektronenstrahl steuert, so hat man ggf ein paar mehr oder weniger Zeilen generiert und damit auch die Vertikalfrequenz von evtl 49 oder 51Hz erzeugt) können somit eben Signale erzeugt werden die nicht jeder neue Fernseher versteht, weils eben nicht genau den Vorschriften von z.B. Anzahl Zeilen, Bildwiederholfrequenzen etc trifft.

    Vorteil aber: so lagfrei wie nur irgend möglich, weil nur eine Zeile der Dauer von ca 1/15KILOHERZ! gespeichert werden muss.


    Auf der anderen Seite stehen Bildbasierte Scaler. Die speichern ein ganzes Bild zwischen und lesen es dann genau mit den Specs eines modernen Videomodi wieder aus. Hierbei werden die Pixelinformationen aber interpoliert, deshalb wird das Bild bei den Billigen Scalern Matsch, und es wird mindestens ein ganzes Bild von 1/50 Hz Lag erzeugt. Also extrem viel mehr.

    Da hast du was falsch aufgeschnappt.

    50Hz bedeutet die Vertikalfrequenz oder auch "Bilder pro Sekunde". Das ist nicht das Problem. Da hast du auch Recht, das ist in dem Bereich 48-180Hz "mit drin".

    Was aber außerhalb des Bereichs liegt ist die Horizontalfrequenz. Da können Monitore (schon ab der Zeit von VGA) meist nur 30kHz oder mehr. Hier dein Monitor ja auch: 30-225kHz. Der C64 liefert aber nur 15Khz.

    Horizontalfrequenz bedeutet, wie viele Zeilen pro Sekunde geschrieben werden. Fernsehen war so konzipiert, dass man um Bandbreite zu sparen, lieber 2 Halbbilder, sogenannte Fields mit halb so vielen Zeilen wie man eigentlich darstellen wollte gezeichnet hat, wobei das zweite Field etwas versetzt war, so dass das träge Sehsystem dann ein ganzes Bild zusammensetzte. Die Fields wurden mit 50Hz gesendet, und ergaben damit 25 Vollbilder pro Sekunde. Damit war auch die Zeilenfrequenz niedrig, denn pro 1/50Hz musste man so nur die Hälfte der Zeilen darstellen, das Zeichnen dieser kann also langsamer sein (muss langsamer sein, um im Takt zu bleiben).

    Für Games wären diese 25Hz Vollbilder zu langsam und zu hochauflösend gewesen, also trickste man und nutzte die Fields mit ihrer halben Auflösung als Bilder. Daher resultierten diese 15Khz bei 50 oder 60Hz, letztere waren von der Netzfrequenz abhängig, um Schwebungsinterferenzen zwischen Vertikalfrequenz und Netzfrequenz zu vermeiden.

    VGA oder High Res Monitore lösten sich dann von der Fernsehnorm, um stellten die Anzahl der eigentlich beim Fernsehen möglichen Zeilen in jeden Bild da (hier gab es dann keine Fields mehr). Doppelt so viele Zeilen pro Bild: doppelte Horizintalfrequenz, da jede Zeile jetzt doppelt so schnell geschrieben werden musste.

    Retroscaler2x macht nun folgendes: er bekommt die Bildzeilen vom C64 und.. verdoppelt die. Das ist auch der Namensursprung: 2x. Diese Scaler sind Zeilenverdoppler (oder verdreifacher, oder vervierfacher). Da sie nur eine Zeile speichern und 2mal hintereinaner (mit 30Kz) anzeigen sind sie so gut wie lagfrei, da kein ganzes Bild gespeichert und neu ausgelesen wird.